KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 85: Wasserleitung.
LUDWIG SCHNEIDER in MÜLLHEIM (Baden). Entwässerungshahn für Schläuche.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Februar 1883 ab.
Dieser Hahn hat den Zweck, das Wasser aus den Schläuchen der Feuerspritzen, Hydranten,
Pumpen u. s. w. schnell und bequem zu entfernen, sobald dieses durch Umstände
geboten ist, wie z. B. dann, wenn bei einem Brande der Schlauch an eine andere Stelle gebracht
werden soll, wobei derselbe in gefülltem Zustande seines bedeutenden Gewichtes wegen
schlecht zu transportiren ist. Es geschah dieses Entleeren bisher durch das umständliche und
zeitraubende Oeffnen einer Schlauchverschraubung, während bei vorliegendem Apparat nur
das Umlegen eines Hebels nothwendig ist, um das Wasser ablaufen zu lassen.
Auf beiliegender Zeichnung ist in den Fig. 1 und 3 ein Vertical- und Horizontalschnitt und
in Fig. 2 eine Ansicht des Apparates dargestellt.
Das in seinem mittleren Theil konische RohrM
besitzt an seinem unteren Ende ein Gewinde a, wodurch das Rohr an eine Spritze, Pumpe oder
einen Hydranten angeschraubt wird. Der obere Theil ist zum Anschlufs an die Schlauchleitung
mit einer Schlauchverschraubung b versehen. Auf dem konischen Theil des Rohres Jf ist eine
Hülse N drehbar angebracht, die den Rohrstutzen O und den Handgriff P trägt und durch
den Stellring c gehalten wird. Im Rohr M befindet sich eine seitliche Oeffnung d, welche
mit derjenigen der Rohrstutzen O correspondirt, sobald die Hülse N vermittelst des Griffes P
auf dem Konus des Rohres M bis zu einem gewissen Punkt gedreht wird. Diese Drehung
wird durch einen Ausschnitt / in der Hülse N (s. Fig. 2) und einen in Rohr M eingeschraubten
Stift e begrenzt, und kann der Rohrstutzen O durch Drehen der Hülse N mit der Oeffnung d
des Rohres M in Verbindung treten, um das in dem Schlauch befindliche Wasser abfliefsen
zu lassen. Bei Inbetriebsetzung der Spritze, des Hydranten u. s. w. wird die Oeffnung d geschlossen
und nur geöffnet, Wenn man das Wasser aus dem Schlauch zu entfernen wünscht.
Liegt die vordere Mündung des Schlauches tiefer wie die Spritze, der Hydrant u. s. w., so
wird beim Oeffnen der Oeffnung d das Wasser aus der vorderen Mündung des Schlauches auslaufen,
während durch d Luft eindringt.
Patent-Ansρruch:
Das zwischen Schlauch und Pumpe bezw. Hydrant eingeschaltete feste Hahnküken M mit
der Oeffnung d in Verbindung mit dem drehbaren, mit dem Stutzen O und dem Handgriff
P versehenen Gehäuse N.