DE3025980C2 - Vorrichtung zum Verstellen des Farbmessers bei Druckmaschinen-Farbwerken - Google Patents
Vorrichtung zum Verstellen des Farbmessers bei Druckmaschinen-FarbwerkenInfo
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Description
Diese Konstruktion erfordert, daß der untere Teil des Farbkastens zum Duktor hin offen sein muß, was die
Steifigkeit des Farbkastens, der durch die am Farbmesser auftretenden sehr hohen Kräfte stark belastet wird,
beeinträchtigt. Auch liegen wesentliche Getriebeteile, nämlich der Schwenkbolzen des einarmigen Hebels, die
schlitzartige Ausnehmung dieses Hebels und der in dieser Ausnehmung liegende Querzapfen, der an der
Unterseite des Farbmessers befestigt ist, im Bereich der von der Farbmesser-Vorderkante herabtropfenden
Farbe, was mit Verschmutzung dieser Teile und Erschwerung der Reinigung von angetrockneter Farbe
verbunden ist. Außerdem nutzt sich die schlitzartige Ausnehmung wegen der nur linienartigen Berührung
des Schwenkbolzens sehr schnell ab, wodurch die genaue, formschlüssige Regulierung des Farbspaltes
dann nicht mehr gewährleistet ist.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines formschlüssig arbeitenden Getriebes zwischen Einstellschraube
und freiem Ende des Farbmessers, das bei Gewährleistung der gewünschten, starken Weguntersetzung
sich aus besonders wenigen Teilen zusammensetzt und räumlich gut unterzubringen ist.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung, ausgehend von der bekannten Konstruktion mit einem formschlüssigen
Getriebe und an der Unterseite des Farbmessers in Nähe seiner Vorderkante befestigte querverlaufende
Bolzen aufweist, wobei das Getriebe einen Stellhebel zwischen jeder Einstellschraube und jedem Bolzen in
der betreffenden Zone zur zwangsweisen Vergrößerung oder Verkleinerung der Zustellung des Farbmessers
umfaßt, dadurch gelöst, daß auf einem kurzen, aus dem Farbkasten, in welchen jede Einstellschraube eingeschraubt
und gelagert ist, hervorstehenden Ende jeder Einstellschraube ein Gelenk in Form eines Kugelkopfs
vorzugsweise lösbar befestigt ist, mittels dessen das eine Ende des Stellhebels, der etwa senkrecht zum
Farbmesser verläuft, schwenkbar an der Einstellschraube gelagert ist, während sein anderes Ende unmittelbar
auf dem an der Unterseite des Farbmessers befestigten querverlaufenden Bolzen schwenkbar gelagert ist.
Infolge der Anordnung und Lage des Stellhebels einerseits gegenüber der Einstellschraube und andererseits
gegenüber dem freien Ende des Farbmessers befindet sich dieser Schwenkhebel in Nähe des
sogenannten Totpunktes und bewirkt daher eine beträchtliche Weguntersetzung und Kraftübersetzung
zwischen Einstellschraube und Farbmesser. Die Bean-Spruchungsverhältnisse der einzelnen Getriebeteile sind
günstig, denn der Stellhebel wird ausschließlich auf Druck oder Zug beansprucht, und von der Einstellschraube
wird nur das kurze, aus dem Farbkasten herausragende freie Ende auf Biegung beansprucht. Der
Farbkasten kann bis zu seinem vorderen, in Nähe der Farbmesser-Kante*' liegenden Ende massig und
daher sehr steif ausgebildet werden. Dieser massive, ' vordere Teil wird lediglich durch die in ihn eingeschraubten
Einstellschrauben unterbrochen, die natürlich die Steifigkeit des Farbkastens nicht beeinflussen.
Die Ausbildung des Gelenks zwischen Einstellschraube und Stellhebel als Kugelkopfgelenk hat den Vorteil,
daß hierdurch mit absoluter Sicherheit verhindert wird, daß vom Verstellantrieb her auf das Farbmesser
unerwünschte Zwangseinwirkungen, zusätzlich zu der erwünschten Biegelinieneinstellung, ausgeübt werden
können. Bei einem einfachen Gelenk mit nur einer Schwenkachse wäre dies, beispielsweise in Hinblick auf
Herstellungs- und Montagetoleranzen, nicht gewährlei
stet. Außerdem können die Verstellschraube und die zugehörige, der Lagerung dienende Stange aus einem
Stück bestehen, wodurch eine Verbindungsstelle, beispielsweise in Form eines Drucklagers wegfällt. An
einer solchen Verbindungsstelle könnte ein Spiel entstehen, das dann stark übersetzt an das Farbmesser
bzw. in dessen Einstellung weitergeleitet werden würde.
Die lösbare Befestigung des Kugelkopfs auf der Einstellschraube führt zu einer einfachen Herausnahmemöglichkeit
des Farbmessers zwecks Reinigung oder zwecks Erneuerung.
Es ist zweckmäßig zu vermeiden, daß der Stellhebel innerhalb des Verstellbereichs der Zustellung des
Farbmessers in die tatsächliche Totpunktstellung gelangen kann, und zwar auch bei ungünstigem
Zusammentreffen der Herstellungstoleranzen sämtlicher beteiligten Bauteile. Aus diesem Grunde wird, in
weiterer Ausbildung der Erfindung, die Anordnung so getroffen, daß der Stellhebel im gesamten Verstellbereich
der Zustellung des Farbmessers unter einem Winkel von etwas weniger als 90° zum Farbmesser
verläuft.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Die Zeichnung (Fig. 1) zeigt einen vertikalen Schnitt
durch den Farbkasten mit dem angrenzenden Teil des Duktors, und zwar genau durch die Mittellinie einer der
Einstellschrauben des Farbmessers, wobei an die Stelle des Farbmessers auch einzelne, ebenfalls durch Einstellschrauben
einzeln verstellbare Farbdosierelemente treten können.
F i g. 2 zeigt eine Ansicht in Richtung auf die Farbmesserkante und die einzelnen Stellhebel mit ihren
Gelenkpunkten. Das Farbmesser ist in einem zwangsverstellten Profil dargestellt.
Am Farbkasten 1 ist in üblicher Weise mittels Schrauben 2 das Farbmesser 3 befestigt, und zwar, wie
ebenfalls üblich, insgesamt in Richtung auf die Farbkastenwalze 4 hin und von dieser weg insgesamt
verstellbar. Die Vorderkante 5 des Farbmessers 3 arbeitet mit der Farbkastenwalze 4 zwecks Bildung
eines einstellbaren Spalts, dessen Größe die Menge der von der Fabkastenwalze 4 übertragenen Farbe bestimmt,
zusammen. Die Verstellung des Farbmessers 3 bzw. der an dessen Stelle tretenden einzelnen
Farbdosierelemente erfolgt mittels Einstellschrauben 6, die mittels eines Gewindeteils 7 in den Farbkasten 1
eingeschraubt sind. Die Verstellung der Einstellschraube 6 zwegks Vergrößerung oder Verkleinerung des Spalts
zwischen Farbmesserkante 5 und Farbkastenwalze 4 kann mittels eines Schraubenkopfes 8 der Einstellschraube
6 erfolgen oder aber über einen Elektromotor 9 mit Ritzel 10 und Zahnrad 11. Das Ritzel 10 treibt
außerdem noch das Zahnrad 12 eines Istwertgebers 13, beispielsweise eines Potentiometers, an, welcher für
Anzeige- und Verstellzwecke benutzt wird.
Die Einstellschraube 6 trägt an ihrem aus dem Farbkasten 1 herausragenden, kurzen Ende ein Gelenk
mit quer zur Mittellinie der Einstellschraube 6, und zwar parallel zur Ebene des Farbmessers 3, verlaufender
Schwenkachse. Dieses Gelenk ist als Kugelkopf 14 ausgebildet, der mittels einer Mutter 15 auf dem freien
Ende der Einstellschraube 6 lösbar befestigt ist. Auf dem Kugelkopf 14 ist, um die genannte Schwenkachse
verschwenkbar, ein Einstellhebel 16 gelagert, dessen anderes Ende über einen Schwenkbolzen 17, der über
Lappen 18 in Nähe der Farbmesserkante 5 mit der Unterseite des Farbmessers 3 fest verbunden ist,
schwenkbar mit dem Farbmesser 3 verbunden ist. Dieser Stellhebel 16 verläuft etwa rechtwinklig zum
Farbmesser 3, jedoch ist die Anordnung so getroffen, daß dieser Winkel im gesamten Verstellbereich der
■ Zustellung des Farbmessers 3 etwas weniger als 90° beträgt, so daß der Stellhebel 16 sich im gesamten
Verstellbereich nahe seiner Totpunktlage gegenüber dem Farbmesser 3 befindet, aber nicht ganz in die
Totpunktstellung gelangen kann.
In nächster Nähe der Vorderkante 5 des Farbmessers 3 ist mit der Unterseite des Farbmessers 3 über ein
elastisches Verbindungsteil 20 ein Farbableitblech 19 verbunden, das am Farbkasten 1 mittels Schrauben 21
befestigt ist.
Liste der verwendeten Bezugsziffern
1 Farbkasten
2 Schrauben für 3
3 Farbmesser
4 Duktor
5 Vorderkante von
6 Einstellschraube
7 Gewindeteil von
8 Schraubenkopf von
9 Elektromotor
10 Ritzel
11 Zahnrad auf 6 ίο 12 Zahnrad für 13
13 Istwertgeber
14 Kugelkopf
15 Mutter
16 Stellhebel
17 Schwenkbolzen
18 Lappen an Unterseite von
19 Farbableitgblech
20 elastisches Verbindungsteil
21 Schrauben für 19
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Verstellen des Farbmessers gegenüber der Farbkastenwalze in einzelnen Breitenzonen
bei Druckmaschinen-Farbwerken, mittels von Hand oder ferngesteuert, verdrehbarer Einstellschrauben,
mit einem formschlüssigen Getriebe und an der Unterseite des Farbmessers in Nähe seiner
Vorderkante befestigten querverlaufenden Bolzen, wobei das Getriebe einen Stellhebel zwischen jeder
Einstellschraube und jedem Bolzen in der betreffenden Zone zur zwangweisen Vergrößerung oder
Verkleinerung der Zustellung des Farbmessers umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß auf
einem kurzen, aus dem Farbkasten (1), in welchen jede Einstellschraube (6) eingeschraubt und gelagert
ist, hervorstehenden Ende jeder Einstellschraube (6) ein Gelenk in Form eines Kugelkopfs (14) vorzugsweise
lösbar befestigt ist, mittels dessen das eine Ende des Stellhebels (16), der etwa senkrecht zum
Farbmesser (3) verläuft, schwenkbar an der Einstellschraube (6) gelagert ist, während sein anderes Ende
unmittelbar auf dem an der Unterseite des Farbmessers (3) befestigten querverlaufenden Bolzen
(17) schwenkbar gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellhebel (16) im gesamten
Verstellbereich der Zustellung des Farbmessers (3) unter einem Winkel von etwas weniger als 90° zum
Farbmesser (3) verläuft.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verstellen des Farbmessers in einzelnen Breitenzonen bei
Druckmaschinen-Farbwerken.
Die Farbdosiereinrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 kann ein einziges, über die gesamte
Druckbreite durchlaufendes Teil (Farbmesser) sein, oder aber auch aus einzelnen Farbdosierelementen
bestehen, wobei sowohl dieses Farbmesser als auch die einzelnen Farbdosierelemente im Farbkasten mit der
Farbkastenwalze, auch Duktor genannt, zusammenarbeiten.
Die Farbführung an einer Druckmaschine muß dem individuellen Farbbedarf des jeweiligen Druckbildes
zonenweise angepaßt werden können. Sie hängt aber auch von anderen Einflüssen ab; hierzu gehören die
Temperatur im Farbwerk, die Temperatur der Druckplatte, die. Farbkonsistenz, die Feuchtführung, die
Umfangsgeschwindigkeit der Farbkastenwalze und der damit im Zusammenhang stehende hydrostatische
Druck der Farbe auf das Farbmesser oder die einzelnen Dosierelemente und anderes. Die beim Fortdruck
eintretende Änderung dieser Einflüsse macht es notwendig, den Farbfluß von der Farbkastenwalze in
das Farbwerk über die Breite des Farbwerks zu verändern, und die allgemein gebräuchlichste Möglichkeit
hierzu besteht in einer Veränderung der Einstellung, der sogenannten Zustellung, der einzelnen
> Bereiche des Farbmessers bzw. der einzelnen Farbdosierelemente, welche dieses Messer ersetzen, gegenüber
der Farbkastenwalze.
Bei bekannten Farbwerken wird das Farbmesser von einer Vielzahl von Einstellschrauben aus, die von Hand
oder über je einen Stellmotor, also ferngesteuert, verdrehbar sind, über ein jeder Einstellschraube
zugeordnetes Getriebe, das auf das freie Ende des Farbmessers einwirkt, in einzelnen Zonen verstellt.
Dabei kann das Farbmesser einstückig sein, es kann aus einem Stück mit Längsschlitzen zu Definierung
einzelner Zonen bestehen, es kann aber auch durch einzelne Farbdosierelemente ersetzt sein. Bei fast allen
Getrieben zwischen Einstellschraube und Farbmesser sind kraftschlüssig arbeitende Elemente vorgesehen,
wie z. B. Nocken, Schrägflächen, konische Schraubenspitzen und dergleichen, so daß mit ihnen nur eine
Vergrößerung der Zustellung, also eine Verkleinerung des Spalts zwischen Farbmesser und Duktor gegenüber
der Farbmesser-Grundstellung, bewirkt werden kann. Bei einem anderen, ebenfalls bekannten Farbwerk
(DE-PS 12 43 696) kann dagegen das Farbmesser nach beiden Seiten aus seiner ebenen Grundeinstellung
heraus zwangsverstellt werden; dieses Getriebe arbeitet also formschlüssig.
Nun betragen die gewünschten Verstellwege am freien Ende des Farbmessers bzw. der Farbdosierelemente
oft nur Hundertstel-Millimeter-Bruchteile; da man die Gewindesteigung der Einstellschrauben nicht
beliebig klein wählen kann, sind für die erforderliche starke Weguntersetzung zwischen Einstellschraube und
Farbmesser bzw. Farbdosierelement ziemlich aufwendige, vielteilige und mit erheblichen Reibungswiderständen
verknüpfte Getriebe erforderlich, und das für jede einzelne Einstellschraube. Bei der erwähnten, bekannten
Vorrichtung mit Zwangsverstellbarkeit des Farbmessers in beiden Richtungen besteht dieses Getriebe
aus einem ziemlich genau unterhalb des freien Endes des Farbmessers schwenkbar gelagerten einarmigen Hebel,
der eine Ausnehmung aufweist, in welche ein an der Farbmesser-Unterseite in Nähe seiner Vorderkante
befestigter querverlaufender Bolzen eingreift. Der einarmige Hebel verläuft etwa parallel zum Farbmesser,
unterhalb desselben, und trägt an seinem freien Ende ein Zahnsegment, in das ein Gewinde an der Einstellschraube
eingreift.
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Owner name: MILLER-JOHANNISBERG DRUCKMASCHINEN GMBH, 6222 GEIS |
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Owner name: MAN ROLAND DRUCKMASCHINEN AG, 63069 OFFENBACH, DE |
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