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Elektrische Steuerung für motorisch bewegte führerlose Gefäße. Sogwohl
im Aufzugbetrieb bei der Aufgabe, Asche oder sonstige Massengüter in verschiedenen
Stockwerken aufzunehmen und etwa nach einem hochliegenden Bunker zu entleeren, als
bei Horizontal- oder Schrägförderung, wenn z. B. der glühende Koks von den verschiedenen
Ofen eines Gaswerks nach einem gemeinsamen Löschturm befördert werden soll, ist
es erwünscht, zwischen den einzelnen Stellen der abgebenden Gruppe von von Haltepunkten
beliebig hin und her steuern zu können, aber auch von jedem dieser Punkte nach der
Sammelstelle zu fahren, dort selbsttätig zu entleeren und ebenso selbsttätig nach
einem inzwischen, (durch anfallendes Material) erst bestimmten Punkt wieder zurückzufahren.
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Wollte man derartige elektrische Steuerschaltungen so ausführen, wie
es bei Aufzugschaltungen üblich ist, so wären eine große Anzahl von Schaltmagneten
und Stockwerkumschaltern und entsprechend viele Steuerstromleitungen nötig, welche
die Anlage außerordentlich verwickelt machen würden.
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Gemäß der Erfindung ist es gelungen, eine überraschend einfache Steuerungsanlage
für solche Fälle zu schaffen, deren Eigenart und Vorzüge aus dem nachstehend beschriebenen
und in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel hervorgehen.
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Im wesentlichen beruht die Erfindung darauf, daß bei Benutzung der
bei elektrischen Aufzugs-Druckknopfsteuerungen üblichen, in Abhängigkeit von der
Bewegung des Fahrkorbs angetriebenen sogen. Ringscheibe, die Stillstand des Antriebsmotors
herbeiführt, wenn ein in ihrem Umfang vorgesehenes Isolierstück den Steuerstromzweig
der gewünschten Haltstelle unterbricht, außer der Schaltvorrichtung (Schalthebel),
die den gewünschten Steuerstromzweig anschließt, so daß der Fahrkorb o. dgl. von
irgendeiner Haltestelle zu einer beliebigen anderen Haltestelle gesteuert wenden
kann, noch eine besondere Steuerstromleitung vorgesehen ist, die wvieder unter Benutzung
jener Ringscheibe, aber sonst unabhängig von der gewöhnlichen Haltestellensteuerung
zu der besonderen Entladestelle o. dgl. steuert.
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Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel möge es sich um die Beförderung
von glühendem Koks aus mehreren Vertikalöfen, bzw. Retorten nach einem Löschturm
handeln. Der Einfachheit wegen ist angenommen, daß nur zwei Ofengruppen vorhanden
seien und an jeder derselben zwei Haltepunkte genügen, so daß zwischen diesen vier
Punkten beliebige Fahrten möglich sein müssen und außerdem von jedem Haltepunkt
die Fahrt zum Löschturm mnit selbsttätigem Umkehren und Rückfahrt zu einem anderen,
inzwischen bestimmten Punkt stattfinden kann.
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An den Haltepunkten entlang ist eine Steuerstange e (oder auch ein
Seilzug o. dgl.) vorbeigeführt, deren Verschiebung von jeder beliebigen Stelle aus
eine entsprechende Bewegung des Schalthebels f herbeiführt.
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An jedem Ofen sind auf einer Anzeigetafel die Punkte a,
b, c, d vermerkt, die den vier nötigen Einstellungen des Schalthebels f entsprechen.
Je ein an der Schaltstange e o. dgl. angebrachter Zeiger zeigt dann an jeder der
Tafeln die Stellung des Schalthebels f an.
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Den vier Stellungen des Schalthebels f entsprechen vier feststehende
Kontakte &, b1, cl, d', die wieder mit im Kreise angeordneten feststehenden
Kontakten &, b2, c2, d= verbunden sind. Über diesen kann sich in bekannter
Weise dieRingscheibe bewegen, .deren nahezu halbkreisförmige Kontaktschienen g und
h in der Zeichnung angedeutet und seit denrSteuerorganen m bzw. l für den Motor
v verbunden sind, :die diesen in bekannter Weise nach rechts oder nach links steuern.
Die Ringscheibe g, 7i, wird dann in Abhängigkeit von der Bewegung des Motors je
nachdem, entweder in der Richtung des eingezeichneten Pfeils oder entgegengesetzt,
gedreht.
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Für die besondereHaltestelle amLöschturm ist ebenfalls ein feststehender
Kontakt ii unter der Ringscheibe g, 7i vorgesehen, der aber seinen Strom von parallelgeschalteten
Druckknöpfen o, o' bekommt, die zu j e einer Gruppenhaltestelle oder einem Teil
derselben gehören. Der von den Druckknöpfen .gesteuerte Strom führt durch ein Relais
q, das seinen Kern einzieht und durch Einschalten desKontaktes r den Haltestrom
für die Dauer der Fahrt herstellt, auch wenn der Druckknopf wieder losgelassen ist.
Beien Niederdrücken eines der Druckknöpfe wird in bekannter Weise von' eurem der
Druckknopfschalter s bzw. s1 die Verbindung zum Schalthebel f unterbrochen. Eine
weitere Unterbrechung
besorgt das Relais q mittels der Kontaktbrücke
t.
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Ein ganzes Fahrspiel wickelt sich nun folgendermaßen ab: Der Kokswagen
stehe bei der der Marke a entsprechenden Haltestelle und soll nun bei der der Marke
c entsprechenden Haltestelle gefüllt werden. Dann wird die Steuerstange auf Marke
c gestellt, so daß der vorher auf Kontakt a1 befindliche Steuerhebel f auf Kontakt
cl kommt, während der Kontakt a2 noch auf der Lücke bzw. dem Isolierstück zwischen
den Ringen g und h sich befand.
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Nun kommt ein Strom vom ---Pol über die Druckknopfschalter s, s1 und
Brücke t nach dem Steuerhebel f und über die Kontakte cl, c2, k und l und den Motor
v zum --Pol zustande. Der Anlasser schaltet den Motor für die Fahrtrichtung nach
rechts ein, die Ringscheibe dreht sich in der Richtung des eingezeichneten Pfeils
und unterbricht den Steuerstrom, wenn nach Ankunft des Wagens bei der der Marke
c entsprechen-,den Haltestelle die Lücke oder das Isolationsstück der Ringscheibe
vor Kontakt c2 gekommen ist.
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Der Wagen wird gefüllt und der bei oder in der Nähe der Haltestelle
befindliche Druckknopf gedrückt. Hierdurch entsteht der Stromverlauf +, o, q, n,
i, mn, - Das Solenoid q zieht seinen Kern ein und stellt durch Schließen des Kontaktes
r den Haltestrom +, r, q, n, i, kn, - her, der nach Loslassen des Knopfes bestehen
bleibt und den Anlasser für die Fahrtrichtung nach links einschaltet. Die Ringscheibe
läuft nun entgegen der Pfeilrichtung, bis das Isolierstück unter n kommt und den
Steuerstrom unterbricht.
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Ein mit dem Anlasser verbundener, nicht n her a beschriebener Zeitschalter
oder irgendeine andere Verzögerungseinrichtung ermöglicht die Pause zur selbsttätigen
Bodenentleerung des Wagens, worauf nach Wiederherstellung der Verbindung der noch
auf cl stehende Einstellhebel wieder selbsttätig die Rückfahrt nach der der Marke
c entsprechenden Haltestelle einleitet, indem der zuerst beschriebene Stromkreis
+, s, t, f, cl usw. wieder zustande kommt.
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Es könnte aber jederzeit, auch während der Fahrt des Wagens, zum Löschturm,
die Steuerstange auch auf eine andere Stelle gerückt werden, so daß beispielsweise
der Schalthebel f auf b1 gedreht wird und eine Rückkehr des Wagens nicht nach c,
sondern nach b herbeigeführt wird, Wie die Zeichnung erkennen läßt, sind nur ganz
wenige und im Aufzugsbau gebräuchliche Schaltelemente erforderlich. Auch die Bedienung
der Anlage ist außerordentlich einfach. Bemerkenswert ist, daß in der Nähe der Arbeitsstellen
nur wenige und unempfindliche Organe nötig sind.
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Im einzelnen sind verschiedene Änderungen möglich. Es ist z. B. nicht
nötig, daß der Schalthebel f eine Kreisbewegung ausführt, vielmehr könnte die Bewegung
auch geradlinig sein. An Stelle je eines Schalters o, 0l usw. an jeder Haltenstellengruppe
könnte auch ein gemeinsamer Schalter treten, der ebenfalls mittels einer an den
Gruppen vorbeigeführten Schaltstange, eines Schaltseils o. dgl. bedient wird.
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Es ist keineswegs nötig, daß die besondere Haltestelle, z. B. am Löschturm,
seitlich von den anderen Haltestellen liegt, sie könnte auch zwischen den Gruppenhaltestellen
liegen.