DE263231C - - Google Patents
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Classifications
-
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- te 263231 KLASSE 78 e. GRUPPE
Dr. RAPHAEL CALVET in BARCELONA. Verfahren zur Herstellung von Initialzündsätzen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 12. Juni 1912 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Initialsprengstoffen.
Der Initialsprengstoff wird in der Weise hergestellt, daß man Persulfocyansäure, Isodithio
cyansäure oder Pseudoschwefelcyan bzw. deren Schwermetalle mit Kaliumchlorat bzw.
Perchlorat mischt. Diese Mischungen haben eine äußerst brisante Wirkung. Die Lagerungsfähigkeit
ist ausgezeichnet, denn sie können bis zu ioo° C. lagern, ohne sich zu zersetzen.
Auch ein höherer Feuchtigkeitsgrad der Luft verändert die Initialwirkung nicht, da die
Körper nicht hygroskopisch sind. Hierin unterscheidet sich der vorliegende Initialzündsatz
im wesentlichen gegenüber den bekannten Zündsätzen, die Rhodanammonium oder das Kupferammoniakrhodanat benutzen. Diese
letztgenannten Körper zerfließen an der feuchten Luft sehr schnell.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil des vorliegenden Initialzündsatzes besteht in dem neutralen
Verhalten gegenüber dem Metall der Zündkapseln. Da das Initierungsvermögen außerordentlich groß und auch bei noch so
langer Lagerung unveränderlich ist, so sind sehr geringe Ladungsmengen erforderlich. Dahinzu
kommt, daß die Ausgangsstoffe selbst außerordentlich billig sind. Das hohe Initierungsvermögen
beruht im wesentlichen auf der Wirkung der vielfachen Gruppen S, C, N in Mischung mit Kaliumchlorat bzw. Perchlorat.
Die Säuren können für sich allein oder auch vorteilhaft in Verbindung mit Schwermetallen
Verwendung finden.
Für den vorliegenden Zweck kommen von den Salzen der Persulfocyansäure insbesondere
das Persulfocyankupfer S3C2N2Cu und das
Persulfocyanblei S3C2N2Pb in Betracht. Die
Persulfocyansäure bietet den Vorteil, daß sie unter den Einwirkungen der Luft und der
Temperatur keine Veränderungen erleidet, beispielsweise ist sie fast unlöslich in Wasser
und vollkommen stabil bis zu einer Temperatur von iio°. Auch die Isodithiocyansäure
S2C2N2H2 kommt für den vorliegenden Zweck
in Betracht, insbesondere aber das Isodithiocyankupfer S2C2N2Cu und das Isodithiocyanblei
S2C2N2Pb. Von besonderer Bedeutung
ist ferner das Pseudoschwefelcyan S3C3N3H,
das von Wo hler entdeckt worden ist. Von dem Pseudoschwefelcyan werden ebenfalls
hauptsächlich' die Verbindungen mit Kupfer (S3C3N3J2Cu und mit Blei (S3C3N3J2Pb benutzt.
Alle diese Verbindungen bilden mit Kaliumchlorat oder Perchlorat Initialzündsätze,
die die eingangs erwähnten wesentlichen Vorteile aufweisen.
Was die Darstellung der vorzugsweise benutzten Kupfer- und Bleiverbindungen von
Persulfocyansäure, Isodithiocyansäure und von Pseudoschwefelcyan anbetrifft, so sei folgendes
vermerkt: Das Persulfocyankupfer (S3C2N2 Cu)
stellt man dadurch her, daß man Persulfocyansäure in einer Lösung von Ätzkali KOH auflöst
und sofort durch eine Lösung von Kupfersulfat im Überschuß fällt. Es bildet sich dann
ein braungelber Niederschlag von S3C2N2Cu,
-welcher nach dem Auswaschen bei ioo° getrocknet wird. Das Persulfocyanblei (S3C2N2Pb)
wird in ähnlicher Weise hergestellt, nur daß man statt des Kupfersalzes Bleiacetat wählt.
Der sich bildende gelbe Niederschlag ist in Wasser unlöslich und hält eine Temperatur
von ioo° C. ohne Zersetzung aus. Die Schwermetalle der Isodithiocyansäure werden in der
Weise hergestellt, daß man zunächst io Teile Persulfocyansäure auf 7,6 Teile Ätzkali nach
der Auflösung des letzteren in Wasser mischt.
Diese Mischung wird gut durchgearbeitet und auf einen Filter gegossen. Der nitrierten
Flüssigkeit wird ein gleiches Quantum Alkohol zugefügt und das Ganze gut durchgeschüttelt.
Hierauf setzen sich zwei Flüssigkeitsschichten ab, von denen die untere eine Auflösung von
Isodithiocyankali ist. Diese wird, um das Isodithiocyankupfer zu erhalten, durch eine
Lösung von Kupfersulfat im Überschuß gefällt, und auf diese Weise sondert sich das
S2C2N2Cu in Gestalt eines gelblichroten Pulvers
ab, welches absolut wasserunlöslich ist und dureh verdünnte Säuren nicht zersetzt
werden kann. Ebenso hält das Präparat eine Dauertemperatur von 100° C. aus. Wenn
man das Kupfersalz durch Bleinitrat oder neutrales Acetat ersetzt, so erhält man das
S2C2N2Pb in Gestalt eines Niederschlages von
zitronengelber Farbe, welcher wasserunlöslich ist, durch verdünnte Säure nicht zersetzt wird
und ebenfalls eine Temperatur von 100° C. aushält.
Behufs Herstellung der Metallverbindung des Pseudoschwefelcyans wird letzteres durch
Waschen mit kochendem Wasser zunächst gereinigt, dann in einer Lösung von 10 Prozent
Ätzkali (KOH) kalt aufgelöst und die Lösung mit gelöstem Kupfersulfat bzw. Bleinitrat behandelt,
wodurch die Verbindungen (S3 C3N3J2 Cu
und (S3C3N3J2Pb niedergeschlagen werden.
Beide Verbindungen sind von braungelber Farbe, unlöslich in Wasser und in verdünnten
Säuren unlöslich. Bei einer Temperatur von 100° C. zersetzen sie sich nicht. Vorteilhaft
werden auf einen Teil der Sulfocyansäure und deren Schwermetalle 21Z2 bis 3 Teile des
Kaliumchlorates bzw. Perchlorates genommen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Herstellung von Initialzündsätzen, gekennzeichnet durch die Verwendung der Persulfocyansäure, Isodithiocyansäure, des Pseudoschwefelcyans bzw. deren Schwermetalle in Mischung mit Kaliumchlorat oder Perchlorat.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE263231C true DE263231C (de) |
Family
ID=520642
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT263231D Active DE263231C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE263231C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2667593A1 (fr) * | 1990-10-05 | 1992-04-10 | Breed Automotive Tech | Compositions de primaire/detonateur pour utilisation dans des structures en cuivre. |
| FR2667594A1 (fr) * | 1990-10-05 | 1992-04-10 | Breed Automotive Tech | Compositions de primaire/detonateur pour utilisation dans des structures en aluminium. |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2667593A1 (fr) * | 1990-10-05 | 1992-04-10 | Breed Automotive Tech | Compositions de primaire/detonateur pour utilisation dans des structures en cuivre. |
| FR2667594A1 (fr) * | 1990-10-05 | 1992-04-10 | Breed Automotive Tech | Compositions de primaire/detonateur pour utilisation dans des structures en aluminium. |
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