DE340744C - Verfahren zur Darstellung neutral loeslicher Doppelverbindungen von Dialkylxanthinen sowie von ihren N-Acidylderivaten - Google Patents

Verfahren zur Darstellung neutral loeslicher Doppelverbindungen von Dialkylxanthinen sowie von ihren N-Acidylderivaten

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DE340744C
DE340744C DE1916340744D DE340744DD DE340744C DE 340744 C DE340744 C DE 340744C DE 1916340744 D DE1916340744 D DE 1916340744D DE 340744D D DE340744D D DE 340744DD DE 340744 C DE340744 C DE 340744C
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  • Verfahren zur Darstellung neutral löslicher Doppelverbindungen -von Dialkylxanthinen sowie von ihren N-Acidylderivaten. Die Darstellung leicht löslicher, neutral reagierender, zur subkutanen oder intravenösen Injektion geeigneter Doppelverbindungen von Dimethylixanthinen mit neutralen Salzen organischer Säuren, derart, daß man die Xanthinbasen mit den Salzen in geeigneten Lösungsmitteln zusammenbringt, ist mit Ausnahme einer unten erwähnten Verbindung des Theobromins bisher nur beim Theophyllin bekannt (vgl. die Patentschriften 264389, 285579 und 29o6oo), und auch hier fehlten bisher gerade die Verbindungen des Theo-Z, mit den für die medizinische Anwendung wichtigsten Salzen, nämlich Natriumsalicylat und Natrilumbenzoat. Das nach dem Verfahren der Patentschrift 16-8293 durch Eindampfen von Theophyllin mit Baritum-galicylat gewonnene Pulver ist wegen seines Gehaltes an Barium, das bekanntlich ziemlich giftig ist, nur in sehr beschränktem Masse verwendbar.
  • Vom Theobromin ist ein neutral lösliches Doppelsalz bisher nur in einem Falle beschrieben worden, nämlich das Theobromin-Natriumsalicylat (s. Patentschrift 172932, S. 2, Z. i bis 6, sowie H a g e r s Handbuch der pharmazeutischen Praxis 19o2, Bd.II, S. 1045).
  • Es scheint jedoch hier ein wissenschaftlicher Irrturm vorzuliegen. Wenn man nämlich die im Heger gegebene Vorschrift rnucharbeitet, -wonach 18o Teile Theobromin in 17o Teilen Natrilums#-liicylat .mit Wasser gelöst werden sollen, so gelingt es nur sehr geringe Mengen des Theobromins in Lösung zu bringen, bei weitem die Hauptmasse bleibt ungelöst. Die Zusammensetzung der Verbindung soll nach ihrem Autor S z t a n k .a y der Formel C7 H8 N4 OZ # C7 H,, Na 03 entsprechen. Diaß eine solche Verbindung von je i Mol. Theobromin und N atriumsalicylat tatsächlich zu erhalten ist, i:s@f nach den Erfahrungen der Erfinderin nicht wahrscheinlich, da z. B. auch die entsprechende Verbindung von Theobromin reit sal!icylsaurem Barium nicht herstellbar ist (s. Patentschrift 168293, S. i, Z.38 bis 4o).
  • Die nach dem vorliegenden Verfahren darr-estellten Verbindungen aus Theobromin oder Theophyllin mit Alkalisalicyl-at oder Alkalibenzoat, welche man durch Einwirkung von mindestens 2 Mol. der erwähnten Alkalisalze auf i Mol. des Dialkylxanthins, in Gegenwart von Wasser erhält, haben die Zusammensetzung von i Mol. Dimethylxanthin auf 2 Mo-. Alkalisalicylat bzw. Alkalibenzoat. Sie zeigen die überraschende Eigenschaft, aus ihren konzentrierten Lösungen leicht und schön zu kristallisieren, was man bei den bisher bekannten Doppelverbindungen des Coffeins nicht kennt, diese mußten vielmehr durch Eindampfen ihrer Lösungen gewonnen werden (vgl. z. B. Schmidt, Pharmazeutische Chemie, Bd. II, 2. Abt., S. i829).
  • Gegenüber den bekannten, als Doppelsalze angesprochenen Präparaten aus den Alkalisalzen der Dialkylxanthine und Alkalisalicylaten, z. B. Theobrorninnatriunn-Natrium.s,alicylat oder lfheophyllinnatrium-Natriumsalicylat,weisen .sie den Vorzug auf, vollkommen neutral reagierende Lösungen zu liefern, während die Lösungen der bdkannten Produkte stark alkalisch reagieren, einen laugenhaften Geschmack besitzen, den Verdauungskanal stark reizen und infolgedessen wenig geeignet zur subkutanen oder intravenösen Injektion sind.
  • Es wurde ferner folgendes, gefunden: Während die freien Dimethylxanthine, T heobro)rnin und Theophyl:liin sich mit 2 Mol. Natriumsalicylat verbinden, ist das bei ihren 1\T-Acidylderivaten anders. Diese benötigen nur je i Mol. N,atriumsalicylat oder Natriumbenzoat. Dieses Verhalten gleicht dem des Coffeins, welches bekanntlich mit je i Mol. dieser Salze lösliche Verbindungen bildet. Auch in seinen sonstigenEigenschaften gleicht z. B. das Acety ltheobromin dem Coffein mehr als dem Theobromin. Doppelsalze von Acidylderivaten der Dihnethylxanthine sind bisher noch nicht bekannt geworden. Beispiele. i. Herstellung einer haltbaren neutralen Lösung von Theophyllinnatriumsälicylat. to g Theophyllin und 15 g Nairiurnsalicylat werden in so viel Wasser gegeben, -däß die fertige Lösung ioo ccm beträgt. Diese Lösung kann durch Erhitzen keimfrei gemacht und zu Injektionen verwandt werden.
  • Nimmt man auf io g Theophyllin io g N atriumsalicylat, so kristallisiert nach einiger Zeit wieder etwas Theophyl.l:in aus.
  • 2. Darstellung einer neutralen, leicht löslichen Doppelverbindung von Theophyllin rund Natriumsalicylat in kristallisierter Form. a) 2o g Theophyllin und 35 g NatriuMsalicylat werden in 5o ccm Wasser warm gelöst. Beim Erkalten erstarrt die Lösung allmählich zu einer Masse nadelförmiger Kristalle. Wird die M@utterl'auge abgesaugt und durch Nachdecken mit Äther so weit als möglich entfernt, so bildet der Rückstand nach denn Trocknen bei etwa 6o°, wobei er etwa 15 Prozent Wasser verliert, ein lockeres kristallinisches Pulver, das sich in der dreifachen Menge Wasser in neutraler Reaktion löst. Der Gehalt an Theophyllin wurde, durch Stickstoffbestimmung nach K j e 1 d a h l:, der Gehalt an Natriumsalicylat kolorimetrisch mit Hilfe der Eisenchloridreaktion ermittelt. Es, wurden 39 Prozent Theophyllin (wasserfrei) und 6o Prozent Natriumsalicylat gefunden, wobei zu beachten ist, daß bei der kolorimetrischen: Bestimmung des Natriums:alicylats Fehler bis zu etwa 5 Prozent vorkommen können.
  • b) Löst man 5 g Theophyllin und 2o g N atri,umsalicylat in 25 ccm Wasser, so erhält man nach dern Absaugen .und Decken mit Äther ein Präparat, das beim Trocknen etwa 22 Prozent verliert und dann bei cler Analyse 33 Prozent Theophyllin und 66 Prozent Natriumsalicylat ergibt. Ob der geringe Gehalt an Theophyllin und cler höhere an Natriumsalicyl:at auf angetrockneterMutterlauge,die einen starkenÜberschuß an Natri:wmsalicylat enthält, beruht, bleibe dahingestellt.
  • .3. Darstellung einer neutralen, kristallisierten Doppelverbindung von Theobromin und Natrium,salicylat. 2o g Theöbromin und 6o g Natriumsalicylat werden in ioo ccm 4prozentiger Natronlvuge gelöst. Zu der klaren alkalischen Flüssigkeit werden etwa 14 g pulverförmige Salicylsäure hinzugegeben,'bis die Lösung neutral reagiert. Nach dem Neutralisieren beginnt die Flüssigkeit alsbald Kristalle auszuscheiden und erstarrt schließlich zu einem strahligen Kristallkuchen. Es wird abgesaugt und die Mutterlauge möglichst mit Äther weggedeckt. Man erhält nach dem Trocknen 59 g eines kristallinischen Pulvers, de Asen Analyse, wie oben ausgeführt, 32 ProzentTheobrominund 65 ProzentNatriumsalicylatergibt. DieseVerbindung löst sich zunächst klar in Wasser auf. Läßt man sie einige Zeit bei Zimmertemperatur stehen, so trübt sich die Flüssigkeit etwas; fügt man aber noch etwas Natriiumsalicyl'at hinzu, so. bleibt die Lösung klar. Eine solche neutrale Lösung kann zu intravenösen Injektionen benutzt werden. d.. Herstellung einer leicht löslichen Doppelverbindung von N-Acetyltheobromin und Natriumsalicylat. Während das freie Theobrom,in erst mit der drei- bis vierfachen Menge Natri@umsalicylat in Wasser dauernd gelöst gehalten werden kann, weichen die Säureabkömmlinge des Theobromins insofern von diesem selbst ab, als sie zum Teil schon mit der einfachen Menge Salz leicht löslicheDoppelverbindungen bilden. So erhält man die Doppelverbindung von Acetyltheobromin mit Natriumsalicylat in kristallisiertem Zustande, wenn man z. B. folgendermaßen verfährt: io g Acethyltheobromirr -und 24 g i\T!atriumsalicylatwerden in 16 ccin Wasser gelöst und kalt auskristallisieren gelia.ssen. Nach dem Absaugen und Decken wiegt das Präparat lufttrocken 19,5 g. Über Schwefelsäure verliert es noch 2,5 Prozent. Das Präparat zeigte, wie oben analysiert, einen Gehalt von 46 Prozent Acetyltheobromin und 52 Prozent Matriu msalicylat. Man darf das Präparat nicht bei höherer Temperatur trocknen, da es sonst durch Abspalten der Acetylgruppe sich teilweise zersetzen kann.
  • Wegen dieser leichten Zersetzlichkeit der Verbindung durch Abspaltung von kleinen Mengen Essigsäure, die auch beim Zusammenbringen ,mit Wasser eintreten kann, läßt sich zweckmäßig auch so, verfahren, d'aß man gleiche Teile Acetyltheobromin und Natriumsalicylat innig miteinander mischt und die Mischung als solche in den Handel bringt, wobei der Übergang zum Dappelfsatz erst in dem Augenblick eintritt; wo das Präparat zu Injektionen oder zum, Einnehmen mit Wasser in Verbindung gebracht wird, oder daß man die Mischung mit ganz geringen Mengen Wasser oder Alkohol durcharbeitet und das Lösungsmittel wieder verdunsten läßt.
  • Das so erhaltene Pulver ist schon in der ein- bis zweifachen Menge Wasser löslich, während reines Acetyltheobromin die etwa ioofache Menge Wasser zur Lösung braucht.
  • In ganz ähnlicher Weise wie das Acetyltheobromin können auch andereAcidylderivate des Theobromins und des Theophyllins in leicht löslicheDoppelverbindungenübergeführt werden. Während aber z. B. die Propionyl-oder die Alleoxycarbanyltheo#bromine nur i Teil Natriumsalicylat gebrauchen, um löslich zu werden, benötigen die N-Benzoyl-und N-Salicyloylderivate .des Theobromins bzw. Theophyllins mehr Natriums@alicylat.
  • 5. An Stelle des in dem obigen Beispiel angewandten salicylsauren Natriums kann auch benzoesaures und an Stelle des Natrons können auch andere Alkalien benutzt werden, z. B. geben 2o g Theophyllin mit 40 g Natriumbenzoat und 8o ccrn Wasser behandelt eine dauernd haltbare Lösung. Um diese Doppelwerbindvng kristallisiert zu erhalten, muß man weniger Wasser nehmen, wobei die Lösung dann beim Stehen in der Kälte zu drüsenförmig gruppierten, flachen Nadeln langsam ehstlarrt.
  • (i. Herstellung einer leicht löslichen Doppelverbindung aus, N-Acetyltheobromin und Lithi,umsad.icyla t.
  • iog Lithiumsalicylat werden in 15 com Wasser gelöst und in die schwach erwärmte Lösung io g fein gepulvertes Acetyltheobromin unter Schütteln eingetragen. Das Pulver löst sich schnell, und man kühlt dann sofort ab, wobei die Lösung zur Kristal:ma@sse erstarrt. Die Kristalle haben die Form von Nadeln bis Prismen und zeigen Doppelbrechung.
  • j. Herstellung einer leicht löslichen Verbindung aus N-Acethyltheobromin und Ammoniuuns,alicylat.
  • io g Salicylsäure werden mit 5 ccm Wasser gemischt und mit konzentriertem. Ammoniak (25 Prozent) neutralisiert, wozu etwa 5 ccm nötig sind. Zur neutralenLösung gibt man iog Acetyltheobromin, das sich leicht darin löst. Nach einiger Zeit erstarrt die Masse zu nadelförmigen Krist=allen.
  • B. Herstellung einer leichtlöslichenVerbindung aus N-Acetyl@theobromin und Kali.umsalicylat. 5 g K'a.liums-alicylat werden in 4 g Wasser gelöst und in diese Lösung 5 g Acetyltheo-1).romin eingetragen, welche sich rasch lösen. Kaum gelöst erstarrt die Masse wieder zu einem Kristallbrei.
  • c). Herstellung einer leichtlöslichen Verbindung von Theophyllin und Kaliwmbenzoat.
  • 5 g Benzoesäure werden mit starker Kalilauge zu einer neutralen, möglichst konzentrierten; Lösung gebracht und in diese Lösung 2 g Theophyllin eingetragen. Nach einiger Zeit kristallisiert die Verbindung in feinen Nadeln aus. io. Herstellung einer leicht löslichen Verbindung aus Theophyllin und Kaliumsalicylat io g Kaliurn.s,alicylat werden in io g Wasser gelöst und in die Flüssigkeit 5 g Theophyllin eingetragen, welches sich bei schwachem Erwärmen leicht löst. Nach einiger Zeit kristallisieren feine Nadeln aus, welche die gewünschte Doppelverbindung darstellen.
  • Auch das Paraxanthin und seine Abkömmlinge verhalten sich entsprechend.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung neutral löslicher Doppelverbindungen von Dialkylxanthinen sowie von ihren N-Aciidylderivaten, dadurch gekennzeichnet, daß man i Mol. eines Dialky1xanthins mit mindestens 2 Mol. eines Alkalisalzes der Benzoesäure oder Salicylsäure bzw. i Mol. eines N-Acidylderivates von Dialkylxanthinen mit i Mol. eines Alkalisalzes der erwähnten Säuren in Gegenwart von Wasser behandelt.
DE1916340744D 1916-08-04 1916-08-04 Verfahren zur Darstellung neutral loeslicher Doppelverbindungen von Dialkylxanthinen sowie von ihren N-Acidylderivaten Expired DE340744C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE762284C (de) * 1940-07-15 1952-07-24 Byk Guldenwerke Chem Fab A G Verfahren zur Erhoehung der Wasserloeslichkeit der Dimethylxanthine und ihrer Verbindungen
DE944518C (de) * 1950-08-20 1956-06-14 Byk Gulden Lomberg Chem Fab Verfahren zur Herstellung von Loesungen von in 1, 3-Stellung substituierten Xanthinen
EP0036145B1 (de) * 1980-03-07 1985-05-29 INTERx RESEARCH CORPORATION Arzneimittelformulierung zur oralen Verabreichung mit Gehalt an einem polaren bioaktiven Wirkstoff und einem Hilfsstoff

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