DE328596C - Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Elementarfasern und Papierstoff aus Faserpflanzen - Google Patents

Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Elementarfasern und Papierstoff aus Faserpflanzen

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DE328596C
DE328596C DE1918328596D DE328596DD DE328596C DE 328596 C DE328596 C DE 328596C DE 1918328596 D DE1918328596 D DE 1918328596D DE 328596D D DE328596D D DE 328596DD DE 328596 C DE328596 C DE 328596C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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Description

Das vorliegende Verfahren bezweckt, die
Bastfaser in Gestalt der Elementar fas er aus Faserpflanzen, wie Brennessel, Ramie, Rhea, Ginster, Hopfen, Weide, Hanf u. dgl., gleichzeitig neben Papierstoff zu gewinnen.
Das Verfahren besteht in der Verwendung von Lösungen jn derartiger Konzentration und unter einem solchen Druck/daß die behandelten Pflanzen in Holzfaser stoff und elementare Bastfasern zerlegt werden. Erforderlich ist 'die Gegenwart von' emulgierten oder gelösten pflanzlichen, tierischen oder mineralischen ölen oder Fetten oder ■Halogenkohlenwasserstoffen.
Wenn man ausschließlich Lösungen unter solchem Druck und solcher Konzentration verwendet, daß Holzfaserstoff (Papierstoff) entsteht, so werden die nebenanstehenden Bastfasern derartig angegriffen, daß eine Verwen-
ao dung als Spinnfaser vollständig ausgeschlossen ist.
Verwendet man andernfalls zwecks Schonung der Elementarbastfasern schwächere Lösungen oder geringeren Druck, so kann man wohl eine Trennung des Holzes- und des Bastes erzielen, nicht aber gleichzeitig eine Zerlegung des Bastes in die Elementarfasern erhalten. Entweder geht die Einwirkung auf die Bastfasern zu weit oder sie ist in bezug auf die Stoffe, welche die Einzelfasern verbinden, zu gering. Dagegen gelingt es nicht nur, den Bast vom Holz zu trennen, sondern auch den Bast in Elementarfasern aufzulösen, und daneben gleichzeitig Papierstoff· zu erhalten, wenn man die genügend konzentrierten, chemisch einwirkenden Lösungen nicht für sich allein verwendet, sondern gleichzeitig mit den emulgierten (auch als gelöst bezeichneten) pflanzlichen, tierischen oder mineralischen ölen oder Fetten oder Halogenkohlenwasser-Stoffen. Als emulgierte oder wasserlösliche öle verwendet man tierische oder pflanzliche öle und Fette, Kohlenwasserstoffe, wie Erdölabkömmlinge (Petroleum, Benzin o. dgl.), Steinkohlenteeröle, ■ wie Benzol, Halogenkohlenwasserstoffe, wie Tetrachlorkohlenstoff, Azetylentetrachlorid o. dgl. und gleichzeitig eins der bekannten Mittel zur Löslichmachung oder Emulgierung, z. B. Seife, aufgeschlossener Leim (mit Alkali oder Erdalkalien behandelter Leim), gelöstes Kasein, gelöste Ei-. weißkörper oder deren Abkömmlinge, wie z. B. Albumosen, Protalbin- und Lysalbinsäure, sulfoniert« öle oder Fette, wie Rizinusölsulfosäure und deren Salze.
Man hat bereits Pflanzenfasern mit Alkalikarbonaten in Gegenwart von Petroleum behandelt (franz. Patentschrift 413097). Die Einwirkung von Alkalikarbonat, namentlich in der angegebenen geringen Konzentration, ist nicht geeignet, die einzelnen Bastfasern voneinander zu trennen. Die Anwesenheit des Kohlenwasserstoffes soll augenscheinlich die Trennung des Holzes vom Bast begünstigen. Nach der vorliegenden Erfindung werden die auf die Pflanzen chemisch einwirkenden Stoffe
in hoher Konzentration angewendet, und die gleichzeitige Anwesenheit der emulgierten öle und Fette hat den Zweck,' die Bastfasern vor der zerse,tz#nden5..Einwi.pk^ng des Aufschließungsmittefs "M •schützen/""
Als l^ift^&k'f^€tl«^in'g des Holzes und des Bastes werden nach dem vorliegenden Verfahren die bereits für diesen Zweck vorgeschlagenen Ätzalkalien, Erdälkalien, Bisulfite
ίο der Alkalien und Erdalkalien, namentlich Natriumbisulnt und Kalziumbisulfit, Alkalisilikate, Phenolate u. dgl. benutzt.
Zur Ausübung des Verfahrens können sowohl die rohen Stengel wie auch Stengel, die einer Vorbehandlung zur Entfernung des Saftes und der in ihm enthaltenen Bestandteile unterworfen sind, benutzt werden. Es ist aber auch angängig, die Stengel einem Zerkleinerungsverfahren, Knick- oder -Brechverfahren zu unterwerfen. Wenn man eine Vorbehandlung anwendet, kann man den Saft ausquetschen. Man kann auch die Stengel, so z. B. die Stengel von Ramie, Nessel u. dgl. lose oder gebündelt mit erwärmtem Wasser auslaugen.
Als Beispiel wird in nachstehendem die Behandlung der ganzen Stengel beschrieben (die Behandlung der zerkleinerten oder gebrochenen Stengel oder des vom Holz getrennten Bastes gestaltet sich in entsprechender Weise)'.
Man. bringt die Stengel in einen Druckkessel, wobei zur besseren Ausnutzung des Raumes vorteilhaft die Stengel zusammengepreßt werden. Der Kessel wird dann mit einer Flüssigkeit, welche die inkrustierenden Bestandteile löst, gefüllt.· Beispielsweise verwendet man Alkalilauge. Deren Prozentgehalt ist-abhängig davon, wie lange und unter welchem Druck gekocht werden soll. Bei einem Druck von 8 Atm. und einer Kochdauer von 41/.,. bis 5 Stunden verwendet man Natronlauge von etwa 5 bis 6° Be. Dem Bad setzt man 1 bis I1Z2 Prozent wasserlösliche oder emulgierte Fette oder öle hinzu. Wenn die Bäder besonders, stark alkalisch sind und man kürzere Zeit kocht, kann man auch mineralische öle und Fette, z. B. Petroleum, Teeröle, Halogenkohlenwasserstoffe ohne Zusatz eines Lösungs- oder Emulgierungsmittels verwenden. Die entstehenden Lösungen der inkrustierenden Bestandteile wirken hierbei emulgierend öder lösend.
Die Wirkung des Kochverfahrens besteht darin, daß nach Zerstörung der äußersten Rinde zunächst die Bastfasern freigelegt werden. Die Bastfasern nehmen dann die öle oder Fette auf und werden dadurch gegen die schädigende Einwirkung des hohen Druckes und der desinkrustierenden Lösungen geschützt. Das im Stengel enthaltene Holz wird in Zellulösefasern aufgelöst und gleichzeitig werden die elementaren Bastfasern abgeschieden. Würde man die Einwirkung der desinkrustierenden Lösungen unter Druck in Abwesenheit der Öle oder Fette vornehmen, so würde die Bastfaser stark angegriffen und brüchig! werden, während sie nach dem vorliegenden Verfahren ihre natürliche Festigkeit, Weichheit und Schönheit behält.
Nach Beendigung der Behandlung entfernt man das Fasergemenge aus dem Kessel,- spült es mit Wasser oder geeigneten Lösungen, neutralisiert erforderlicherweise mit Säuren oder sauren Salzen und trennt die Spinnfasern von der Zellulosefaser. Letztere kann in bekannter Weise auf Papier verarbeitet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Elementarfasern und Papierstoff aus Faserpflanzen durch Einwirkung von holz- und bastzerlegenden Stoffen unter Druck oder in konzentrierter Form, dadurch gekennzeichnet, daß diese Stoffe in Gegenwart von gelösten oder emulgierten pflanzliehen, tierischen, mineralischen ölen oder Fetten oder Halogenkohlenwasserstoffen einwirken. ·
DE1918328596D 1919-08-16 1918-02-02 Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Elementarfasern und Papierstoff aus Faserpflanzen Expired DE328596C (de)

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