DE3514735C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Naßbehandlung,
Vorentwässerung und Trocknung von Maschenware, wobei diese zu
einem Wickel aufgewickelt und in diesem Zustand von Flotte
durchströmt und anschließend entwässert und getrocknet wird.
Zur Naßbehandlung, insbesondere zum Färben, ist es allgemein
bekannt, rundgestrickte Ware in Strangform mit einer
Geschwindigkeit von 30-80 m/min in eine Färbekuffe zu
ziehen, die Enden des Stranges miteinander zu verbinden und
den endlosen Strang mit Hilfe einer Haspel oder einer mit
Flotte beaufschlagten Ringdüse bei Geschwindigkeiten zwischen
100 und 300 m/min während 6-8 Stunden durch ein Flottenbad
zu ziehen. Nach dieser Behandlung werden die Enden des
Stranges wieder getrennt, worauf der Strang aus dem
Färbeapparat gezogen, in ein Netz gelegt und zur
Vorentwässerung zentrifugiert wird. Sodann wird der
Warenschlauch der Länge nach aufgeschnitten, ausgebreitet und
kalandriert, um schließlich im breitgespannten Zustand zur
Trocken- und gegebenenfalls Fixierbehandlung durch einen
Spannrahmen geführt zu werden.
Bei diesem allgemein bekannten Verfahren erleidet die
Maschenware verschiedene Beanspruchungen, deren Auswirkungen
sich selbst unter Einsatz erheblich aufwendiger technischer
Hilfsmittel nicht immer vollständig beseitigen lassen.
Eine erste Längen- und Oberflächenbeanspruchung erleidet die
zugempfindliche Maschenware bereits beim Einziehen in die
Färbekuffe. Diese Beanspruchung setzt sich beim Strangumlauf
während der vollen Dauer der Naßbehandlung fort und führt zu
einer erheblichen Oberflächenaufrauhung sowie trotz dauernder
Strangverlagerung auch zu Scheuer- und Schleifstellen an der
Maschenware. Durch Knotenbildungen und durch diese wiederum
bedingte Unterbrechungen des Warenumlaufs ergeben sich
Stellen oder auch Strangabschnitte mit einer unegalen
Färbung. Allein diese Erscheinungen erfordern umfangreiche
zeit- und damit kostenaufwendige Nachbehandlungen, ohne
dadurch sicher sein zu können, alle an der Maschenware
aufgetretenen Schäden vollständig beseitigen zu können.
Da die fertigbehandelte Maschenware Restschrumpfwerte von
nicht mehr als 5% aufweisen soll, muß auch die durch die
Behandlung hervorgerufene Längung der Ware durch
Breitstreckung unter gleichzeitiger Voreilung rückgängig
gemacht werden.
Zusammenfassend ergibt sich die Notwendigkeit, unter Einsatz
von aufwendigen, mechanisch störanfälligen Aggregaten und
kostspieligen Maschinen zu versuchen, die hochstrapazierte
Maschenware in den Zustand zurückzubringen, den sie vor der
Naßbehandlung aufweist.
Aus der DE-GM 70 25 289 ist eine Vorrichtung zur Durchführung
des eingangs beschriebenen Verfahrens bekannt. Die
Vorrichtung enthält einen perforierten Baum, auf den die
Maschenware aufgewickelt wird und durch den die den Wickel
von innen nach außen durchströmende Behandlungsflotte
zugeführt wird. Am äußeren Umfang des Wickels ist eine den
Wickel in radialer Richtung verspannende und die zylindrische
Wickelform stabilisierende flüssigkeitsdurchlässige
Einrichtung vorgesehen. Diese Einrichtung ist durch eine
Anzahl von gleichmäßig über den ganzen Umfang verteilten,
parallel zur Wickelachse angeordneten Streben gebildet, die
mittels an den Wickelenden vorgesehener Spannelemente in
radialer Richtung verspannbar sind. Diese Streben verursachen
jedoch am Wickelumfang Druckstellen, wodurch sich je nach
deren Intensität im Druckstellenbereich von den übrigen
Wickelbereichen abweichende Behandlungsergebnisse einstellen,
die nicht zu beseitigende Markierungen an der Maschenware
hervorrufen können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Behandlung von Maschenware vorzuschlagen, bei dem
während aller Behandlungsstufen die Ware keiner Bean
spruchung ausgesetzt ist, welche die Warenqualität in
irgendeiner Weise beeinträchtigt, so daß auch aufwendige
qualitätsregenerierende Maßnahmen entbehrlich sind.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird für die Naßbehandlung,
Vorentwässerung und Trocknung von Maschenware erfindungs
gemäß vorgeschlagen, nach den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruchs 1 zu verfahren.
Die unter einem Rundstuhl in Schlauchform anfallende
Maschenware wird bereits aus Platz- und Transportgründen
zu einem Wickel aufgerollt. Zur erfolgreichen Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens ist hierbei lediglich
vorauszusetzen, daß die Wickelspannung konstant gehalten
und die beanspruchte Wickeldichte eingehalten wird. Dadurch
ergibt sich für das Behandlungsmedium ein homogener Strömungs
widerstand, der noch dadurch optimiert wird, daß der Wickel
erfindungsgemäß einer begrenzten koaxialen Pressung unter
worfen wird.
Ein solcher Maschenwarenwickel verhält sich hinsichtlich
einer gleichmäßigen Naßbehandlung wie in ähnlicher Weise
behandelte Garnwickel. Eine Übertragung der für Garn
wickel bekannten Naßbehandlungsverfahren auf Schlauchware
mußte jedoch befürchten lassen, daß die beiderseitigen
Schlauchfalten Markierungen hinterlassen würden, da diese
während der Behandlung keiner Verlagerung unterliegen
und zudem die Strömungsverhältnisse in diesen Bereichen
andere sind als beispielsweise im Mittelbereich. Über
raschenderweise hat sich jedoch gezeigt, daß die erfindungs
gemäße Wickeldichte bei der Flottenbeaufschlagung zu einer,
wenn auch sehr begrenzten Aufblähung der Schlauchwindungen
führt, die im Ergebnis völlig ausreicht, um scharfkantige
Falten während der Flottenbeaufschlagung zu vermeiden.
Durch die noch so geringfügige Aufblähung der Schlauch
windungen entstehen bis zu den Wickelrändern reichende
Flottenkanäle, die eine markierungsfreie homogene Naß
behandlung gewährleisten.
Zu der nach der Naßbehandlung erforderlichen Vorentwässerung
ist es nach dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht erforder
lich, die Schlauchware in eine andere Form zu bringen oder
anderweitigen umfangreichen Manipulationen zu unterwerfen.
Statt dessen wird der Wickel in unveränderter Form z. B.
durch eine Rotation um seine Achse oder aber auch durch eine
kreisförmige Anordnung einer Anzahl Wickel in einer Zentri
fugentrommel vorentwässert und schließlich getrocknet.
Nach einer bevorzugten Verfahrensweise wird die Maschen
ware mit einer Dichte von 300 g/dm3 aufgewickelt und der
mit seiner Achse vertikal ausgerichtete Wickel um 5% seiner
Höhe koaxial verpreßt und axial von unten nach oben oder
von oben nach unten oder radial von innen nach außen oder
von außen nach innen mit Flotte beaufschlagt.
Die nach dieser Verfahrensweise eingehaltene Wickeldichte
führt unabhängig von der für die Flottenströmung gewählten
Richtung zu einer homogenen Naßbehandlung der Maschenware.
Allein aus apparativen Gründen erscheint es besonders vor
teilhaft, den Wickel radial von innen nach außen und
gegebenenfalls im Wechsel radial von außen nach innen mit
Flotte zu beaufschlagen. Dabei läßt sich ein Flottenkreis
lauf aufrechterhalten, bei dem der Flottenweg - beginnend
auf der Druckseite einer Pumpe - über einen radial perfo
rierten Wickelträger im wesentlichen radial durch den
Wickel, sodann über einen den Wickel umgebendend Ringraum
zur Saugseite der Pumpe führt. Die Umkehr des Flottenkreis
laufs kann in an sich bekannter Weise mit Hilfe eines
Vierwegeventils erfolgen, sofern die Druck- und Saugseite
der Pumpe nicht beispielsweise durch Umkehr der Dreh
richtung unmittelbar vertauschbar sind.
Eine besonders rationelle Verfahrensweise läßt sich nach
einer Ausgestaltung der Erfindung dadurch erzielen, daß
eine Anzahl Wickel koaxial übereinander zu einer Wickel
säule angeordnet wird, worauf die Wickelsäule verdichtet
und sodann mit Flotte beaufschlagt wird.
Bei dieser Verfahrensweise macht sich die Erfindung die
für Garnwickel bekannte Behandlung zunutze, die über
raschenderweise für Wickel aus schlauchförmiger Maschenware
zu vergleichbaren Ergebnissen führt, obschon die Unter
schiede in der Materialform zwischen Garnwickeln einerseits
und Maschenwarenwickeln andererseits gänzlich andere Ver
hältnisse bedingen und diese auch andere Ergebnisse hätten
erwarten lassen.
Vorzugsweise wird nach einer weiteren Ausgestaltung des
erfindungsgemäßen Verfahrens die Wickelsäule nach der
Naßbehandlung in einem verpreßten oder unverpreßten,
im übrigen unveränderten Zustand durch Rotation vorent
wässert.
Auch zur Durchführung dieses Verfahrens läßt sich entweder
eine Wickelsäule durch Rotation um ihre Achse vorent
wässern oder aber eine Anzahl von im Kreis angeordneten
Wickelsäulen in einer Zentrifugentrommel in Rotation
versetzen und dadurch vorentwässern. Vorzugsweise ist zur
gleichzeitigen Vorentwässerung einer Anzahl Wickelsäulen
eine Zentrifugentrommel geeignet, deren Mantelinnenseite
mit dem Radius der Wickelsäulen angepaßten und über deren
Höhe reichenden Schalen versehen ist, so daß die einzelnen
Wickelsäulen bei der Rotation eine gegen die Fliehkraft
wirksame Abstützung erfahren und dabei ihre Form im
wesentlichen unverändert beibehalten.
Weiterhin werden nach einer Ausgestaltung des erfindungs
gemäßen Verfahrens die Wickelsäulen nach der Vorentwässerung
in einzelne Wickel zerlegt und diese in einem im übrigen
unveränderten Zustand einer Trocknung unterworfen. Für
diesen Verfahrensschritt bietet es sich an, die Wickel
in einer geordneten Formation auf einem Transportband durch
einen Hochfrequenz-Trockner laufen zu lassen. Es besteht
natürlich auch die Möglichkeit, die Wickel, in Säulenform
aufgehängt, an in Abständen aufeinanderfolgenden Haken
einer Hängetransporteinrichtung durch einen Hochfrequenz-
Trockner laufen zu lassen.
Je nach den Anforderungen, die an die fertigbehandelte
Maschenware gestellt werden, können unter Beibehaltung
der übrigen Vorteile nach einer weiteren Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens die Wickel entrollt,
die Warenschläuche aufgeschnitten und, zu einer durch
gehenden Warenbahn miteinander verbunden, in breitge
spanntem Zustand durch einen Spannrahmen geleitet werden,
um in dieser Behandlungsstufe getrocknet, fixiert und
gegebenenfalls mit einer Appretur versehen zu werden.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich unterhalb
einer Strickmaschine zu Wickeln von beispielsweise 30 kg
mit einem Wickeldurchmesser von ca. 600 mm und einer Wickel
höhe zwischen 200 und 800 mm aufgerollte Maschenware in
unveränderter Schlauchform insbesondere schonungsvoll naß
behandeln und vorentwässern. Die Beibehaltung der Wickel
aus Maschenware in Schlauchform - zumindest während des
vollständigen Naßbehandlungs- und Vorentwässerungsprozesses -
erspart aufwendige Naßbehandlungseinrichtungen, wie Haspel-
oder Düsenfärbemaschinen, und den damit verbundenen Arbeits
aufwand, insbesondere auch den zur Beseitigung von bei
der konventionellen Naßbehandlung an der Schlauchware ent
stehenden Schäden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Naßbehandlung, Vorentwässerung und Trocknung
von Maschenware, wobei diese zu einem Wickel aufgewickelt
und in diesem Zustand von Flotte durchströmt und
anschließend entwässert und getrocknet wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die Maschenware in Schlauchform unter
konstanter Wickelspannung zu einem Wickel mit einer Dichte
von mehr als 200 und weniger als 400 g/dm3 aufgewickelt
und der so erhaltene Wickel durch koaxiale Pressung um
mindestens 3 und höchstens 8% seiner axialen Abmessung
verkürzt wird, bevor der Wickel in diesem Zustand von
Flotte durchströmt, sodann vorentwässert und schließlich
getrocknet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Maschenware mit einer Dichte von 300 g/dm3 aufgewickelt
und der mit seiner Achse vertikal ausgerichtete Wickel um
5% seiner Höhe koaxial verpreßt und axial von unten nach
oben oder von oben nach unten oder radial von innen nach
außen oder von außen nach innen mit Flotte beaufschlagt
wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Anzahl Wickel koaxial
übereinander zu einer Wickelsäule angeordnet, die
Wickelsäule verdichtet und sodann mit Flotte beaufschlagt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wickelsäule nach der Naßbehandlung in einem verpreßten
oder unverpreßten, im übrigen unveränderten Zustand durch
Rotation vorentwässert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wickelsäule nach der Vorentwässerung in einzelne Wickel
zerlegt wird und diese in einem im übrigen unveränderten
Zustand einer Trocknung unterworfen werden.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Maschenware nach der Vorentwässerung der Länge nach
aufgeschnitten und im ausgebreiteten Zustand durch einen
Spannrahmen geleitet wird.
Priority Applications (8)
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