DE285384C - - Google Patents

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DE285384C
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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01HELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
    • H01H47/00Circuit arrangements not adapted to a particular application of the relay and designed to obtain desired operating characteristics or to provide energising current

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  • Control Of Position Or Direction (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 285384 KLASSE 21c. GRUPPE
CHRISTOPH WIRTH in NÜRNBERG.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 5. August 1913 ab.
Die Erfindung hat eine Vorrichtung zum Gegenstande, welche ermöglicht, aus der Ferne durch elektrische Stromimpulse, welche wieder durch elektrische Wellen veranlaßt sein können, unter Vermittlung einer Schaltvorrichtung Maschinen oder andere Einrichtungen in oder außer Wirkung zu setzen, beispielsweise Glocken- oder Lichtsignale zu geben oder die Bremse fahrender Eisenbahnzüge in Tätigkeit zu setzen, damit diese im Falle der Gefahr zum Stehen gebracht werden können. Um dies zu erreichen und um zugleich zu verhindern, daß durch jeden elektrischen Impuls, \vie er beispielsweise von einem Blitz ausgeht, die bezeichnete Wirkung eintritt, ist die Einrichtung so getroffen, daß die Maschinen oder Einrichtungen nur ein- und ausgeschaltet werden, wenn eine Anzahl von Stromimpulsen rasch hintereinander erfolgt, daß aber die Wirkung ausgelöscht werden kann, wenn Impulse mit darauffolgender kurzer Pause, welche beispielsweise nur eine halbe Sekunde zu dauern braucht, eintreffen. Es ist zwar an sich bekannt, Einrichtungen mittels aufeinanderfolgender Impulse ein- und auszuschalten. Während aber bei einer bekannten Vorrichtung die Gesamtzahl der Impulse in einer bestimmten Zeitdauer erfolgen müssen und demgemäß auf einen Zeitschalter einwirken, kommt es nach der Erfindung nur auf die rasche Aufeinanderfolge einer nicht genau begrenzten Anzahl von Impulsen an, so daß ein Zeitschalter entbehrlich wird. Auch kann bei der bekannten Vorrichtung ein einziger Blitz die Zahl der Impulse vermehren, so daß die beabsichtigte Wirkung der Vorrichtung unterbleibt.
Auf der Zeichnung ist die neue Vorrichtung in einer Ausführungsform, die zum Signalgeben und zum Stillsetzen von Eisenbahnzügen geeignet ist, schematisch dargestellt.
Von einem auf der Zeichnung nicht dargestellten Sender aus wird in an sich bekannter Weise ein Elektromagnet 8 stoßweise erregt, und es werden hierbei jedesmal die Kontakte 9, 10 des Stromkreises 1, 2, 71, 3, 4, 5, 6, 7 geschlossen, in welchem die Stromcjuelle 11 und der Elektromagnet 12 liegen. Der Anker 13 dieses Magneten ist an einem unter Federwirkung stehenden Arm 80 angebracht, dessen Ende eine Fortschaltklinke 14 trägt, welche auf das Sperrad 15 wirkt. Auf der Achse 16 dieses Sperrades sitzt das kleine Zahnrad 17, welches mit dem größeren Zahnrad 18 in Eingriff steht. Das Zahnrad 18 ist in einem schwenkbaren Arm 39 gelagert, mit dem der Anker 62 eines Elektromagneten 38 verbunden ist, der im Stromkreis 5,4, 11,3,60,37, 36, 61 liegt. Das Schaltrad 18 steht unter der Wirkung einer Spiralfeder 63, welche bei Drehung desselben gespannt wird- und das Schaltrad in seine Ausgangsstellung zurückdreht, wenn es unter Vermittlung des Ankers 62 durch den Elektromagneten 38 außer Eingriff mit dem Antriebsrad 17 gebracht wird.
Auf dem Schaltrad 18 ist ein gleichzeitig als
Anschlag dienendes Kurvenstück 19 angebracht, welches bei Drehung des Rades zunächst gegen die Feder 20 trifft und diese in Kontakt mit der Feder 21 bringt. In dem an die Feder 20 angeschlossenen Stromkreis 65. 66, 4, 11, 3, 81 liegt ein Glockensignal 22. Bei weiterer Drehung des Schaltrades 18 stößt das Kurvenstück 19 gegen die Kontaktfeder 24 und bringt diese mit der Kontaktfeder 23 zur
ίο Berührung. In dem Stromkreis dieser Federn 23, 67, S, 4, 11, 3, 68, 24 befindet sich der Elektromagnet 25 eines Doppelrelais. Durch den Anker 26 dieses Relais und seine Kontakte 28 und 27 können wechselweise zwei Stromkreise geschlossen oder geöffnet werden, indem in der Regel 27 geschlossen ist und beim Anzug des Ankers 26 der Stromkreis 28 geschlossen wird. In dem einen Stromkreis 28,69,70,4,11,3,71 liegt der Elektromotor 29, durch den unter Vermittlung von Kupplungsscheiben 30 und unter Zwischenschaltung eines Zahnrädergetriebes 31 eine Trommel 32 in Drehung versetzt wird, auf welche das Seil 34 aufgewickelt ist, durch welches z. B. unmittelbar die Bremsvorrichtung des Zuges in Tätigkeit gesetzt wird. Die Welle 33 der Seiltrommel steht unter der Wirkung einer Spiralfeder 86, welche beim Aufwinden des Seiles gespannt wird und die Trommel, wenn der Motor 29 stromlos geworden ist, in ihre Anfangsstellung zurückdreht. Auf dem Ende der Trommelwelle 33 ist eine Nocke 35 angeordnet. Diese bringt, wenn die Trommel eine bestimmte Teildrehung ausgeführt hat, die Federn 36 und 37 zur Berührung.
Die Wirkung der bisher beschriebenen Vorrichtung ist folgende:
Wenn durch aufeinanderfolgende Wellenstöße der Elektromagnet 12 erregt wird, wird unter Vermittlung der Fortschaltklinke 14 das Sperrad 15 und durch dieses und das Zahnrad 17 das Schaltrad 18 schrittweise gedreht und nach einer bestimmten Anzahl von Teilschaltungen, etwa acht, entsprechend der Anzahl der Wellenstöße der Kontakt 20, 21 geschlossen, wodurch die Glocke 22 zum Ertönen gebracht wird. Bei fortgesetzter Wellensendung, etwa nach 20 Stromstößen, wird der Kontakt 23,24 und unter Vermittlung des Elektromagneten 25 der Kontakt 28 und da-• durch der Stromkreis! des Motors 29 geschlossen, der die Bremsung des Zuges durch Dre-
. hung der Trommel 32 bewirkt. Nach einer , ·■ bestimmten Drehung der letzteren werden die
.55 Kontakte;-36, 37 und dadurch der Stromkreis
,: des Elektromagneten" 38 geschlossen, der das Schaltrad;i8 außer Eingriff mit dem Zahnrad .17 'bringt, so daß das Schaltrad 18 in seine Ausgangsstellung zurückkehrt. Hierbei werden die Kontakte 23, 24 wieder geöffnet, so daß auch der Motor 29 stromlos wird.
Um zu verhüten, daß die Bremsung, des Zuges unbeabsichtigterweise etwa durch atmosphärische Einflüsse zur Wirkung gebracht wird, ist folgende Einrichtung getroffen. Mit dem Sperrad 15 ist ein Arm oder Zeiger 41 verbunden, der mit einem Kontaktstück 42 über eine Scheibe 43 hinweggleitet, die abwechselnd leitende Felder 87 und nichtleitende Felder 88 besitzt. Bleibt dieser Kontaktzeiger nach einer Anzahl von Stromstößen, beispielsweise ζλνεί, auf einem nichtleitenden Felde stehen, so tritt eine besondere Wirkung nicht ein. Beim folgenden Stromstoß wird dann der Arm auf ein leitendes Feld 87 gestellt. Diese leitenden Felder liegen in einem Stromkreis, der gebildet wird durch den Arm 41, die Achse 16 des Sperrades, das Leiterstück 72, den Kontakt 27, die Leiter 71 und 3, die Stromquellen 11, die Leiter 4 und 73, die Wicklung eines Elektromagneten 44 und den Leiter 74. Durch den Elektromagneten 44 wird unter Vermittlung des Ankers 45 der an einer Feder 52 aufgehängte Arm 76 beeinflußt, der mittels der Klinke 46 auf das Sperrad JJ wirkt, welches mit einem Zahnrädergetriebe nebst Windrad 47 gekuppelt ist. Vermöge dieser Verzögerungsvorrichtung findet nur eine langsame Abwärtsbewegung des Armes 76 statt. Dieser wirkt auf eine Kontaktfeder 48 ein, die am Ende der Bewegung des Armes 76 mit dem Kontaktstück 49 zur Berührung kommt. Hierdurch wird der den Elektromagneten 38 enthaltende Stromkreis 78,37, 60, 3, 11, 4, s, 61, 36, 79 geschlo_ssen, und der Arm 39 mittels des Ankers 62, wie oben beschrieben ist, angezogen, so daß das Schaltrad 18 außer Eingriff mit dem Zahnrad 17 gebracht wird und unter Wirkung der Feder 63 jeweils in seine Nullstellung zurückkehrt. Durch die Bewegung des Armes 39 wird zugleich eine Kontaktfeder 50 mit einer Feder 51 in Kontakt gebracht. Hierdurch bekommt auch die Wicklung des Elektromagneten 12 über 89, 7, 6, 5, 4, 11, 3, 71, 2, 50 Strom, so daß das Sperrad 15 um einen Zahn weiter geschaltet wird und der Arm 41 sich nunmehr auf ein nichtleitendes Feld einstellt. Infolgedessen wird auch der Elektromagnet 44 stromlos, und der Anker 45 kehrt in seine Ruhelage zurück, so daß auch der Elektromagnet 38 unmagnetisch wird und den Arm 39 und die übrigen aus der Lage gebrachten Teile in ihre Ausgangsstellung zurückkehren läßt.
Damit während des beabsichtigten Bremsens ein Zurückschalten in die Nullage durch die vorbeschriebene Vorrichtung verhindert wird, selbst wenn ' der Kontaktarm 41 auf einem leitenden Feld stehen bleibt, ist das Relais 25, 27, 28 als Doppelrelais ausgebildet. Beim Schließen des Bremskontaktes 23,24 nämlich erhält der Elektromagnet 25 Strom
und bewirkt einerseits den Schluß des Motorstromkreises, andererseits die öffnung des die Verzögerungsvorrichtung 45, JJ beeinflussenden, über Kontakt 27 geleiteten Stromkreises, während dieser Kontakt geschlossen ist, wenn der Magnet 25 nicht erregt ist.
Die neue Vorrichtung kann natürlich nach der Richtung vervollständigt werden, daß zugleich mit der Bremsung des Eisenbahnzuges der Dampfzutritt zum Zylinder gesperrt wird, oder noch ein besonderes Signal erscheint, oder daß bei Zügen ohne Notbremse nur Licht- und Glockensignale u. dgl. übermittelt werden.
Um die Maschinen 0. dgl. einzuschalten, ist es nicht erforderlich, genau diejenige Zahl von Stromimpulsen zu geben, für welche die Vorrichtung durchschnittlich bestimmt ist. Denn die verhältnismäßig lange Form des Kurven-Stückes 19 bewirkt, daß die Kontakte schon geschlossen werden, bevor die Durchschnittszahl der Stromimpulse gegeben ist, und daß die Kontakte noch geschlossen bleiben, wenn mehr Stromimpulse gegeben werden. Sind beispielsweise für den Signalkontakt 8 Impulse und für den Bremskontakt 20 Impulse bei mittlerer Stellung des Kurvenstückes 19 . zu den Kontakten gewählt, so treten die beabsichtigten Wirkungen bei etwa 4 bis 15 und 16 bis 26 Impulsen ein. Infolgedessen wird eine hohe Sicherheit hinsichtlich der Wirkung der neuen Vorrichtung gewährleistet.

Claims (4)

  1. Patent-Ansprüche:
    I. Vorrichtung zum Ein- und Ausschalten von Maschinen oder anderen Einrichtungen aus der Ferne mittels einer durch aufeinanderfolgende Stromimpulse weiterschaltbaren, elektrische Stromkreise schließenden Kontaktvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktvorrichtung (18, 19) bis zum Stromschluß (23,24) für die Einschaltung der Maschinen usw. nur dann fortgeschaltet wird, wenn die Stromimpulse ohne Pause verhältnismäßig rasch aufeinanderfolgen, während bei Impulsen
    mit darauffolgenden Pausen die Kontaktvorrichtung unwirksam in die Nullage zurückspringt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das das Weiterschalten der Kontaktvorrichtung (18, 19) vermittelnde Schaltrad (15) mit einem Arm (41) verbunden ist, welcher abwechselnd über leitende und nichtleitende Felder (87, 88) gleitet und auf einem leitenden Felde den Stromkreis einer elektromagnetischen Schaltvorrichtung mit verzögertem Schaltvorgang (44, 45, Jj) schließt, durch welche die Kontakte einer Leitung geschlossen werden, welche einen das Zurückführen der Kontaktvorrichtung in die Nullage veranlassenden Magneten (38) enthält.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Sicherung der Arbeitsleistung, welche durch die rasch aufeinanderfolgenden Impulse eingeleitet wird, ein Relais (25) mit Arbeitskontakt (28) für die Einschaltung der Maschinen und Ruhekontakt (27) für die Einschaltung der verzögerten Schaltvorrichtung (44, 45, Jj) von der Kontaktvorrichtung (18,19,23,24) so beherrscht wird, daß der Stromkreis der verzögerten Schaltvorrichtung bei Schließung des Arbeitskontaktes (28) geöffnet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Zurückspringen der Kontaktvorrichtung (18, 19) in die Nullage unter Vermittlung des Ankers (39) des Entkupplungsmagneten (38) ein Kontakt (50,51) geschlossen wird, durch den der die Schaltklinke (14) des Fortschaltwerkes (15, 17) der Kontaktvorrichtung (18,19) beeinflussende Elektromagnet (12) erregt und der Kontaktarm (41) auf ein isoliertes Feld gebracht wird, wodurch die gesamte Einrichtung außer Strom kommt, so daß auch der Anker (45) der elektromagnetischen Schaltvorrichtung mit verzögertem Schaltvorgang in die Ausgangsstellung zurückkehrt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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