DE543C - Verfahren zum Entfetten und Heinigen der Textilstoffe. Zusatz zu No. 108 der Patentrolle - Google Patents

Verfahren zum Entfetten und Heinigen der Textilstoffe. Zusatz zu No. 108 der Patentrolle

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DE543C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool

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Description

1877.
Klasse 29.
A. A. PLANTROU jeune in REIMS (Frankreich). Verfahren zum Entfetten und Reinigen der Textilstoffe.
Zusatz zu Patent No. 108 vom 5. August 1877.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. August 1877 ab. Längste Dauer: 21. Mai 1892.
In der Beschreibung, Patentschrift No. 108 vom 5. August 1877 hat Erfinder auseinandergesetzt, dafs man nach seinem Verfahren gleichmäfsig behandeln kann: Alle Gewebe und Webestoffe, Wolle, Baumwolle, Leinenstoffe, Seide etc., im rohen, wie im bearbeiteten Zustande, und sowohl Fäden, als Gewebe, und ebenso gut reine, wie gemischte Materialien.
Wenn ich mich des Ausdrucks »bearbeitete Materialien« bediente, so habe ich dabei keinen Unterschied in Bezug auf die Art der Operationen, welche mit den Materialien vorgenommen werden, machen wollen, insbesondere auch nicht in Bezug auf verschiedene Arten der Färberei oder Druckerei. Im Gegentheil haben meine Versuche dargethan, dafs mein Reinigungsverfahren auf alle Textilstoffe ganz im allgemeinen anwendbar ist, ebenso gut, so lange dieselben noch unbearbeitet sind, als nachdem sie gefärbt sind, einerlei, ob sie stark oder schwach gefärbt sind, oder aber die Farbe auf dem Material im rohen Zustand aufgebracht ist, oder nachdem dasselbe gesponnen oder gewebt ist. Auch fand ich, dafs es sich ebenso verhielt, mochte das Bedrucken der Materialien im rohen Zustand derselben, oder nach ihrer Verarbeitung in Fäden und Gewebe stattgefunden haben.
Mit besonderem Vortheil wende ich mein Verfahren auf Gewebe von gemischten Farben an, z. B. mit weifsem Einschlag. Nach meinem Reinigungsverfahren bleibt bei ihnen das Weifs vollständig rein, ebenso wie die Farbe. In diesem Punkt unterscheidet sich mein Verfahren vortheilhaft von allen anderen Reinigungsmethoden, welche für Fäden und Gewebe seither vorgeschlagen worden sind.
Bei meinem Verfahren, und dieser Punkt charakterisirt dasselbe vorzugsweise als neu, wirkt das Lösungsmittel, als welches ich vorzugsweise Natron - Wasserglas anwende, nicht chemisch, um die Strohtheilchen und Hachein zu carbonisiren; die Kruste oder der krystallinische Ueberzug, mit welchem diese Körperchen sich bedecken, zerstört dieselben nicht; sie werden dadurch nur spröde gemacht und lösen sich dadurch leichter in Staub auf, wenn die letzte Operation, das sogenannte Ausstäuben, mit der Wolle oder den sonstigen Stoffen vorgenommen wird.
Mein Lösungsmittel hat aufserdem den Vortheil, die vegetabilische Faser in den Textilstoffen, wie Baumwolle, Leinenfaser etc. nicht anzugreifen, und selbst dann, wenn das Entfetten der Stoffe nach einem anderen Verfahren stattgefunden hat, wird mein Auflösungs- und Reinigungsverfahren die angeführten Stoffe im 'rohen, wie im bearbeiteten Zustand vollständig von den Ueberbleibseln der Karden, von Strohtheilchen und anderen fremden Körperchen befreien.
Während man also bei allen bekannten Reinigungsarten Agentien zur Anwendung bringt, welche die Zerstörung der zu entfernenden vegetabilischen Verunreinigungen erst möglich machen, nachdem dieselben in Kohlenstoff verwandelt sind, läfst mein Verfahren im Gegentheil die Strohstückchen und Hachein in ihrer chemischen Zusammensetzung vinversehrt und beschränkt sich darauf, sie mit einer Art von Kruste zu bedecken, welche dieselben gewissermafsen »versteinert« und spröde und zerreibbar macht. Sobald nämlich die Textilstoffe im rohen oder bearbeiteten Zustand in das Lösungsmittel eingetaucht und dann getrocknet worden sind, verändern sich die darin enthaltenen Strohtheilchen und Karden-Hachein dergestalt, dafs sie durch Ausklopfen, Ausreiben und Ausstäuben, überhaupt auf jedem rein mechanischen Wege leicht zu entfernen sind. Diese neue Operation genügt deshalb, um aus Stoffen, wie Baumwolle, Leinen, Hanf, mögen dieselben roh oder bearbeitet sein, alle vegetabilischen Verunreinigungen ζμ entfernen.
Das Princip, die mehrfach angeführten vegetabilischen Verunreinigungen physikalisch und mechanisch abzusondern, ist neu, und ich reservire mir die ausschliefsliche Anwendung desselben, in welcher Art dieselbe auch stattfinden, und welcher Art das zur Anwendung gebrachte Agens sein möge. So kann man z. B. statt des Natron- oder Kaliwasserglases, oder irgend eines anderen krystallinischen Salzes jede andere mineralische Substanz, wie z. B. Kreide, oder organische Substanzen, wie z. B. Leim, anwenden,

Claims (2)

mit einem Wort, jedes Mittel, das die Eigenschaft hat, an den zu entfernenden vegetabilischen Verunreinigungen anzuhaften, sie einzuhüllen, -spröde zu machen und zu trocknen, sie von der Faser des Webestoffes zu sondern und pulverisirbar zu machen. Nach den vorher beschriebenen Anwendungen begreift man leicht, wie die Farbe während dieser Behandlung geschützt wird, weil die Wirksamkeit des anzuwendenden Einhüllungsmittels nicht chemisch, sondern nur rein mechanisch ist. Die Anwendung meines Verfahrens auf Webestoffe und Gewebe, nachdem dieselben gefärbt und bedruckt sind, geschieht unter denselben Bedingungen, wie bei ungefärbtem und noch nicht bedrucktem Material. Man kann jedes beliebige der oben charakterisirten Einhüllimgsmittel anwenden, mineralische Salze oder andere mineralische oder organische Substanzen. Die Wirkung des Einhüllungsmittels soll eine rein mechanische sein, und es mufs deshalb die Wahl des Einhüllungsmittels so getroffen werden, dafs dasselbe auf die Farbe des Materials keinen chemischen Einflufs ausübt. In dieser Beziehung kann die Anwendung unendlich variirt werden, wie ich nicht weiter auseinander zu setzen brauche. Patent- Ansprüche:
1. Die ausschliefsliche Anwendung meines Reinigungsverfahrens auf alle Gewebe und Webestoffe, im rohen oder bearbeiteten Zustand, mögen dieselben schwach oder stark gefärbt oder bedruckt, oder unbedruckt sein; das Verfahren hat auf die Farbe des Stoffes keinen Einflufs, da es nicht chemisch, sondern rein physikalisch und mechanisch ist.
2. Die Nutzbarmachung des rein physikalischen und mechanischen Charakters meines Reinigungsverfahrens für rohe oder bearbeitete Gewebe und Webestoffe, welche sich auf die Eigenschaft des Natronwasserglases oder anderer mineralischer Salze, sowie einiger vegetabilischer und animalischer Stoffe gründet, dafs dieselben die Strohtheilchen und Kardenhacheln, welche die Gewebe und Webestoffe verunreinigen, einhüllen, sie mit einer festen Kruste bedecken und dadurch pulverisirbar machen, ohne dieselben vorher zu verkohlen.
DE543DA 1877-08-04 1877-08-21 Verfahren zum Entfetten und Heinigen der Textilstoffe. Zusatz zu No. 108 der Patentrolle Expired - Lifetime DE543C (de)

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