DE28382C - Verfahren und Einrichtungen zur elektrischen Regulirung von Uhren - Google Patents

Verfahren und Einrichtungen zur elektrischen Regulirung von Uhren

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DE28382C
DE28382C DENDAT28382D DE28382DA DE28382C DE 28382 C DE28382 C DE 28382C DE NDAT28382 D DENDAT28382 D DE NDAT28382D DE 28382D A DE28382D A DE 28382DA DE 28382 C DE28382 C DE 28382C
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W. F. GARDNER in Baltimore, County of Baltimore, Maryland, V. St. A
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    • G04—HOROLOGY
    • G04C—ELECTROMECHANICAL CLOCKS OR WATCHES
    • G04C13/00—Driving mechanisms for clocks by primary clocks
    • G04C13/02—Circuit arrangements; Electric clock installations
    • G04C13/04—Primary clocks
    • G04C13/0409—Primary clocks monitoring or controlling primary clock or system with more than one primary clock, e.g. for switching-over to standby motor or power system
    • G04C13/0427—Systems in which secondary clocks function as primary clocks for other secondary clocks

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 83: Uhren.
(County of Baltimore, Maryland, V. S. Α.).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. October 1883 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zur elektrischen Regulirung von Uhren und Absendung von Zeitsignalen, zum Zweck, den Gang von Uhren nach der Ortszeit mittelst Signale, welche von einer Sternwarte ausgesendet werden, zu corrigiren. Die Einrichtung setzt sich demgemäfs zusammen aus einer nach der' mittleren Sonnenzeit gestellten Normaluhr, einer primären Uebertragungs- oder Reguliruhr, einer Anzahl secundärer regulirter und regulirender Uhren, sowie einer Anzahl regulirter Ortsuhren, wobei die Uebertragungsuhr mit Einrichtungen zur Abgabe von Avertirsignalen versehen ist, sowie mit Mechanismen zur Regulirung sämmtlicher Uhren des in elektrischer Verbindung stehenden Systems. Des Weiteren sind Vorkehrungen zur elektrischen Uebertragung von Zeitsignalen getroffen, sowie zur Regulirung von Ortsuhren verschiedener Meridiane nach einer Normaluhr, .deren tägliche Abweichung nach astronomischen Beobachtungen corrigirt wird. Das System enthält eine Normaluhr, eine unabhängig gellende Signalübertragungsuhr, einen Chronographen zur Vergleichung der Normal- und der Uebertragungsuhren, elektrische Stromunterbrecher und Stromschliefser in Verbindung mit dem Uebertragungsmechanismus zur Abgabe von Avertirsignalen und zum Betriebe von Mechanismen zur Herstellung des Synchronismus in den in die elektrische Leitung eingeschalteten Secundärnhren, ferner Vorkehrungen, mittelst welcher durch das Signal von dem Uebertrager her die Zeiger auf Mittags- oder genaue Ortszeit gestellt werden, und eine Anzahl von Ortsuhren, die in ähnlicher Art mit der Secundäruhr durch eine Stromleitung derart verbunden sind, dafs sie durch die von dem primären Uebertrager abgegebenen Signale nach ihrer richtigen Ortszeit gestellt werden können.
Fig. ι a beiliegender Zeichnungen veranschaulicht eine in der von der Sternwarte ausgehenden Stromleitung befindliche, nach der mittleren Sonnenzeit zu stellende Normaluhr, einen Chronographen und eine Uebertragungs- und Reguliruhr.
Fig. ι zeigt theilweise im Schnitt und Aufrifs eine Uebertragungs- und Reguliruhr X und regulirte Uhren MQ, Fig. 2, eine Seitenansicht des Relaisschlüssels/ der Vorrichtung zur Signalisirung der Zeit und der Vorrichtungen, wodurch automatisch dieSecunden-, Minuten-und Stundenzeiger der Reguliruhr auf Null gestellt werden können; Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch einen Elektromagneten, sowie in Ansicht einen den Kern des Magneten tragenden, durch einen Daumen bewegten Hebel; Fig. 4 zeigt den Relaisschlüssel in Seitenansicht, Fig. 5 eine Seitenansicht des Zeigertriebwerkes zur Bewegung der Daumen; Fig. 6 und 7 zeigen eine Seiten- und Vorderansicht der Federn zur Unterbrechung der Stromleitung und des zur Uebertragung der primären und regulirenden Signale dienenden Zahnrades, Fig. 8 und 9 Seitenansichten von Modificationen der Mechanismen, Fig. 5; Fig. 10 veranschaulicht das Repetirwerk für die Signale im Grundrifs, Fig. Ii den Aufrifs einer etwas modificirten Form des Zeigereinstellmechanismus, Fig. 12
die Stange für die Daumenbewegung und Fig. 13 stellt einen Schnitt nach Linie x-x der Fig. 11 dar.
Die bisherige Art derUebertragung von Zeitsignalen schützt nicht vor Fehlern, welche gewöhnlich eine Folge von Unregelmäfsigkeiten im Mechanismus sind. Elektrische, pneumatische und andere Centraluhrenanlagen mit theils pneumatischem, theils elektrischem Betriebe sind bereits mehrfach versucht Worden. Bei allen diesen Einrichtungen fehlte es indessen bisher an Hülfsmitteln, die es ermöglichen, von einer täglich corrigirten Zeit auszugehen. Dies ist aber um so notwendiger, als täglich Abweichungen von der wahren Zeit entstehen. Speciell pneumatische Uhren sind auf locale Benutzung beschränkt und können für gröfsere Strecken nicht gebraucht werden.
Elektrische Uhren sind wieder von der Leitung abhängig. Ist diese Leitung eine Zeit lang unbrauchbar, so fehlt es auch so lange an einer richtigen Zeitangabe.
Bei der vorliegenden Einrichtung ist die Zeitangabe eine ununterbrochene, indem die Uhren kein todtes Gangwerk besitzen, sondern ein solches, das unabhängig von der Reguliruhr, also selbstständig 'durch Gewichts- oder Federn betrieb functionirt. Andererseits gestattet diese Einrichtung den Eisenbahnen u. s. w. eine gleichzeitige Regulirung aller Uhren ihrer Anschlufslinien durch ein einziges allgemeines Signal, wodurch, jede Stationsuhr täglich auf ihre Ortszeit oder eine andere Zeit gestellt wird.
Zu diesem Zweck werden die Schwingungen des Secundenpendels der Normaluhr O1, Fig. 1 a, der Centralstation durch die an eine Batterie anschliefsende Stromleitung 3 elektrisch ebenso wie die Schwingungen des Pendels der Uebertragungs- und Reguliruhr JJ/1 durch die ebenfalls mit einer Batterie verbundene Stromleitung 4 auf einen Chronographen Q1 übertragen, zum Zweck, den Gang beider Uhren zu vergleichen und eventuell die Pendelbewegung der Reguliruhr mittelst der Hand durch Reibung oder ein Getriebe in bekannter Weise so zu beschleunigen oder zu verzögern, dafs die Reguliruhr richtig geht DerSecundenzeiger^1 der secundären regulirenden Uhr, Fig. 11 und 13, sitzt auf einer über Achse o1 gesteckten Hülse, während der Minutenzeiger g auf der durch Räder G1 G2 in der gewöhnlichen Weise in Umdrehung versetzten Hülse sitzt. Der Stundenzeiger g2 ist auf einer Achse <?2, Fig. 13, befestigt. Auf der die Achse 0 umschliefsenden Hülse t sitzt ein Daumen F1, Fig. 13, fest und auf einer dieselbe Achse umschliefsenden Hülse ί ein Daumen F, während auf einer über Achse o2 gesteckten Hülse υ ein dritter Daumen F% angebracht ist. Diese Daumen dienen zur Regulirung der Zeiger, welche in bekannter Weise mit Reibung auf ihren Hülsen stecken. Statt Secunden-, Minuten- und Stundenzeiger auf verschiedenen Achsen anzubringen, kann man dieselben auch, wie in Fig.-ia bei N1 dargestellt, auf eine einzelne Achse mittelst Hülsen aufsetzen und den Stundenzeiger dann durch ein geeignetes Räderwerk bewegen. Die Hülsen der Räder tragen dann die Daumen und auch die Zeiger, und letztere werden in der gewöhnlichen Weise durch Reibung mitgenommen. Diesen Daumen zur Regulirung der Zeigerstellung mufs eine mittlere Normaleinstellung ertheilt werden, derart, dafs die Spitzen der Zähne des durch den Anker eines Magneten D zu bewegenden Hebels C1 C1, Fig. 2 und 5, auf die der Normallage der Daumen entsprechenden Punkte sämmtlicher Daumen gleichzeitig treffen und die Daumen in dieser Lage so lange erhalten werden, als die auf ein Avertirsignal erfolgende Adjustirung der Zeiger dauert, um diejenige Zeit (Ortszeit u. s. w.) anzugeben, auf welche die Uhren nach dem allgemeinen Signal einzustellen sind. Auf diese Weise kann eine ganze Anzahl' von Uhren zur gleichen Zeit so eingestellt werden, wie man es wünscht. Beispielsweise veranlafst die Regulirung einer Uhr in Berlin, indem sie die Magnete einer zuvor adjustirten . Uhr in Wien ' und auf zwischenliegenden- Stationen erregt, gleichzeitig die genaue Einstellung der Uhren auf die Ortszeit an allen Stellen in der Stromleitung der entsprechend adjustirten zu regulirenden Uhren. Denn da die Zeitdifferenz zwischen der Regulirstation und den Stationen, welche die zu regulirenden Uhren enthalten, bekannt ist, kann man die Zeiger der Uhren auf die Ortszeit des betreffenden Ortes einstellen und, nachdem dies stattgefunden, mit Hülfe der erwähnten Daumen die Zeiger der Uhren täglich oder stündlich auf ihre wahre Ortszeit zurückbringen.
Zu diesem Zweck wird der Elektromagnet D, Fig. 2, der Reguliruhr durch den von einer in die Hauptleitung eingeschalteten Sternwartenuhr übertragenen elektrischen Strom erregt, so dafs er den Anker c des ausbalancirten Hebels b anzieht, welcher bei d, Fig. 5, an Platte K drehbar ist. Dieser Hebel wird aus zwei in einem Winkel zusammenstofsenden Armen C C2 gebildet, von welchen der erstere mit dem Anker c, der andere mit Zähnen e e' versehen ist, welche die auf den Secunden- und Minutenzeigerhülsen sitzenden Daumen FF1 drehen, wenn der Anker c vom Elektromagnet D angezogen wird, und zwar so weit, bis die Zähne e e1 in an den Daumen angebrachte Vertiefungen treten.
Auf diese Weise werden die Stunden-, Minuten- und Secundenzeiger der Achsen bezw. Achsenhülsen bewegt und diese auf die Zeit eingestellt, für welche sie vorher adjustirt wor-
den sind. Das auf der den Secundendaumen tragenden Hülse der Uebertragungsuhr, Fig. 11, sitzende Rad G hat einen Umfang für eine Zahl von 60 Zähnen, einige von den Zähnen sind jedoch fortgelassen, so dafs deren nur noch 49 am Radumfange sich befinden. Zu-. nächst ist der 29. Zahn, ausgelassen. Die nächste Lücke von neun Zähnen vor dem Beginn jeder Minute dient dem Zweck, den Beginn der nächsten Minute zu markiren und Zeit zur Herstellung von Anschlüssen zu gewähren. Das Rad G kann mit dem Daumen auf der Secundenzeigerachse gedreht und adjustirt werden, so dafs der Nullpunkt auf den Anfang einer jeden Minute gebracht werden kann, oder das Rad kommt mit dem Daumen auf Null zurück, um die Minuten weiter zu übertragen, d. h. der 60. Secundenzahn des Rades kann stets sein Signal übertragen, nachdem die secundäre Reguliruhr regulirt worden ist. ■ Zur Uebertragung der primären und regulirenden 'Signale sind Stromunterbrecherfedern BB1 und Stangen B2B3, Fig. 5 und 6, an einem Vulcanitstück W befestigt und in dem isolirenden Block R vertical einstellbar. Dieser Block ist mit der Platine iT des primären Uebertragungs-, oder secundären Controluhrwerkes durch Stellschrauben b verbunden, die durch die oberen'Enden der Stangen B2 B3 hindurch in den Block R treten. An den unteren Enden der Stangen B2 B3 sind mittelst Schrauben I3 Plätinscheiben //' befestigt. Diese verticale Einstellbarkeit dient dem Zweck, die Coincidenz zwischen den Ansätzen h der Federn B und den Zähnen des Zahnrades G herzustellen. Durch Anziehen oder Lösen der Schrauben können die Ansätze h gegen die Zähne des Zahnrades G horizontal eingestellt werden, so dafs die Radzähne mehr oder weniger tief über die Ansätze fassen können, WOdUrCh1 die Dauer des Eingriffes regulirt werden kann. Die an den unteren Enden der Federn BB1 sitzenden Platinspitzen i stehen für gewöhnlich mit den Scheiben lll der Stangen B% B% in Contact, und es können die Scheiben auf den Schrauben I3 so gedreht werden, dafs ein vollständiger Contact zwischen den Spitzen i und den Scheiben / erreicht wird. Ein Relaisschlüssel A, Fig. 2 und 4, und ein Umschalter H1, Fig. i, vervollständigen den Uebertragüngs- und Regulirmechanismus. Statt zwei Satz Federn B B1 anzuwenden, reicht man in Localanschlüssen, für welche es sich nur um Regulirung der Ortszeit handelt, mit einem Satz Federn i?1 aus, wie bei einer eine oder mehrere Uhren enthaltenden Station. Für entfernte Stationen jedoch empfiehlt sich die Anwendung der Feder B, um die den Regulirungssignalen vorangehenden Avertirsignale zu übermitteln.
Die Uebertragung der Zeitsignale und Regulirung der Uhren geschieht nun in folgender Weise:
Wenige Minuten, bevor die Signale abgegeben werden sollen und sämmtliche Uhren der Stromleitung auf Null einzustellen sind, werden die Schwingungen des' Pendels sowohl der Normaluhr als der Uebertragungsuhren durch die Leitung auf den Chronographen Q\ Fig. 1 a, übertragen und die Schwingungen der Pendel registrirt. Alsdann wird die Pendelbewegung der Uebertragungsuhr verzögert oder beschleunigt, bis die Differenz zwischen den beiden Uhren gleich dem Fehler der Normaluhr wird (das Vorzeichen dieses Fehlers ist bekannt), so dafs dann die Uebertragungsuhr die Zeit genau angiebt. Eine Minute (oder früher oder später, je nach Erfordern), bevor die Uhren in der Stromleitung zu reguliren sind, wird die Localstromleitung 1, Fig. 1, vermittelst des Umschalters H1 geschlossen, der Strom fliefst dann durch die Secundenfeder B der Uebertragungsuhr X, Contactstift i, Scheibe /, Stange B2 und die Windungen des Elektromagneten As, so dafs durch Bewegung der Hebel A 'A2 ein Contact zwischen Feder p2 und Contactspitze p3 hergestellt^ wird, wenn durch Drehung des Zahnrades G die Stromleitung unterbrochen wird. Bringt man somit den Umschalter S3 in die gezeichnete , Lage, so wird bei jedesmaliger Unterbrechung der Leitung 1 durch einen Zahn des Rades G die Hauptstromleitung (in Fig. 1 punktirt gezeichnet) geschlossen, und dadurch werden die Schwingungen der Uebertragungsuhr X während 50 Minuten nach sämmtlichen Stationen der Linie übertragen, mit Ausnahme der 29. Secundenschwingung, welche zur Markirung der halben Minute ausfällt.
DieseSecundenschwingungen bilden ein Avertirsignal für die Stationen der Hauptlinie. Wenn die Uebertragung der Secundenschwingungen nach der 50. Secunde aufhört (zu diesem Zweck sind eben neun Zähne am Rade G ausgelassen), so wird der Umschalter H1 von / nach /' verlegt, wodurch die Secundenfedern B aus- und die Regulirfeder B1 eingeschaltet wird. Diese letztere Stromleitung wird nur auf der NuIlsecunde der Reguliruhr durch den seitlich vortretenden Stift H des Rades G, Fig. 6, unterbrochen, der mit Feder B1 in Contact kommt und diese aufser Contact mit Scheibe / bringt, wodurch dann die Stromleitung ϊ durch B' innerhalb der Periode unterbrochen wird, welche einer Drehung des Zahnrades um 9 in Fortfall gekommene Zähne entspricht. Die Stromleitung 2, Fig. i, in welche die Ortsuhren eingeschaltet sind, wird mittelst Umschalters S2 von den Beamten der einzelnen Stationen der Linie durch die Uhr oder Uhren der betreffenden Station hindurch geschlossen. Die Contacte ff1 des Umschalters H1 sind so nahe an einander angebracht, dafs der Strom in der zweiten Stromleitung geschlossen wird, bevor er in der ersten unterbrochen ist, wodurch eine
Unterbrechung der Localstromleitung des Uebertragers und falsche Signalabgabe durch die Hauptlinie vermieden wird, bis durch das Signal »Null« särhmtliche Uhren der Linie auf diejenige Zeit eingestellt werden, für die sie zuvor mittelst Einrichtungen adjustirt waren, die ähnlich den bei den Reguliruhren beschriebenen sind.
Nachdem das letzte Signal gegeben ist und sämmtliche Uhren in der Stromleitung gestellt sind, werden die zu controlirenden Uhren von den betreffenden Beamten durch den Umschalter 52 ausgeschaltet, so dafs die Stromleitung ι mittelst Umschalters If1 unterbrochen werden kann, ohne dafs irgend ein weiteres Signal in die Linie gelangt.
Dadurch verbleiben die Haupt- und anderen Linien in ihrem Normalzustande und können anderen Zwecken dienen. Während, wie beschrieben, die Stromleitungen durch Umschalter mittelst der Hand unterbrochen und geschlossen werden, könnte man auch automatische Einrichtungen für diesen Zweck verwenden. Die Anzahl der Uebertragungssignale, welche über die Haupt- und andere Leitungen übertragen werden, kann durch die Vergröfserung der Anzahl der Contactspitzen A3, Fig. io, des Relaisschlüssels oder durch andere bekannte Uebertragungs- und Repetirvorrichtungen vergröfsert werden.
Fig. ι zeigt gleichzeitig die Einschaltung eines-Relais. Die durch die Windungen des Relaismagneten i?2 führende Hauptleitung zieht den Anker R3 an und schliefst die Localstromleitung 2 durch den Contactstift t4, und wenn dann der Umschalter »S2 geschlossen wird, so ist auch die Stromleitung geschlossen. Dadurch wird der Magnet £>, Fig. ι und 5, erregt und der Anker c des Hebels CC1, dessen Ausschlag durch Anschlag t, Fig. 3 und 5, begrenzt wird, angezogen, so dafs die Zahnspitzen e el gegen den Umfang der Daumen F stofsen und diese in die erwähnte normale Mittelstellung zurückbringen. Im Augenblick, wo die Stromleitung unterbrochen wird, wird der Anker losgelassen und sein ausbalancirter Hebel kehrt nach einigen Schwankungen in seine Normallage zurück.
Wie schon beschrieben, ist der Mechanismus der Daumen von dem Zeigerwerk unabhängig und deshalb findet, nachdem die Zeiger auf Null gestellt sind, keine Verzögerung zwischen beiden statt, da beide ohne Unterbrechung durch das Gangwerk der Uhr gedreht werden. Bei der in Fig. 11 und 12 veranschaulichten Modification des Einstellmechanismus für die Zeiger stöfst der untere Zahn J^ der Stange J auf den Daumen F^ und dreht den Stundenzeiger (was auch durch ein Radgetriebe geschehen kann) derart, dafs auf einmal und gleichzeitig die Stunden-, Minuten- und Secundenzeiger auf Null zurückgebracht werden können, und auf diese Weise wird die secundäre Reguliruhr in der Hauptleitung von einer Sternwarte aus nach einer corrigirten Normalzeit regulirt. Die Verticalstange J empfängt ihre Abwärtsbewegung durch den um einen Bolzen des Halters A, Fig. ii, schwingenden Ankerhebel A1 des Elektromagneten A3. und hierbei stofsen ihre Zähne J1 J* auf die Daumen und drehen dadurch die Zeiger. Die Bewegung der Stange J wird durch Stellschrauben z' regulirt, die durch Schlitze ζ genannter Stange in die Platine K eingeschraubt sind und dadurch den Stofs der Ansätze J1 _/2 auf die Daumen begrenzen. Die Aufwärtsbewegung der Stange J wird durch die das untere Ende derselben umgebende Schraubenfeder S vermittelt, deren eines Ende an den auf der Stange festsitzenden Bund S1 und deren anderes Ende auf den an der Platine sitzenden Führungsring S2 sich stützt, wodurch die von dem Anker des Elektromagneten losgelassene Stange wieder in ihre Normallage zurückgebracht wird. Die Stange J wird in ihrer Bewegung nicht nur durch die Stellschrauben zl begrenzt, sondern auch durch eine gegenüber dem unteren Stangenende in einen Ansatz der Platine eingedrehte Regulirschraube pi, Fig. 11. Auch könnte man die am Ankerhebel A1 sitzende Stange J nach Fig. 9 mit einem um einen Drehpunkt χ schwingenden, mit Zähnen e e1 versehenen Winkelhebel C C2 ähnlich dem mit Bezug auf Fig. 2, 3 und S beschriebenen verbinden, der jedesmal von einer am Ansatz p der Platine befestigten Feder η in seine Normallage zurückgebracht wird, sobald die Anziehung des Elektromagneten aufhört.
Natürlich kann bei dem beschriebenen Verfahren der elektrischen Regulirung von Uhren nach einer einzelnen corrigirten Normaluhr die specielle Anordnung der Stromleitung etwas Wesentliches nicht in sich schliefsen. Für diesen Zweck könnten der Ersparnifs wegen auch bereits bestehende und zu anderen Zwecken benutzte Leitungen Verwendung finden.
Das beschriebene Regulirsystem gewährt namentlich grofsen Vortheil für Eisenbahnlinien, indem jede Linie ihre besondere Zeit nach ihrer eigenen Regulirungsuhr auf der Centralstation richtig stellen kann. Da die Zeit dieser Uhr täglich corrigirt wird, so kann die Ortsuhr nach derselben zur Nachtzeit, wo die Leitungsdrähte frei sind, gestellt werden. Auch können auf den einzelnen Eisenbahnstationen zwei Uhren aufgestellt werden, von welchen die eine die Ortszeit und die andere die Normalzeit des gesam inten Stationsverbandes angiebt.
Ferner könnten mehrere Uhren Aufstellung finden, von welchen die eine die Ortszeit und die anderen die Zeit bedeutender Städte angeben, um einen Vergleich zu ermöglichen.
Natürlich ist eine besondere Stromleitung für jede Uhr einer Station vorzuziehen, statt dafs man sämmtliche Uhren an eine einzige Hauptlinie anschliefst. Ein Leclanchö-Element genügt für mehrere Uhren längere Zeit, ohne dafs eine Erneuerung der Ladung desselben nothwendig wird. :
Die beschriebenen Einrichtungen eignen sich ebenso gut für Unruhe- als für Pendeluhren.

Claims (3)

Patent-An Sprüche:
1. Bei der elektrischen Regulirung von Ortsuhren die Uebertragung der Pendelschwingungen der Sternwartennormaluhr O1, Fig. ia, der Centralstelle und der Pendelschwingungen der unabhängig gehenden Uebertragungsuhr Ml auf einen Chronographen Q' mittelst elektrischer Leitungen, zum Zweck, den Gang von M1 in Uebereinstimmung mit dem von Q1 bringen zu können.
2. Bei der elektrischen Regulirung von Uhren die Combination einer primären Reguliruhr, secundärer Reguliruhren und zu regulirender Ortsuhren, welche Uhren durch elektrische Leitungen derart mit einander verbunden sind, dafs Avertirsignale nach den Stationen gegeben werden können, welche die zu regulirenden Uhren enthalten, so dafs nach Einschaltung des Uhrensystems in die elektrische Leitung alsdann die Einstellung der Zeiger der zu regulirenden Uhren automatisch erfolgt.
3. Die adjustirbare Anordnung des Daumens F1 und des theilweise gezahnten Rades G, Fig. 11 und 13, auf der Hülse tl für den Secundenzeiger, sowie des Daumens F auf Hülse ί für den Minutenzeiger und des Daumens F2 auf Hülse v2 für den Stundenzeiger, in Combination mit Hebeln C1 C2, Fig. 2 und 5, die durch den Elektromag-
■ netenZ* bewegt werden, welcher durch einen Strom von der in die Hauptleitung eingeschalteten Uhr erregt wird, zum Zweck, durch die Zähne e e1 des Armes Ca und die Daumen FF1 die Adjustirung der Zeiger zu bewirken.
Bei der elektrischen Regulirung von Ortsuhren die Anordnung der Stromunterbrechungsoder Secundenfedern B mit Platinspitzen i am unteren Ende, Regulirfedern B1 mit Ansätzen A, Fig. 6 und 7, und Stangen B2 B3 mit durch Schraube I3 an den unteren Enden gehaltenen Platinscheiben IP, welche im Block R, der mit Platine K des Centralstellen-Uebertragungsuhrwerkes durch Stellschraube b verbunden ist, sitzen, so dafs Coincidenz zwischen dem Ansatz h und den Zähnen des Zahnrades G hergestellt und durch Stellen von Schraube I3 die Dauer des Zahneingriffes regulirt werden kann, zum Zweck, regulirende Signale von der Centralstelle übertragen zu können.
Zur Uebertragung von Zeitsignalen von der Central- nach der Nebenstelle ein Uebertragungsapparat X auf der letzteren, Fig. 1, mit Umschalter Ή1 zum Schliefsen der Localleitung kurz vor Regulirung der Ortsuhren M und O in der Leitung, so dafs der elektrische Strom durch Secundenfeder B, Contactstift i, Fig. 6, Scheibe /und Stange B2 durch den Elektromagneten A3 fliefst und durch Hebel A1A2, Fig. 1, Contact zwischen Feder j>2 und Spitze /3 hergestellt wird, wenn Unterbrechung der Stromleitung durch Drehung des Zahnrades G stattfindet, ferner der Umschalter S3 zum Schliefsen der Hauptleitung bei Unterbrechung der Leitung 1 durch einen Zahn von Rad G, so dafs die das Avertirsignal für die Stationen der Hauptlinie bildenden Secundenschwingungen der Uhr X dann nach allen Stationen der Hauptlinien übertragen werden.
Die Anordnung des Umschalters S2, Fig. 1, in der die Ortsuhren enthaltenden Stromleitung 2 zum Schliefsen der letzteren durch die Uhr oder die Uhren des betreffenden Ortes hindurch und zum Wiederausschalten derselben nach erfolgter Einstellung auf das letzte Signal hin, sowie eines Relais mit Magnet i?2 und Anker Rs nebst Contactstift ti zum Schliefsen der Localstromleitung 2.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
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