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Gasanalytischer Apparat, bei welchem die Räume für die meßflüssigkeit
und die Absorptionsflüssigkeit durch eine gemeinsame Wand voneinander getrennt sind.
Gegenstand der Erfindung .ist ein gasanalytischer Apparat, bei welchem die Räume
für die Meßflüssigkeit und die Absorptionsflüssigkeit durch eine gemeinsame Wand
voneinander getrennt sind, und bei dem das Neue darin besteht, daß jene Wand nachdem
Meßflüssigkeitsraum .hin gewölbt ist, einerseits von der Absorptionsflüssigkeit,
andererseits von der Meßflüssigkeit unmittelbar berührt wird und an ihrer höchsten
Stelle- mit dem oberen Ende des Meßgefäßes oder mit einem Nebengefäße (besonderen
Meßraum) in Verbindung steht.
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Die gewölbte Wand bildet den eigentlichen Absorptionsraum des Absorptionsflüssigkeitsbehälters,
und da sie andererseits vollständig unter dem Einfluß der sie berührenden Meßflüssigkeit
steht, überträgt diese stets ihre mitunter wechselnde Temperatur auf die in der
Wölbung (Absorptionsraum) befindliche Absorptionsflüssigkeit. Da ebenfalls das Meßgefäß,
in welchem die Meßflüss,igkeit auf und ab steigt, dessen Temperatur annimmt, haben
Meßflüssigkeit, Meßgefäß und Absorptionsflüssigkeit in dem von der gewölbten Wand
gebilideten Absorptionsraum ständig die gleiche Temperatur. Dadurch wird bedingt,
daß die Gase, welche bei der Analyse nur mit den genannten Teilen bzw. Flüssigkeiten
des Apparates in Berührung kommen, ein und derselben Temperatur ausgesetzt sind,
so .daß ,durch Temperaturschwankungen sonst häufig vorkommende fehlerhafte Aufzeichnungen
vermieden werden. Dabei ist der Zweck in einfacher Weise, ohne Zuhilfenahme besonderer
Mittel, lediglich durch eine Umgestaltung der bekannten gasanalytischen Apparate
erzielt,- und zeichnet sich deshalb der vorliegende Apparat vorteilhaft von den
gleichen Zweck anstrebenden Apparaten aus, bei welchen sämtliche Gefäße in einem
besonderen, mit Flüssigkeit gefüllten Behälter angeordnet werden, was den Apparat
verteuert, die Beobachtung erschwert und die Reinigung umständlicher macht.
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des den Gegenstand
der Erfindung bildenden Apparates im Schnitt und teilweise in Ansicht dargestellt.
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a ist der Behälter für die Meßflüssigkeit d,
c der mit der Absorptionsflüssigkeit
b gefüllte Behälter, e -die Registrierglocke und f das Meßgefäß. Das Meßgefäß ist
mit einem Gaszuführungsrohr in, und Gasabzugsrohr i
versehen, welch letzteres
innerhalb des Meßgefäßes von einem an beiden Enden offenen Rohr k umgeben
ist. Die Räume a und c sind durch eine gemeinsame Wand h voneinander getrennt,
die einerseits von -der Absorptionsflüssigkeit b und andererseits von der Meßflüssigkeit
d unmittelbar berührt wird. Die Wand h ist nach innen gewölbt und bildet im Behälter
c den eigentlichen Absorptionsraum. An seiner höchsten Stelle ist derAbsorptionsraumdurch
eine Kapillarröhre g mit dem
oberen Ende .des Meßgefäßesf verbunden,
durch welche das zu analysierende Gas aus dem Meßgefäß in den von der Wand h. gebildeten
Raum geführt und auf die Absorptionsflüssigkeit gedrückt wird. Auf dieser und an
der Wand lt findet die Absorption (Oberflächenabsorption) statt. Soll der
Apparat mit Dur chperlabsorption arbeiten, so wird rlas Rohr g tiefer in den. Behälter
c hineingeführt. Es braucht alsdann nicht durch die höchste Stelle der Wand lt zu
gehen. An dieser Stelle wird alsdann zur Rückführung des nicht absorbierten Gasrestes,
was in dem gezeigtenAusführungsbeispieldurch- die Rohreg erfolgt, ein besonderes
Rohr angeschlossen, das entweder zum oberen Ende des Meßgefäßes oder zu einem gebräuchlichen
Nebengefäß (besonderen Meßraum) führt. Ebenso kann der Apparat auch gleichzeitig
für Oberflächen- und Durchperlabso.rption eingerichtet werden.
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Der Analysenvorgang ist bei dem beispielsweise in der Zeichnung veranschaulichten
Apparat wie folgt.
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Die Meßflüssigkeit d wird durch eine autocnatisch wirkende bekannte
Hebervorrichtung mit ständigemWasserzufluß direkt oder durch Zwischenschalten eines
Luftkissens gehoben und gesenkt. Das zu untersuchende Gas, z. B. einer Kesselfeuerung,
tritt nach Reinigung und Abkühlung durch das Zuleitungsrohr m in das Meßflüssigkeitstemperatur
besitzende Meßgefäß ein, durchströmt dieses in Richtung der Pfeile, füllt dasselbe
an und zieht durch das Rohr i. in die Atmosphäre ab, indem es die im Gefäß f befindliche
Luft mit abführt. Bei einem in Betrieb befindlichen Apparat, bei dem die Analysen
automatisch nacheinander stattfinden, fließt bei einer Analyse dem Behälter a ständig
weitere Meßflüssigkeit zu und bringt die Flüssigkeit in dem Meßgefäß f zum Steigen.
Sobald die Flüssigkeit bis über die Einmündungsöffnung des Gaszuleitungsrohres in,
steigt, schließt sie die weitere Gaszufuhr ab: Beim weiteren Steigen drückt die
Flüssigkeit noch Gas durch das Abzugsrohr i hinaus, bis sie dessen unteres Ende
erreicht und abschließt. Dann ist ein bestimmtes Gasquantum in dem Meßgefäß f zwischen
dem unteren Ende des Rohres i und der Marke x eingeschlossen. Dieses wird
durch die weitere steigende Meßflüssigkeit durch das Kapillarrohr g in den vom Bo,len
la. gebildeten Absorptionsraum gedrückt und in diesem hauptsächlich an der Bodenunterfläche
zur Absorption gebracht. Das Gas kann auch durch die Flüssigkeit gedrückt werden.
Der Absorptionsraum steht unter demselben Temperatureinfluß wie das Meßgefäß, d.
h. beide nehmen die auf sie einwirkende jeweilige Temperatur der Meßflüssigkeit
d an, so -daß die zu untersuchende Gasmenge nur von dieser Temperatur beeinflußt
wird. Die nicht absorbierte Gasmenge verdrängt die Absorptionsflüssigkeit b in den
unterhalb des die Registrierglocke e umschließenden Gefäßes gebildeten Luftraum,
und die dadurch verdrängte Luft hebt die Glocke c- an, welche, in bekannter Weise
auf ein Registrierwerk wirkend, durch dieses die Registrierung des nicht absorbierten
Gasrestes veranlaßt. Sobald die für die Analyse vorgeschriebene Zeit verstrichen,
d. h. die Meßflüssigkeit bis zur Marke x und dem Scheitel des Hebers gestiegen ist,
wird die Meßflüssigkeitdurch die Hebervorrichtung zum Fallen gebracht und der nicht
absorbierte Gasrest in das Meßgefäß zurückgesaugt. Die Röhre g ist von solcher Länge.
daß, ehe die nachdringende Absorptionsflüssigkeit das obere Ende derselben erreicht,
die Meßflüssigkeit das untere Ende des Rohres i freigegeben hat, so daß Luft eintreten
und ein weiteres Steigen der Absorptionsflüssigkeit sowie Eindringen derselben in
das Meßgefäß nicht stattfinden kann. Bei weiterem Fallen gibt die Meßflüssigkeit
wieder das Gaszuleitungsrohr in frei, so daß frisches Gas in das Meßgefäß einströmen
oder hineingesaugt werden kann. Bei weiteren Analysen wiederholt sich der beschriebene
Vorgang.