DE31741C - Neuerung beim Bleichen vegetabilischer Stoffe mit Chlorkalk - Google Patents

Neuerung beim Bleichen vegetabilischer Stoffe mit Chlorkalk

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DE31741C
DE31741C DENDAT31741D DE31741DA DE31741C DE 31741 C DE31741 C DE 31741C DE NDAT31741 D DENDAT31741 D DE NDAT31741D DE 31741D A DE31741D A DE 31741DA DE 31741 C DE31741 C DE 31741C
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06LDRY-CLEANING, WASHING OR BLEACHING FIBRES, FILAMENTS, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR MADE-UP FIBROUS GOODS; BLEACHING LEATHER OR FURS
    • D06L4/00Bleaching fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods; Bleaching leather or furs
    • D06L4/20Bleaching fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods; Bleaching leather or furs using agents which contain halogen
    • D06L4/22Bleaching fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods; Bleaching leather or furs using agents which contain halogen using inorganic agents
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. August 1884 ab.
Man hat vielfach versucht, die Wirkung von Chlorkalklösungen durch Zusatz von Mitteln zu verstärken, welche aus denselben Chlor oder unterchlorige Säure frei machen. Die Anwendung von Salzsäure, Schwefelsäure oder auch Oxalsäure zu diesem Zwecke bewirkt aber eine Ausscheidung von freiem Chlor, welches die Fasern zu heftig angreift und den Arbeitern, sowie der Maschinerie sehr schädlich ist. Kohlensäure setzt zwar kein Chlor, sondern nur unterchlorige Säure in Freiheit, aber ihre Gasform ist sehr erschwerend, für ihre Anwendung in der Praxis, und es findet dabei, ebenso wie bei der gewöhnlichen Anwendung von Chlorkalk ohne weitere Zusätze, eine Niederschlagung von kohlensaurem Kalk in den Fasern statt, weshalb man die Operation stets mit einem Säurebade (von Salzsäure oder Schwefelsäure) beendigen mufs.
Erfinder wendet nun zur Activirung des Chlorkalkes ein bisher noch nicht benutztes^ Agens an, nämlich Essigsäure oder eine andere schwache organische Säure von analoger Wirkung, wie Ameisensäure u. dergl., was sämmtliche Vortheile der früher angewendeten Mittel ohne deren Nachtheile mit sich bringt. Der Preis der Essigsäure kommt nicht in Betracht, denn schon eine ganz kleine Menge derselben ist genügend, weil sie immer wieder regenerirt wird. Zuerst entsteht nämlich aus Essigsäure und Chlorkalk freie unterchlorige Säure und essigsaurer Kalk; beim Bleichprocefs giebt die erstere ihren Sauerstoff ab und wird zu Salzsäure, welche sich sofort mit dem essigsauren Kalk zu Chlorcalcium und freier Essigsäure umsetzt; letztere wirkt von neuem auf Chlorkalk u. s. f. Ein Minimum von Essigsäure genügt daher, um den sämmtlichen Chlorkalk in Chlorcalcium und activen Sauerstoff zu spalten. Folgende Gleichungen versinnlichen diese Vorgänge:
1) 2 Ca O Cl2 -I- 2 C2Ti4 O2 = Ca(C2H5 O2),
+ CaCl2 + 2 HO Cl.
2) 2 HO Cl= 2 HCl+ O2.
3) Ca (C, H3 O2J2 + 2 HCl = Ca Cl2 + 2 C2 U4 O2.
Die nach Gleichung 2) entstehende Salzsäure ist nie in freiem Zustande vorhanden, da sie nach Gleichung 3) sofort auf den essigsauren Kalk wirkt. Dies ist sehr wichtig, weil die Salzsäure die Fasern bei längerer Berührung angreift, während Essigsäure ihnen völlig unschädlich ist. Da keine unlöslichen Kalk-. salze vorhanden sind, so kann die Operation des Säuerns nach dem Bleichen ganz fortfallen; hierdurch wird nicht nur die Säure und das nochmalige Waschen der Stoffe erspart, sondern auch der Gefahr vorgebeugt, welche namentlich bei dickeren Zeugen eintritt, dafs die Säure nicht vollständig ausgewaschen wird, die übrig bleibenden Spuren concentriren sich dann beim Trocknen und greifen das Zeug an, sind auch bei manchen Färbeoperationen nachtheilig.
In unserem Falle ist aber nur Essigsäure vorhanden, welche selbst in concentrirtem Zustande und bei höherer Temperatur keine schädliche Wirkung auf die Faser hat.
Die Anwendung, der Essigsäure oder analoger schwacher organischer Säuren kann in ver-
J-Jl
rei
schiedener Weise geschehen, ζ. B, indem man der Chlorkalklösung von vornherein einen kleinen Zusatz davon giebt, oder indem man am Schlufs der gewöhnlichen Behandlung mit Chlorkalk ohne Waschen durch Wasser gehen läfst, welches ganz wenig Essigsäure enthält, oder indem man die Stoffe in mit ganz wenig Essigsäure angesäuertes Wasser bringt und ganz allmälig Chlorkalklösung unter fortwährender Circulation einfliefsen läfst, oder auf beliebige andere Weise, wobei man natürlich das Verfahren der speciellen Natur der zu bleichenden Stoffe anpassen mufs; bei richtiger Ausführung wird dabei erheblich an Chlorkalk gespart und die Wasserläufe werden weniger verunreinigt.
Wenn die zu bleichenden Stoffe von dem vorhergehenden Bäuchen noch etwas Alkali enthalten oder wenn das Wasser sehr hart ist oder die Auflösung des Chlorkalkes erhebliche Mengen von Aetzkalk enthält, und in ähnlichen Fällen würden nicht unbedeutende Mengen von Essigsäure zur Neutralisation der Basen verbraucht werden, ehe unterchlorige Säure in Freiheit gesetzt werden kann. In diesen Fällen kann man an Essigsäure sparen, indem man einen Theil derselben durch Salzsäure, oder Schwefelsäure ersetzt, darf aber immer nur so weit damit gehen, dafs nie freie Mineralsäure, sondern immer nur freie Essigsäure vorhanden ist. Dies ist in der Praxis leicht und einfach dadurch zu erreichen, dafs man die Reaction stets nur schwach sauer gegen Lackmuspapier hält.
Das Verfahren ist anwendbar zur Bleichung der vegetabilischen Faserstoffe, sei es in losem Zustande oder als Garn oder Gewebe, zur localen Zerstörung (Ausätzung) vieler Farben, z. B. Alizarinroth, zur Bleichung von Papierzeug aus Lumpen, Holz, Stroh, Esparto und dergleichen und zu vielen anderen Zwecken.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Beim Bleichen von vegetabilischen Faserstoffen in losem Zustande oder als Garn oder Gewebe, sowie von Papierzeug jedweden Ursprunges zur Verstärkung der Bleichkraft und zur Ersparung eines späteren Säurebades die Anwendung von Essigsäure oder Ameisensäure in Verbindung mit Chlorkalklösung.
DENDAT31741D Neuerung beim Bleichen vegetabilischer Stoffe mit Chlorkalk Expired - Lifetime DE31741C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5538809A (en) * 1994-07-29 1996-07-23 Varta Batterie Aktiengesellschaft Automatic coupling system for traction batteries

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