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Verfahren zur Herstellung von beständigen wäßrigen Lösungen fettsaurer
Salze Es ist bereits bekannt (vgl. Patent 765 446), daß sich aus denn sogenannten
Vorlauffettsäuren der Pamffinoxydation durch Umsetzen mit Metalloxyden und bzw.
oder -hydroxyden im stöchiometrischen bzw. unterstöchiometrischen Verhältnis technisch
wertvolle Stoffe von ölartigem bzw. talg- oder wachsartigem Charakter herstellen
lassen, die für die verschiedensten Zwecke der Technik eingesetzt werden können.
Diese als neutrale oder saure Seifer. mehrwertiger Metalle anzusprechenden chemischen
Verbindungen lösen sich in organischen Lösungsmitteln; in: Wasser sind sie unlöslich;
mit Hilfe von Emulgatoren, wie Leim, Caseinlösungen u. dgl., lassen sie sich in
Wasser emulgieren. Für viele Zwecke wäre es aber von großem Vorteil, wenn sich diese
Metallseifen, auf technisch einfachem Wege in wäßrige Lösungen überführen ließen.
Diese Aufgabe wird durch vorliegende Erfindung gelöst.
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Es wurde gefunden, daß sich z. B. Zink- oder Kupfersalze sowohl von
Vorlauffettsäuren als auch von höhermolekularen natürlichen und synthetischen, gesättigten
und ungesättigten Carbonsäuren der Fettreihe in wäßrige Lösungen überführen lassen,
ohne unlösliche Fällungen zu geben, wenn man diese Metallseifen in eine Ammaniaklösung
einträgt. Es lassen sich auf diese Weise Lösungen mit einem Gehalt von z. B. i 5
% Zinkseife herstellen, die gegebenenfalls mit Wasser noch weiter verdünnt werden.
können.
Eine etwa dabei .auftretende schwache Opaleszenz kann durch den Zusatz geringer
Mengen organischer Lösungsmittel, wie Äthylalkohol, Isopropylalkohol u. dgl., ohne
weiteres beseitigt werden. In Fällen, wo der intensive Geruch des Ammoniaks unerwünscht
ist, können an dessen Stelle organische Basen, z. B. Alkylolamine oder Pyridinbasen,
treten. Vorteilhaft ist hierbei auch, daß die zur Herstellung der Lösung verwendeten
Metallseifen nicht unbedingt in chemisch reiner Form vorliegen müssen. Nicht umgesetztes
Metalloxyd bzw. -hydroxyd fällt nämlich bei Herstellung der Lösungen als Bodensatz
aus; umgekehrt wird eine geringe Menge freier Fettsäuren durch das Ammoniak bzw.
die organische Base neutralisiert. Bemerkenswert ist insbesondere, daß sich auch
die Zinkseifen höherer Fettsäuren, wie Laurinsäure, Palmitinsäure, Oleinsäure, Stearinsäure
und ähnliche, in das beanspruchte Verfahren einbeziehen. lassen. Die nach dem vorliegenden
Verfahren herstellbaren wäßrigen Lösungen sind für die Technik von vielseitiger
Verwendbarkeit; so z. B. in der Bauindustrie als Zusatz zu Außenanstrichen, die
dadurch eine gute Wetterbeständigkeit erfahren, als Zusatz zu Mörtelmassen oder
:als Anstrichmittel für Holz oder im Bereich der Schädlingsbekämpfungsmittel sowie
im Bereich der Textilindustrie, indem sie den damit behandelten Geweben eine hohe
Widerstandsfähigkeit gegen dauernde Feuchtigkeit und Fäulnis verleihen, u. dgl.
m. Den erfindungsgemäß erhaltenen wäßrigen Lösungen .können je nach dem speziellen
Verwendungszweck auch andere Mittel zugesetzt werden, z. B. farbige Pigmente, Paraffinemulsionen
oder Konservierungsmittel u. dgl. Das Verfahren läßt sich insofern technisch in
einfacher Weise durchführen, als die zur Verwendung dienenden Metallseifen in der
Industrie bereits Handelsartikel darstellen und zum Lösen. derselben lediglich Wasser
und Salmiakgeist, gegebenenfalls etwas Sprit, notwendig sind.
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Man hat bereits vorgeschlagen, ammoniakalische Zinkoleatemulsionen
zum Imprägnieren von Geweben zu verwenden. Es ist auch bereits vorgeschlagen worden,
hochkonzentrierte, pastenförmige bzw. mehr oder weniger viskose Lösungen von komplexen
Zink- oder Kupferammoniakverbindungen synthetischer Fettsäuren von 7 bis 12 Kohlenstoffatomen
als Anstrichmittel zu verwenden. Diese Pasten bzw. Lösungen geben :aber beim Verdünnen
mit Wasser unlösliche Fällungen. Diese Eigenschaft bereitet aber der reibungslosen
A n-,vendung dieser Zink-Kupfer-Ammoniak-Komplexe, beispielsweise in der Imprägnier-
und Schädlingsbekämpfungstechnik, erhebliche Schwierigkeiten, indem eine gleichmäßige
Verteilung in den zu imprägnierenden Geweben bzw. ein leichtes Versprühen der wäßrigen
Lösungen bei der Schädlingsbekämpfung durch die entsprechenden unlöslichen Fällungen
nicht mehr gewährleistet wird.
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Aus diesen bekanntgewordenen Verfahren konnte jedoch nicht abgeleitet
werden, daß mehrwertige Metallseifen, insbesondere die Barium-, Magnesium-, Zink-
und Kupferseifen, sich leicht in wäßrigen Lösungen von Ammoniak oder organischen
Stickstoffhasen klar lösen bzw. sich solche Lösungen, gegebenenfalls nach Zusatz
von Sprit, weitgehend ahne Fällungen zu ergeben, verdünnen lassen, was dem beanspruchten
Verfahren eine besonders wertvolle technische Anwendungsmöglichkeit sichert. Beispiel
i In ein. Gemisch aus 35 Teilen Salmiakgeist (d=o,9io) und 9o Teilen Wasser trägt
man 15 Teile vorlauffettsaures Zink ein. Es entsteht eine Lösung, die mit der 3-
bis 5fachen Menge Wasser verdünnt werden kann, ohne sich dabei zu zersetzen. Beispiel
2 In eine Mischung aus 35 Teilen einer wasserlöslichen, technisch reinen Pyridinbase
und 2o Teilen Wasser trägt man 15 Teile vorlauffettsaures Zink ein. Die erhaltene
Lösung kann für sich allein oder nach Verdünnen mit einem Sprit-Wasser-Gemisch (1
:3) verwendet werden. Beispiel 3 In eine Lösung von 3 5 Teilen Triätha,nolamin und
35 Teilen Wasser trägt man i 5 Teile vorlauffettsaures Zink ein. Es entsteht eine
pastenartige Masse, die für sich ,allein oder mach erfolgter Verdünnung mit einem
Sprit-Wasser-Gemisch (1 :3)
verwendbar ist. Beispiel An Stelle der im Beispiel
i genannten 15 Teile vo.rlauffettsaurem Zink lassen sich in gleicher Weise 15 Teile
ölsaures Zink- verwenden. Die anfallende wäßrige Lösung besitzt eine ölige, sämige
Beschaffenheit, die durch Zusatz geringer Mengen Sprit vollkommen wasserklar und
dünnflüssiger wird. Beispiel 5 In ähnlicher Weise wie im Beispiel i bzw. q. löst
man an Stelle von r 5 Teilen vorlauffettsaurem Zink i 5 Teile stearinsaures Zink.
Man erhält eine weiße Masse, die bei Zusatz von i o bis 2o % Sprit eine klare Lösung
ergibt.
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In ähnlicher Weise läßt sich auch stearinsaures Zink wie im Beispiel
2 bzw. 3 durch Verwendung von Pyridin- oder Alkylolaminbasen in wäßrige Lösung s-
oder Emulsionsform überführen. An Stelle der Zinkseifen lassen sich in obigen Beispielen
auch die entsprechenden Kupferseifen verwenden.
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Bei einer Reihe anderer Salze (Seifen) sind die Lösungsverhältnisse
abweichend. So lösen sich das vorlauffettsaure Barium- und Mag nesiumsalz zwar nicht
in konzentriertem oder verdünntem Ammoniak, auch nicht auf Zusatz von Sprit, zeigen
jedoch eine leichte Löslichkeit in Pyridinbasen; auch kann man derartige Lösungen
noch mit Wasser verdünnen. Auch Mischsalze, wie das Zink-Blei-Salzoder Zink-Barium-Salz
von Vorlauffettsäuren, sind leicht löslich in Pyridinbasen. In der Wärme sind diese
dünnflüssig,
beim Abkühlen ölig. Auch solche Lösungen lassen sich
weitgehend ohne Zersetzung mit Wasser verdünnen.