DE250387C - - Google Patents
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- DE250387C DE250387C DENDAT250387D DE250387DA DE250387C DE 250387 C DE250387 C DE 250387C DE NDAT250387 D DENDAT250387 D DE NDAT250387D DE 250387D A DE250387D A DE 250387DA DE 250387 C DE250387 C DE 250387C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
- C09B63/00—Lakes
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Coloring Foods And Improving Nutritive Qualities (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-te 250387 KLASSE 22/. GRUPPE
EMIL HAGEN in BRESLAU.
enthaltenden Stoffen.
Die in den Kreuzbeeren, der Quercitronrinde, im Fisetholz oder ähnlichen vegetabilischen
Rohstoffen enthaltenen Farbstoffe wurden bisher in bekannter Weise durch Extraktion
in dazu geeigneten Apparaten oder durch Auskochen mit geeigneten Lösungsmitteln gewonnen,
um alsdann entweder in eingedickter Form als solche verbraucht oder in gleichfalls
bekannter Weise zu Farblacken weiterverarbeitet zu werden. Hierbei bleiben nicht nur
die Farbstoffe in unveränderter Beschaffenheit, sondern es gehen auch alle anderen löslichen
Stoffe, wie Pectin, Saponin, Gerbstoffe, Isodulcit u. a. mit in das Farbextrakt über,
wodurch dieses nicht nur mit nutzlosem Ballast behaftet war, sondern sogar für viele
Zwecke gar nicht, für andere nur mit verminderter Wirkung verwendet werden konnte.
Beispielsweise konnten diese Farben für Nahrungs- und Genußmittel teils des üblen
Geschmacks und der schädlichen Wirkung des Saponins und der Gerbsäure wegen, teils infolge
ihrer Unbeständigkeit gegen organische Säuren, wie Fruchtsäuren, Zitronen- und Weinsäure,
nicht verwendet werden, weil sie dadurch entfärbt werden. Ferner beeinträchtigte
die Anwesenheit der Pectinstoffe bei flüssigen Extrakten und Farblacken deren Haltbarkeit, indem sie in Fäulnis übergehen,
wodurch der Farbstoff zerstört wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren, ohne vorherige Extraktion des
Farbstoffes aus Kreuzbeeren, Querzitron, Fisetholz oder ähnlichen, den Farbstoff als Glycosid
enthaltenden vegetabilischen Rohstoffen direkt reine Farblacke von wertvollen technischen
Eigenschaften zu gewinnen.
Das Verfahren beruht auf der Beobachtung, daß die Farbstoffglycosyde der Kreuzbeeren,
der Querzitronrinde, des Fisetholzes u. a. unter der Einwirkung geeigneter Enzyme bei
Gegenwart von Erdalkali- oder Metallsalzlösungen, z.B. der Tonerde, des Magnesiums,
Eisens usw. in kurzer Zeit sich in unlösliche Farblacke verwandeln. Ein solches Enzym
ist beispielsweise in der. Samenkapsel der Kreuzbeere selbst enthalten, die an sich keinen
Farbstoff enthält. Bringt man die den Farbstoff enthaltende weiche lockere Oberschale
der Kreuzbeere allein mit einer Lösung genannter Salze zusammen, so findet keine
Bildung eines Farblackes statt, gibt man jedoch zu einer solchen Mischung die zweckmäßig
zerkleinerte enzymhaltige Samenkapsel der Kreuzbeere hinzu, so wird nach kurzer Zeit das Glycosid gespalten und es erfolgt
dadurch die Bildung eines unlöslichen Farblackes, und zwar entstehen bei Anwendung
anorganischer Salze der Erdalkalien oder Matalle aus Kreuzbeeren oder Querzitron oder
Fisetholz säurebeständige Rhamnetin- bzw. Quercetinlacke, während organische Erdalkalioder
Metallsalze, wie z. B. essigsaure Tonerde, säureunbeständige Lacke bilden. Diese unlöslichen
Farbverbindungen brauchen dann nur von dem ausgezogenen Material abgesiebt und vom überschüssigen Wasser befreit zu
werden, um als Farblack oder,. mittels kohlen-
saurer oder ätzender Alkalien usw. gelöst, als lösliche Extraktfarbe, wie die durch Extraktion
gewonnenen, Verwendung zu finden.
Es hat' sich waiter gezeigt, daß das in der Unterschale der Kreuzbeere enthaltene Enzym
auch geeignet ist, das Glycosid der Querzitronrinde, des Fisetholzes usw. in analoger Weise
zu spalten wie das der Kreuzbeere selbst, so daß'es mit Hilfe desselben gelingt, in gleicher
ίο Weise auch aus diesen Materialien direkt
Färblacke darzustellen.
Die Spaltung der Glycoside gelingt jedoch,
,wie vorhin bemerkt, nicht mit allen Enzymen,
; denn beispielsweise bilden sich bei Zusatz von Hefe weder aus der Oberschale der Kreuzbeere
noch aus Querzitron oder Fisetholz in Gegenwart von Lösungen der Salze der Erdalkalien
oder Metalloxyde die beschriebenen unlöslichen Färb verbindungen. Das Verfahren
selbst ist sehr einfach und in kurzer Zeit beendet.
Zur Ausführung desselben werden beispielsweise 10 kg fein zerquetschte Kreuzbeeren mit
etwa. 50 1 2prozentiger Alaun-, schwefelsaurer oder essigsaurer Tonerde oder schwefelsaurer
Magnesialösung zusammengerührt und bei gewöhnlicher Zimmer- oder erhöhter Temperatur
stehen gelassen, wobei sich in etwa ι Stunde ein gelber unlöslicher Lack bildet, welcher
durch geeignete Siebe von dem erschöpften Extraktionsgut getrennt und durch Filtrieren
oder Dekantieren vom überschüssigen Wasser befreit wird.
Die durch anorganische Salze gewonnenen, gegen organische Säuren beständigen Färblacke
können vorteilhaft zum Färben saurer Nahrungs- und Genußmittel verwendet werden.
Die erhaltenen Farbverbindungen besitzen den weiteren Vorzug, daß sie, weil sie die in
den Rohmaterialien befindlichen ■ Pectinstoffe, Saponin, Gerbstoffe, Isodulcit u. a. nicht enthalten,
reiner, darum auch schöner in der Nuance und haltbarer sind als die in bekannter
Weise hergestellten Farblacke und Extrakte. Das Herstellungsverfahren ist viel wirtschaftlicher als die übliche Gewinnung der
Farbstoffe bzw. Farblacke, da die komplizierte und teure Apparatur für die Extraktion der
Farbstoffe und deren Betriebskosten wegfallen und der Prozeß kürzere Zeit in Anspruch
nimmt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Darstellung von Farblacken aus vegetabilischen, den Farbstoff als Glycosid enthaltenden Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man die glycosidhaltigen Rohstoffe bei Gegenwart von dieselben spaltenden Enzymen, z. B. dem in den Samenkapseln der Kreuzbeere enthaltenen, mit Erdalkali- oder Metallsalzen in wässeriger Lösung behandelt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE250387C true DE250387C (de) |
Family
ID=508915
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT250387D Active DE250387C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE250387C (de) |
-
0
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