DE304682C - - Google Patents

Info

Publication number
DE304682C
DE304682C DENDAT304682D DE304682DA DE304682C DE 304682 C DE304682 C DE 304682C DE NDAT304682 D DENDAT304682 D DE NDAT304682D DE 304682D A DE304682D A DE 304682DA DE 304682 C DE304682 C DE 304682C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
magnesium
chlorine
magnesium hydroxide
pure
hydroxide
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT304682D
Other languages
English (en)
Publication of DE304682C publication Critical patent/DE304682C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F5/00Compounds of magnesium
    • C01F5/14Magnesium hydroxide

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

Es ist bekannt, daß die Sulfide des Calciums, Bariums, Strontiums durch Chlormagnesium nach der Formel
CaS (BaS, SrS)+ MgCl2+ 2 H2O
= CaCl2 (BaCl2, Sr Cl2) + H2S + Mg (O H)2
zersetzt werden. Bei der Verwendung von technischen, durch Reduktion von Sulfaten gewonnenen Sulfiden ist das ausfallende Magneto siumhydroxyd durch die Beimengungen des Reduktionsproduktes (Sulfat, Asche, Kohle) verunreinigt und somit wertlos. Ein reines Magnesiumhydroxyd läßt sich erhalten, wenn man die Sulfide vorher in Lösung bringt, so daß die Verunreinigungen abgetrennt werden können. Beim Behandeln mit Wasser gehen Barium- und Strontiumsulfid unter Bildung von Hydrosulfid und Hydroxyd in Lösung; beim Calciumsulfid tritt die Bildung von Hydrosulfid und damit Lösung erst durch Einwirkung von. Schwefelwasserstoff ein. Die Hydrosulfidlösungen werden durch Chlormagnesium gleichfalls unter Ausscheidung von Magnesiumhydroxyd und Entwicklung von Schwefelwasserstoff zersetzt.
Voraussetzung für die Gewinnung von reinem Magnesiumhydroxyd nach diesem Verfahren ist die Reinheit des angewendeten ChlQrmagnesiums. Vor allem muß das Chlormagnesium frei von Magnesiumsulfat sein, da sonst das bei der Umsetzung entstehende Chlorid sich mit dem Magnesiumsulfat zu Calcium-, Bariumoder Strontiumsulfat umsetzen und somit das Magnesiumhydroxyd verunreinigen würde.
Als reines Chlormagnesium für obigen Zweck 35 wäre das geschmolzene oder kristallisierte Chlormagnesium des Handels, welches 0,1 bis 0,2 Prozent Magnesiumsulfat enthält, anzusprechen.
Geschmolzenes oder kristallisiertes Chlormagnesium wird durch Eindampfen der bei der Verarbeitung von Carnallit auf Chlorkalium entstehenden Chlormagnesiumlösungen — Mutter- bzw. Endlaugen genannt — gewonnen. Die Eindampfkosten sind beträchtlich. Es würde daher ein großer technischer Fortschritt. sein, wenn bei den genannten Prozessen uneingedampfte Mutter- bzw. Endlaugen zur Verwendung gelangen könnten.
Die Verwendung dieser bei der Carnallit-Verarbeitung entstehenden Chlormagnesiumlaugen zur Zersetzung der Sulfide der Alkalierdmetalle unter Gewinnung von reinem Magnesiumhydroxyd ist Gegenstand der Erfindung.
.Wenn man jedoch die Chlormagnesiumlaugen so verwenden wollte, wie sie bei der Carnallitverarbeitung entstehen, dann würde das erhaltene Magnesiumhydroxyd stark mit den Sulfaten des Calciums, Bariums oder Stron- ' tiums verunreinigt sein, da in einem Kubikmeter der Mutter- bzw. Endlauge 25 bis 30 kg Magnesiumsulfat enthalten sind. Das erhaltene Magnesiumhydroxyd würde nach den vorhergehenden Ausführungen höchstens 87prozentig sein; die hieraus durch Calcinieren zu erhaltende Magnesia von.etwa 88 Prozent hat kaum einen Wert.
Es ist bisher nicht erkannt worden, daß
durch die Entfernung des Magnesiumsulfats aus den bei der Carnallitverarbeitung entstehenden Chlormagnesiumlaugen mittels Hydrosulfidlösung die Gewinnung eines reinen Magnesiumhydroxyds möglich ist. Es ist vor allen Dingen nicht erkannt worden, daß das Mittel zur Entfernung des schädlichen Magnesiumsulfats in dem einen Rohstoff, dem Sulfide, selbst liegt.
Die vorliegende Erfindung gemäß dem am Schluß angeführten Patentanspruch beruht auf dieser Erkenntnis. Sie stellt daher einen technischen Fortschritt dar. Es wird nach diesem Verfahren das eine Ausgangsmaterial, die Chlormagnesiumlauge, durch die Sulfide oder Hydrosulfide der ■ Erdalkalien, also dem anderen Rohstoff selbst, in die Form gebracht, die die Gewinnung des reinen Magnesiumhydroxyds gestattet.
Bei Ausübung dieses Verfahrens in der Praxis wird die gesamte zur Verwendung kommende Chlofmagnesiumlauge mit einer dem vorhandenen Magnesiumsulfat entsprechenden Menge der Erdalkalisulfide oder -hydrosulfide verrührt. Aus der geklärten Chlormagnesiurnlauge wird dann mittels Hydrosulfidlösung das Magnesiumhydroxyd ausgefällt. Das Magnesiumhydroxyd wird dann abfiltriert, ausgewaschen, getrocknet und eventuell calciniert. Das erhaltene Produkt ist nahezu iooprozentig. Bei beiden Prozessen wird Schwefelwasserstoff gewonnen, der auf bekannte Weise im Clausofen zu Schwefel oxydiert oder auf Schwefelsäure verarbeitet werden kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von reinem Magnesiumhydroxyd aus den Chlormagnesiumlaugen der Chlorkaliumfabrikation, dadurch gekennzeichnet, daß man aus diesen Laugen zunächst mit Erdalkalisulfid oder -hydrosulfid die Schwefelsäure ausfällt und hierauf aus der klaren Lösung mit Erdalkalihydrosulfid das Magnesiumhydroxyd.
DENDAT304682D Active DE304682C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE304682C true DE304682C (de)

Family

ID=558268

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT304682D Active DE304682C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE304682C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
US4533536A (en) Process for the manufacture of potassium sulphate by treating solutions containing magnesium chloride and potassium chloride
DE1804977A1 (de) Verfahren zum Gewinnen sehr reiner Tonerde sowie der Begleitstoffe Eisen,Magnesium und Kalium in technisch verwertbarer Form aus aluminiumhaltigen Erzen
DE4017530C2 (de)
DE2902914C2 (de)
DE304682C (de)
DE3331416A1 (de) Gips-umwandlungsverfahren
DE313943C (de)
DE720881C (de) Verfahren zur Abtrennung von Schwermetallen, wie Zink, Cadmium und Nickel, aus eisen- und sulfatreichen, metallurgischen Laugen
DE547695C (de) Herstellung von Tonerde unter gleichzeitiger Gewinnung von Salzsaeure und Alkaliverbindungen
DE63164C (de) Verfahren zur Darstellung von Kalium- und Natriumhydroxyd und -Carbonat
DE1567923A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Natriumcarbonat
AT128332B (de) Verfahren zur Herstellung von Kaliumsulfat aus natürlich vorkommenden Mehrfachsulfaten.
DE288498C (de)
DE41985C (de) Neuerung bei dem Verfahren zur Darstellung von Natriumbicarbonat und Natriumcarbonat aus der Rohsoda oder deren Laugen von dem LEBLANC - Sodaprozefs oder aus rohem Schwefelnatrium oder aus dem rohen Natriumbicarbonat des Ammoniaksodaprozesses
DE304937C (de)
DE26944C (de) Verfahren zur Darstellung von Natrium-Bichromat
DE107502C (de)
DE96158C (de)
DE859005C (de) Verfahren zur Herstellung von Tonerde
DE920010C (de) Verfahren zur Herstellung von reinem Natriumsulfid
DE412656C (de) Verfahren zur Gewinnung von Thiosulfat und Calciumsulfat aus ausgebrauchter Gasreinigungsmasse
DE585544C (de) Verfahren zur Gewinnung von Kupfer aus beim stufenweisen Auslaugen von chlorierend geroesteten Kiesabbraenden gewonnenen Loesungen
DE375873C (de) Verfahren zur Gewinnung von Schwefelsauerstoffverbindungen, Schwefelwasserstoff oder Schwefel aus schwer loeslichen oder schwer zersetzlichen Sulfaten mittels Bleisalze
DE665236C (de) Verarbeitung von Aluminiumerzen
DE483514C (de) Verfahren zur Gewinnung von wasserloeslichen Barium- und Strontiumsalzen aus den durch Auslaugen von Schwefelbarium und Schwefelstrontium befreiten Rueckstaenden der Schwefelbarium- und Schwefelstrontiumfabrikation