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Vervielfältigungsverfahren mittels Umdrucks von 1V(etallpapier. Uni
die bekannten Nachteile der lVachspapiervervielfältigungsverfahren zu vermeiden,
ist bereits ein Verfahren vorgeschlagen worden, das eine Metallpapierschablone verwendet.
Hierbei wird die zu vervielfältigende Schrift oder Zeichnung von der Papierseite
des Metallpapiers her durch dasselbe durchgedrückt, und der einfärbungsfähige Aufdruck:
wird dadurch erzielt, daß auf die iNletallseite des Metallpapiers während des Durchdrückens
ein Kohlepapier aufgelegt wird, das auf der Metallseite des Metallpapiers ein Negativ
erzeugt. Dieses Negativ dient als Druckforin, mittels deren unter ständig wiederiiclter
Einfärbung die Vervielfältigungen hergestellt werden. Dieses letzterwähnte Verfahren
bietet große grundsätzliche Vorteile (s. Patentschrift 20.15i7), vermochte sich
aller nicht einzuführen, weil diesen der sehr erhebliche Nachteil gegenüberstand,
daß die Schriftzüge u. dgl..durch das wegen ,der Benutzung als Druckplatte notwendigerweise
kräftig zii beniessende Metallpapier in der Reggel nicht genügend scharf durchzudrucken
oder durchzu-Ichlagen waren.
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Nach der Erfindung wird nun dadurch Abhilfe geschaffen, daß die bei
der @7ervielfältigung als Drucktypen dienenden Zeichen unmittelbar auf die Metallseite
des Metallpapiers aufgebracht werden.- Dies kann bei Handschriften und Zeichnungen
einfach dadurch geschehen, daß man mit einer der bekannten Umdrucktinten, welche
einfärbungsfähige Schriftzüge erzeugen, auf die vorher in bekannter Weise sorgfältig
entfettete Metallseite des Metallpapiers schreibt. Bei V ervielfältigong von Schreibmaschinenschrift
kann inan entweder eine Maschine benutzen, deren Tvpen mit einer entsprechenden
Farbe eingefärbt werden, oder man kann zwischen die Typen und die 2letallseite des
Metallpapiers ein Kohlepapier oder ein möglichst dünnes entsprechend eingefärbtes
Farbband zwischenschalten. Da auf diese Weise in der Regel auf der Metallseite des
Metallpapiers ein Positiv erzeugt wird, so würde man, wenn man davon auf Papier
drucken wollte, nur Negative (Spiegelschrift) erhalten. Uni nun trotzdem ohne weiteres
Positive erzeugen zu können, wird bei der zur Ausübung des neuen Verfahrens dienenden
Maschine vorzugsweise von der Metallpapierschablone, die in der bei Wachspapiervervielfältigern
bekannten Art auf eine Druckwalze aufgespannt wird, erst auf eine Umdruckwalze -
meist .Gummiwalze -, und von dieser dann auf das Papier gedruckt. Die Umdruckwalze
erhält also einen negativen und damit das Papier einen positiven Aufdruck. Die einzelnen
Teile der Maschine sind völlig bekannt, so daß eine zeichnerische Darstellung entbehrlich
ist.
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Im Bedarfsfall kann man auch so vorgehen, daß man mit einer Schreibmaschine,
welche negative Typen benutzt, auf die Metallseite des :Metallpapiers schreibt und
von dein so erhaltenen Negativ unmittelbar druckt. Ferner kann man auf das Metallpapier
mittels eines Klischees einen Briefkopf 'o. dgl. aufdrucken und so bei der Vervielfältigung
mit dein Brieftext-gleichzeitig auch den Briefkopf drucken, was bei dem alten Verfahren
so gut wie ausgeschlossen ist.
Außer den oben bereits erläuterten
Vorzügen hat das neue Verfahren noch eine Reihe weiterer Vorteile. Während man beispielsweise
bei Benutzung des Verfahrens nach Patentschrift 204517 für Schreibmaschinenschrift
das Metallpapier zwecks Vornahme von Verbesserungen iedesmal -erst aus der Maschine
ausspannen muß, ist dieses lästige Ausspannen nach der Erfindung nicht nötig, sondern
die Verbesserung kann bei eingespanntem Papier vorgenommen «-erden. Gemäß Patentschrift
20a.517 treten die von der Papierseite her durchgedrückten Schriftzüge auf der Metallseite
des Metallpapiers als Erhabenheiten vor. Infolgedessen werden die Schriftzüge beim
Druck rasch abgenutzt. Die mit solchen Druckformen erzeugten \"ervielfältigungen
zeigen selbst bei den ersten Abzügen bereits ein gewisses Raster, lassen also die
wünschenswerte Geschlossenheit der Schriftzüge vermissen. Im Gegensatz hierzu treten
bei der Druckform des neuen @'erfalirecis die mit der Schreibmaschine o. dgl. eingeprägten
Schriftzüge hinter die Metallfläche zuriick und unterliegen demgemäß beim Druck
keiner Abnutzung. Außerdem nehmen sie die Farbe besser an, so daß bei dem neuen
Verfahren die bekannten Vorteile des Tiefdruckverfahrens gegenüber dem Hochdruckverfahren
erzielt werden. Wird ferner bei dem älteren @'erfaliren die Druckform im Laufe des
Vervielfältigungsvorganges schadhaft, so muß eine neue Druckform geschrieben oder
gezeichnet werden. Bei dem neuen Verfahren dagegen, das mit Umdruck arbeitet, ist
dies nicht erforderlich, vielmehr braucht man nur bei Beginn der Vervielfältigung
statt eines gewöhnlichen Papierbogens ein unbeschriebenes Metallpapier durch die
Maschine laufen zu lassen. Dieses Metallpapier wird von der Umdruckwalze mit einem
positiven Aufdruck versehen und kann nach Abnutzung der ersten Druckform ohne weiteres
an deren Stelle verwendet werden.
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Das Metallpapier hat für die Herstellung metallischer Tiefdruckplatten
besondere Vorteile, da es die Vorzüge einer metallischen Druckplatte mit der Nachgiebigkeit
und Weichheit des Papiers vereint. Denn das Metallpapier ermöglicht es, eine außerordentlich
dünne Metallschicht zu verwenden, welche, abgesehen von ihrer Billigkeit, den Schreibmaschinentypen
oder dem Griffel keinen merklichen Widerstand entgegensetzt, so daß sich die Vertiefung
der Schriftzüge ebenso leicht und mit derselben Schonung der Typen wie auf gewöhnlichem
Papier vollzieht. Das die Rückseite des Metallpapiers bildende Papier wirkt hierbei
als weiche, eindruckfähige Unterlage. Anderseits aber verleiht die mit der dünnen
Metallschicht vereinigte starke Papierschicht dem ganzen Blatt einen solchen Halt,
daß es sich ebenso bequem und sicher wie ein starkes Metallblech handhaben läßt,
das der Vertiefung der Schriftzeichen durch Einprägung einen viel zu großen Widerstand
entgegensetzen würde, während ein bequem brauchbares dünnes iAl etallblatt für sich
allein viel zu verletzbar und schwierig zu handhaben wäre.