DE216307C - - Google Patents

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DE216307C
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lactic acid
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nitrocellulose
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09DCOATING COMPOSITIONS, e.g. PAINTS, VARNISHES OR LACQUERS; FILLING PASTES; CHEMICAL PAINT OR INK REMOVERS; INKS; CORRECTING FLUIDS; WOODSTAINS; PASTES OR SOLIDS FOR COLOURING OR PRINTING; USE OF MATERIALS THEREFOR
    • C09D101/00Coating compositions based on cellulose, modified cellulose, or cellulose derivatives
    • C09D101/08Cellulose derivatives
    • C09D101/16Esters of inorganic acids
    • C09D101/18Cellulose nitrate

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paints Or Removers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 216307 -KLASSE 22 h. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 31. Januar 1909 ab.
Die aus Nitrozelluloselösungen hergestellten Nitrozellulose- und Zelluloidlacke haben durch ihren großen Glanz, ihre Biegsamkeit, ihre Widerstandsfähigkeit und Unempfindlichkeit gegen Säuren, Ätzflüssigkeiten u. dgl. in der Industrie, besonders in der Metallindustrie, eine große Verbreitung gefunden.
Ein besonderer Vorteil dieser Lacke ist der, daß sie wiederholt auf ein und dieselbe Fläche
ίο aufgetragen werden können, ohne daß der Lacküberzug zu sehen ist, und ohne daß die Beschaffenheit des Materiales beeinflußt wird.
In der Praxis hat sich jedoch herausgestellt,
daß den großen Vorteilen dieser Lacke auch
bedeutende Übelstände gegenüberstehen.
So ist in erster Linie die leichte Entzünd-. barkeit der dickeren Lackschichten zu nennen, die dem Gehalte an Schießbaumwolle zuzuschreiben ist. Bei der Herstellung der besten derartigen Lacke, die einen glasartigen, unsichtbaren Überzug geben, müssen als Lösungsmittel Amylalkohol, Amyläcetat und ähnliche scharf riechende Substanzen verwendet werden. Infolgedessen ist die Herstellung dieser Lacke sowie deren Verarbeitung eine äußerst unangenehme. Es kommt als erschwerendes Moment noch hinzu, daß das längere Einatmen dieser Lösungsmittel äußerst gesundheitsgefährlich ist. Bei längerem Aufenthalte der Arbeiter und namentlich der jugendlichen Arbeiterinnen in einer Atmosphäre solcher Dämpfe kommen Betäubungen, Herzbeklem-' mungen u. dgl. vor, und es hat sich herausgestellt, daß diese scharf riechenden, sich verflüchtigenden Amylverbindungen dauernde Schädigungen der Lunge Und des Herzens herbeiführen. ■
Um die genannten Übelstände zu vermeiden, dient das vorliegende Verfahren. Dieses besteht im wesentlichen darin, daß die als Ausgarigsmaterial dienende Schießbaumwolle (Nitrozellulose, Zelluloid u. dgl.) mit Luft, Sauerstoff, Ozon oder sauerstoff haltigen Gasen behandelt wird. Es hat sich ergeben, daß eine so vorbereitete Nitrozellulose die Eigenschaft aufweist, schwerer brennbar zu sein-und sich in solchen Lösungsmitteln zu lösen, die weniger gesundheitsschädliche und nicht stark riechende Dämpfe absondern, so z. B. in Alkohol.
Als Beispiel für die Ausführung des Verfahrens diene folgendes:
Eine für die Herstellung von Lacken geeignete Schießbaumwolle wird in Ätheralkohol gelöst und in diese Lösung Luft, Sauerstoff o. dgl. eingeleitet, und zwar so lange, bis die Lösung eine leicht braungelbe Farbe angenommen hat. Es ist dies ein Zeichen dafür, daß die Nitrogruppen der Zellulose durch Einwirkung des Sauerstoffes eine wesentliche Veränderung erfahren haben. Die so erhaltene dicke Flüssigkeie wird mit Äthyl- oder Methylalkohol oder Gemischen dieser Alkohole bis zur gehörigen Konsistenz verdünnt. Zur Herstellung der Anstrichmittel, Lacke u. dgl. wird dann diese Lösung mit geschmeidig machenden Mitteln, wie Rizinusöl oder anderen nicht trocknenden oder halbtrocknenden ölen, Balsamen, Glycerin, Harzen u. dgl. m., versetzt.
Um die Verbrennbarkeit der Lacke noch mehr
herabzusetzen, hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen, den aus mit Luft behandelter Nitrozellulose hergestellten Lacken und anderen Anstrichmitteln einen Zusatz von Milchsäure, milchsauren Salzen oder anderen Milchsäure-' Verbindungen zu geben. Hierdurch wird die Verbrennbarkeit noch weiter herabgesetzt. Ist die zu deckende Oberfläche aus Metall, so empfiehlt es sich selbstverständlich, nicht die
ιό freie Milchsäure, sondern deren neutrale Verbindungen zuzusetzen.
Unter den Salzen hat sich das Strontiumlaktat als besonders vorteilhaft herausgestellt. Ah Stelle der mit Luft behandelten Nitrozellulose kann auch mit Luft oder Sauerstoff behandeltes Zelluloid genommen werden.

Claims (4)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Verfahren zur Herstellung von Nitrozellulose enthaltenden Lacken, Firnissen und anderen Anstrichmitteln, gekennzeichnet durch die Verwendung von mit Sauerstoff, Luft oder anderen sauerstoffhaltigen Gasen behandelter Nitrozellulose oder von in gleicher Weise vorbehandeltem Zelluloid.
  2. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Vorbehandlung gleichzeitig Milchsäure oder eine Milchsäureverbindung zur Anwendung gelangt.
  3. '3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Milchsäureverbindung das Strontiumlaktat verwendet wird. ■
  4. 4. Die. Verwendung von mit Sauerstoff, Luft oder anderen sauerstoffhaltigen Gasen behandelter Nitrozellulose oder daraus hergestellten Massen, eventuell unter Zugabe von Milchsäure oder Milchsäureverbindungen, als Zusatz zu Lacken, Firnissen und anderen Anstrichmitteln.
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