DE29304C - Neuerung an den Apparaten zur Erzeugung einer Schutzhülle für Eisen und Stahl - Google Patents
Neuerung an den Apparaten zur Erzeugung einer Schutzhülle für Eisen und StahlInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 48: Chemische Metallbearbeitung.
ANTHONY SPENCER BOWER in SAINT NEOTS
(Grafschaft Huntingdon, England).
' ill/ L'l
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Oefen oder Apparate von derjenigen Art, wie
sie in den englischen Patentschriften No. 3811, 1880, und No. 3304, 1881, beschrieben sind,
und bezweckt die Ermöglichung der Anwendung von Wasserdampf in denselben Oefen, in
denen nach jenen Patentschriften Ofen- oder andere brennbare Gase benutzt werden, um
auf der Oberfläche von Gegenständen aus Eisen oder Stahl ein magnetisches Oxyd zu erzeugen.
Fig. ι der beiliegenden Zeichnungen veranschaulicht
im Längenschnitt einen Ofen von der durch die genannten Patentschriften bekannt
gegebenen Construction, aber mit den nach Mafsgabe der gegenwärtigen Erfindung ausgeführten
Neuerungen.
Fig. 2 ist ein Horizontalschnitt nach der Linie 1-2 in Fig. 1.
Fig. 3 und 4 sind Querschnitte nach 3-4 bezw. 5-6 in Fig. 1.
Fig. 5, 6, 7 und 8 sind in gröfserem Mafsstabe ausgeführte Details. .
A bezeichnet die Gaserzeuger, welche durch Trichter B von oben her mit Brennmaterial
beschickt werden. Die in A erzeugten Gase gelangen durch den Kanal C nach der Verbrennungskammer
D unterhalb der Kammer E, in welcher die zu behandelnden Gegenstände
sich befinden. Der Kanal C enthält einen Schieber F, mittelst welches die von A nach
D gelangende Gasmenge genau regulirt werden kann. Die Kammer D ist mit durchbrochenen
Scheidewänden G versehen, welche dazu dienen, die Gase innig mit der bei H eingeführten
Luft zu vermischen und auch als Accumulatoren der Wärme fungiren. Die heifsen Verbrennungsproducte
und Gase aus der Kammer D gelangen durch einen seitlich angeordneten Kanal / und die Oeffhungen K in die Oxydirungskammer
E und erzeugen auf der Oberfläche der darin befindlichen Artikel aus Eisen
oder Stahl eine aus magnetischem Oxyd bestehende Schutzhülle. Die Enden der Kammer
E sind mittelst geeigneter Thüren L verschlossen, so dafs die Verbrennungsproducte
gezwungen sind, durch die Oeffhungen M des Bodens abzuziehen, wodurch sie in den Kanal N
gelangen, welcher sie durch Oeffhungen O nach dem Regenerator P führt. Letzterer besteht
in einer durch eine horizontale Scheidewand Q in zwei Theile getheilten Kammer, welche von
einer Anzahl Röhren R durchzogen ist. An diese Röhren R geben die Verbrennungsproducte
ihre Hitze ab und streichen dann durch einen Kanal S nach dem Schornstein. Der
Eintritt von Luft zur Ermöglichung der Verbrennung in der Kammer D wird durch ein
Ventil U regulirt, welches in Fig. 5 besonders dargestellt ist. Die durch das Ventil gelangende
Luft strömt durch die Röhren R und wird durch dieselben vorgewärmt, so dafs sie
hoch erhitzt durch H in die Kammer D eintritt und eine vollständige Verbrennung der
Gase herbeiführt.
Dies ist die Wirkungsweise, wenn brennbare. Ofengase allein erzeugt und zur Hervorbringung
einer Schutzhülle aus magnetischem Oxyd auf den zu behandelnden Gegenständen benutzt
werden. Das Verfahren ist also ähnlich wie das in den besagten englischen Patenten beschriebene. Um aber auch Dampf in dem
Apparat anwenden zu können, ist das Lufteinlafsventil U im Innern mit einer perforirten
Dampfröhre W versehen, welche mit dem vom Dampfgenerator kommenden, durch ein Ventil
verschliefsbaren Rohr X communicirt. Aufserdem ist in möglichster Nähe des Bodens des
Ofens ein Auslafs für den Dampf angebracht, welcher mit einem Regulirventil Y versehen ist.
Letzteres kann mittelst einer Schraube Z oder anderer äquivalenter Einrichtungen in jeder beliebigen
Position fixirt werden, je nachdem der Dampf langsamer oder schneller austreten soll,
Fig. 6.
Die inneren Oberflächen des Regenerators der Verbrennungskammer und der Oxydirungskammer
sind mit Purimacho's Cement oder irgend einem anderen Material, das den
Dampf nicht durchläfst und einen hohen Grad von Hitze erträgt, bekleidet.
Das Gasventil F ist in Fig. 7 detaillirt dargestellt. Dasselbe enthält einen Schieber α aus
feuerbeständigem Material, welcher mittelst der in Löchern der Aufsenplatte P geführten Handgriffe
b verstellt werden kann.
Das Lufteinlafsventil U, Fig. 5, besitzt einen Schieber d, welcher sich in Führungen des
oberen Endes des Ventilkastens verstellen und durch eine Druckschraube e oder sonstwie in
der erforderlichen Position fixiren läfst.
Die Darripfröhre W ist an ihrem unteren Ende verschlossen und besitzt eine grofse Anzahl
von Löchern /, durch welche der Dampf austritt und mit der Luft durch die Röhren R
nach der Oxydirungskammer E gelangt.
Der nach dem Schornstein führende Kanal .S enthält einen Schieber g, dessen Gehäuse von
zwei Platten h und einer Platte i gebildet wird, wie in Fig. 8 detaillirt dargestellt.
Handelt es sich darum, solche Eisenartikel zu oxydiren, denen blos Dampf zugeführt werden
darf, so heizt man die Kammer B, die
Züge und die Regeneratorkammer in der gewöhnlichen Weise an und bringt dann die zu
behandelnden Artikel ein, worauf die Thüren gut verschlossen werden. Auch die Ventile
werden verschlossen, mit Ausnahme des Dämpfablafsventils Y. Hierauf öffnet man das Dampfrohr X, und nun strömt der Dampf von den
Löchern f durch die Röhren R und die anschliefsenden Kanäle, wo er hoch erhitzt wird,
um schliefslich durch die Oeffhungen K in die Oxydirungskammer E einzutreten. Nach Einwirkung
auf die hier befindlichen Artikel zieht der Dampf sodann durch die Oeffhungen M
und den Kanal N nach den Regeneratorkammern P, wo er seine Hitze an die Röhren R
abgiebt, um endlich durch das Ventil Y zu entweichen. Auf diese Weise werden die
Gegenstände in E durch Dampf allein oxydirt, während die in dem Mauerwerk aufgespeicherte
Hitze nur sehr langsam abnimmt, so dafs vollkommen Zeit genug ist, den Procefs zu beendigen,
bevor die Temperatur des Apparates auf einen zu niedrigen Grad gesunken ist.
Es giebt jedoch auch andere Methoden, den Dampf anzuwenden, welche sich in der Praxis
vortheilhaft erweisen. Schwere schmiedeiserne Stücke z. B. können mit einer Reductionsflamme
in der Kammer vorgewärmt werden, bevor der Dampf eingelassen wird. Gufseisetf
kann, nachdem es den Ofengasen ausgesetzt gewesen ist, eine Stunde oder zwei mit Dampf
behandelt werden, ehe es herausgenommen wird. Üeberhaupt läfst sich jede beliebige combinirte
Behandlung mit Dampf und Ofengasen oder irgend welchen der anderen in den englischen
Patentschriften No. 862, 1876, No. 2051, 1877,
No. 1280 und 4195, 1878, N0.3811, 1880,
und No. 3304, 1881, beanspruchten Gase in einem und demselben Ofen oder- Apparat ausführen.
Claims (5)
- Patent-Anspruch:An dem beschriebenen Apparat zur Erzeugung einer Schutzhülle aus magnetischem Oxyd auf Gegenständen aus Eisen und.Stahl:
ι. ein Gasregulirventil F, - 2. ein Lufteinlafsventil U, ■ ' '
- 3. eine Dampfzuführungsröhre XW,
- 4. ein Dampfauslafsventil Y in der Nähe des Bodens des Ofens,
- 5. ein Essenschieber oder Ventil g zur Regulirung. des Austritts der Gase aus der Oxy dirungskam m.er.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKERF.I.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29304C true DE29304C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT29304D Active DE29304C (de) | Neuerung an den Apparaten zur Erzeugung einer Schutzhülle für Eisen und Stahl |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29304C (de) |
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