DEO0002161MA - - Google Patents
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Description
FUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 15. Februar 1952 Bekanntgemacht am 8. November 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
KLASSE 78c GRUPPE INTERNAT. KLASSE C06b
O 2161 IVa/78 c
ist als Erfinder genannt worden
Herstellung
Diese Erfindung betrifft Sprengstoffe, in denen Ammonnitrat der Hauptbestandteil ist. Sie schlägt
einen Sprengstoff vor, der hauptsächlich aus Ammonnitrat besteht, das mit 0,02 bis 1 Teilen
Hydrazinmononitrat pro Teil Ammonnitrat sensibilisiert ist. Sie schlägt ferner einen Sprengstoff
vor, der nebst Zusätzen von Trinitrotoluol, Aluminium und Füllstoffen durch einen Gehalt von
78 bis 83 Gewichtsprozent Ammonnitrat und 5 bis 10 Gewichtsprozent Hydrazinmononitrat gekennzeichnet
ist. ■
Schließlich schlägt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen vor, bei dem
Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat zusammengeschmolzen oder aber gemeinsam ausgefällt
werden.
Es ist bekannt, daß Ammonnitrat ein Sprengstoff ist, der schwer detoniert. Bei der bisherigen Herstellung
von Ammonnitratsprengstoffen war es, um Detonation des· Ammonnitrats zu erreichen, notwendig,
es mit TNT oder anderen Sensibilisierungsmitteln zu mischen. Es ist vorgeschlagen
worden, das Ammonnitrat mit »einem schwefel; freien Derivat einer Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung
zu mischen,, in der wenigstens eines der Wasserstoffatome durch einen aromatischen Ring
ersetzt ist«, und eine beträchtliche Zahl solcher aromatischer Ringverbindungen ist genannt wor-
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0 2161 IYaI'78 c
den. Dann hat man dem Ammonnitrat auch schon Nitrate vom Metallen und in anderen Fällen von
Guanidin und Harnstoff in sehr großen Mengen zugesetzt. Trotz aller Versuche ist das' gesteckte
Ziel, die Empfindlichkeit und die Detonationsgeschwindigkeit von Ammonnitratsprengstofferi zu
erhöhen, bisher nicht erreicht worden.
Die Erfindung beruht auf der Entdeckung, daß Empfindlichkeit und Detonationsgeschwindigkeit
von Sprengstoffen, die als Hauptbestandteil Ammonnitrat enthalten, durch Einverleibung von
Hydrazinmononitrat verbessert werden. Die Einführung von 2°/o Hydrazinmononitrat in einen
Ammonnitratsprengstoff steigert sowohl dessen Empfindlichkeit als auch dessen Detonationsgeschwindigkeit bereits erheblich. Diese Steigerung
hält mit Erhöhung der Hydrazinmononitratmenge an, bis-bei Zusatz von lo°/o Hydrazinmononitrat
praktisch der Höhepunkt erreicht wird, denn Hydrazinmononitratgehalte von über io°/o verbessern
die genannten Eigenschaften des Sprengstoffs nicht mehr bedeutsam.
Zur Erläuterung der durch die Einführung von Hydrazinmononitrat in einem Ammonnitratsprengstoff
erzielten. Verbesserung wurde ein typischer Ammonnitratsprengstoff des Handels durch- Ersatz
eines Teiles des Ammonnitrats durch Hydrazinmononitrat und Vergleich der Detonationsgeschwindigkeit
und der Lochsensibilität des ursprünglichen und des abgeänderten Sprengstoffs untersucht. In
der folgenden Tabelle gibt Reihe A die Zusammensetzung eines typischen handelsmäßigen Amnionnitratsprengstoffs
an, während die Reihen B und C die Abänderung des Sprengstoffs A gemäß vorliegender
Erfindung angeben.
NH4NO3
N2H4HNO3 v,,-..
Kreide ■ · ·.'.
Aluminiumstaub .'
Kohle ·.
Detonationsgeschwindigkeit (m pro see)
Lochsensibilität (cm)
Bei der Herstellung der Sprengstoffe der vorliegenden Erfindung werden Hydrazinmononitrat und
Ammonnitrat miteinander — vorzugsweise vor Einführung, der anderen Bestandteile in die Zusammensetzung
— gemischt. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn man Ammonnitrat
und Hydrazinmononitrat zusammen schmilzt, die Masse sich verfestigen, läßt und sie dann zerkleinert,
ehe man die anderen Bestandteile einverleibt. Der Schmelzpunkt des Ammonnitrats liegt etwas
höher als der des Hydrazinmononitrats; in die Schmelzoperation wird also kein weiteres.Gefahrenmoment
hineingetragen', als es bereits bei dem Schmelzen des Ammonnitrats besteht. Überdies
schmelzen Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat leicht zu einer homogenen Mischung zusammen, in
der die Anteile Hydrazinmononitrat die des Ammonnitrats nicht übersteigen. Mischungen mit
0,02 bis ι Teilen Hydrazinmononitrat pro Teil Ammonnitrat schmelzen leicht zu einer homogenen
Masse, die. nach der Verfestigung Kristalle von komplexem Ammonnitrat-Hydrazinnitrat ergibt.
In ähnlicher Weise können die Ammonnitrat-Hydrazinnitrat-Kristalle aus wäßrigen Lösungen
zusammen ausgefällt werden.
Als weitere Abänderung können Ammonnitratkörnchen mit Hydrazinmononitrat überzogen werden,
um die Empfindlichkeit des. Ammonnitrats zu erhöhen,, ohne jedoch so bestimmt die Detonations-,
geschwindigkeit zu beeinflussen, als wenn die Stoffe zusammen kristallisiert sind.
Statt dessen kann aber auch das Ammonnitrat trocken mit dem Hydrazmmondnitrat und den an-
| 88,5% | 83,5% |
| -— | 5,o |
| 7,5 | 7,5 |
| o,5 | o,5 |
| o,5 | o,5 |
| 3,0 | .· 3,o |
| etwa 3 000 | ■etwa 3 500 |
| 2,5 bis 3,75 | 7,5 bis 8,75 |
78,5%
10,0
7,5
o,5
o,5
3,o
o,5
o,5
3,o
etwa 3 750
11,25 bis 14,5
11,25 bis 14,5
deren Bestandteilen gemischt werden. In den obengenannten Beispielen wurden die Bestandteile
trocken gemischt.
Nach allen diesen Verfahren erreicht man also eine ausgezeichnete Verbesserung der Empfindlichkeit
und Detonierbarkeit von Ammonnitratspreng-.stoffen. . . .,
Claims (4)
1. Sensibilisierter Ammonnitratsprengstoff, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 0,02
bis ι Teilen Hydrazinmononitrat pro ein Teil Ammonnitrat.
2. Sprengstoff nach Anspruch 1 nebst Zusätzen von Trinitrotoluol, Aluminium und
Füllstoffen, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 78 bis 83 Gewichtsprozent Ammonnitrat
und 5 bis 10 Gewichtsprozent Hydrazinmononitrat.
3. Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen nach Anspruch 1 und 2,. dadurch gekennzeichnet,
daß Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat zusammengeschmolzen werden.
4. Verfahren, zur Herstellung von Sprengstoffen nach Anspruch ι und 2, dadurch' gekennzeichnet,
daß Ammonnitrat und Hydrazinmononitrat gemeinsam ausgefällt werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 305 060, 307 040,
Deutsche Patentschriften Nr. 305 060, 307 040,
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