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Apparat zur Ausführung von Gasanalysen. Die Erfindung betrifft einen
gasanalytischen Apparat, bei welchem zwischen dem Anfang und dem Ende eines .Gasleitungsrohres
an diesem Rohre selbst Biegungen, Krümmungen, Windungen usw. derart vorgenommen
oder in dasselbe eingebaut werden, daß dadurch in. diesem Rohre eine Einrichtung
zum Abfangen einer zur Analyse kominenden Gasprobe entsteht.
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Es sind schon gasanalytische Apparate bekannt, bei welchen :der Durchzugs-
und Abfangsraum für das Gas auf und ab .geführt ist. Bei der neuen Erfindung wird
nun durch mehrfache Umbiegung bei gleicher Rauminanspruchnahme des Apparates eine
Vergrößerung des Durchzug- und Abfangraumes erzielt.
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Eine solche Einrichtung, die natürlich auch mehrteilig ausgeführt
sein. kann, ist in -der Zeichnung beispielsweise in ihrer Anordnung an einem Dampfkessel
K zur Kontrolle des Kohlensäuregehaltes der auf dem Roste R entwickelten Feuergase
schematisch dargestellt. Ein Teil dieser Gase wird mittels eines Rohres a4 entnommen
und durchstreicht zunächst eip Rußfilter h, das mit Filtermaterial i angefüllt ist,
welches auf einem Siebe o. dgl. il ruht, unterhalb dessen das für das neue Verfahren
in. Betracht kommende Gasleitungsrohr a abzweigt, das z. B., wie gezeichnet, mit
Seinem Ende in einen an sich: bekannten Strahlapparat einmündet, ,der aus einer
Kammer v1 und einer in dieser eingesetzten Düse v= besteht und vorteilhaft mittels
seines Rohres v3 zwischen dem Zugschieber z und dem Kesselschornstein in dessen
Zugkanal Z eingesetzt ist, so daß der Schornsteinzug dauernd in der Pfeilrichtung
einen Luftstrom durch die Düse v' einsaugt, der seinerseits ein Mitreißen des Gases
aus ,der Kammer v1 und folglich ein ununterbrochenes Hindurchströmen von Gas durch
die Leitung a bewirkt, d. h. außerhalb der Zeit einer Analyse, während welcher der
Gasdurchgang hydraulisch oder sonstwie versperrt wird..
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Der Strahlapparat w kann auch :durch eine nicht gezeichnete, an sich
bekannte Gaspumpe ersetzt werden, wo @d'ann wiederum der Anschluß des Gasleitungsrohres
a an eine solche Pumpe bzw. an deren Ventile als Ausgangs-bzw. Endpunkt für das
hier ein Betracht komtuende neue Verfahren gilt, j e nachdem diese Pumpe vor oder
hinter dem nach letzterem hergestellten Gasabfangraum A angeordnet ist.
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Die Biegungen, Krümmungen, Windungen usw. des Gasleitungsrohres a
verlaufen so, daß das vom Filter h kommende und zunächst abfallende Rohr a unten
bei d so gekrümmt ist, daß es wieder aufsteigt, hiernach in eine obere Krümmung
al übergeht, sodann wieder abfällt, um mittels der zweiten unteren Krümmung a' wieder
aufzusteigen und schließlich zum Strahlapparat W zu führen, wobei selbstverständlich
zur Herstellung dieser Krümmungen usw. beliebige, nicht gezeichnete Verbindungsstücke,
Gasrohrfittings usw. benutzt werden können.
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Behufs ihrer weiteren Ausgestaltung zu einem vollständigen gasanalytischen
Apparat ist die Gasaibfangeinridhtung A unten mit einem Sperrflüssigkeitsbehälter
dl und oben
mit einem Absorptionsraum d' verbunden. Ferner zweigt
von den beiden unteren Krümmungen dl und a' eine gemeinsame zweischenklige Verbindung
b ab, die in ein Rohr cl verläuft, das in die Sperrflüssigkeit f1 des Behälters
dl eintaucht, von. dem ein Rohr e abzweigt, an welchem ein Schlauch o. dgl. g1 mit
einem Mundstück g' oder eine sonstige Luftdruckeinrichtung angeordnet sein kann.
Ferner zweigt vom Scheitel der Krümmung d' eine Gasleitung 1, z. B. ein Schlauch,
nach dem Behälter d2 ab, der die Absorptionsflüssigkeit f', z. B. Kalilauge, enthält,
in die ein Rohr c2 eintaucht, das oben eine Erweiterung m hat und in ein Rohr o
ausläuft, an dem sich eine Meßskala S' befindet. Wenn die Gasabfangeinrichtung A
aus einem Glasrohr d besteht, oder sonstwie durchsichtig hergestellt ist, kann sie
auch mit einer Meßskala S1 versehen sein. Schließlich kann auch in den Räumen in
und o ein Schwimmer p angeordnet sein, dessen. Gestänge p1 das Gehänge
q einer Schreibfeder t trägt, welche die Meßergebnisse der einzelnen
Gasanalysen auf einen Papierstreifen aufzeichnet, der von einem Uhrwerk zi in langsamer
Umdrehung gehalten wird.
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Im Ruhezustande, d,. h. außerhalb der Zeit einer Gasanalyse, steht
dieAbsorptionsflüss;igkeit f' im Raum m und in der Leitung 1 gleich hoch,
d. h. in einem Niveau n6, die Sperrflüssigkeit f 1 hingegen im Verbindungsstücke
b
und im Rohre e in einem Niveau u1. Die Gaswege dl und d sind also
offen. Die Grenzen des zur Analyse kommenden Gasvolumens V1 sind durch eine oberhalb
der Krümmung a3 befindliche, in eine Horizontalebene n3 fallende Marke M und; durch
eine in den Nullstrich der Skala Sl fallende Ebene x' festgelegt.
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Bläst man. nun mittels des Mundstückes g' durch den Sehlauch g1 Luft
in das Rohr e, so bewirkt diese ein Aufsteigen ider Sperrflüssigkeit f1 im Rohre
cl, so daß dadurch zunächst das Gasvolumen T' abgefangen wird, sobald die Sperrflüssigkeit
f 1 die Ebene n2 erreicht. Die weiter aus ihrem Behälter dl verdrängte Flüssigkeit
f1 steigt in der Gasabfangeinrichtung A auf, und zwar in deren zwei Innenschenkelnhöher
als in den beidenAußenschenkeln. In dem Augenblicke, in welchem .die Flüssigkeit
f1 in den Außenschenkeln die Marke M erreicht, ist in jedem der zwei Innenschenkel
eine in eine Ebene x4 fallende Flüssigkeitsdrucksäule Hl aufgestiegen. Diese hat
die in beiden Außenschenkeln zusammen abgefangene Gasprobe Ih durch die Leitung
l in das Absorptionsgefäß d' verdrängt. Das verdrängte Gasvolumen Tal ist infolge
der Absorption eines Volumenteiles zu einem kleineren. Volumen V2 geworden, das
seinerseits ein ihm gleiches Volumen aus dem Absorptionsraum d' durch das Rohr c=
in die Meßräume m und o verdrängt, wobei die Absorptionsflüssigkeit f 2 im
Raume d' bis zu einer von der Menge absorbierten Gases abhängigen Ebene n6 sinkt,
in den Räumen in und o 2ber :bis zu einer vom gleichen Umstande abhängigen Ebenen''
ansteigt, so daß also zwischen beiden Ebenen ne und n' eine Absorptionsflüssigkeitssäule
HZ aufgestiegen ist, die jeder der zwei Druckflüssigkeitssäulen 111 in den Innenschenkeln
cl das Gleichgewicht hält und, um so niedriger ausfällt, je mehr Gas absorbiert
wurde. Der Schwimmer p, welcher der aufsteigenden Absorptionsflüssigkeitssäule H'
folgt, vermittelt die Aufzeichnung der absorbierten Gasmenge in Volumprozenten;
die auch an der Skala S' abgelesen werden. können. Ferner kann das gleiche Meßergebnis
zur Kontrolle über .die Richtigkeit einer stattgehabten Aufzeichnung an der Skala
S1 der für diesen. Zweck notwendig durchsichtigen Gasabfangeinrichtung A in dem
Augenblick abgelesen werden, in dem die in letzterer zurücktretende Sperr-bzw. Druckflüssigkeit
f l- in allen vier Schenkeln a in Niveaugleiche kommt.