DE2655C - Verfahren zur Karbonisirung der in Wollgeweben enthaltenen vegetabilischen Stoffe auf kaltem Wege durch wasserfreie und trockene Gase - Google Patents

Verfahren zur Karbonisirung der in Wollgeweben enthaltenen vegetabilischen Stoffe auf kaltem Wege durch wasserfreie und trockene Gase

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DE2655C
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DENDAT2655D
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BOYRON FRERES & CO. in Barr, Elsafs
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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C5/00Carbonising rags to recover animal fibres

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Description

1878.
Klasse 29.
BOYRON FRERES & CO. in BARR (Elsass).
Verfahren zur Carbonisirung der in Wollgeweben enthaltenen vegetabilischen Stoffe auf kaltem Wege durch wasserfreie und trockene Gase.
Patentirt im Deutschen Reiche vom io. März 1878 ab.
Bei dem nachstehend beschriebenen Verfahren zur Carbonisirung der vegetabilischen Stoffe in Wollengeweben werden letztere in kaltem Zustande bearbeitet und es verbleibt demnach dem Wollfaserstoff seine natürliche Weichheit, welche er besitzen mufs, um die verschiedenen Umwandlungen zu Gegenständen des Gebrauches aushalten zu können. Dies bezieht sich namentlich auf feinere Wollen.
Um diesen Zweck zu erreichen, trocknet oder entwässert man die Gase, welche zur Carbonisation der vegetabilischen Stoffe dienen, vollkommen, ehe man dieselben in den Apparat treten läfst, in dem die Carbonisation stattfindet, oder worin sie mit den zu carbonisirenden Stoffen in Berührung treten. Da dieselben keine Wasserdämpfe mehr enthalten, kann man die Carbonisation ohne Anwendung höherer Temperaturen vollziehen.
Zur Erzeugung des Gases wendet man Salpetersäure, Schwefelsäure, Chlorwasserstoffsäure oder Chloraluminium an. Zum Trocknen derselben bedient man sich verschiedener Mittel. Entweder verwendet man dazu Manganchlorür in trockenem Zustande, oder Chlorcalcium, oder ungelöschten Aetzkalk, oder auch concentrirte Schwefelsäure.
Vorzugsweise bedient man sich der Chlorwasserstoffsäure; in zweiter Linie der Schwefelsäure, mit welcher man in nachstehend beschriebener Weise verfährt.
Man benutzt hierbei den in der Zeichnung dargestellten Apparat.
In Fig. ι ist B eine Säurefiasche, auch Korbflasche, welche auf einem Gestell oder einem Untersatze steht und darauf gestellt wird, wie sie von der chemischen Fabrik kommt, um das Umfüllen der Säure zu vermeiden.
Die Flasche ist mit einem Heber C von Blei oder Guttapercha versehen, an dem ein Hahn von demselben Material angebracht ist, womit man den Auslauf der Flüssigkeit regeln kann, sobald der Heber einmal im Gange ist.
Die Säure fliefst (Fig. 2) in den Trichter des Speiserohrs A ein, welches gleichzeitig als Sicherheitsrohr dient. Die in der Krümmung eingeschlossene Flüssigkeit verhindert den Austritt des Gases aus dem Behälter B\
Letzterer ist aus Gufseisen und ziemlich starkwandig hergestellt. Er besitzt eine Flantsche, womit er auf dem Mauerwerk E aufruht und ist mit Schrauben versehen, mittelst deren man den Deckel C nach Zwischenlegung eines Gummiringes befestigt, Der Deckel, wie auch der obere Theil des Behälters B1 ist innen emaillirt und ersterer ist mit zwei Oeffnungen versehen, deren eine zur Aufnahme des Speiserohres oder Syphons A, welches durch einen fest eingedrehten Kork geht, dient, während die andere mit dem Bogenrohr G verbunden wird, durch welches das im Recipienten B1 (Fig. 2) entwickelte Gas austritt. Letzteres wird darin durch seine Berührung mit den von dem Feuer erhitzten Körpern D aus Porzellan oder Glas erzeugt, auf welche die Säure träufelt.
Durch diese Einrichtung hat man die Verdampfung vollständig in seiner Hand und kann sie augenblicklich unterbrechen, indem man den Zuflufs hemmt, was bei dem Kochen der Säure in ihrer ganzen Masse, ohne Anwendung der erhitzten Glas- oder Porzellankörper nicht möglich ist.
Die Chlorwasserstoffdämpfe finden ihren Ausweg durch die Tubulatur des Recipienten B1 und gelangen durch die Steingutröhre G in den Steinzeugbehälter A1 (Fig. 3), um darin entwässert zu werden.
In dem Gefäfse A ', Fig. 3 (aus Steinzeug, Porzellan oder Glas), befindet sich Schwefelsäure, in welche das Rohr G ungefähr 15 bis 20 cm tief eintaucht. Dieses Rohr reicht bis beinahe auf den Boden, von dem es 2 bis 3 cm entfernt ist.
Das im Behälter B'1 sich entwickelnde Gas oder die Säurendämpfe besitzen eine gelinde Pressung, welche die Sperrflüssigkeit aus dem Rohre G zurückdrängt und das Gas in Blasen aus letzterem austreten läfst. In dieser Weise geht das Gas durch die Schwefelsäure, um darin alle Wassertheile zurückzulassen. Es tritt an der Oberfläche in vollkommen trocknem oder wasserfreiem Zustande aus und nimmt seinen Weg durch die Röhre B- (Fig. 3), um in den Carbonisationsapparat zu gelangen.
Das Gefäfs A' (Fig. 3) ist auf einer Seite mit einer Tubulatur versehen, in welcher ein

Claims (1)

  1. cylinderförmiges Glas befestigt ist, mittelst welchem man die Grade der Säure durch eine Säurewaage prüfen kann. Es dient auch dazu, die Schwefelsäure hineinzugiefsen und den Stand derselben im Gefäfse anzuzeigen. Auf der anderen Seite und in der Höhe des Bodens des Gefäfses befindet sich eine Oeffnung D, welche gestattet, dasselbe zu entleeren, wenn die Säure eine zu grofse Menge von Wasser aufgenommen hat.
    Der Deckel des Gefäfses A' (Fig. 3) ist gleichfalls von Steinzeug, Porzellan oder Glas und besitzt zwei Oeffnungen, in welche Röhren G und B2 aus Steinzeug eingekittet werden. Der Hals des Rohres B geht nur einige Centimeter durch den Deckel hindurch, damit die trocknen oder wasserfreien Gase ungehindert hier eintreten können.
    Die beiden Rohre G und B 2 besitzen an der Stelle, wo sie auf dem Deckel des Gefäfses A1 (Fig. 3) aufsitzen, einen Rand oder Flantsche, der sie trägt und unter welchen man einen Kitt streicht, um Gasverlust zu verhindern. Das Gewicht derselben ist hinreichend, um die Dichtung zu bewerkstelligen. Die Carbonisationskammer (Fig. 4) enthält die Wolle, wollene Lumpen etc., welche vegetabilische Stoffe enthalten, die man carbonisiren will.
    Die Wände der Kammer bestehen aus Platten von gebranntem, glasirten Steinzeug. Zur Verbindung derselben können verschiedene Mittel zur Anwendung kommen. In der Kammer befinden sich in gewissen Abständen kleine Holzwalzen B3 B4 Bs .... B" der Länge nach durchbohrt, welche an jedem Ende eine mit einer centralen Oeffnung versehene Metallzwinge besitzen. Jede Walze sitzt auf einer festen eisernen Axe, auf welcher sie sich dreht. Jede dieser Axen ist in den Steinzeugwänden befestigt, ohne sie jedoch zu durchdringen.
    Die Cylinder sind mit einem Anstrich versehen, der aus Wasserblei besteht, das mit dem sogenannten Givet'schen thierischen Leim gemischt ist. Sie sind ferner mit einem Ueberzug von Filz umgeben, um sie der Einwirkung der wasserfreien Säure zu entziehen. Dieselben dienen zum Tragen eines Metalltuches C4 ohne Ende, auf welches man die zu behandelnde Wolle etc. legt. Sollen Tücher in dem Apparate carbonisirt werden, so kann die Länge desselben vergröfsert werden. Man legt die Tücher, eines über das andere, zwischen jedem einen Raum von 10 cm lassend.
    Die Zahl der Walzen, welche das Metalltuch unterstützen, wird vermehrt, wenn man den Apparat für Tücher einrichtet.
    Den Tüchern oder dem endlosen Metalltuch wird eine langsame Bewegung ertheilt, um eine continuirliche Arbeit zu erzielen. Die Bewegung kann, wo keine Triebkraft vorhanden ist, eine intermittirende sein und wird einer der grofsen Walzen D1 oder Έ' (Fig. 4) mitgetheilt.
    Das wasserfreie oder trockene Gas tritt aus dem Gefäfs A1 (Fig. 3) durch das Rohr B2, das oben mit mehreren Ausgangsstutzen versehen ist, aus letzteren aus. Diese Oeffnungen sind mit denen unter der Kammer A4 (Fig. 4) durch Kautschukröhren in Verbindung gesetzt, welche über die Stutzen gestreift sind. Die Röhre B2 bezw. der Behälter A1 (Fig. 3) steht daher mit dem Carbonisationsapparate (Fig. 4), worin die zu behandelnden Stoffe sich befinden, in Verbindung. 40 bis 45 Minuten sind hinreichend, um die härtesten in der Wolle enthaltenen vegetabilischen Stoffe zu carbonisiren.
    Beim Austritt aus dem Apparate müssen die behandelten Stoffe auf einem Metalltuch ohne Ende eine hölzerne Kammer passiren, welche mit dünnem Eisenblech ausgeschlagen ist. Diese Kammer ist mäfsig geheizt. Es hat dies den Zweck, den gröfsten Theil des wasserfreien Gases, welches .die Stoffe oder die Wolle enthält, auszutreiben und die Zeit der Entsäuerung zu verkürzen und letztere zu erleichtern.
    Die hier beschriebene Operation hat, wie hier besonders hervorzuheben ist, da mit wasserfreiem Gas gearbeitet wird, nichts mit den Verfahren gemein, bei welchen Säuredämpfe verwendet werden.
    Patent-Anspruch: Das oben beschriebene Verfahren zur Carbonisation der vegetabilischen Stoffe in Wolle, wollenen Lumpen und Tüchern, alt oder neu, unter Anwendung von wasserfreien Säuregasen, vermittelst der oben beschriebenen Apparate.
    Hierzu r Blatt Zeichnungen.
    I („
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4432457A (en) * 1980-02-25 1984-02-21 Kureha Kagaku Kogyo Kabushiki Kaisha Article selection apparatus

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