DE968480C - Sensibilisierter Ammonnitratsprengstoff und Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents

Sensibilisierter Ammonnitratsprengstoff und Verfahren zu dessen Herstellung

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DE968480C
DE968480C DEO2161A DEO0002161A DE968480C DE 968480 C DE968480 C DE 968480C DE O2161 A DEO2161 A DE O2161A DE O0002161 A DEO0002161 A DE O0002161A DE 968480 C DE968480 C DE 968480C
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DE
Germany
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ammonium nitrate
hydrazine
mononitrate
explosive
hydrazine mononitrate
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Expired
Application number
DEO2161A
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English (en)
Inventor
Ludwig F Audrieth
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Olin Corp
Original Assignee
Olin Corp
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B31/00Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt
    • C06B31/28Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate
    • C06B31/32Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate with a nitrated organic compound

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Air Bags (AREA)

Description

Diese Erfindung betrifft Sprengstoffe, in denen Ammonnitrat der Hauptbestandteil ist. Sie schlägt einen Sprengstoff vor, der hauptsächlich aus Ammonnitrat besteht, das mit 0,02 bis 1 Teilen Hydrazinmononitrat pro Teil Ammonnitrat sensibilisiert ist. Sie schlägt ferner einen Sprengstoff vor, der nebst Zusätzen- von Trinitrotoluol, Aluminium und Füllstoffen durch einen Gehalt von 78 bis 83 Gewichtsprozent Ammonnitrat und S bis 10 Gewichtsprozent Hydrazinmononitrat gekennzeichnet ist.
Schließlich schlägt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen vor, bei dem Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat zusammengeschmolzen oder aber gemeinsam ausgefällt werden.
Es ist bekannt, daß Ammonnitrat ein Sprengstoff ist, der schwer detoniert. Bei der bisheriger/ Herstellung von Ammonnitratsprengstoffen war es, um Detonation des· Ammonnitrats zu erreichen, notwendig, es mit TNT oder anderen Sensibilisie^ rungsmitteln zu mischen. Es ist vorgeschlagen worden, das Ammonnitrat mit »einem schwefelfreien! Derivat einer Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung zu mischen, in der wenigstens eines der Wasserstoffatome durch einen aromatischen Ring ersetzt ist«, und eine beträchtliche Zahl solcher aromatischer Ringverbindungen ist genannt worden. Dann hat man dem Ammonnitrat auch schon Nitrate vom Metallen und in anderen Fällen von Guanidin und Harnstoff in sehr großen Mengen zugesetzt. Trotz aller Versuche ist das! gesteckte
709884/6
Ziel, die Empfindlichkeit und die Detonationsgeschwindigkeit von AmmonnitratsprengstofTen zu erhöhen, bisher nicht erreicht worden.
Die Erfindung beruht auf der Entdeckung, daß Empfindlichkeit und Detonationsgeschwindigkeit von Sprengstoffen, die als Hauptbestandteil Ammonnitrat enthalten, durch Einverleibung von Hydrazinmononitrat verbessert werden. Die Einführung von 2°/o Hydrazinmononitrat in einen Ammonnitratsprengstoff steigert sowohl dessen Empfindlichkeit als auch dessen Detonationsgeschwindigkeit bereits erheblich. Diese Steigerung hält mit Erhöhung der Hydrazinmononitratmenge an, bisi bei Zusatz von ίο"/» Hydrazinfnononitrat praktisch der Höhepunkt erreicht wird, denn Hydrazinmononitratgehalte von über io%> verbessern die genannten Eigenschaften des Sprengstoffs nicht mehr bedeutsam.
Zur Erläuterung der durch die Einführung -von Hydrazinmononitrat in einem Ammonnitratsprengstoff erzielten Verbesserung wurde ein typischer Ammonnitratsprengstoff des Handels durch Ersatz eines Teiles des Ammonnitrats durch Hydrazinmononitrat und Vergleich der Detonationsgeschwindigkeit und der Lochsensibilität des ursprünglichen und des abgeänderten Sprengstoffs untersucht. In der folgenden Tabelle gibt Reihe A die Zusammensetzung eines typischen handelsmäßigen Ammonnitratsprengstoffs an, während die Reihen B und C die Abänderung des Sprengstoffs A gemäß vorliegender Erfindung angeben.
NH4NO3
N2H4HNO3
TNT
Kreide
Aluminiumstaub
Kohle
Detonationsgeschwindigkeit (m pro see)
Lochsensibilität (cm)
Bei der Herstellung der Sprengstoffe der vorliegenden Erfindung werden Hydrazinmononitrat und Ammonnitrat miteinander — vorzugsweise vor Einführung der anderen Bestandteile in die Zusammensetzung — gemischt. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn man Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat zusammen schmilzt, die Masse sich verfestigen läßt und sie dann zerkleinert, ehe man die anderen Bestandteile einverleibt. Der Schmelzpunkt des Ammonnitrats liegt etwas höher als der des Hydrazinmononitrats; in die Schmelzoperation wird also kein weiteres Gefahrenmoment hineingetragen, als es bereits bei dem Schmelzen des Ammonnitrats besteht. Überdies schmelzen Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat leicht zu einer homogenen Mischung zusammen, in der die Anteile Hydrazinmononitrat die des Ammonnitrats nicht übersteigen. Mischungen mit 0,02 bis ι Teilen Hydrazinmononitrat pro Teil Amrnonnitrat schmelzen leicht zu einer homogenen Masse, die nach der Verfestigung Kristalle von komplexem Ammonnitrat-Hydrazinnitrat ergibt. In ähnlicher Weise können die Ammonnitrat-Hydrazinnitrat-Kristalle aus wäßrigen Lösungen zusammen ausgefällt werden.
Als weitere Abänderung können Ammonnitratkörnchen mit Hydrazinmononitrat überzogen werden, um die Empfindlichkeit des Ammonnitrats zu erhöhen, ohne jedoch so bestimmt die Detonationsgeschwindigkeit zu beeinflussen, als wenn die Stoffe zusammen kristallisiert sind.
Statt dessen kann aber auch das Ammonnitrat trocken mit dem Hydrazinmononitrat %nd den anderen Bestandteilen gemischt werden. In den
88,5% 83,5%
5,0
7,5 7,5
o,5 o,5
o,5 o,5
■ 3,o 3,o
etwa 3 000 etwa 3 500
2,5 bis 3,75 7,5 bis 8,75
78,5%
10,0
7,5 o,5 o,5 3,o
etwa 3 750 11,25 bis 14,5
obengenannten Beispielen wurden die Bestandteile trocken gemischt.
Nach allen diesen Verfahren erreicht man also eine ausgezeichnete Verbesserung der Empfindlichkeit und Detonierbarkeit von Ammonnitratsprengstoff en.

Claims (4)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Sensibilisderter Ammonnitratsprengstoff, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 0,02 bis ι Teilen Hydrazinmononitrat pro ein Teil Ammonnitrat.
2. Sprengstoff nach Anspruch r nebst Zusätzen von Trinitrotoluol, Aluminium und Füllstoffen1, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 78 bis 83 Gewichtsprozent Ammonnitrat und 5 bis 10 Gewichtsprozent Hydrazinmononitrat.
3. Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen nach Anspruch 1 und 2,. dadurch gekennzeichnet, daß Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat zusammengeschmolzen werden.
4. Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat gemeinsam ausgefällt werden.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 305 060, 307 040,
380888,103435,358367;
Jahresbericht der »Centralsfelle für wissen-
schaftl.-techn. Untersuchungen«, 1912, S. 112
bis ϊΐ6; Zeitschrift für »Schieß- und Sprengstoffwiesen«,
1930, S. 377.
©«»706/104 10.56 (709 884/6 2.58)
DEO2161A 1952-01-24 1952-02-16 Sensibilisierter Ammonnitratsprengstoff und Verfahren zu dessen Herstellung Expired DE968480C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1186792B (de) * 1961-10-23 1965-02-04 Little Inc A Verfahren zur Herstellung von Ammoniumnitrat-Sprengstoffen
DE1244031B (de) * 1963-07-15 1967-07-06 Karl Porr Rieselfaehiges, im wesentlichen aus Ammoniumnitrat bestehendes Sprengstoffgemisch

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DE358367C (de) * 1921-03-12 1922-09-09 Walter Friederich Dr Verfahren zur Herstellung von Zuendsaetzen
DE380888C (de) * 1917-09-02 1923-09-10 Chem Fab Von Heyden Act Ges Verfahren zur Herstellung giess- und formbarer Ammonnitratsprengstoffe

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