DE108C - Verfahren zum Entfetten und Reinigen der Textilstoffe - Google Patents

Verfahren zum Entfetten und Reinigen der Textilstoffe

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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool

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Description

1877.
Klasse 29.
ADOLF ALEXANDER PLANTROU in REIMS. Verfahren zum Entfetten und Reinigen der Textilstoffi
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. August 1877 ab.
Einer der gröfsteri Fortschritte ■ in der Textilindustrie, die in den letzten Jahren gemacht worden sind, ist die Anwendung einer chemischen Behandlung, anstatt der mechanischen Mittel, um die Wolle oder andere thierische Spinnstoffe von den ihnen im rohen Zustande beigemengten Unreinigkeiten, als Stroh, Knöpfchen, Klebekräutern oder anderen fremden vegetabilischen Körpern zu befreien. Aber alle die chemischen Mittel, die man bis jetzt zu diesem Zwecke angewendet hat, leiden an dem Uebelstande, dafs sie nicht allein jene Knötchen und das Stroh etc. zerstören, sondern auch die Gespinnst-Fasern vegetabilischen Ursprungs, wie Baumwolle, Flachs etc. angreifen. Es war daher unmöglich, gemischte Webestoffe, d. h. die aus Wolle und Baumwolle bestehenden, und namentlich die Stoffe, deren Ränder oder Haupttheile ganz oder theilweise aus Baumwolle bestehen, auf chemischem Wege vom Stroh zu befreien. Es mufste daher ein chemisches Verfahren gesucht werden, durch welches wohl alle Knötchen, Klebekräuter und das Stroh entfernt werden können, welches aber auf vegetabilische Spinnfasern, sei es Flachs, Baumwolle oder Hanf, so wenig nachtheiligen Einflufs, als auf die Wolle oder Seide hat. Die Lösung dieser Aufgabe ist der Gegenstand der vorliegenden Beschreibung.
Aufser dem hier angegebenen Hauptzweck erfüllt vorliegendes Verfahren noch einen anderen, d. h. es bewirkt gleichzeitig auch die Entfettung der danach behandelten Stoffe, wodurch eine grofse Kostenersparnifs in der Fabrikation erzielt wird.
Die Stoffe, welche zu verwenden sind, sind verschieden, je nachdem es sich darum handelt, gänzlich zu entfetten während des Reinigens oder blos zu reinigen. Vorzugsweise sind es alkalische Salze, welche hinzukommen, um die vegetabilischen Fasern, als Baumwolle, Flachs oder Hanf der zerstörenden Action zu entziehen, welche sich nur auf die Klebekräuter, das Stroh etc. erstrecken darf. Diese conservirende Rolle, welche die alkalischen Salze in diesem Verfahren spielen, ist das wesentliche und allgemeine Charakteristicum desselben.
Nähere Beschreibung des Verfahrens:
Gleichzeitige Entfettung und Reinigung. Das Verfahren gründet sich auf die Wirkung des Natronwasserglases mit Ausschlufs aller
Säuren. Dieses Salz hat die doppelte Fähigkeit, zu entfetten und die vegetabilischen Stoffe, wie Stroh, Klebekraut zu zerstören, ohne indessen in der geringsten Weise den Flachs, den Hanf oder die Baumwolle, sei es allein oder vermischt, mit der Wolle anzugreifen.
Es läfst sich anwenden auf Rohstoffe, wie Wolle, Baumwolle, Flachs etc., sowie auch auf Gespinnste und Gewebe daraus, welche Seide enthalten.
Die Ausführung des Verfahrens zerfallt in zwei Operationen. Zuerst ist dasjenige, welches sich auf die Gewebe bezieht, zu beschreiben.
Die Zeuge kommen nacheinander in folgende Bäder:
Das erste Bad, genannt das »Aufweichungsbad«, wird in einem Carcere'schen oder anderen Apparate angewandt, der ungefähr 600 Liter auf 450 C. erhitztes Wasser enthält. Das genannte Bad besteht aus folgenden Stoffen:
Natronwasserglas . . 3 kg,
Ammoniak oder Kali . 0,200 „
Das zweite Bad, welches auf 45 bis 50° erwärmt wird, besteht aus:
Natronwasserglas . .2 kg,
Ammoniak . . . . 0,100 ,,
Das dritte Bad, genannt »Reinigungs- und Zerkleinerungsbad«, besteht aus einer concentrirten Lösung von Natronwasserglas von 18 bis. 25° (nach der Säurewaage), welches nur lau sein darf.
In die beiden ersten Bäder kann man 200 g Seife thun, um ihnen mehr Weichheit und den Zeugen mehr Geschmeidigkeit zu geben.
Als vierte Operation erfolgt das Trocknen in irgend einem Trockenraum.
Als fünfte Operation die Passage durch eine Cylindermaschine, eine Art Walzenwalke, mit gufseisernen Cylindern, oder durch einen anderen Apparat, der den Zweck des Schiagens oder Reibens erfüllt.
Der Grad der Concentration der Bäder zum Entfetten und Auflösen hängt von der Natur der zu behandelnden Textilstoffe ab.
In dieser Reihenfolge von Operationen geschieht folgendes:
Die nacheinander in die beiden ersten Bäder gebrachten Zeuge erfahren eine vorläufige Entfettung.
Eines dieser Bäder genügt schon, wenn man mit weniger fetten Zeugen zu thun hat.
Durch das dritte, aus sehr concentrirter Natron-Wasserglaslösung bestehende Bad werden die strohigen Theile und das Klebekraut so weit gelockert, dafs sie später nach dem Trocknen bei der Passage der Zeuge durch die Walzenmaschine als Staub zu Boden fallen. Die Wolle, die Baumwolle, der Flachs oder der Hanf werden von dieser Lösung nur entfettet, aber nicht angegriffen.
Die Zeuge verlassen die Walzenmaschine vollständig entfettet und gereinigt. '
Dieses Verfahren ist gegen die gebräuchlichen sehr ökonomisch und erleichtert das Färben der Zeuge in allen Farben. Statt des Natronwasserglases kann man zur Erreichung des angegebenen Zweckes auch das Kaliwasserglas anwenden.
Im dritten Bade kann man sich aller derjenigen Alkali-Salze bedienen, welche die Eigenschaft "besitzen, Stroh und Klebekräuter zu zerstören. Wenn man die Spinnstoffe im rohen Zustande dem Verfahren unterzieht, so kann man sich statt der Walzenwalke einer Schlagmaschine geeigneter Construction bedienen, um die im Bade aufgelockerten und desorganisirten Strohtheile nach dem Trocknen in staubförmigem Zustande aus den Stoffen zu entfernen. Das Verfahren läfst sich also sowohl für rohe, als auch für verarbeitete Textilstoffe anwenden, gleichviel, ob sie vorher durch ein beliebiges anderes Verfahren entfettet werden.

Claims (3)

Patent- Ansprüche :
1. Die gleichzeitige Entfettung und Reinigung der Wolle, der Baumwolle oder anderer Textilstoffe und der Gewebe aus Wolle, Baumwolle, Flachs etc. von Stroh, Klebekräutern und allen derartigen Beimengungen.
2. Die specielle Anwendung des Natronwasserglases in concentrirtem Zustande zum Entfetten und Auflösen.
3. Die Verbindung der beschriebenen Operationen, als Aufweichungsbad, Entfettungsbad und Zerkleinerurigsbad mit der darauf folgenden Trocknung und die Pulverisirung der desorganisirten Strohtheile in einer Walzenwalke oder sonstigen Maschine.
DE108DA 1877-08-04 1877-08-04 Verfahren zum Entfetten und Reinigen der Textilstoffe Expired - Lifetime DE108C (de)

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