DE2844870C2 - Unterkalibriges Übungsgeschoß - Google Patents
Unterkalibriges ÜbungsgeschoßInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein unterkalibriges Übungsgeschoß nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs I.
Unterkalibrige Übungsgeschosse dienen der Schießausbildung
von Soldaten an einer Schußwaffe und sollen daher, damit das Ausbildungsziel erreicht wird, so genau
wie möglich die Eigenschaften der normalen Kampfgeschosse wiedergeben, und zwar sowohl hinsichtlich der
Außenballistik, auf der die Aneignung der Ziel- und ggfs. Korrekturreflexe beruht, als auch hinsichtlich des Betriebs
und der Bedienung der Waffe. Die Schießausbildung wird in Schießständen oder auf Schießplätzen
durchgeführt, deren Abmessungen nicht immer der maximalen Reichweite des benutzten Waffeniyps entsprechen.
Bei einem dem Oberbegriff des Patentanspruchs I entsprechenden aus der DE-OS 2135 301 bekannten
Übungsgeschoß sollen auf Schießplätzen mil begrenzter Länge durch die Trennung eines Spit/.cnsti'ickes von
einem als Gcfechtsgcsehoß ausgebildeten Geschoßkörper beim Bodenaufschlag kurze Aufprallcr wie beim
Schießen ohne Spitzenstück erreicht werden. Um das zu ermöglichen, ist das Spit/enslück an seinem in das vordere
Ende des Geschoßkörpers hineinragenden Bcfestigungsteil
nahe eines Gewindes mit einer Abdrehung als Sollbruchstelle versehen. Eine Unterstützung der Sollbruchstelle
während des Abschusses ist jedoch bei diesem Übungsgeschoß nicht vorgesehen, weil ein Trcibkä-
ri fig nicht erkennbar ist.
Aus der DE-AS 23 09 589 ist ein Übungsgeschoß für patronicrtc, kleinkalibrige Munition bekannt Dieses
Übungsgeschoß soll sich sowohl beim Auftreffen auf das Ziel, ohne dieses zu zerstören, als auch beim fachen
ίο Aufprall unkontrolliert in eine Vielzahl von Bruchstükken
zerlegen, Es besteht aus einer metallischen Geschoßhü'ie,
in die eine mit einem polymerisierbaren Prodiik;
vermischte Füllpulvermassc eingefüllt ist, wobei die metallische Geschoßhpllc so bemessen sein soll, daß
\ri Sei einem Aufschlag des Übungsgeschosses an einer als
radial angeordneter, verjüngter Bruchbereich ausgebildeten Sollbruchstelle die FüllpulvcrmaEse austritt. Dieses
Übungsgeschoß ist kompliziert in seinem Aufbau und daher aufwendig in der Fertigung. Der Geschoßkörper
läßt nicht erkennen, in welcher Weise eine Sollbruchstelle ausgebildet sein muß, die den Abfeuerungsund
Flugbeanspruehungen eines unterkalibrigen massiven ausgebildeten Übungsgcschosscs standhält
Aus der DE-OS 17 03 507 ist ein Unterkalibergeschoß einer Panzerbordkanone bekannt, dessen massiver Geschoßkörper
in seinem mittleren Bereich über eine Verzahnung beim Abschuß mit einem Treibkäfig verbunden
ist, wobei dieser unmittelbar nach Verlassen des Rohres, sich gleichmäßig vom Geschoßkörper löst. Das
Unterkalibergeschoß ist als Kampfgeschoß ausgebildet, dementsprechend enthält es keine Vorkehrungen hinsichtlich
einer vor/eiligen Zerlegung zwecks einer Begrenzung der Flugweite innerhalb eines Übungsbereichs.
Zwar kann aufgrund von aerodynamischen Maßnahmen die Flugweite dieses Geschosses derartig beeinflußt
werden, daß das Geschoß nach Überschreitung der Kampfentfernung stark abgebremst wird, wobei jedoch
ein begrenzter Sicherheiisbcreich nach beiden Seiten
hin erforderlich ist. Falls nämlich ein derartiges Geschoß auf kurze Entfernung flach auf harten Boden auftrifft,
kann es quer mit kaum verminderter Energie abprallen und dadurch den seitlichen Sicherhcitsbercich
verlassen.
Aufgabe der Erfindung ist es. bei einem Geschoß nach
4ri dem Oberbegriff des Anspruchs 1, bei Einhaltung der
Merkmale eines massiven Kampfgeschosses mit Treibspiegel sowie der Einfachheit im Aufbau und in der
Fertigung mit größerer Sicherheit als nach dem Stand der Technik möglidr, die Zerlegung in zwei Geschoßtei-
1H/ Ic auf beim Aufprall unter flachcstcm Winkel auf einem
harten Ziel unverzüglich längs einer vorbestimmten Bruchflächc zu gewährleisten.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Patentanspruch ! angegebene Erfindung. Die Unteransprüche
■>■"> nennen vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen.
Das erfindungsgemäße Übungsgcschoü zeichnet sich dadurch aus. daß es in seiner Form, seinen Abmessungen
und seinem Gewicht und somit seinen aulienballisti-
M) sehen Eigenschaften vollständig dem normalen KampfgescholJ
entspricht, wobei allerdings das Geschollmaterial nicht den gleichen Anforderungen zu genügen
braucht, wie das des Kampfgeschosses, was zu einer Verbilligung der Herstellung beiträgt. Du das erfin-
h-'i dungsgemäße Geschoß bis auf das Material, die Lcitwcrksform
und die am Geschoß vorgesehene Sollbruchstelle im übrigen vollständig dem normalen unterkalibrigen
Kampigeschol.i entspricht, kann das Übungsgc-
schoß auf die gleiche Weise und mit den gleichen Maschinen
gefertigt werden wie das Kampfgeschoß. Dies führt zu einer erheblichen Verbilligung der Fertigung,
zumal im Falle der Ausbildung als leitwerkstabilisiertes Unterkaliber-Geschoß auch der verwendete Treibkäfig
identisch mit demjenigen des Kampfgeschosses sein kann.
Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung unter weitgehendem Verzicht auf erfindungsunwesenlliche
Einzelheiten dargestelllen Ausführungsbeispiele des näheren erläutert.
Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 bis 3 drei Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Übungsgeschosses.
Die Ausführungsform nach F i g. 1 weist ein Geschoß 2 auf, das einstückig hergestellt ist und aus einer Geschoßspitze
4 und einem Geschoßheckteil 6 besteht. Zwischen diesen Geschoßtcilen 4 und 6 ist eine Kerbnut
5 vorgesehen, die die Sollbruchstelle darstellt, an der sich die Geschoßspitze 4 und das Geschoßheckteil 6
voneinander trennen, falls ein Aufprallen auf den Buden
üder ein anderes Hindernis erfolgt. Dementsprechend ist die Tiefe der Kerbnul 5 gewählt. Ein Kcgellciiwerk 8
mit axialen Bohrungen 10 ist am Heck des Geschosses 2 angebracht. Dieses Kegelleilwerk 8 stabilisiert das Geschoß
2 durch seinen Strömungswiderstand, wobei dieser unterhalb einer bestimmten Machzahl stark ansteigt,
so daß innerhalb des Entfernungsbereichs für das Übungsschießen diese bremsende Wirkung des Kegelleitwerks
8 noch nicht eintritt und das Übungsgeschoß 2 die gleichen außenballistischen Eigenschaften eines entsprechenden
normalen Kampfgeschosses aufweist. Ein Leuchtspursatz 12 ist am Heck des Geschosses 2 angeordnet,
damit das Geschoß 2 im Fluge verfolgt werden kann.
Ein an sich aus der DE-OS 17 03 507 bekannter Treibkäfig
14 ist mittels einer Verzahnung mit der Geschoßspitze und dem Geschoßheckteil verbunden, wobei der
Treibkäfig 14 in einem mittleren Verzahnungsbereich 15 des massiven Geschoßkörpers 2, 16 (Fig. 2), 26
(F i g. 3) an diesem anliegend angeordnet ist und sich in bekannter Weise nach dem Abschuß gleichmäßig vom
Geschoßkörper löst.
Die Beschleunigungskraft werden durch den Treibkäfig
14 auf das Geschoß 2 teils als Schubkräfte und teils als Zugkräfte übertragen. Die Geschoßspitze 4 erleide!
dabei Schubkräfte, während das Geschoßheckteil 6 durch Zugkräfte beschleunigt wird. Zwischen beiden
liegt ein Spannungsminimuni. wobei die Kcrbnui 5 in
diesem Spannungsminimum angeordnet ist, welches etwa 2 Geschoßdurchmesser vor der hintersten Verzahnungsnut
zwischen dem Treibkäfig 14 und dem Geschoß 2 liegt. Dadurch, daß der Treibkäfig 14 die Sollbruchstelle
übergreift und diese Sollbruchstelle im Spannungsminimum angeordnet ist, ist diese Sollbruchstelle
praktisch frei von den Abfcuerungsbelastungcn, so daß die Sollbruchstelle durch diese Abfeuerungsbelustungen
nicht brechen kann.
Die Ausführungsformen gemäß F i g. 2 und F i g. 3 unterscheiden sich von der Alisführungsform geiniiü
F i g. 1 durch die Ausbildung der Sollbruchstelle, so daß für sonst übereinstimmende Teile auch gleiche He/.ugsziffcrn
verwendet werden.
Die Ausführungsform gemäß Fig. 2 zeigt ein Geschoß 16, das zweiteilig ausgebildet und eine Geschol.S-spitze
18 und ein Geschoßheckteil 20 aufweist. Diese Geschoßteile 18, 20 sirid miteinander mittels einer
Schraubhülse 22 verbunden, welche so bemessen ist.
daß sie die Sollbruchstelle im Bereich der Teilfuge 24 zwischen den Geschoßteilen 18,20 bildet.
Das Geschoß 26 gemäß F i g. 3 ist ebenfalls zweiteilig ausgebildet, wobei an der Geschoßspitze 28 ein
Schraubzapfen 32 vorgesehen ist. der in eine entsprechende Bohrung 34 des Geschoßheckteils 30 eingeschraubt
ist. Eine zwischen dem Schraubzapfen 32 und der Geschoßspitze 28 vorgesehene Kerbnut 36 stellt bei
dieser Ausführungsform die Sollbruchstelle dar. Auch dieses Ausführungsbeispiel stimmt in seinen weiteren
Elementen mit dem Übungsgeschoß gemäß F i g. 1 überein, so daß diese nicht im einzelnen beschrieben
sind. Bei den Ausführungsformen gemäß Fig.2 und Fig.3 ist es möglich, für die Geschoßspitze 18 bzw. 28
H und das Geschoßheckteil 20 bzw. 30 unterschiedliche
Materialien zu nehmen, so daß das Übungsgeschoß durch entsprechende Auswahl dieser Materialien auf
einfache Weise den außenballistischen Eigenschaften des normalen Kampfge.scho.sses angepaßt werden kann.
ί iier/.u 3 Biati Zeichnungen
Claims (5)
1. Unterkalibriges ObungsgcschoB mit einem in
Form und Gewicht dem Kampfgeschoß entsprechenden
Geschoßkörper, das sich beim Aufprall an einer Sollbruchstelle zerlegt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sollbruchstelle (5, 24, 34) an einem an sich bekannten massiven Geschoßkörper
(2, 16, 26) in seinem mittleren am Treibkäfig (14) anliegenden Verzahnungsbereich (15) in einem Bereich
des Spannungsminimunis der beim Abschuß auf den Geschoßkörper (2, 16, 26) wirkenden Abfeuerungsbelastungen
angeordnet ist. und daß die Sollbruchstelle (5, 24, 34) derartig tief in das Geschoßinnere
hineinragt, daß der Zusammenhalt der vor und hinter der Sollbruchstelle (5, 24, 34) liegenden
Geschoßteiie (4, 6; 18, 20; 28, 30) unter der Abschußbelastung erhalten bleibt und eine sichere
Zerlegung d»s massiven Geschoßkörpers beim Aufprall unter Rschem Winkel gewährleistet ist.
2. Übungsgeschoß nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß die Sollbruchstelle (5,24,34) — in
Flugrichtung gesehen — etwa zwei Geschoßdurchmesser vor der hinteren Vcr/.ahnungsnul des Treibkäfigs
(14) angeordnet ist.
3. Übungsgeschoß nach eimern der Ansprüche 1
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sollbruchstelle
als tief in das Geschoßinnerc hineinreichende Kerbnut (5) ausgebildet ist.
4. Übungs?eschoß nach einem der Ansprüche 1
und 2. gekennzeichnet durch einen aus zwei Teilen (18, 20) bestehenden Ceschoti.örper (16) mit einer
die Sollbruchstelle bildenden Schraubhülse (22) als Verbindungselement.
5. Übungsgeschoß nach einem der Ansprüche i, 2. 4, gekennzeichnet durch einen aus zwei Teilen (28,
30) bestehenden Geschoßkörper (26) mit einem in eine Bohrung (34) des einen Teils (30) eingreifenden
Schraubzapfen (32) als Verbindungselement und mit einer Kerbnut (36) als Sollbruchstelle.
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