DE2139659C3 - Vorrichtung zum Beizen von bandförmigem Material - Google Patents
Vorrichtung zum Beizen von bandförmigem MaterialInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beizen von bandförmigem Material, bei der dieses von einer
Abhaspei abgewickelt wird, durch einen Behandlungsbehälter geleitet und auf einer Aufhaspel aufgewickelt
wird, wobei das bandförmige Gut in Form einer Spirale in mehreren Windungen längs seitlicher Führungen
geführt wird und den Behandlungsbehälter hochkant durchläuft.
Für die Oberflächenbehandlung, insbesondere das chemische Entzundern von Metallbändern, sind verschiedene
Arten von Bandbeizanlagen bekannt. Man hat z. B. Metallbänder winkelig geknickt oder durch
Pressen mit Abstandsnoppen auf den Bandflächen versehen und so spiralförmig aufgelockert in Gestellen
in konventionelle Behälter-Beizanlagen eingesetzt und darin behandelt. Bekannt sind auch Beizanlagen, in
denen die Bandbunde mit horizontaler Achse auf einem Dorn aufgelockert, in die Behandlungsflüssigkeit etwa
zur Hälfte eingetaucht und dabei rotierend behandelt werden.
In den sogenannten Trommelbeizanlagen werden die Bandbunde in der Trommel durch Drehen "derselben in
den verschiedenen Behandlungsbehältern aufgelockert &5
und anschließend wieder lose eingewickelt. In den ebenfalls zum Stande der Technik gehörenden Schubband-Beizanlagen
werden die Bandanfänge bis zur Aufhaspel durchgeschoben, die dann den weiteren Durchzug des Bandes übernimmt. Dabei sind Schweißmaschinen,
Schlingengruben, Schlingenwagen oder andere aufwendige maschinelle Teile nicht erforderlich.
Es sind auch Spiralbeizanlagen bekannt, in denen das Band nur im eigentlichen Behandlungsteil spiralförmig
behandelt wird. Sowohl vor der eigentlichen Behandlung als auch dahinter, müssen die Bänder mehrfach
verformt und umgelenkt werden, ehe man sie wieder zu einem Band aufwickelt. Außerdem lassen sich in den
bekannten Anlagen nur Bänder mit begrenzten Breiten und Stärken vorarbeiten. Um Bänder beliebiger Breite
zu behandeln, sind kombinierte Breitband-Schmalband-Beizanlagen im Einsatz, die den Nachteil haben, daß sie
nur für gleich starke Bänder geeignet sind. Dabei werden die Bandanfänge von einem sogenannten
Klemmbalken erfaßt und mit diesem von einem Kettenpaar in die Anlage bis zur Aufhaspel geschleppt.
Auch bei dieser Art von Anlagen wird ein Teil der bei Durchzuganlagen erforderlichen Maschinen eingespart.
In den bekannten Konti-Breitband-Beizanlagen werden d;e Bänder horizontal bei flacher Lage durchgezogen.
Diese Bauform wurde für den kontinuierlichen Betrieb entwickelt und ist mit einer Vielzahl teurer
zusätzlicher Maschinen., wie Scheren, Schweißmaschinen, .Schlingengruben oder Schlingenwagen, sowie
verschiedenen Treibrollensätzen ausgerüstet. Derartige Anlagen sind sehr aufwendig, erfordern lange Hallen
und können mit sehr hohen Energiekosten betrieben werden. Die Beizkosten für Bänder liegen daher
allgemein erheblich höher als bei allen anderen Beizgütern.
Die Erfindung geht von der eingangs beschriebenen Vorrichtung aus, die aus dem US-Patent 20 37 421
bekannt ist. Bei dieser sind die beiden Haspeln außerhalb des Bades und waagerecht bzw. schräg
angeordnet, so daß eine zweimalige Umlenkung des zu behandelnden Gutes beim Eintritt und beim Austritt aus
dem Behandlungsbad erforderlich ist. Eine Umlenkung des zu behandelnden Bandes ist insbesondere bei
breiteren Bändern ohne eine sich nachteilig auswirkende Verformung, insbesondere Verbiegung nicht möglich.
Das gleiche gilt für die aus dem französischen Patent 8 78 310 bekannte Beizvorrichtung, bei der die Abhaspei
eine waagerecht liegende Achse hat, so daß das Band innerhalb der Vorrichtung und beim Austritt über
angetriebene Rollen umgelenkt werden muß.
Das US-Patent 22 21 811 betrifft eine Behandlungsanlage
für Metallbänder, die aus zwei Haspeln besteht, die von oben in einen Behandlungsbehälter eingesetzt
werden. Dabei stehen die Achsen der beiden Haspeln zwar senkrecht, die Haspeln liegen jedoch nicht
außerhalb des eigentlichen Behandlungsbehälters, wie es beim Anmeldungsgegenstand der Fall ist.
Die Aufgabe die der Erfindung zugrunde liegt, besteht darin, eine Vorrichtung zum Beizen von bandförmigem
Material so auszubilden, daß einerseits ein großer Platzbedarf und umfangreicher Maschinenpark vermieden
wird und andererseits das auf einer Haspel aufgewickelte Beizgut weder beim Abwickeln von der
Haspel, noch beim Durchgang durch die Beizanlage oder beim Aufwickeln auf die Aufhaspel geknickt,
umgelenkt oder verformt wird.
Die Erfindung besteht darin, daß der vorzugsweise zylindrische Behandlungsbehälter aus einer schmalen
Behandlungskammer besteht, die, ausgehend von einem mittleren Raum zur Aufnahme der Abhaspei in Form
einer Spirale in mehreren Windungen um den mittleren Raum verläuft und am Ein- und Austritt mit Überläufen
versehen ist, die Schlitze für den Durchtritt des Bandes enthalten, wobei die Achsen der A!;haspel und der
außerhalb des Behälters angeordneten Aufhaspel, der das Band zugeführt wird, in an sich bekannter Weise
senkrecht stehen.
Die Erfindung sieht ferner vor, daß die Behandlungskammer
durch mit Schlitzen versehene Überläufe in mehrere Behandlungsräume unterteilt ist. Bei einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegen sich in den einzelnen Behandlungsräumen in geeigneten
Abständen keilförmig ausgebildete Gleit- und Führungssteine paarweise gegenüber, zwischen denen ein
Schlitz frei bleibt, durch den das Band hindurchtritt. Ferner sieht die Erfindung vor, daß die untere Kante des
Bandes auf waagerecht angeordneten Tragrollen abgestützt ist, die sich radial zum Befmdlungsbehälter
und quer durch die einzelnen Behandlungsräume erstrecken.
Der Vorteil der Beizvorrichtung gemäß vorliegender Erfindung gegenüber dem Stand der Technik ist vor
allem darin zu sehen, daß eine Umlenkung des von der Abhaspei kommenden bzw. der Aufhaspel zugeführten
Bandes weder beim Eintritt in den Behandlungsbehälter noch beim Austritt oder innerhalb des Behälters erfolgt,
so daß die damit verbundenen Nachteile vermieden werden. Bei der von unten angetriebenen Beizmaschine
gemäß dem US-Patent 22 21 81 Linderen rechückigem
Gehäuse eine Umhaspeivorrichtung angeordnet ist, die nur eine relativ kleine Bandoberfläche für den Angriff
der Behandlungsflüssigkeit freigibt, ist ein häufiges Umsetzen der Bandbunde entsprechend der erforderlichen
Behandlungsfolge erforderlich. Diese Anlagenart ist mit dem kontinuierlichen System gemäß vorliegender
Erfindung nicht vergleichbar, bei dem das Band durch rechteckige spiralförmig angeordnete Rinnen
geführt wird, wobei Ab- und Aufhaspel außerhalb der Beiz- und Nachbehandlungskammer liegen, während bei
der bekannten Vorrichtung die Haspeln nur innerhalb der Beizkammern umgespult werden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen
F i g. 1 eine Draufsicht auf einen Behandlungsbehälter und Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie A-Bder Fig. 1.
Der zylindrische Behandlungsbehälter 1, der auf Fig. 1 bei abgenommenem Deckel dargestellt ist,
enthält einen mittleren freien Raum 2 zur Aufnahme der Abhaspei 3. Von diesem geht eine schmale Behändlungskammer
4 aus, die die Form einer Spirale hat, die bei der dargestellten Ausführungsform in vier Windungen
um den mittleren Raum 2 geführt ist und am äußeren Umfang endet. Am Anfang und Ende der
Behandlungskammer befinden sich mit senkrechten mittleren Schlitzen versehene Überläufe 5, deren
Wandung etwas niedriger ist als die spiralförmig verlaufende Wand, die die Behandlungskammer seitlich
begrenzt. Durch weitere ähnlich ausgebildete Überläufe 5 ist die Behandlungskammer in mehrere getrennte
Behandlungsräume unterteilt, in denen unterschiedliche Behandlungen erfolgen können. Im vorliegenden Fall
werden durch Unterteilung sieben Behandlungsräume gebildet, die, ausgehend von dem mittleren Raum 2, mit I
bis VII bezeichnet sind. In den Böden der einzelnen Behandlungsräume münden nicht dargestellte Leitungen
zur Zufuhr der Behandlungsflüssigkeit aus unterhalb des Behälters 1 angeordneten Sammelbehältern 7.
Jedem Überlauf 5 ist ferner ein mit einem Sammelbehälter 7 verbundener Ablauf 8 zugeordnet (F i g. 2), über
den die Behandlungsflüssigkeit, die ständig umläuft, abfließen kann. Die Vorrichtung arbeitet wie folgt:
Eine Abhaspei 3 wird mit dem auf ihr aufgewickelten Band 9, das in der Anlage behandelt werden soll, auf die
zentrale Welle 10 aufgesetzt und der Bandanfang zwischen einen Rollensatz 11 gezogen, der in dem freien
mittleren Raum 2 vor dem Anfang der Kammer i angeordnet ist. Der Rollensatz besteht aus Treibrollen,
also angetriebenen Rollen, die das Band durchziehen und Richtrollen, die das Band führen. Die Achsen der
Rollen stehen senkrecht, so daß das Band, das sich hochkant von der Haspel abwickelt, in dieser Stellung in
den Behandlungsraum geführt wird. Ein weiteres Paar von Führungsrollen 12 befindet sich vor dem Überlauf 5,
des ersten Behandlungsraumes I. Innerhalb der einzelnen Behandlungsräume sind in kurzen Abständen Paare
von Gleit- und Führungssteinen 13 angeordnet, die keilförmig verlaufen und sich unter Freilassen eines
Schlitzes für den Durchtritt des Bandes gegenüberliegen. Aus den einzelnen Behandlungsräumen, die durch
die Überläufe 5 begrenzt werden, tritt das Band durch die Schlitze aus und läuft durch weitere Rollenpaare 12,
die oberhalb jedes Ablaufes 8 angeordnet sind und neben der Führung des Bandes die Aufgabe haben,
anhaftende Flüssigkeit abzustreifen. Das Band tritt dann durch den nächsten Überlauf in den benachbarten
Behandlungsraum ein. Zur Führung des Bandes in der waagerechten Ebene, die durch geeignete Schrägstellung
der Führungsrollen 12 erfolgen kann, können zusätzliche Tragrollen 14 mit waagerechter Achse
verwendet werden, die in geeigneten Abständen in den einzelnen Behandlungsräumen angeordnet sind und auf
denen das Band mit der unteren Längskante läuft.
Das Band tritt aus dem letzten Behandlungsraum VIl durch eine geschlitzte, den Überläufen entsprechende
Wandung aus und gelangt zur Aufhaspel 6, wobei es durch weitere Führungsrollen mit senkrechten Achsen,
die außerhalb des Behandlungsbehälters angeordnet sind, geführt wird. Wesentlich ist dabei, daß das Band in
der gleichen Richtung aufgewickelt wird, in der es von der Abhaspei abläuft und durch die Behandlungskammer
gezogen wird, ohne daß es geknickt wird. In den einzelnen Behandlungsräumen kann das Band mit
unterschiedlichen Flüssigkeiten behandelt werden. Beispielsweise ist es möglich, das Band in den Räumen I, II
und III, z.B. mit Beizflüssigkeit zu behandeln, in den Räumen IV und V kalt, in dem Raum VI warm zu spülen
und in dem Behandlungsraum VlI, beispielsweise mit Heißluft, zu trocknen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Beizen von bandförmigem Material, bei der dieses von einer Abhaspei
abgewickelt wird, durch einen Behandlungsbehälter geleitet und auf einer Aufhaspel aufgewickelt wird,
wobei das bandförmige Gut in Form einer Spirale in mehreren Windungen längs seitlicher Führungen
geführt wird und den Behandlungsbehälter hochkant durchläuft, dadurch gekennzeichnet, daß
der vorzugsweise zylindrische Behandlungsbehälter
(1) aus einer schmalen Behandlungskammer (4) besteht, die, ausgehend von einem mittleren Raum
(2) zur Aufnahme der Abhaspei (3) in Form einer il
Spirale in mehreren Windungen um den mittleren Raum (2) verläuft und am Ein- und Austritt mit
Überläufen (5) versehen ist, die Schlitze für den Durchtritt des Bandes enthalten, wobei die Achsen
der Abhaspei und der außerhalb des Behälters angeordneten Aufhaspel (6), der das Band zugeführt
wird, in an sich bekannter Weise senkrecht stehen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungskammer (4) durch mit
Schlitzen versehene Überläufe (5) in mehrere Behandlungsräume unterteilt ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich in den einzelnen
Behandlungsräumen in geeigneten Abständen keilförmig ausgebildete Gleit- und Führungssteine (13)
paarweise gegenüberliegen, zwischen denen ein Schlitz frei bleibt, durch den das Band hindurchtritt.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Kante dec
Bandes auf waagerecht angeordneten Tragrollen (14) abgestützt ist, die sich radial zum Behandlungsbehälter und quer durch die einzelnen Behandlungsräume
erstrecken.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712139659 DE2139659C3 (de) | 1971-08-07 | Vorrichtung zum Beizen von bandförmigem Material |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712139659 DE2139659C3 (de) | 1971-08-07 | Vorrichtung zum Beizen von bandförmigem Material |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2139659A1 DE2139659A1 (de) | 1973-02-15 |
| DE2139659B2 DE2139659B2 (de) | 1977-03-03 |
| DE2139659C3 true DE2139659C3 (de) | 1977-10-20 |
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