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Wage mit elektromagnetischer Vorrichtung, durch welche von einer entfernten
Stelle aus eine Anzahl von Gewichten auf einen Wagebalken gesetzt oder von ihm abgehoben
werden kann. Die Erfindung bezieht sich auf eine Wage von der Gattung, bei welcher
durch eine elektromagnetische Vorrichtung eine Anzahl von Gewichten von einer entfernten
Stelle aus auf den Balken der Wage gesetzt und von ihm abgehoben werden kann. Die
Erfindung kennzeichnet sich dadurch, daB für jedes Gewicht ein Zylinder mit einer
Feder vorgesehen ist, die das zugehörige Gewicht so lange vom Wagebalken abgehoben
hält, bis durch Benutzung der elektromagnetischen Vorrichtung die Feder zusammengedrückt
und dadurch das zugehörige Gewicht auf den Wagebalken niedergesetzt wird. Die Feder
wird dadurch zusammengepreßt, daß man ein Treibmittel, beispielsweise Preßluft,
auf den Kolben des zugehörigen Zylinders einwirken läßt. Die Treibmittelzufuhr wird
durch einen Elektromagneten gesteuert, dessen Stromkreis durch einen selbsttätigen
Schalter beim Senken jedes Gewichts geschlossen wird und eine Anzeigevorrichtung
in Tätigkeit setzt.
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Wenn die Wage als Kranwage verwendet werden soll, so wird das frei
herabhängende Kabel für die elektrischen Leitungen durch eine Stufentrommel aufgenommen.
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Auf der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel die Anwendung der Erfindung
bei einer Kranwage dargestellt.
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Fig. i ist eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, Fig. 2 ein Grundriß;
Fig. 3 ein Querschnitt der Wage. Fig.4 zeigt die Ventilsteuerung der Treibmittelzylinder.
Fig. 5 und 6 zeigen im Aufriß und Querschnitt die Anzeigetafel der Wage, Fig. 7
die Stromleitung, Fig. 8 und 9 die Stufentrommel, welche das freihängende Kabel
aufnimmt.
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Der Wagebalken i ist mit Schneiden :2 auf einen Ständer 3 aufgehängt,
der seinerseits auf einer Platte 13 ruht. Mit dieser Platte ist durch Stehbolzen
i i eine Platte io verbunden, welche in Bohrungen die Oberteile der Treibmittelzylinder
15 aufnimmt. Über dieser Platte liegt eine dritte Platte 12, auf der ein Elektromotor
38 angeordnet ist. Dieser treibt durch Zahnräder 39 eine Pumpe 37 für den Preßluftzylinder
4o.
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Die Last greift durch die Stange 6 an einer Schneide 7 am Wagebalken
i an. Das Eigengewicht des Balkens wird durch ein verstellbares Gegengewicht 4 mit
Klemmschraube 5 ausgeglichen. Die Gewichte 8 sind als Reiter ausgebildet und ruhen
mit Schneiden 9 in Ausschnitten des Balkens i. Über jedem Gewicht
liegt
ein Treibmittelzylinder 15 mit Federkolben 16, 17. Die Zylinder werden durch eingeschraubte
Pfropfen 14 geschlossen und gleichzeitig in der Platte io gehalten. Quer durch jeden
Kolben geht eine Stange 18, welche in der Zylinderwand befestigt ist und als Stütze
für die Feder 17 dient. Der Kolben 16 hat Schlitze i9, mit welchen er über der Stange
18 gleiten kann. Jeder Kolben trägt unten einen Bolzen 2o, der beiderseits des Zylinders
durch Schlitze hervorsteht (Fig. 3). Um den Bolzen 2o greift eine am Gewicht 8 befestigte
Stange mit geschlitztem Auge 44. An Stelle dieser Ausbildung kann man auch die Gewichte
mit einer Öse 47 versehen und die Kolbenstange hakenförmig ausbilden, wie in Fig.
i links dargestellt. Dies empfiehlt sich namentlich bei den kleineren Gewichten,
da für diese die Stange 43, 44 unverhältnismäßig schwer ausfallen würde.
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Mit jedem Zylinder 15 ist durch eine Bohrung 21 eine Ventilkammer
verbunden, in welcher ein Doppelsitzventil 23 arbeitet (Fig.3 und 4). Jede Ventilkammer
wird durch einen oberen und unteren Pfropfen 22 verschlossen. Der obere Pfropfen
hat eine Längsbohrung, welcher durch im Deckel 30
ausgesparte Kanäle 29 Preßluft
durch das Rohr 41 und den Kanal 42 zugeführt wird. Der obere Pfropfen 22 trägt einen
ringförmigen Ventilsitz 24, auf den eine Feder 26 das Ventil --3 zu setzen
versucht. Nach unten läuft das Ventil in eine Stange 27 mit Magnetschuh 28 aus,
welche im unteren Pfropfen geführt ist, ohne darin abzudichten. Unter jeder Ventilkammer
liegt ein Elektromagnet 31. Die sämtlichen Elektromagnete sind auf an der Platte
io ausgebildeten Leisten 32 befestigt.
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Wenn durch einen der Kontaktstifte 54 (Fig. 5) des Schaltbretts der
Stromkreis eines der Magnete 31 geschlossen wird, so zieht dieser seinen Schuh 28
an, das Ventil 23 gibt die Öffnung im Ring 24 frei, und Prellluft strömt alsdann
durch den Kanal 29, den oberen Pfropfen 22 und die Bohrung 2 1 in den zugehörigen
Zylinder 15. Die Preßluft drückt den Kolben 16 nach unten, wie in Fig. i rechts
dargestellt, bis er mit dem oberen Ende seines Schlitzes i9 auf der Querstange 18
ruht. Die Folge davon ist, daß eines der Gewichte 8 auf den Wagebalken herabgelassen.
wird. Im Wege jedes Bolzens 2o liegen Kontaktfedern 34, welche an den Leisten 32
durch-Träger 33 aus isolierendem Stoff befestigt sind. Die Federn tragen Kontakte
35, die mit Kontakten 36 zusammen arbeiten. Wenn der Kolben 16 an seiner unteren
Hubgrenze angelangt ist, so schließt der Bolzen 2o die Kontakte, und die Folge davon
ist, da$ eine auf dem Schaltbrett angeordnete Lampe 57 aufleuchtet: Die Lampen 57
liegen hinter einer Mattglasscheibe 58, auf welcher das zu jeder Lampe gehörige
Gewicht angegeben ist, derart, daß die Zahl nur sichtbar wird, wenn die zugehörige
Lampe aufleuchtet.
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Gegenüber dem Ende des Wagebalkens i sind auf Isolierklötzen 53 -
oben und unten Kontakte 52 angeordnet, welche mit Kontaktstiften 5o des Wagebalkens
zusammen arbeiten. Wenn das aufgesetzte Gewicht nicht genügt, so schlägt der Wagebalken
nach oben aus, das obere Kontaktpaar 50, 52 wird geschlossen und die obere von zwei
auf dem Schaltbrett angeordneten Glühlampen 56 leuchtet auf. Es werden jetzt weitere
Gewichte auf dem Wagebalken herabgelassen, bis der Wagebalken nach unten ausschlägt
und die untere der beiden Lampen 56 durch das untere Kontaktpaar 5o, 52 eingeschaltet
wird. Jetzt kann man durch Abheben einzelner Gewichte die Last so genau abwiegen,
wie es der Gewichtssatz gestattet.
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UM ein Gewicht abzuheben, drückt man den zugehörigen Kontaktstift
54 aus. Dadurch wird der betreffende Magnet 31 stromlos und gibt seinen Schuh 28
frei, worauf die Feder 26 das Ventil 23 auf seinen Sitz drückt und die Preßluftzufuhr
vom Zylinder 15 abschneidet. Die im Zylinder zurückbleibende Preßlüft entweicht
an der Ventilstange 27 vorüber durch den unteren Ventilsitz 25 und die Bohrung in
22.
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Um zu verhindern, daß infolge der Veränderung des Kranhubes eire Teil
der Leitungsdrähte frei herabhängt, wickelt man die freie Länge des Kabels 6o auf
eine ziemlich große Trommel 59 (Fig. 8 und 9). Das Kabel 6o ist am Umfang der Trommel
seitlich abgeführt und in seine Drähte 62 zerlegt, welche durch Abstandsstücke 66
voneinander getrennt werden. Sie laufen durch Bohrungen 67 in der Welle 68 zu einer
Trommel 63, deren Durchmesser bedeutend kleiner als der der Trommel 59 ist.
Auf dieser Trommel sind die Drähte 62 zu einem flachen Kabel 61 vereinigt, welches
durch eine Rolle 65 mit Zuggewicht 64 gespannt wird. Das Kabel ruht hinter der Rolle
65 auf einer Stütze 69 und ist an dieser durch einen Klotz 7o befestigt, an welchem
es wieder die übliche runde Form annehmen kann, und von dem aus das Kabel zu dem
Schaltbrett mit den Kontaktstiften 54 führt.
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Hierdurch wird erreicht, daß der jeweils ablaufenden Länge des Kabels
6o eine weit geringere Länge des Kabels 61 entspricht. Wenn beispielsweise die Durchmesser
der Tromme163 und 69 sich verhalten wie i zu 36, so wird für einen Kranhub von 22
m nur eine Länge von 6o,8 cm des Kabels 61 aufgewickelt,
während
das Gewicht 64 sich nur um die Hälfte dieses Betrages, 30,4 cm, zu heben hat. Auf
diese Weise kann man durch geeignete Wahl des Übersetzungsverhältnisses die Hubhöhe
des Spanngewichtes beliebig verringern.
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Es empfiehlt sich, Einrichtungen, beispielsweise hydraulische, vorzusehen,
welche, wenn die Last auf die Wage gesetzt wird, sie allmählich auf die verschiedenen
Schneiden übertragen, so daß diese nicht durch plötzliche Belastung beschädigt werden.