DE31484C - Fernsprechsystem nebst Apparat, um ein „direktes" Anrufen zwischen den Theilnehmern zu ermöglichen - Google Patents

Fernsprechsystem nebst Apparat, um ein „direktes" Anrufen zwischen den Theilnehmern zu ermöglichen

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DE31484C
DE31484C DENDAT31484D DE31484DA DE31484C DE 31484 C DE31484 C DE 31484C DE NDAT31484 D DENDAT31484 D DE NDAT31484D DE 31484D A DE31484D A DE 31484DA DE 31484 C DE31484 C DE 31484C
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societe generale des telephones in Paris
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    • H04ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
    • H04MTELEPHONIC COMMUNICATION
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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Signal Processing (AREA)
  • Interface Circuits In Exchanges (AREA)

Description

fun roc- €'ίι.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
zu ermöglichen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. April 1884 ab.
Zweck der Erfindung.
Zwei Theilnehmer desselben Fernsprechnetzes sollen, nachdem ihre Leitungen durch ein oder mehrere Vermittelungsämter in Verbindung gebracht sind, sich durch den Wecker mit Hülfe einer besonderen Contactvorrichtung benachrichtigen können, ohne die Vermittelungsämter stören zu müssen; d. h. es sollen die Anrufe, welche die einmal mit einander verbundenen Theilnehmer sich gegenseitig machen, ein Fallen der Klappen in den Vermittelungsämtern nicht hervorrufen. Aus diesem Grunde hat man die Bezeichnung »directer« Anruf als Kennzeichen des vorliegenden Systems gewählt.
Und umgekehrt: Irgend ein Theilnehmer kann mit Hülfe einer zweiten Contactvorrichtung das Vermittelungsamt benachrichtigen, ohne den Wecker desjenigen Theilnehmers, mit welchem er in Verbindung steht, in Thätigkeit setzen zu müssen. Dieses Verfahren gestattet also den einfachen Anruf und den »directen« Anruf.
Allgemeine Einrichtung.
Um diesen doppelten Anruf zu ermöglichen, sind am Apparat jedes Theilnehmers zwei Contactvorrichtungen angeordnet, durch welche der Strom der Anrufbatterie auf zwei verschiedene Arten in die Leitung geschickt werden kann, in der Weise, dafs man entweder die Signalscheibe des Vermittelungsamtes oder den Wecker des einen oder des anderen Theilnehmers in Thätigkeit setzt.
Im Nachfolgenden sind verschiedene Anordnungen beschrieben, welche das System in gleicher Weise verwirklichen.
I. Directer Anruf auf Linien mit doppelter Leitung (Blatt I).
Betrachten wir die verschiedenen Fälle, welche eintreten können.
i. Einfacher Anruf des Amtes B1 durch den Theilnehmer A.
Der Lauf des Stromes ist der folgende:
Indem man auf den Schlüssel C B drückt, geht der Strom der Batterie PA vom Kupfer c durch den Contact c b des Schlüssels C B, durch den Contact m h des Schlüssels C A, durch die Leitung L1 zum Vermittelungsamt .B1, wo er in die vordere Platte P1 der Klappe (jack) des betreffenden Theilnehmers durch das Relais des Weckers R1 geht, welches in Thätigkeit gesetzt wird und den Localstrom des Weckers schliefst. Der Beamte ist auf diese Weise benachrichtigt, dafs der Theilnehmer A angeschlossen zu werden wünscht. Der Strom verläfst das Relais R1 und gelangt durch den beweglichen Contact V1 q1 der hinteren Platte ^1 der Klappe und durch die Leitung Z1 nach A zurück, geht durch den Contact g η des Schlüssels C A, durch den Contact α e des niedergedrückten Schlüssels C B und von dort zum Zink \ der Batterie PA; der vom Kupfer c ausgehende Strom ist somit geschlossen.
2. Anruf eines Theilnehmers A durch das Amt B1.
Man verbindet das Kupfer c der Batterie P1 B1 (deren Zink beständig mit der Erde in Verbindung steht) mit den beiden Linienleitungen Z1 L1, indem man auf den Schlüssel C1 B1 drückt und den Stöpsel J1 in das Loch auf der rechten Seite der Klappe P1 ργ des Theilnehmers A einführt; der Strom der Batterie P1 .B1 wird hierdurch in das Relais R des bei dem Theilnehmer A angeordneten Weckers und dann in die Erde T gesendet, und zwar auf folgende Weise:
Man hat zwei Handgriffe auszuführen: ι. Man steckt den Stöpsel J1 in das Loch auf der rechten Seite der mit den beiden Leitungen L1 und I1 des Theilnehmers A verbundenen Klappe P1P1, so dafs die beiden Drähte tx V1 der biegsamen Leitungsschnur mit den beiden Platten P1 P1 und hierdurch mit den Leitungen L1 I1 in Verbindung kommen.
Um die Zeichnung klarer zu machen, sind die beiden Platten der Klappe über einander gezeichnet, während sie in Wirklichkeit auf einander gelegt und von einander isolirt sind.
Durch das Hineinstecken des Stöpsels in das Loch auf der rechten Seite wird die Stange U1 und die mit U1 aus einem Stück bestehende Feder q1 heruntergedrückt, so dafs der Contact V1 durch ^1 unterbrochen wird und keine Ableitung in das Relais R1 stattfinden kann.
2. Nachdem man den Stöpsel^ in das Loch auf der rechten Seite der Klappe P1 P1 gesteckt hat, drückt man auf den Schlüssel C1 B1 ; der Lauf des Stromes ist nun folgender: Der von Batterie P1 .B1 erzeugte Strom wird einerseits zur Erde T1 abgeleitet, andererseits gelangt er durch eine Leitung zum Contactstift ^1, geht gleichzeitig durch die beiden Federn C1 und ^1, fliefst zugleich durch die beiden Drähte Z1 V1 und gelangt durch die Platten pY P1 der Klappe in die Linienleitungen I1 und L1. Folgen wir zuerst dem Strom auf der Leitung L1 , dann auf der Leitung I1 bis zum Punkt r, wo sich die beiden gleichgerichteten Ströme wieder vereinigen.
Auf L1: Der Strom geht durch die Feder h zum Anschlag m, von der Feder b zum Anschlag d und von dort nach r.
Auf I1 : Der Strom fliefst durch den Schlüssel C A von g nach η und durch den Schlüssel C B von α nach _/, geht von χ nach y und gelangt nach r. Von r geht der ganze Strom in das Relais R und dann durch den Contact qp in die Erde T.
Dieser Contact qp ist nur dann geschlossen, wenn der Hebel h die gezeichnete Stellung einnimmt, also gesenkt ist. Von der Erde T geht der Strom zur Erde T1 des Vermittelungsamtes B1 und ist somit geschlossen. Infolge dessen wird das Relais R in Thätigkeit gesetzt; der Anker ν desselben berührt den Contact t und schliefst den Localstrom t ν P S S des Weckers S des Theilnehmers A, wodurch der letztere benachrichtigt wird.
3. Anruf des Vermittelungsamtes B2 durch das Amt JB1.
Man steckt den Stöpsel f\ in die Klappe p\ P\ und drückt auf den Schlüssel C^ B\, der Strom der Batterie P\ A\ gelangt hierdurch auf vollkommen metallischer Leitung in das Relais r2 des Vermittelungsamtes S2. Dieser Anruf ist dem vorliegenden System übrigens nicht eigenthümlich.
4. Directer Anruf zwischen Theilnehmern.
Um direct anrufen zu können, mufs der rufende Theilnehmer, z. B. A, erst die Vermittelungsämter B1 und B1 ersuchen, seine beiden Leitungen mit denjenigen des gerufenen Theilnehmers A1 zu verbinden. Zu diesem Zweck mufs man auf dem Amte S1 die Leitungen L1 und L2 einerseits und I1 und I2 andererseits mittelst einer biegsamen Leitungsschnur mit zwei Stöpseln verbinden; auf dem Amt B2 in derselben Weise die Leitungen L2 L\ und I2 /1J, und zwar so, dafs man die Relais R1 und r2 vom Strom abschneidet und die Relais rx und Rn in der Weise in Ableitung läfst, dafs der Theilnehmer A durch Drücken auf den Schlüssel C B B1 noch anrufen kann und ebenso A1 B2. Nachdem die Leitungen so verbunden sind, genügt es, damit der Theilnehmer A1 vom Theilnehmer A angerufen werden kann, am Orte A auf den Schlüssel CA zu drücken, um das Zink ^ der Batterie PA mit der Erde T zu verbinden; ferner die beiden Leitungen L1 und I1 in der Weise mit einander zu verbinden, dafs, wenn diese beiden Leitungen denselben Widerstand haben, die Potentialdifferenz in den Vermittelungsämtern S1 und S2 an den Angriffspunkten F2 und V2 und F1J V1J jedes der in Ableitung gebliebenen Relais R2 und T1 gleich Null ist und infolge dessen letztere durch den so geleiteten Strom nicht in Thätigkeit gesetzt werden, so lange auf das beim Theilnehmer A1 angeordnete Relais R1 eingewirkt wird und der Localstrom des Weckers S1 geschlossen bleibt.
Stromlauf: Wenn man auf den Schlüssel C A am Orte A drückt, geht der Strom vom Kupfer der Batterie PA zum Contactstift I des Schlüssels C A und gelangt zugleich durch die Federn h und g in die Leitungen L1 und I1. Der doppelte Strom passirt das Amt B1 mittelst einer biegsamen Stöpselschnur, welche die Platten JJ1 p\ und P1 P\ der beiden Klappen verbindet, gelangt von dort in die Linien L2 I2, geht durch das Amt S2 in derselben Weise wie durch das Amt S1 und läfst die Relais T1
und R2, welche mit den Leitungen in Verbindung stehen, in Ruhe.
Der Strom kommt durch die beiden Leitungen L1J und Z1J zum Orte Ä1. Wir folgen dem Strom wieder auf jeder der Leitungen L\ und /1J bis zu ihrem Vereinigungspunkt r1.
Auf Z-1J: Feder g1, Anschlag M1, durch die Feder a1 und den Anschlag f1 des Schlüssels C1 jB1 zum Contact X1J^1 und zum Punkt r1.
Auf Z1J: Nach dem Schlüssel C1 A1 durch die Feder h1 zum Anschlag m1, nach dem Schlüssel C1 -B1 durch die Feder b1 zum Anschlag d1 und zum Vereinigungspunkt mit L1J bei r1. Von r1 geht der ganze Strom durch das Relais R1 und setzt es in Thätigkeit; der Anker vl des Relais R1 kommt in Contact mit f1, schliefst die Batterie P1 S * des Weckers S1, und der Theilnehmer A1 ist benachrichtigt. Voni?1 gelangt der Strom durch den Contact^'p1 zur Erde T1.
Das Zink \ der Anruf batterie PA des Theilnehmers A steht auch mit der Erde in Verbindung, denn durch Drücken auf den Schlüssel C A verbindet man den Contactstift k mit der Feder j, welche mit der Erde T durch den Contact qp verbunden ist.
Bemerkung. Es ist klar, dafs, wenn die beiden Theilnehmer A und A1 nur an ein Vermittelungsamt B1 angeschlossen sind, die beschriebenen Vorgänge in derselben Weise stattfinden, mit dem Unterschied, dafs beim Anruf des Theilnehmers A1 durch den Theilnehmer A nur der Anruf des Amtes B2 durch das Amt B1 wegfällt.
5. Apparate (Blatt II).
Für dieses Fernsprechsystem werden zwei besondere Apparate verwendet: die Schlüssel und die Relais.
Die Schlüssel bestehen aus zwei oder drei Federn, welche von einander durch metallische oder isolirende Theile getrennt sind.
Durch Drücken auf einen einzigen Knopf bringt man die Federn zugleich mit einander oder mit anderen Theilen (Contactstifte) in Berührung, wobei gleichzeitig gewisse Contacte, welche in der Ruhelage des Schlüssels geschlossen sind (Anschläge), geöffnet werden.
In Fig. ι ist der Schlüssel CA mit drei Federn für den »directen« Anruf, Fig. 2, und der Schlüssel C B mit zwei Federn für den Anruf des Amtes, Fig. 3, auf demselben Brett angeordnet, dargestellt.
Die Fig. 4 und 5 zeigen in Grundrifs und Seitenansicht die einander gleichen Schlüssel C1 S1 und C2 B2, welche in den Vermittelungsämtern zum Anrufen der mit Apparaten für den directen Anruf versehenen Theilnehmer benutzt werden.
Die Relais, welche bei den Theilnehmern angeordnet sind, sind von besonderer Einrichtung; man verwendet zwei verschiedene Constructionen, die in die Linie auf zwei verschiedene Arten eingeschaltet werden können, um demselben Zweck zu dienen, d. h. den Localstrom des Weckers mit Hülfe derselben Ströme zu schliefsen.
Erste Construction. In den Relais R und R1 der Theilnehmer A A\ Blatt I, sind die bei B2 sich vereinigenden Leitungen L1 I1 in der in dem Schema Fig. 6, Blatt II, dargestellten Weise um die Rollen b bx gewickelt und dann zur Erde T geleitet. Die Relais R R1 sind gewöhnliche Relais mit zwei Rollen, von denen eines auf Blatt II im Aufrifs, Fig. 7, dargestellt ist.
Dies Relais ist zwischen den Punkt B2 und die Erde eingeschaltet und wird durch einen Strom in Thätigkeit gesetzt, welcher aus der Vereinigung zweier anderen, gleichzeitig auf den Linien L1 L1 ankommenden Ströme hervorgeht. Durch ein auf diese Weise in die Leitung eingeschaltetes gewöhnliches Relais mit zwei Rollen wird das Problem des directen Anrufes zwischen Theilnehmern gelöst.
Aber es tritt ein Fall ein, wo ein so angeordnetes Relais einen Nachtheil verursacht; wenn nämlich zwei Theilnehmer durch ein einziges Amt mit sehr kurzen Linien auf directen Anruf verbunden sind, findet der gröfste Theil des Anrüfsstromes beim Durchlaufen des Kreises L1 B2 I1 im Vermittelungsamt keinen Widerstand und geht von dort weiter, während nur eine sehr geringe Menge des Stromes durch das auf dem Amt in Ableitung befindliche, einen ziemlich beträchtlichen Widerstand (200 Ohm) bietende Relais fliefst. Dies Relais würde infolge dessen nicht in Thätigkeit gesetzt werden und so dem Theilnehmer ein Anruf des Vermittelungsamtes unmöglich sein.
Dieser Nachtheil läfst sich durch Einschalten passender Widerstände in die Leitungen L1 und Z1 vermeiden, damit der abgeleitete Strom im Vermittelungsamt hinreichend grofs wird.
Die Anordnung dieser Widerstände kann man jedoch umgehen, wenn man die zweite Relaisconstruction verwendet.
Zweite Relaisconstruction: Das Schema Fig. 9 und die Fig. 8 und 10 zeigen eine andere Relaisconstruction, bei welcher die Drahtwindungen der Rollen in ganz anderer Weise verbunden sind. Die Leitung Z1 ist mit dem äufseren Ende der Windungen der Rolle bx, die Leitung L1 mit dem inneren Ende der Windungen der Rolle b und das innere Ende der Windungen der Rolle b1 mit dem äufseren Ende der Windungen der Rolle b verbunden. Vom Punkt B2, Fig. 9, gehen die vereinigten Leitungen L1 I1 zur Erde T.
Aus dieser ganz besonderen Verbindungsweise geht hervor, dafs das Relais nur dann in Wirkung gesetzt wird, wenn die Leitungen L1 Z1
gleichzeitig von zwei gleichgerichteten Strömen durchlaufen werden. Denn in diesem Falle entstehen in den Kernen der Rollen b bx entgegengesetzte Pole, während, wenn die Leitungen L1 I1 von zwei ungleich gerichteten Strömen durchflossen werden, gleichnamige Pole in den Kernen entstehen und das Relais durchaus nicht in Thätigkeit gesetzt wird.
■ Obwohl diese zweite Relaisconstruction dem Strom für den directen Anruf einen viel gröfseren Widerstand entgegensetzt, als ein gewöhnliches Relais mit zwei Rollen, so ist sie doch jenem vorzuziehen, weil sie das Problem des directen Anrufes in ganz allgemeiner Weise löst.
Auf Blatt III ist eine Variante dieses eben beschriebenen Relais dargestellt, deren Construction sehr gedrängt ist und beinahe ebenso viel Raum beansprucht, wie das Relais R R1, so dafs man das eine Relais an Stelle des anderen auf den Tafeln, auf welchen sämmtliche Apparate für den directen Anruf angeordnet sind, anbringen kann.
Die ThCiIeMM1M" und die Kerne NN1 der beiden Rollen B B1 sind aus weichem Eisen. Das Kupferstück A ist von M" isolirt, und die Spitze der Schraube C, welche die Spannung der Feder D regulirt, aus nichtleitendem Material hergestellt.
Die Enden der Localleitung, in welche eine Batterie und ein Wecker eingeschaltet ist, sind in den Klemmschrauben P (Batterie) und S (Wecker) befestigt. Die Klemmschraube P steht mit dem Kupferwinkel E, dem Kupferstück G, dem Eisenstück M1 und dem Kern N der Rolle B in Verbindung. Die Theile M" und G können aus einem Kupferwinkel hergestellt werden. Die Klemmschraube »S ist mit dem Kupferstück A, dem Kupferstück H und dem Anker M in leitender Verbindung. Hieraus geht hervor, dafs, wenn der Anker M und der Kern N sich berühren, der Localstrom des Weckers geschlossen wird.
Das Relais wirkt in folgender Weise:
Wenn zwei parallele, gleichgerichtete Ströme durch die Leitungen L1 und Z1 in die Rollen B B1 und dann in die Erde T gelangen, entstehen an den Enden der Kerne N und 2V1 ungleichnamige Pole, und der Anker M wird angezogen.
Wenn dagegen der Strom durch die Leitung L1 in die Rolle B, dann in die Rolle -B1 gelangt und durch die Leitung I1 zurückkehrt, entstehen gleichnamige Pole an den Enden von N und N1, und der Anker M wird nicht angezogen.
Man sieht also, dafs dies Relais nur durch das Zusammenwirken zweier gleichgerichteten Ströme in Thätigkeit gesetzt wird, welche zugleich auf den Leitungen L1 und I1 ankommen, die Rollen B und jB1 durchlaufen und dann zur Erde T gelangen, während ein Strom auf vollkommen metallischer Leitung nicht darauf einwirkt.
II. Directer Anruf mit polarisirten Apparaten auf Linien mit einfacher oder doppelter Leitung.
Dies System beruht im wesentlichen auf der Anwendung von polarisirten Apparaten, sowohl bei den beiden mit einander verbundenen Theilnehmern als auch in den Vermittelungsämtern.
Ein Strom von bestimmter Richtung setzt die Apparate der Theilnehmer in Thätigkeit, ein Strom von umgekehrter Richtung dagegen die Apparate der Aemter.
Es ist unbedingt nothwendig, dafs alle polarisirten Apparate in derselben Richtung von einem Strom von bestimmter Richtung durchlaufen werden, d. h. die Apparate sind so anzuordnen, dafs sie bei Linien mit einfacher Leitung mit der Erde in Verbindung stehen und bei Linien mit doppelter Leitung jede Leitung ebenfalls nach der Erde ableiten können. Dies ist die Grundlage des Systems.
Die zur Ausführung dieses Systems nothwendigen Apparate sind die folgenden:
Beim Theilnehmer:
1. ein Schlüssel für die Umkehrung des Stromes;
2. ein polarisirtes Relais.
Der eigentliche Fernsprechapparat kann von beliebiger Construction sein.
Im Vermittelungsamt:
1. eine polarisirte Klappe;
2. ein gewöhnlicher Anrufschlüssel mit einem Contact;
3. eine Anruf batterie, welche mit der Erde in Verbindung steht.
Schema der Verbindungen. Wirkungsweise (Blatt IV).
Nehmen wir an, die polarisirten Apparate seien in der Weise zusammengesetzt, dafs ein Strom, welcher von der Batterie des Theilnehmers A durch Verbinden des Zinkes mit der Erde und des Kupfers mit der Linie ausgeht, das polarisirte Relais des Theilnehmers B in Thätigkeit setzt, dagegen auf die polarisirten Klappen der Aemter C und D ohne Einflufs ist, so ergiebt sich, dafs der Theilnehmer A durch Drücken auf den Schlüssel E den Theilnehmer B und durch Drücken auf den Schlüssel G das Amt C anrufen kann.
i. Directer Anruf des Theilnehmers B durch den Theilnehmer 4.
Folgen wir dem Lauf des Stromes, wenn auf den Schlüssel E gedrückt wird.
Vom Kupfer d der Anrufbatterie zum Contactstift e, Feder/, Linie L, Stöpsel g (welcher in die Klappe des Theilnehmers A auf dem
Amt C gesteckt ist), ' Stöpselschnur, Stöpsel h, Linie L1 , Stöpsel ij, Linie L2, Feder Ar, Anschlag /, Klemmschrauben m und n, Klemmschrauben ο und p, zwischen welche das polarisirte Relais eingeschaltet ist, Klemmschrauben q und r, Anschlags, Feder t, Erde T1, Erde T (Theilnehmer A), Feder α des Schlüssels E, Contactstift b zum Zink c der Anruf batterie; der Strom ist somit: geschlossen.
Wie wir gesehen haben, geht der Strom von ö nach ρ durch das polarisirte Relais N des Theilnehmers B, der Anker desselben kommt infolge dessen vom Contact α zum Contact β und schliefst den Localstrom des Weckers.
Der Lauf des Localstromes ist der folgende: β γ λ μ V β.
Bei dem Lauf des Hauptstromes sind die Ableitungen nicht berücksichtigt; es sind dies folgende:
ι. Beim Theilnehmer A keine Ableitung.
2. Im Amt C. Die Klappe Hist ausgeschaltet, da der Stöpsel g den Contact ν u öffnet.
Die Klappe ί ist in Ableitung; durch den Contact V1M1 geht der Strom'von χ nach y und dann zur Erde T2, der Strom ist somit geschlossen.
3. Im Amt D. Klappe J ausgeschaltet und k in Ableitung.
4. Beim Theilnehmer B keine Ableitung.
2. Anruf des Amtes C durch den Theil
nehmer A.
Dieser Anruf wird durch Drücken auf den Schlüssel G bewirkt. Der Lauf des Stromes ist der folgende:
Vom Kupfer d zum Zink c, Contactstift b1, Feder a1, Linie L zum Amt C, Erde T2, Erde T, Feder/1, Contactstift e1, Kupfer d.
Im Amt C treten folgende zwei Fälle ein:
i. Ist die Verbindung zwischen A und B hergestellt, wie das Schema auf Blatt IV. zeigt, so erleidet der Anrufstrom von A nach B drei Ableitungen. Ein Theil des Stromes geht in die Klappe I, welche so eingerichtet ist, dafs sie durch diesen Strom in Thätigkeit gesetzt wird. Ein zweiter Theil kommt in die Klappe k, welche ebenfalls in Thätigkeit tritt, wenn der Anrufstrom genügend stark oder die Linie L2 hinreichend kurz ist. Ein dritter Theil endlich läuft in das polarisirte Relais N, welches nur dann wirkt, wenn der Strom eine bestimmte Richtung hat.
2. Ist die Verbindung zwischen A und B aufgehoben, geht der ganze Strom in die Klappe if des Amtes C.
3. Anruf des Theilnehmers A durch das
Amt C.
Man ersetzt den Stöpsel g durch den Stöpselg·1.
und drückt auf den Schlüssel R. Der Str.omlauf ist folgender:
Batterie ό1, Contact ε ε, Stöpsel g\ Klappe H, Linie L, Contact//1, Klemmschrauben ml n1, Klemmschrauben O1J?1, polarisirtes Relais M, Klemmschrauben ^1T1, Contacts1/1, Erde T, Erde T2, Batterie l·.
Der Strom geht also durch das polarisirte Relais M, und weil die Richtung des von der Batterie # kommenden Stromes dem Relais M entspricht, wird es in Thätigkeit gesetzt, der Anker kommt in Contact mit ß1, der Strom der Batterie y1 wird geschlossen und der Wecker S beginnt zu arbeiten.
4. Apparate.
Die Fig. 11 und 12, Blatt II, zeigen den beim Theilnehmer angeordneten Anrufschlüssel E G für die Umkehrung des Stromes im Grundrifs und Aufrifs.
Die Fig. 13 und 14, Blatt II, sind Schnitt und Oberansicht des polarisirten Relais M bezw.iV des Theilnehmers A bezw. B. Die Einrichtung des im Vermittelungsamt verwendeten Schlüssels ist auf Blatt IV ersichtlich.
Die polarisirte Klappe (Blatt IV) ist folgendermafsen eingerichtet. Der Magnet QUV zieht den Anker X beständig an, wenn aber ein Strom von passender Richtung durch die Rolle läuft, so kehrt der Kern der Rolle seine Pole um, stöfst den Anker X ab, und die Platte Y fällt herunter.
Bemerkung. Dieser directe Anruf läfst sich auch auf Linien mit doppelter Leitung, wobei die Erde durch die zweite Leitung ersetzt wird, zur Anwendung bringen.
Ferner kann dasselbe Resultat durch folgende Einrichtung erzielt werden. Man bedient sich für den directen Anruf zwischen Theilnehmern ausschliefslich der einen Leitung, indem man ihre Enden mit der Erde in Verbindung setzt, und benutzt die zweite Leitung, deren Enden ebenfalls mit der Erde verbunden werden können, für den Anruf der Aemter. Zum Sprechen verwendet man beide Leitungen, man schaltet die Erde aus und spricht dann auf vollständig metallischer Leitung. Die Relais der Aemter müssen in den Kreis der zweiten Leitung eingeschaltet werden.

Claims (7)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Ein Fernsprechsystem, wesentlich dadurch gekennzeichnet, dafs am Apparat jedes Theilnehmers zwei Contactvorrichtungen angeordnet sind, durch welche der Strom der Anruf batterie auf zwei verschiedene Arten in die Leitung geschickt werden kann, in der Weise, dafs man entweder die Signalscheibe des Vermittelungsamtes
    oder den Wecker des einen oder des anderen Theilnehmers in Thätigkeit setzt, damit zwei Theilnehmer desselben Fernsprechnetzes, nachdem ihre Leitungen durch ein oder mehrere Vermittelungsämter in Verbindung gebracht sind, durch den Wecker mit Hülfe der einen Contactvorrichtung sich anrufen können, ohne dafs durch diese Anrufe, welche die Theilnehmer sich gegenseitig machen, ein Fallen der Klappen in den Vermittelungsämtem hervorgerufen wird, und mit Hülfe der zweiten Contactvorrichtung die betreffenden Vermittelungsämter anrufen können.
  2. 2. Die Ausführung des directen Anrufes auf Fernsprechlinien mit doppelter Leitung in der Weise, dafs der Anruf des Amtes durch einen Strom auf geschlossener metallischer Leitung und der directe Anruf von Theilnehmer zu Theilnehmer durch Benutzung beider Leitungen als eine einzige und der Erde als Rückleitung geschieht.
  3. 3. Zu dem unter 2. genannten Zweck die Verbindung der beiden Anrufschlüssel des Theilnehmers mit dem aus zwei Federn bestehenden, durch Drücken auf einen Knopf in Bewegung gesetzten Anrufschlüssel im Amt, wordurch die metallische Leitung einmal auf dem Fernsprechapparat des Theilnehmers, wenn der Apparat nicht benutzt wird, und das andere Mal zur Zeit des Anrufes durch den Theilnehmer auf der Batterie seines Apparates geschlossen werden kann.
  4. 4. Der besondere Schlüssel für directen Anruf mit drei beweglichen Federn, von denen zwei die Verbindung der beiden Leitungen der Linie bewirken, wenn man auf den Knopf drückt, und dann die Verbindung der so gebildeten Linie mit einem der Pole der Batterie des Theilnehmers herstellen, während die dritte Feder den anderen Pol der Batterie mit der Erde verbindet.
  5. 5. Ein Relais mit zwei Rollen mit ungleich gerichteter Wickelung, von denen jede mit einer Leitung der Linie in Verbindung steht und die Erdleitung von der Verbindungsleitung der beiden Rollen ausläuft, welches Relais beim Theilnehmer einen so grofsen Widerstand in der metallischen Leitung hervorbringt, dafs eine hinreichende Ableitung in die Klappe des Amtes eintritt und der Anruf dieses Amtes durch den Theilnehmer ermöglicht, sowie die Anordnung von Ergänzungswiderständen beim Theilnehmer vermieden wird.
  6. 6. Die Anordnung der polarisirten Relais sowohl bei den beiden mit einander verbundenen Theilnehmern, als auch in den Vermittelungsämtem zur Herstellung des directen Anrufes, welche Anordnung derart ist, dafs ein Strom von bestimmter Richtung nur die Apparate der Theilnehmer in Thätigkeit setzt, ein Strom von umgekehrter Richtung dagegen die Apparate der Aemter, wobei alle polarisirten Apparate in derselben Richtung von einem Strom von bestimmter Richtung durchlaufen werden, d. h. alle Apparate so anzuordnen sind, dafs sie bei Linien mit einfacher Leitung mit der Erde in Verbindung stehen und bei Linien mit doppelter Leitung jede Leitung ebenfalls nach der Erde ableiten können.
  7. 7. Die Anordnung der Anrufschlüssel des Theilnehmers, von denen jeder zwei Federn besitzt, wodurch der Strom in zwei entgegengesetzten Richtungen in die Linie gesendet werden kann, und wobei der Strom in der einen Richtung auf die Klappe oder das polarisirte Relais des Amtes, in der anderen Richtung auf das polarisirte Relais jenes Theilnehmers wirkt, mit welchem die directe Verbindung hergestellt ist.
    Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
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