DE352845C - - Google Patents

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C9/00After-treatment of cellulose pulp, e.g. of wood pulp, or cotton linters ; Treatment of dilute or dewatered pulp or process improvement taking place after obtaining the raw cellulosic material and not provided for elsewhere
    • D21C9/10Bleaching ; Apparatus therefor
    • D21C9/12Bleaching ; Apparatus therefor with halogens or halogen-containing compounds
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06LDRY-CLEANING, WASHING OR BLEACHING FIBRES, FILAMENTS, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR MADE-UP FIBROUS GOODS; BLEACHING LEATHER OR FURS
    • D06L4/00Bleaching fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods; Bleaching leather or furs
    • D06L4/20Bleaching fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods; Bleaching leather or furs using agents which contain halogen
    • D06L4/22Bleaching fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods; Bleaching leather or furs using agents which contain halogen using inorganic agents
    • D06L4/24Bleaching fibres, filaments, threads, yarns, fabrics, feathers or made-up fibrous goods; Bleaching leather or furs using agents which contain halogen using inorganic agents using chlorites or chlorine dioxide

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Description

Es ist seit langem bekannt, daß die Bleichwirkuing" von Lösungen unterchlorigsaurer Salze außer durch Erwärmen auch durch Ansäuern außerordentlich beschleunigt werden kann. Dies ist auch ohne weiteres erklärlich, weil beim Ansäuern der 'genannten Salzlösungen freie unterchlorige Säure, gegebenenfalls auch freies Chlor gebildet wird. Die Anwendung z. B. von Schwefelsäure oder Salzsäure führt leicht zu freiem Chlor, während! sich die Einwirkung sohlwacher Säuren, wie Kohlensäure, Essigsäure ui. a., leicht auf die Entbindung von unterchloriger Säure beschränken läßt. Die Anwendung der letztgenannten Säuren wurde besonders empfohlen (vgl. z. B. Patent 31741), weil dabei die zerstörende Wirkung freien Chlors auf die Faserstoffe vermieden wird'.
Obwohl eine derartige Beschleunigung der Bleichwirkuwg eine beträchtliche Ersparnis an Zeit und' mitunter auch an Bleichmittel bedeutet, also erhebliche Vorteile für den Großbetrieb zu versprechen scheint, und obwohl man in der Verwendung· schwacher Säuren ein Mittel in der Hand hat, schädliche Einflüsse auf 'die Faserstoffe bei dieser Arbeitsweise zu vermeiden, so hat dies Verfahrren doch keine allgemeine Anwendung gefun- den. Meistens verwendet man die unterchlorigsauiren Salze noch in alkalischer Lösung und benutzt zur Beschleunigung der Bleiche lediglich ein Erwärmen der Lauge auf etwa 300. Daß man diesem Verfahren den Vorzug gibt, muß auf den ersten Blick
befremdend1 erscheinen, weil dasselbe sich infolge erheblichen Dampfverbrauches teurer stellt, und weil bei der erhöhten Temperatur auch immer die Gefahr eines schädigenden Einflusses auf das Fasermaterial besteht. Eine Erklärung dafür findet sich aber in der Tatsache, daß merkwürdigerweise die angesäuerte Hypochloritlösung in der endgültigen Bleich/Wirkung- der erwärmten alkalischen Lösung häufig- nachsteht, obwohl das bekannte Verhalten der freien unterchlorigen Säure das Gegenteil erwarten läßt. Behandelt man beispielsweise ungebleichten Sulfitzellstoff einerseits mit einer durch Einleiten von CO2 angesäuerten Chlorkalklösung, anderseits mit erwärmter alkalischer Chlorkalklösunig, und zwar so, d!aß in beiden Fällen gleichviel aktives Chlor verbraucht wird, so pflegt die Bleichwirkung der alkalischen Lauge die bessere zn sein.
Es wurde nun aber gebunden, daß eine der Behandlung mit dem erwärmten Hypochloritbade noch erheblich überlegene Bl'eiohiwirkung erzielt wird1, wenn das Bleichlgut zunächst mit angesäuerter und diann mit alkalischer Hypochloritlösung behandelt wird.
Dies zeigen z. B. folgende Vengleichsversu ehe:
a) Eine Probe Sufitzellstoff wurde mit einem alkalischen Chlorkälkfoade, welches 15 Prozent Chlorkalk, auf d'en trockenen Stoff berechnet, enthielt, bei etwa 300 C behandelt. Es wurden bei der Bleiche 12 Prozent Chlorkalk (vom Trockenstoff) verbraucht.
b) Eine gleiche Menge desselben Stoffes wurde mit 15 Prozent Chlorkalk bei gewöhnlicher Temperatur behandelt; die Lösung war durch Einleiten von Kohlensäure angesäuert worden. Auch hierbei wurden 12 Prozent Chlorkalk (auf Trockenstoff berechnet) verbraucht.
c) Eine gleich große Probe desselben Zellstoffes wurde zunächst mit 10 Prozent Chlor kalk unter Ansäuern behandelt (verbraucht 7,25 Prozent). Dann wurde mit 5 Prozent Chlorkalk im alkalischen Bade bei etwa 300 weitergebleicht. Hierbei wurden verbraucht 3 Prozent Chlorkalk, im ganzen also 10,25 Prozent auf Trockenstoff berechnet.
Die Bleiohwirkung war nun bei dem alkalischen Bade a erheblich besser wie beim angesäuerten Bade b, und zwar trotz des geringeren Chlorverbrauches. Man hätte nach dem dargelegten Stand der wissenschaftlichen und technischen Kenntnis vom Bleichprozeß erwarten müssen, daß c viel schlechter bleichen würde als a, weil bei c ein Teil des gut wirkenden, warmen, alkalischen Bades a durch das allein für sich schlechter wirkende angesäuerte Bad b ersetzt ist.
Die Mengenverhältnisse des Bleichmittels können auch umgekehrt wie bei dem angeführten Beispiel gewählt werden, so daß man also auch mit weniger Chlorkalk sauer vorbleichen «τκί eine größere Menge zur alkalischen Nachbleiche verwenden kann. Im übrigen richtet sich die Ausführung des Verfahrens, insbesondere hinsichtlich der zu wählenden Mengenverhältnisse, Temperatur, Bleichd'auer usw. natürlich ganz nach der Art des zu bleichenden Stoffes und nach der gewünschten iBleichwirkiung.
Die Erklärung für die durch die aufeinanderfolgende Behandlung mit dem sauren und alkalischen Bade erzielte Mehrwirkung scheint darin zu liegen, daß die Bleiche mit freier unterchloriger Säure zu Zwischenerze ugriissen der Oxydation führt, die leicht und rasch nur durch, alkalisches Hypochlorit beseitigtl werden. Diese Erklärung macht es auch verständlich, daß die Reihenfolge saueralkalisch für die beabsichtigte Wirkung erforderlich ist, und1 diaß der umgekehrte Weg, ά. h. die Behandlung 'des Bleichgutes, zuerst in einem alkalischen und dann erst in einem sauren Hypochloritbade (wie es z. B. im Patent 281581 vorgeschlagen ist) nicht zu dem gleichen Erfolg führt.
Unter sonst gleichen- Bedingungen, besonders also bei gleichem Chlorverbrauch, wird nach dem neuen Verfahren eine erheblich bessere Bleichwirkuing, d. h. ein weißerer Stoff erzielt wie bei der nur sauren bzw. nur alkalischen Bleiche oder wie bei umgekehrter Reihenfolge der Bäder. Um dasselbe Weiß zu erzielen wie nach jenen Verfahren, kann man daher nach dem neuen Veifabren Chlor und Dampf sparen Auch wird die Faser des Bleichgutes bei weitem nicht so leicht angegriffen wie bei der ganz sauren Bleiche oder der sauren Nachbleiche nach alkalischer Vorbleiche, weil das unter Umständen für die Faser gefährliche saure Bad, also die freie unterchlorige Säure, nur im Anfang· des Bleichprozesses zur Anwendung kommt, wo noch eine große Menge leicht oxydabler Substanzen vorhanden ist und die freie unterchlorige Säure noch genügend Bleicharbeit an eben diesen Substanzen vorfindet. Außerdem wird das Fasermaterial auch dadurch erheblich geschont, daß die Bleiche nicht oder nur zum geringen Teil bei erhöhter Temperatur ausgeführt werden muß.
Es sei noch betont, daß die günstigen Wirkungen nur bei Verwendung von Hypochloriten! erzielt werden, die ausschließliche Verwendung anderer Bleichmittel aber nicht in Betracht kommt und auch die Mitverwendung solcher durchaus überflüssig· ist.
Man hat bereits vorgeschlagen, Gewebstoffe vor der Chlorkalkfbleiche einer Behandlung mit schwefliger Säure zu unterwerfen. Diesem Verfahren ist das neue Verfahren weit überlegen, da selbst dann noch ein erheblich besseres Weiß erzielt wird, wenn man im ganzen weniger Chlor anwendet, als der nach dem bekannten Verfahren anzuwendenden Menge von schwefliger Säure und1 Chlor äquivalent ist.

Claims (1)

  1. P ATENT-AnSPRU C H
    Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen, Geweben u1. dgl. mit Hypochloriten, dadurch gekennzeichnet, daß d'as zu bleichende Gut zunächst mit angesäuerter und darauf mit alkalischer Hypochloritlösung behandelt wird!.
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