DE256013C - - Google Patents

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DE256013C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 256013 KLASSE 72/. GRUPPE
Maschinenwaffe. Patentiert im Deutschen Reiche vom 25. Februar 1912 ab.
Die bekannten Maschinenwaffen, wie Maschinengewehre, Schnellfeuerkanonen mit selbsttätiger Zubring- und Abfeuervorrichtung u. dgl. weisen den Nachteil auf, daß beim Beschießen von Zielen, deren Entfernung aus irgend einem Grunde nicht genau bekannt ist oder sich fortwährend ändert, beim Schießen bei Nacht oder auf See, wo die Geschoß aufschlage schlecht beobachtet werden können, und auch besonders
ίο beim Beschießen von Ballonen, Flugzeugen u. dgl. die Trefferzahl außerordentlich klein ist. Dies hat seinen Grund darin, daß zwar die Ermittelung und fortlaufende Änderung der Seitenrichtung des Laufes nur geringe Schwierigkeiten bieten, daß es aber sehr schwierig und beinahe unmöglich ist, den jeweilig richtigen Erhöhungswinkel des Laufes zu bestimmen, von dessen Größe die Bogenhöhe der Geschoßbahn und bis zu einem gewissen Grade auch die Schußweiten abhängig sind.
Die Erfindung bezweckt die Beseitigung dieses Nachteiles, also die Erhöhung der Treffsicherheit beim Beschießen von Zielen unbekannter Entfernungen. Zu diesem Zweck wird die Höhenrichtung des Geschützrohres unabhängig von der Richtmaschine und der Visiervorrichtung fortlaufend innerhalb gewisser Grenzen in wechselndem Sinne selbsttätig geändert, so daß eine gleichmäßige, künstliche Höhenstreuung und dadurch ein größeres Schußfeld in der Zielrichtung erhalten wird, und zwar ohne Änderung der Höhenrichtung durch die Richtmaschine. Infolgedessen kann auch während der selbsttätigen Änderung des Erhöhungswinkels das Ziel mit dem Visier verfolgt und gegebenenfalls sowohl die Seitenrichtung als auch die mittlere Erhöhung des Geschützrohres von Hand geändert werden. Hierbei wird zweckmäßig so verfahren, daß das Rohr von einer gewissen Anfangslage aus schwingt und immer wieder selbsttätig in sie zurückkehrt. Ferner wird aber auch sowohl das Maß der Erhöhungsänderung, die nach jedem einzelnen Schuß eintritt, als auch der Ausschlag, bis zu dem die Erhöhung des Rohres überhaupt selbsttätig geändert wird, veränderlich gemacht, um beim Höhenschuß den senkrechten, beim Weitschuß den wagerechten Abstand der Geschoßaufschläge zu regeln.
Zur selbsttätigen Änderung des Erhöhungswinkels kann die bei Abgabe eines Schusses auftretende Bewegung von Teilen der Waffe, z. B. die Bewegung des Verschlusses in ähnlicher Weise benutzt werden, wie dies schon zur selbsttätigen Seitenstreuung von Maschinengewehren geschehen ist.
Die Zeichnung zeigt ein Äusführungsbeispiel der Erfindung an einem Maschinengewehr, das in Fig. ι in Ansicht von der Seite, in Fig. 2 in Draufsicht dargestellt ist, während Fig. 3 einen Teil der Schaltvorrichtung für die Änderungen des Erhöhungswinkels zeigt.
Der Lauf α des Maschinengewehres mit Ver-Schluß b ist mittels der Schildzapfen d in dem mittels einer der üblichen Richtmaschinen gegenüber der Lafette wagerecht und senk-
recht schwenkbaren Rahmen c gelagert. Am hinteren Teile des Laufes greift eine am Rahmen c befestigte Zugfeder e an und zieht den Lauf α gegen den Rahmen c, bis er sich, um den Schildzapfen d drehend, mit der Nase f gegen den Rahmen c legt. Auf dem Rahmen c ist gleichachsig zur Schildzapfenachse d des Laufes ein Zahnrad g und ein mit ihm verbundenes Schneckenrad h drehbar gelagert;
ίο das Schneckenrad h kämmt mit der am Lauf a seitlich angeordneten Schnecke i, das Zahnrad g mit einem Zahnrad k, das mit seiner Welle I im Rahmen c gelagert ist und eine gezahnte Scheibe m trägt. In die Zähne der Scheibe m greift mit ihrem gezahnten Teile eine am Rahmen c angelenkte, federnde Klinke n, die die Scheibe m, das Zahnrad k und die beiden miteinander verbundenen Räder g, h festhält. Wird die Schnecke i gedreht, so neigt oder hebt sich der Lauf a des Maschinengewehres, da das Schneckenrad h mittelbar durch die Klinke η festgehalten und so an einer Drehung verhindert wird.
Mit der Schnecke i ist ein Gesperre 0 verbunden, an den ein Schwenkhebel p angreift, der bei Schwenkung in der einen Richtung mittels des Gesperres 0 die Schnecke i mitnimmt, bei seiner Drehung in der anderen Richtung aber diese unbeeinflußt läßt. Das freie Ende des Hebels gleitet im Schlitz q' einer Kulisse q die mit dem Verschlußteil b des Laufes verbunden ist und parallel zum Lauf mitgenommen wird. In dem Schlitz q' der Kulisse q ist ein Anschlag r verstellbar, der beim Vorlauf des Verschlusses in die Verschlußlage den Hebel p mitnimmt und dadurch die Schnecke i mittels des einklinkenden Gesperres 0 dreht. Das Maß der Drehung der Schnecke i und damit auch das Maß der Änderung des Erhöhungswinkels des Laufes ist durch den Ausschlag des Hebels p gegeben, und dieser wieder ist von der Stellung des Anschlages r in der Kulisse q abhängig. Je weiter der Anschlag r in dem Schlitz q' der Kulisse q nach links (gegen die Laufmündung hin) gerückt ist, desto früher faßt er beim Vorgange des Verschlusses in die Schließstellung den Hebel p, desto mehr dreht er durch diesen die Schnecke i und desto mehr ändert er folglich die Erhöhung des Rohres. Bei Maschinenwaffen mit Einrichtung zum selbsttätigen Einstellen der Seitenstreuung ist es bereits bekannt, die Größe der Seitenstreuung durch Verstellen von Anschlägen
o. dgl. selbsttätig zu regeln; dieser bekannte Gedanke ist nun hier auf die Regelung der Höhenstreuung übertragen worden, wodurch eine Regelung der Schußweite erhalten wird.
Durch die Bewegung des Verschlusses wird das Rohr ζ. B. vorn gesenkt, d. h. die Erhöhung des Rohres und die Schußentfernung immer geringer. Die Neigung des Rohres wird so lange verändert, bis es sich mit einer an ihm angeordneten, einstellbaren Nase s gegen das freie Ende des Hebels η legt und diesen mit seinem gezahnten Teil n' von den Zähnen der Scheibe m abhebt. Die vorher gedehnte Feder e kann jetzt den Lauf hinten wieder senken. Sobald eine geringe Senkung des hinteren Rohrendes eingetreten ist, würde nun aber der Hebel η wieder frei gegeben und damit die Scheibe m und das mit ihr verbundene Räderwerk wieder gesperrt werden. Uni dies zu verhindern, ehe das Geschützrohr mit seiner Nase f wieder ganz auf dem Rahmen c aufliegt, ist am Rahmen ein kleiner Stützhebel t vorgesehen, der unter der Wirkung einer kleinen Feder V sich stets entgegen dem Uhrzeigersinn zu drehen sucht. An dieser Drehung wird er so lange verhindert, als das freie Ende des Hebels η in seiner nach rechts geneigten Lage verharrt, also der Hebel η mit seinen Zähnen n' das Räderwerk sperrt. Wird aber der Hebel von der Nase s des Laufes abgehoben, so schnellt der Stützhebel t unter der Wirkung seiner Feder f nach links und legt sich mit seinem Kopf derart stützend gegen die Unterseite des Hebels n, daß dieser sich nicht mit seinem Teil n' gegen die gezahnte Scheibe η legen kann. Erst wenn der Lauf unter dem Einfluß der Feder e sich hinten wieder ganz gesenkt hat, drückt er mit seiner Stütznase f den kleinen Stützhebel t wieder zurück, der Hebel η schnellt unter der Wirkung seiner Feder gegen die gezahnte Scheibe und stellt das Räderwerk fest, bis die Nase s ihn wieder abhebt.
Durch Einstellen der Nase s in ihrem Schlitz am hinteren Ende des Laufes α kann der Zeitpunkt, in dem die rückläufige Bewegung des Laufes eingeleitet wird, bestimmt werden; wird die Nase nach vorn gerückt, so erfolgt das Abheben des Sperrhebels η früher, so daß die Schwenkung des Rohres geringer wird, im anderen Falle wird sie vermehrt, es wird also ein größeres Feld mit einer Schußfolge bestrichen.
Die Maschinenwaffe kann derart angeordnet werden, daß auf eine Lafette, die sowohl Höhen- wie Seitenrichtmaschine besitzt, die ganze oben beschriebene Vorrichtung aufgesetzt wird. Die Visiervorrichtung wird ebenfalls unabhängig vom Lauf angeordnet. Mittels des Visiers und der Höhen- und Seitenrichtmaschine kann dann das zu beschießende Ziel von dem Schützen verfolgt werden, wobei der unabhängig von der vom Schützen bewegten Richtmaschine abwechselnd sich hebende und senkende Lauf den ganzen innerhalb seines Wirkungsbereiches liegenden Raum
mit seiner Schußgarbe deckt, so daß bei jeder [ Stellung der Höhenrichtmaschine die Streuung ι in der Höhenrichtung eine bestimmte Größe I besitzt.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche: j
    i. Maschinenwaffe, dadurch gekennzeich- j net, daß die Höhenrichtung des Rohres ίο unabhängig von der Richtmaschine und der Visiervorrichtung fortlaufend innerhalb gewisser Grenzen in wechselndem Sinne selbsttätig geändert wird, so daß eine gleichmäßige künstliche Höhenstreuung und ein größeres Schußfeld in der Zielrichtung | erhalten wird, und zwar ohne Änderung der Höhenrichtung durch die Richtmaschine.
  2. 2. Maschinenwaffe nach Anspruch 1, bei der die selbsttätige Änderung der Höhenrichtung mittels eines Schaltwerkes bewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß durch das Schaltwerk eine Feder (e) gespannt wird, die nach Freigabe das Rohr in seine Anfangslage zurückführt.
  3. 3. Maschinenwaffe nach Anspruch ι und 2, 25, dadurch gekennzeichnet, daß durch Verstellen von Anschlägen fr, sj sowohl der gesamte Ausschlagwinkel als auch die bei jedem Schuß eintretenden einzelnen Höhenänderungen eingestellt werden können.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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