DE30357C - Verfahren zur Darstellung rother, violetter und blauer Farbstoffe der Rosanilinreihe durch Oxydation gewisser Kombinationen von methylirten Aminen mit primären, sekundären und tertiären aromatischen Aminen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung rother, violetter und blauer Farbstoffe der Rosanilinreihe durch Oxydation gewisser Kombinationen von methylirten Aminen mit primären, sekundären und tertiären aromatischen Aminen

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DE30357C
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Dr. E. ERLEN-MEYER in Frankfurt a. M
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B11/00Diaryl- or thriarylmethane dyes
    • C09B11/04Diaryl- or thriarylmethane dyes derived from triarylmethanes, i.e. central C-atom is substituted by amino, cyano, alkyl
    • C09B11/10Amino derivatives of triarylmethanes
    • C09B11/12Amino derivatives of triarylmethanes without any OH group bound to an aryl nucleus

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 22: Farbstoffe, Firnisse, Lacke.
Dr. EMIL ERLENMEYER in FRANKFURT a. M.
tertiären aromatischen Aminen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom ai. Februar 1884 ab.
Die bekannte Bildung von Methylviolett durch Erhitzen von Dimethylanilin mit Kupferchlorid, sowie die Bildung von Violett durch Erhitzen eines Gemenges von Monomethylanilin und Dimethylanilin mit Kupferchlorid, welche so ungemein leicht von statten gehen, haben der Vermuthung Raum gegeben, dafs mit Stickstoff verbundenes Methyl im allgemeinen ganz besonders gut zur Herstellung von KohlenstofFcondensation geeignet sei, und dafs es gelingen müsse, durch Combination von Mono- oder Dimethylanilin mit primären, secundären und tertiären aromatischen Aminen, unter Einwirkung geeigneter Oxydationsmittel, Pararosanilin und Rosanilin, sowie violette und blaue Farbstorfe der' verschiedensten Zusammensetzung zu erzeugen. Meine Versuche haben diese Vermuthung vollständig bestätigt. Es müfste hiernach auch möglich sein, das Methylviolett durch Combination mit Anilin einerseits, mit Diphenylamin andererseits unter dem Einflufs von Oxydationsmitteln bis zu Pararosanilin abzubauen und im letzteren Falle gleichzeitig Diphenylaminblau zu erzeugen. Auch diese Voraussetzung hat sich durch den Versuch bestätigt. Auch hat der Versuch gezeigt, dafs man die Chlorhydrate der Methylamine selbst als Condensationsmittel benutzen kann, indem diese zu Chlorammonium abgebaut werden, und dafs sich ebenso Tetramethyldiamidotriphenylmethan bezw. Carbinol in gleicher Weise verwenden läfst.
I. Darstellung rother Farbstoffe durch Oxydation von Combinationen von methylirten Aminen mit primären aromatischen Aminen.
Zur Darstellung dieser Farbstoffe kann man sich sowohl des Arsensäure- als auch des Nitro benzolverfahrens bedienen. Von den methylirten Aminen eignet sich am besten das Dimethylanilin und das Methylviolett in Combination mit Anilin oder Orthotoluidin bezw. mit den beiden letzteren gleichzeitig.
Beispiele:
Zur Darstellung von Pararosanilin verfahre ich in folgender Weise:
A. Arsensäure verfahren: 120 Dimethylanilin, 465 Anilin und 920 75 proc. Arsensäure oder 123 Methyl violett, 501 Anilin und 558 75 proc. Arsensäure ' werden unter Umrühren allmälig auf eine Temperatur von 1890 gebracht und unter fortdauerndem Umrühren so lange erhitzt, bis eine herausgenommene Probe nach dem Erkalten fest wird und sich zerreiben läfst, dann wird die Schmelze ganz in derselben Weise verarbeitet wie die Arsensäurefuchsinschmelze von dem sogen. Rothöl. Man kocht dieselbe so oft mit Wasser aus, als dieses noch erheblich gefärbt wird, erhitzt die filtrirten Auszüge mit so viel Kochsalz, als die Schmelze wog, um das salzsaure Salz zu bilden, und salzt dieses mit Kochsalz aus. Man erhält so ein blaugrünglänzendes
Product, das in der bekannten Weise weiter gereinigt werden kann.
B. Nitrobenzolverfahren. 180 Dimethylanilin, 390 Anilinchlorhydrat, 555 Nitrobenzol' und 15 Eisenfeile, oder 205 Methylviolett, 582 Anilinchlorhydrat, 555 Nitrobenzol und 15 Eisenfeile werden unter Umrühren sehr allmälig auf i8o° erhitzt und so lange bei dieser Temperatur erhalten, bis eine Probe der Schmelze nach dem Erkalten fest wird, dann wird die Schmelze unter Zusatz von etwas Salzsäure ausgekocht und die filtrirten Auszüge werden mit Kochsalz ausgesalzen. Das Product zeigt dieselben Eigenschaften wie oben.
II. Darstellung violetter und blauer Farbstoffe durch Oxydation von Combinationen von methylirten Aminen mit secundären und tertiären aromatischen
Aminen.
Die Darstellung dieser Farbstoffe läfst sich in derselben Weise ausführen wie die des Methylvioletts nach dem Kupferchloridverfahren, indem man Dimethylanilin oder Methylviolett bezw. benzylirtes Methylviolett in Combination mit Diphenylamin, Methyldiphenylamin, Aethyldiphenylamin, Benzyldiphenylamin, ct-Phenylnaphtylamin, a-Dinaphtylamin u. s. w. durch Kupferchlorid oxydirt. Auch durch Combination von Methylphenylnitrosamin mitDimethylanilin oder mit Diphenylamin oder von Diphenylnitrosamin mit Mono- oder Dimethylanilin unter Mitwirkung von Chlorzink lassen sich violette und blaue Farbstoffe gewinnen.
Beispiele.
A. Kupferchloridverfahren. Zur Darstellung von violetten und blauen Farbstoffen aus Dimethylanilin in Combination mitDiphenylamin verfahre ich in folgender Weise:
80 Dimethylanilin, 170 Diphenylamin, 50 Essigsäure (soproc), 100 Kupfervitriol und 2 500 Kochsalz werden gut gemischt, die Mischung wird auf Blechen ausgebreitet oder in einem geeigneten Mischapparat, welcher der Luft Zutritt gestattet, 24 Stunden bei 60 bis 8o° erhitzt. Die Farbstoffbildung beginnt schon bei gewöhnlicher Temperatur. Man erhält eine blaue, schön kupferglänzende Masse, aus welcher zunächst die Natriumsalze mit kaltem Wasser ausgelaugt werden. Der getrocknete Rückstand wird dann mit Salzsäure von 200 B. ausgezogen, bis die ablaufende Flüssigkeit nicht mehr durch Zusatz von Wasser gefällt wird (Auszug A.). Der mit Salzsäure erschöpfte Rückstand wird hierauf mit Wasser ausgesüfst, getrocknet und mit Alkohol ausgekocht. Der nach dem Abdestilliren des Alkohols bleibende blaue, kupferglänzende Rückstand wird nach bekannten Methoden in die verschiedenen Sulfosäuren verwandelt, welche Seide und Wolle schön blau färben.
Aus dem Auszug A. wird zunächst durch Zusatz von Wasser ein blauvioletter, noch kupferglänzender Farbstoff gefällt, der sich in heifsem, schwach angesäuertem Wasser zu einer blauen Flüssigkeit löst, welche Seide und Wolle ähnlich färbt wie Violett 6 B.
Aus dem Filtrat von diesem kupferglänzenden, blauvioletten Farbstoff läfst sich durch allmäligen Zusatz von Soda ein bronzeglänzender, in Wasser löslicher, Seide und Wolle mehr rothviolett färbender Farbstoff gewinnen.
B. Nitrosaminverfahren. 170 Diphenylamin, 140 Methylphenylnitrosamin und 150 Chlorzink oder 107 Monomethylanilin bezw. 60 Dimethylanilin, 200 Diphenylnitrosamin und 150 Chlorzink werden etwa 12 Stunden unter öfterem Umrühren bei ioo° erhitzt. Die erhaltenen Schmelzen werden in gleicher Weise wie die unter IIA. behandelt. Bei den angegebenen Verhältnissen erhält man vorwiegend blauen, weniger violetten Farbstoff. Durch geeignetes Variiren der Combinationen der Substanzen und deren Verhältnisse lassen sich sehr verschiedene alkylsubstituirte Pararosanilin- und Rosanilinfarbstoffe erhalten. Als Oxydationsmittel lassen sich aufser den angeführten, die sich bis jetzt am besten bewährt haben, noch andere anwenden, wie Quecksilberchlorid, Quecksilbernitrate, Eisenchlorid, Cupriverbindungen, die Hyperoxyde des Mangans und Bleies, Brom, chlorsaure und chromsaure Salze u. s. w.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Darstellung von rothen Farbstoffen durch Oxydation von Combinationen von Methylaminen oder Methylanilinen oder Methyl violett oder Malachitgrün oder den Leukoverbindungen der beiden letzteren mit Anilin oder mit Orthotoluidin oder mit beiden zugleich.
  2. 2. Verfahren zur Darstellung von violetten und blauen Farbstoffen durch Oxydation von Combinationen der unter 1. genannten methylirten Amine mit Diphenylamin oder a-Phenylnaphtylamin oder a-Dinaphtylamin oder Methyldiphenylamin oder Aethyldiphenylamin oder Benzyldiphenylamin, sowie durch Combination von Methylphenylnitrosamin mit Dimethylanilin oder mit Diphenylamin oder von Diphenylnitrosamin mit Mono- oder Dimethylanilin.
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