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Schaltungsanordnung für selbsttätig betriebene Unterzentralen mit,
kombiniertem Anrufsucher und Leitungswähler. Es sind bereits Fernsprechanlagen mit
Anrufsuchern und von diesen gesondert angeordneten Leitungswählern bekannt, die
zum Betrieb des Anrufsuchers die Anwendung nur eines Schältorgäries für jede Teilnehmeranschlußleitung
erforderlich machen. Eine Ausführungsform solcher Anordnungen bildet die in der
Patentschrift 272q.6¢ beschriebene Schaltung, nach welcher das*Anruforgan bis zur
Stillsetzung des Suchers in einem, allen Anrufrelais gemeinsamen Stromkreise unter
zeitlicher Blockierung des Anlaßrelais festgehalten wird. Die Aberregung des Anlaß--organs
wird dort durch Stromverzweigung über den Prüfstromkreis des ersten Suchers erzielt.
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Die vorliegende Schaltungsanordnung beseitigt den i\Iißstand, daß
die Anlaßsammelleitung im Nebenschlüß zu den Haltestromkreisen liegt. - Jedes der
Teilnehmerleitung als kombiniertes Anruf- und Trennrelais zugeordnete Relais (Ar,
.=1,,) bildet nach der Erregung über die Linie einen von den übrigen Anruforganen
. unabhängigen Haltestromkreis, der bei Auflösung der Verbindung. am zweckmäßigsten
durch Kurzschluß der Haltewicklung unterbrochen wird. Das Anrufrelais bringt mittelbar
einen-Anrufsucher (W, Y1j=) zum Anlayif, der in der vorn Amte ankommenden Verkehrsrichtung
zugleich als Leitungswähler benutzt wird.und die. Erregung des der ausgewählten
Teilnehmerleitung zugeordneten Anrufrelais (A., A6) über die Haltewicklung bewirkt,
ohne den Anlaßstromkreis zu beeinträchtigen.
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Die Herstellung der Sprechverbindung erfölgt bei der Anordnung nach
Fig. z der Zeichnung durch den manuellen oder selbsttätigen Amtsapparat, für welche
beide Betriebsformen die Unterzentrale in gleicher Weise benutzbar ist. Die Batterie
der Unterzentrale wird in üblicher Weise während der Nichtinanspruchnahme der Amtsleitungen
vorn Amte aus selbsttätig aufgeladen: Den Teilnehmern der Unterzentrale wird im
Falle der Anwendung eines sogenannten Wählersuchers die-Möglichkeit gegeben, eine
selbsttätige Auswahl unter mehr als zwei Amtsleitungen zu treffen. Die vorliegende
Anordnung beschränkt sich, unbeschadet der möglichen, sinngemäßen Erweiterung des
Erfindungsgedankens auf die Auswahl nur zweier vertauschbarer Amtsleitungen
(AL, AL.) durch einen einfachen Wechselschalter (Relais
W). Mit der Rückstellung des selbsttätigen Umschalters in die Ruhelage ist
neben der Gesprächszählung eine selbsttätige Prüfung der Teilnehmerleitung auf Erdschluß
verbunden. Im Fälle eines vorliegenden Erdschlusses,kommt das jeder Anschlußleitung
besonders zugeordnete - Erdabschalte- oder Trennrelais (T", TJ in Arbeitsstellung
und schaltet für die Zeitdauer der Störung die mit Erdschluß behaftete Leitung .
von der Unterzentrale ab, so daß eine dauernde oder periodische Anschaltung des
Anruforgans
(AD Aj und damit die störende Belegung einer
Amtsleitung verhindert wird. Die Abschaltung der Teilnehmerleitung wird auch wirksam,
wenn das Anhängen des Fernhörers an einer Sprechstelle unterlassen wurde; erst nach
Wiederanhängen des Hörers wird die Anrufmöglichkeit in beiden Verkehrsrichtungen
wiederhergestellt. Die Gesprächszählung erfolgt vom Amte aus mit Hilfe eines durch
den Verbindungsapparat des Amtes vorbereitenden Zählrelais Z direkt über die Amts-Leitung
(A) und den an Gegenspannung liegenden Zähler Z" im Laufe der Rückstellung des Schaltapparates
der Unterzentrale.
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Fig=2 bringt eine besondere Art der Aboschaltung des im Haltestromkreis
liegenden Anruforgans A durch eine dritte Differentialwicklung zur Darstellung.
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Fig. 3 erläutert die Möglichkeit der Speisung von Handbetriebs-Nebenstellenumschaltern
für Z.-B.-Betrieb über ein für diesen Zweck besonders vorgesehenes Nebenstellenrelais
N; die Schaltorgane A und T behalten 'auch in diesem Falle ihre normalen Funktionen
bei. Die Zusatzvorrichtung (N) eignet sich natürlich auch für den Anschluß anderer,
von der normalen Sprechstellenschaltung abweichender Apparate, wie Fernsprecher
mit Münzeneinwurf usw.
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Eine eingehende Beschreibung 'der Schaltvorgänge unter Berücksichtigung
der verschiedenen Betriebsfälle soll den Erfindungsgegenstand im nachstehenden erläutern.
Für die Relaiswicklungen werden große Buchstaben gewählt, während die zugehörigen
Kontakte mit den entsprechenden kleinen Buchstaben bezeichnet werden.
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Die mit Nummernschalter ausgerüstete Sprechstelle N, ruft die Handbetriebs-
oder vollselbsttätige Zentrale durch Abnehmen des Fernhörers vom Hakenumschalter
an, wobei nach Fig. r folgender Stromweg geschlossen wird: Erde, Kontaktas, Leitung
b, Hakenumschalter hu, Mikrophon M, Leitung a, Kontakte t., a., Wicklung
A, des Anrufrelais, Anrufleitung AL, Wicklung AN des Anlaßrelais
AN, Kontakte w und 1" Batterie, Erde. -Neben der Erregung von A,"
das seinen Haltestromkreis: Erde, Haltewiderstand law, a., Wicklung 2 von A" Batterie;
Erde schließt, wird das Anlaßrelais AN erregt und hält sich bis zur vollendeten
Erregung des ersten freien Anrufsuchers W1 erregt über: Erde, Kontakt
an, Wicklung AN, w; U,
Schaltarm f von' Wl in Ruhestellung ul,
Drehmagnet Dl, p1, hl, 2l, Batterie, Erde.
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Der Drehmagnet Dl fördert die 6 Schaltarme des Wählers W: um einen
Schritt vorwärts, wobei der Arm f auf dem Schleifring Kontakt macht. Mit der Irrregung
von D, erfolgt durch d,. die Anschaltung des mit Verzögerungswicklung versehenen
gemeinsamen Relais G über: Erde, vl, d,, G, Batterie, Erde.
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Relais G erregt den Unterbrecher Un über den. gleichen Stromweg.
- Un öffnet den Stromkreis des Drehmagneten D,. periodisch und bewirkt so
den Transport des Schrittschalters W1 bis zu einem Wählerkontakte, über welchen
der Schaltarm d unter Vermittlung des Kontaktes a., des Anrufrelais A,, Erde findet.
Hierdurch erfolgt unter der Erregung des Prüfrelais H,., das als besonderes Hilfsrelais
ausgebildet ist die'sofortige Stillsetzung des Anrufrelais W, Hl wird erregt über:
' Erde, Widerstand hu", Umschalter a", Schaltarm d,@ Kontakt g, Wicklung z und 2
von H,., Batterie, Erde.
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Relais Hl unterbricht den Drehmagneten Dl sofort und setzt das Prüfrelais
Pl für die Dauer der Verbindung unter Strom auf folgendetn Wege: Erde, Verzögerungsrelais
Pl, Kontakte u" hl, zl, Batterie, Erde.
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Das Relais P,_ hält sich unter dauernder Unterbrechung des Drehmagneten
D,. nach Aberregung von H,. über seinen eigenen Umschalter p1- und Kontakt.-, Relais
P1. schließt zur Erzielung eines Sperrpotentials die Wicklung 2 des Relais Hl für
die Zeitdauer der Erregung des Relais G kurz und schaltet -ferner die Sprechleitungsäste
A, B durch, nachdem einen Augenblick vorher durch Kontakt lt, über den noch kurze
Zeit geschlossenen Kontakt g Erde an die A-Leitung zum Amte gelegt wurde und das
Relais R- im Arnte zum Ansprechen_kam über: Erde, Kontakte g, hl, p" z,_, A-Leitung
zum Amte, Kontakt t des Trennrelais T am Vorwähler VW, Kontakte
z, r, Wicklung von R, Batterie RB, Erde.
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Das Anrufrelais R im Amte erregt den Vorw ähler drehmagneten, der
unter Erregung des Trennrelais T und Durchschaltung der Sprechletungsäste zum I.
Gruppenwähler in bekannter Weise in Wirksamkeit tritt. Relais T unterbricht ferner
im Amte die Ladung durch die Batterie ZB, was die Aberregung des Laderelais an der
Unterzentrale zur Folge hat: Erde, Batterie LB, Widerstand w, unterbrechender
Kontakt t, B-Leitung, h. (geschlossen), Ll, h, Batterie B, Erde.
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In dem nun vollständigen Sprechstromkreis ist das Schlußrelais S,
durch die (nicht dargestellte) Speisung aus dem I. Gruppenwähler erregt und trennt
die für den Wählvorgang störende Erde am Laderelais L, durch seinen
Kontakt
s, ab. Die Leitungswege a, - b und A, B sind nun ohne jede Nebenschlüsse
und zur Aufnahme der Wählimpulse aus dem Nummernschalter der Sprechstelle geeignet
gemacht ; der Mikrophonstrom verläuft über die Amtsleitung und die Teilnehmeranschlußleitung
in Schleife.
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Nach Beendigung des Gespräches hängt der rufende Teilnehmer N, seinen
Hörer an, wodurch das Speiserelais S, stromlos wird und der Amtsapparat (I. G. W.)
in bekannter Weise ausgelöst wird; zudem tritt der Vorwähler VTT' in die Ruhelage
und gibt das Trennrelais T frei, welches die Ladebatterie LB wieder an die B-Leitung
zur Unterzentrale legt, wodurch zunächst das Rückstellrelais Z, unter Strom gesetzt
wird über: Erde,: Batterie LB, Widerstand w, Kontakt t, B-L eitung, Wicklung
des Verzögerungsrelais Z" Kontakte h, z1, h, s1, Erde.
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Kontakt z, legt über den geschlossenen Kontakt p' Batterie an den
c-Schaltarm des Wählers l4%, und .schließt dadurch die Haltewicklung von A, kurz.
A6 wird sofort aberregt. Nach kurzer Zeit wird durch einen Kontakt z, auch P, stromlos.
P, schließt durch p, über h das Z,-Relais kurz, so daß auch Z, wieder in
die Ruhelage übergeht.
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Der Wähler W, wird dadurch in die Ausa -igsstellting übergeführt,
und zwar durch periodische Unterbrechung des Kontaktes utt über: Erde, kn, Schaltarm
f, u" Dl, p1, h" z"
Batterie, Erde.
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Der Drehschalter läuft so lange; bis der Schaltarm f den Schleifring
verläßt und auf die isolierte Stellung o gelangt.
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Soll mit der Rückstellung eine. Gesprächszählung verbunden-werden,
so muß die Voraussetzung erfüllt sein, daß das Zählrelais Z (verzögert) ini Amte
durch den Leitungswähler bereits. vorerregt wurde, d. h. das Gespräch der Gebührenpflicht
unterliegt: Hierdurch kommt der Umschaltekontakt z im Amte an' die Ladebatterie
mit höherer Spannung zu liegen und die A-Amtsleitung wird für die Dauer der Erregung
des Rückstell-oder Zählrelais Z, an der Unterzentrale vorübergehend unter die höhere
Ladespannung gesetzt, wodurch der Gesprächszähler Z, zum Ansprechen kommt über:
Erde, Batterie ZB im Amte, Widerstand zu, für kurze Zeit noch geschlossener Kontakt
--. des Zählrelais Z, Kontakt t, A-Leitung, Kont kt Schaltarm d,
a" Zähler Z" Batterie, a Erde. Nach Belegung der Amtsleitung AL, schaltet das
Wechselrelais W die zum Anreizen des Drehschalters dienende -Leitung nach dem Sucher
W2 tim. Die Erregung von W findet erst nach Aberregung von AN
und Laderelais
I_1 statt, um, eine Doppelerregung beider Drehschalter zu vermeiden. Der für die
Dauer des Belegtseins der Leitung AL, bestehende Arbeitszustand von W wird
nach Blockierung auch der Amtsleitung AL,
aufgehoben, und der Anreizweg
vollständig unterbrochen (s. Kontakte w und 12 an Relais AN in der Anrufleitung
AL). Die Anschaltung weiterer. Anruforgane (A" A")
über die Linie ist somit
unterbunden.
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Als zweiter Betriebsfall sei die Ausführung einer vom Amte an der
Unterzentrale änkomtnenden Verbindung beschrieben. Der sich an den Abzweigungen
a, b, c des Vorwählers VW anschaltende Leitungswähler bringt in bekannter
Weise das Relais T in Arbeitsstellung, wodurch der Ladestrom in vorstehend erläuterter
Weise unter Aber regung des Laderelais L, unterbrochen wird. Relais
L, erregt über seinen Kontakt l,_ das Wechselrelais L6' und blockiert somit
die Amtsleitung AL, für die von der Unterzentrale abgehenden Anrufe. Die
nunmehr erfolgende Abgabe der Wählimpulse aus der eine höhere Spannung aufweisenden
Ladebatterie LB des Amtes über die A-Leitung setzen das Einstellrelais E, der Unterzentrale
gemäß der Anzahl der gegebenen Impulse unter Strom über: Erde, Ladebatterie, Impulskontakt
des Stromstoßsenders (bis hierher in der Fig. i nicht dargestellt), tt Leitung des
Leitungswählers im Amte, A-Leitung, Kontakte z" p1, 1i, Wicklung von El, Gegenbatterie,
Erde.
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Relais E, erregt das Verzögerungsrelais V, und das letztere endlich,
das ebenfalls mit Verzögerung arbeitende Relais U,. Über Kontakt u, wird durch -
wiederholte Aberregung des Einstellrelais E, der Drehmagnet D, schrittweise erregt:
Erde, Kontakte e" u" Wicklung des Drehmagneten D" Kontakte p" h,, z" Batterie, Erde.
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Hat der Wähler W, nach Maßgabe der Impulszahl die gewünschte Anschlußnummer,
z. B. . 5, erreicht, so wird zunächst das Relais L', nach kurzer Zeit stromlos,
während U, für die Zeitdauer etwa einer halben Sekunde noch erregt ist. Hierdurch
wird der Prüfstromkreis für das Hilfsrelais H, geschlossen. Ist die betreffende
Sprechstelle frei, so bleibt das Relais H, unerr egt. Im Falle des Besetztseins
der Teilnehfnerleitung N, dagegen kommt das Relais H, auf folgendem Wege unter Strom:
Erde, Widerstand /tu"" Kontakt a, (geschlossen), Schaltarm c, Kontakte z" v,, u,
(geschlossen), Wicklung i und 2 des Relais Hl, Kontakt z" Batterie, Erde.
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Nach Erregung von H, erfolgt durch
Schließung des
Kontaktes lt, fast gleichzeitig die Erdung der A-Leitung zum Amte und als Folge
davon die Auslösung des Leitungswählers LW dortselbst. Diese zur Auslösung des Amtsapparates
führende Erdung -erfolgt über: Erde, Widerstand laue,. a, (geschlossen), --Schaltarm,
Kontakte z" v', ui, hl, P1, "i, A-Leitung zum Amte.
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Mit der Auslösung des Amtsleitungswählers LW erfolgt die Aberregung
des Trennrelais T am V orwähler VW und damit das Eintreten des Ladestroms
über Kontakt t in die BAmtsleitung, was wiederum zur aufeinanderfolgenden Betätigung
der beiden Rückstellorgane 7-i und L, führt. Der Wähler W, läuft in die Ausgangsstellung
zurück. Das Relais P, bleibt in diesem Falle urierregt, so daß weder ein störendes
Anschalten der Sprechleitung an die besetzte Stelle, noch der hurzschluß des Anrufrelais
A;, durch Kontakt z, eintritt.
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Bleibt dagegen das Prüfrelais Hl bei nicht, erregtem Anruforgän A,
außer Strom, ist die TeilnehmerleitungN, also frei, so erfolgt nach der zeitlich
auseinanderliegenden Aberregung der Relais V, und U,. das Anschalten des Anruforgans
A" auf folgendem Wege: Erde, Kontakt g, Widerstand w, Kontakte 1t" z!" z" Wicklung
2 von A" Batterie, Erde. Kurz vor der Aberregung von U, wurde das Prüfrelais P,
angeschaltet über: Erde, Wicklung P" Kontakt ui . (geschlossen), v" h" z" Batterie,
Erde.
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Über die durch die Kontakte p,. geschlossenen Sprechwege erfolgt die
Sendung des Schleifemvechselstroms nach der Sprechstelle; auf diesem Wege verläuft
im wesentlichen auch der Mikrophonstrom: A-Leitung vom Amte, Kontakte z, p" Schaltarm
a, Kontakt t" a-Leitung, Kontakt des Nummernschalters i, Wecker und Kondensator
der Sprechstelle, b-Leitung, Kontakt a, (geschlossen), Schaltarm b, Relais
S1 (und Kondensator), Kontakt p" B-Leitung zum Amt.
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Der Hakenumschalter unterbricht nach Beendigung des Gespräches den
Mikrophonstrom, wodurch neben S, auch der Arntsverbindungsapparat ausgelöst wird
und die Rückstellung der Unterzentrale in der oben geschilderten Folge sich abwickelt.
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Ist die Verbindung zweier Teilnehmer derselben Unterzentrale, z. B.
NE und N" beabsichtigt, so ruft N;, über die freie Amtsleitung AL,
an und wählt bis zur Abgabe der letzten Ziffer . der Anrufnummer N", zum Leitungswähler
LW des. Amtes durch. Die letzte Stromstoßserie erreichtdieUnterzentrale über die
Amtsleitung AL, unter gleichzeitiger Einstellung des. Wählers W2. Es' werden
somit für diesen Betriebsfall beide Amtsleitungen in Anspruch genommen, eine Anordnung
der Verbindungswege, welche beim vollselbsttätigen Betriebe mit Rücksicht auf die
geforderte Einfachheit der Betriebsmittel auch bei »der Lösung ähnlicher Aufgaben
als zweckmäßig befunden wurde.
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Fig. 2 zeigt eine weitere 'Ausführungsmöglichkeit der zur Aberregung
des Anrufrelais A dienenden Schaltungsanordnung in der Weise, daß an Stelle des
Kurzschlusses der Haltewicklung eine dritte Wicklung auf A angebracht wird, welche
über einen besonderen Schaltarm d unter Strom gesetzt, die Abschaltung des Relais
A durch Differentialwirkung herbeiführt, nachdem das Rückstellorgan (Kontakt z)
betätigt wurde. .
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In Fig. 3 kommt endlich die Anordnung der Speisung von Handbetriebs-Nebenstellenumschaltern
für Z-B.-Betrieb zur Darstellung. Für den Nebenstellenverkehr ist ein besonderes
Nebenstellenreläis N vorgesehen, das beim Anruf der Sprechstelle durch die Erregung
beider Wicklungen i und 2 in Arbeitsstellung tritt. Die Speisung der Nebenstelle
erfolgt über: Erde, Batterie, Wicklung 2 von N, Kontakt a, a-Leitung, über
IDrosselspule ND zum Nebenstellenumschalter zur Erde: Soll der Anruf nach
der Unterzentrale durch die Haupt- oder Zwischenstelle erfolgen, so wird durch Abnehmen
des Fernhörers auch die Wicklung i des Nebenstellenrelais N unter Strom gesetzt
und das letztere wirksam erregt über: Erde, Wicklung i von N, Kontakt
a, b-L eitung, Hakenumschalter hu, Mikrophon M, a-Leitung, Kontakte
t, a, Wicklung 2 von N,
Batterie, Erde.
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Das erregte Relais IV legt Erde an die Schaltorgane A und
AN in Reihe. Nach' Übergang vier beiden letzten Relais in die Arbeitslage
reizt das Anläßrelais AN einen freien Wähler an, während sich das normale Anrufrelais
A über seine zweite. Wicklung festhält. Durch die Kontakte a des A-Relais wird N
für die Dauer der Verbindung abgeschaltet. Das Trenn- oder Erdabschaltrelais T tritt
bei gewöhnlicher Verkehrsabwicklung nicht in Wirksamkeit, da die Erde am Nebenstellenunischalter
beim Verkehr der Hauptstelle mit dein Ainte abgeschaltet wird.
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Der den Nebenstellen zugeführte Speise-Strom genügt nicht, das Relais
N über dessen Wicklung :2 wirksam zu erregen; zu diesem Zwecke bedarf es - vielmehr
der Addition beider .Wicklungsteile i und 2 von N.
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Die Schaltvorgänge auf der Amtsleitung AL, entsprechen den
für die Leitung.ALz be..
schriebenen im vollen Umfange. Abweichende
l#unktionen fallen lediglich den Laderelais I1 und L@ im allgemeinen Relaissatze
(AN und ff-) zii, wie aus der für den Anruf in abgehender Verkehrsrichtung
gegebenen Erläuterungen hervorgeht. ' Die selbsttätige Unterzentrale nach der vorliegenden
Schaltungsallqrdnung mit kombini@rtein Anrufsucher Lind Leitungswähler ist für den
Anschluß an vollselbsttätige und Handbetriehsämter in gleicher Weise geeignet. Die
Schaltorgane des Amtsapparates werden hei vorläufiger Handbetriebsbedienung in der
Weise ausgebildet, daß sie die Funktionen der selbsttätigen Wählapparate sinngemäß
erfüllen. Eine vollkommene Gewähr für die Erzielung einer in allen Phasen der Verbindungsabwicklung
(einschließlic1l der Gesprächszählung) anzustrebenden Sicherheit der Betriebsvorgänge
bietet jedoch nur der vollselbsttätige Maschinenbetrieb. Die Anwendung der Handbetriebsform
für den Vermittlungsapparat bildet somit lediglich ein für den späteren vollselbsttätigen
Betrieb vorbereitendes, technisches Übergangsstadium. Von diesfm Gesichtsptnikte
aus betrachtet empfiehlt es sich daher nicht, die Ausgestaltung der vorliegerjden
Schaltungsanordnung für den Betrieb mit mehr als io Teilnehmern und die technisch
im angedeuteten Sinne auf einfache Weise lösbare Erweiterung auf mehr als 2 Amtsleitungen
vorzunehmen.
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Der Verkehr zwischen zwei Teilnehmern der gleichen Gruppe wickelt
sich, wie bereits erörtert wurde, unter Inanspruchnahme beider Amtsleitungen ab.
Da im allgemeinen zwischen den Anschlußnehmern derselben Unterzentrale eine Interessengemeinschaft
nicht besteht, ist, wie eingehende statistische Untersuchurigen ergeben, dieser
Betriebsfall des sogenannten Internverkehrs eine verhältnismäßig seltene Erscheinung,
welche eine etwa dieseln Falle Rechnung tragende, die Betriebssicherheit mindernde
Verwicklung der technischen Mittel nicht rechtfertigen würde.