DE2503C - Verfahren zum Beizen, Färben und Schlichten von Garn - Google Patents
Verfahren zum Beizen, Färben und Schlichten von GarnInfo
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- D06P—DYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
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- D06P1/673—Inorganic compounds
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Description
1878.
MAX BAERLEIN in MANCHESTER. Verfahren zum Beizen, Färben und Schlichten von Garn.
Patentirt im Deutschen Reiche vom I. Februar 1878 ab. Längste Dauer: 18. Januar 1891.
Die Erfindung bezieht sich auf das Beizen1 und Färben, sowie auf das Schlichten von Garn
zur Herstellung sogenannter echter Farben und eignet sich besonders für die Fabrikation halbwollener
Waaren, deren Kette aus Baumwolle und deren Schufs aus Wolle besteht. Wenn beim Färben dieser Waaren Eisen- oder andere
Metallsalze als Beizen in Anwendung gebracht werden müssen und man den Glanz der Wolle
vollständig erhalten will, so ist es nothwendig, die Kette vorzufärben.
Das gewöhnliche Verfahren hierbei besteht darin, das Garn im Strange oder Kötzer zu
färben, dann zu schlichten und aufzubäumen. Hier werden dagegen alle diese Operationen in
eine einzige zusammengefafst, während das Garn von einem oder mehreren Bäumen (sogenannten
Zettelbäumen) auf einen anderen, gewöhnlich den Stuhlbaum gewunden wird, so zwar, dafs
die Fäden ausgebreitet sind, gerade wie sie zum Weben verwendet werden.
Die Vortheile dieses "Verfahrens bestehen darin,
dafs die zum ächten Färben nöthigen Gerbe-, Beize- und Färbestoffe anwendbar sind, ohne
dafs das Garn angestrengt oder gestreckt wird, dafs alle Fäden parallel und so ausgebreitet
bleiben, wie dies zum Vorweben nothwendig ist, sowie dafs man den Lufttrockenprocefs anwenden
kann, der den Farben bei weitem nicht so nachtheilig ist, wie das Trocknen durch Berühren
mit geheizten Cylindern, so zwar, dafs sich die nach meinem Verfahren gefärbten oder
gebeizten und geschlichteten Ketten ebenso gut verarbeiten lassen wie solche, die nur roh gebäumt
oder geschlichtet wurden.
Um dies zu ermöglichen, wende ich für den ganzen Procefs nur zwei Tröge oder Bottiche
an und unterlasse vollständig das gewöhnliche Waschen der Garne, indem ich nur solche
Metallsalze anwende, deren Säuregehalt an der Luft sich verflüchtigt und zwar während das
Garn die Maschine passirt, indem es bei dem unten näher beschriebenen Trockenprocefs einem
Luftstrom ausgesetzt wird. In den erwähnten zwei Trögen mische ich die Ingredienzen derart,
dafs die in einem Troge befindlichen keine chemische Reaction eingehen können, sondern
nur eine mechanische Auflösung bilden.
In beiliegender Zeichnung sind A und B die Tröge, in welchen gefärbt, gebeizt und geschlichtet
wird. In den Trog A bringe ich zum Beizen eine Auflösung bezw. Abkochung von gerbsäurehaltigen
Stoffen, wie Sumach, Catechu etc., sowie aufserdem (zum Färben) eine Abkochung von Farbholz oder anderen Farbstoffen, wie
Blauholz, Gelbholz etc.
In den Trog B bringe ich dagegen die Auflösung des Metallsalzes, und, wenn auch geschlichtet
werden soll, gleichzeitig die Schlichte oder den Leim.
Die chemische Action ist dabei die gleiche wie beim gewöhnlichen Färben, nur mit dem
Unterschiede, dafs bei meinem Procefs der Farbstoff schon vorher aufgetragen und erst
später durch das Metallsalz fixirt wird, wobei ich nur zwei Tröge anwende, gegen vier bis
sechs des gewöhnlichen Färbens, und dadurch das Garn in ausgebreitetem Zustand perfect erhalten
kann, was bei mehr Trögen zur Unmöglichkeit wird.
Gewöhnlich wende ich das holzessigsaure Eisenoxydul als Metallsalz an, und dies besonders
beim Schwarzfärben, bei welchem mein Verfahren hauptsächlich mit Vortheil zur Anwendung
kommen kann.
Die Holzessigsäure verflüchtigt sich noch auf der Maschine und das Eisenoxydul bildet eine
feste Verbindung mit der Gerbsäure und dem Farbstoffe. Da aber das im Handel vorkommende
holzessigsaure Eisenoxydul nach dem Färben einen unangenehmen Geruch hinterläfst,
so stelle ich dasselbe aus gewöhnlichem Eisenvitriol, den ich in Wasser auflöse, dar und bilde
einen Niederschlag von Eisenoxydul durch Zusatz von kaustischer Soda. Zu dem Niederschlage
giefse ich alsdann gewöhnlichen Holzessig.
Bei meiner im Schnitt dargestellten Maschine bringe ich das ungefärbte Garn in der gewöhnlichen
Weise auf die Zettelbäume CCCC.
Diese Bäume mache ich da, wo ich Garne zu beizen oder zu färben habe, welche die Beize
oder Farbe nur schwer aufnehmen, aus einem durchlöcherten Rohre und lasse zum besseren
Oeffhen der Fasern vor dem Einlegen in die
Maschine oder während des Ganges derselben Dampf durchströmen. ''
Das Garn passirt alsdann die beiden Tröge A und B, kommt darauf nach den Trockenkammern
D D, wovon in der Zeichnung nur zwei dargestellt sind, die aber auch in gröfserer
Anzahl vorhanden sein können.
In diese Kammer wird die kalte Luft durch die Ventilatoren E E eingesogen und gegen die
mit Dampf geheizten Röhren FFF geführt, hier erwärmt und dann gegen das Garn geschleudert,
wodurch zugleich mit dem Trocknen des Garnes auch eine Verflüchtigung der Holzessigsäure
bewerkstelligt wird. Alsdann passirt das Garn die Mefswalzen G, wird durch die
Oeffner HHH so separirt, dafs keine Fäden zusammenkleben können, worauf es sich am
Kopfende der Maschine auf einen Baum aufwindet, der gewöhnlich der zum Vorweben bestimmte
Stuhlbaum ist.
Durch ein Frictionsgetriebe I, das vom Antriebe der Maschine getrieben wird, und eine
Seitenwelle K bewege ich die in den Trögen A und B befindlichen Walzen in der Weise, dafs
diese so viel Garn vorwärts senden, als sich vorn am Kopfende auf den Baum aufwindet.
Das Ganze selbst hat deshalb nur die Leitwalzen L und die Zettelbäume A A zu treiben,
eine Arbeit, die so wenig Kraft in Anspruch nimmt, dafs das Garn in keiner Weise gestreckt
werden kann.
Das rohe Garn geht deshalb auf einer Seite in die Maschine, während das fertig gefärbte
oder gebeizte und geschlichtete Garn auf der anderen Seite fertig für den Webstuhl abgeliefert
wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2503C true DE2503C (de) |
Family
ID=281779
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT2503D Active DE2503C (de) | Verfahren zum Beizen, Färben und Schlichten von Garn |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2503C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2478230A (en) * | 1945-02-17 | 1949-08-09 | American Viscose Corp | Liquid treatment apparatus for yarns |
-
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- DE DENDAT2503D patent/DE2503C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2478230A (en) * | 1945-02-17 | 1949-08-09 | American Viscose Corp | Liquid treatment apparatus for yarns |
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