DE21177C - Verfahren zur Herstellung und Reinigung des Salpeters - Google Patents
Verfahren zur Herstellung und Reinigung des SalpetersInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C01D9/02—Preparation by working-up natural salt mixtures
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 62: Salinenwesen.
Patenürt im Deutschen Reiche vom 10. Februar 1882 ab.
Die vorliegenden Neuerungen beziehen sich auf die Verfahren bei der Fabrikation und beim
Reinigen des Salpeters und ähnlicher Salze und bestehen hauptsächlich darin, dafs bei denselben
das Material, um eine regelmäfsige Bildung des Productes zu erreichen; nur in geringen Quantitäten
auf einmal, sei es durch Handarbeit oder auf mechanischem Wege, eingebracht wird und
das Waschen mit weniger concentrirten Laugen, mit oder ohne Zuhülfenahme von Dampf, sowie
mit oder auch otine Erwärmung mit directem Feuer, sowie das Abkühlen und Trocknen des
Salzes in besonderen, in Nachstehendem beschriebenen Apparaten vorgenommen werden.
Die Umwandlung des Salpeters geschieht in einem der in den Fig. 1, 2 und 3 dargestellten
Apparate.
Der in Fig. 3 dargestellte Apparat besteht aus einem runden Gefäfs, dessen Boden konisch,
kugelförmig abgerundet oder auch ganz eben sein kann.. Eine verticale Welle α trägt den
mit einer Anzahl Schaber versehenen Rührer b, durch detsen Bewegung das Salz stets gegen
die Mitte des Bodens geführt wird. Im Innern des Apparates befindet sich eine aus perforirtem
Blech hergestellte Kammer v, in welcher das Rohmaterial zurückgehalten wird, um, ohne mit
dem gebildeten Salze sich zu mischen, aufgelöst werden zu können. Ein Ueberfall/ führt den
Schaum und sonstige Unreinigkeiten. in ein Reservoir e, in welchem ein Filter h sich befindet.
Beim Durchpassiren durch das letztere werden die Unreinigkeiten im Apparat zurückbehalten
und die abfiltrirte Lösung entweder wieder in den Apparat oder auch anderswohin durch die
Rohrleitung g geführt. Dieses Reservoir e kann eventuell auch, wie in Fig. 3 und 3a ebenfalls
gezeichnet, durch den rundumlaufenden Bottich ic mit dem schrägen und doppelten Filterboden u1
ersetzt werden. Die Flüssigkeit kann dann durch das Rohr u2 abfliefsen, während der
Schaum und die Unreinigkeiten auf der Filterplatte zurückbleiben.
Modificationen für das Haup'tgefäfs dieses
Apparates zeigen die Fig. 1 und 2. Bei Fig. 1 besteht der Apparat aus einem halbcylindrischen
Gefäfs, dessen Boden nach einem Ende zu geneigt ist, und besitzt eine Welle a, auf welcher
sprossenförmig die Arme b angebracht sind, an dessen Enden die Schaber sitzen. Durch die
Rotation oder Oscillation dieser Vorrichtung wird, da der Gefäfsboden geneigt ist, das gebildete
Salz vor die Austrittsöffnung i gebracht und kann durch das Rohr r in der weiter unten
beschriebenen Weise abströmen.
Die in Fig. 2 dargestellte Construction besteht ebenfalls aus einem halbcylinderförmigen Gefäfs
, in welchem die Schaber passend angeordnet sind, um das Salz nach Mafsgabe seiner Bildung zu entfernen und in die am
Ende befindliche Rinne i zu bringen. Aus dieser wird das Salz durch die gleichfalls auf der
Welle α mit Armen b sitzenden beweglichen Schaufeln c mit perforirten Wänden ergriffen,
durch die Bewegung der Achse, die hier selbstverständlich eine rotirende sein mufs, gehoben
und in den Bottich B geworfen, wo dasselbe durch ein Becherwerk, wie nachstehend beschrieben
werden wird, weiter befördert wird, während die Lauge durch das Abflufsrohr .? zur
neuen Verwendung gefüllt werden kann.
Dieses Becherwerk oder Schöpfwerk, welches
jeder der drei beschriebenen Dispositionen angepafst werden kann, ist speciell bei Fig. 3 gezeichnet.
Dasselbe befindet sich in einem vollständig geschlossenen Gehäuse/, an welches sich
unten das Zuflufsrohr r, oben das Austrittsrohr k
anschliefst; ferner besitzt dasselbe einen Ueberfall, der zugleich als Filter dient, durch welchen
die Flüssigkeit in den Apparat zurückgebracht wird. Endlich befindet sich unten ein Ablafsrohr
t und ein Dampfzuführungsrohr m. Der Dampf, welcher dazu bestimmt ist, in dem Gehäuse/
eine hohe Temperatur zu erhalten, kann entweder direct in das die Vorrichtung umschliefsende
Gehäuse/ eingeführt werden oder auch vorerst ein Schlangenrohr η durchstreichen,
so dafs derselbe in einer gewissen Höhe erst ausströmt und in beiden Fällen durch die Austrittsöffnung
k entweichen kann. Ein oben befindliches Mannloch dient zur eventuellen Besichtigung
des Innern und ist durch einten leicht beweglichen Deckel wegzunehmen. Die Becher
des eigentlichen Schöpfwerkes werden durch zwei mit Löchern versehene Wände gebildet,
zwischen welchen ein zum Filtriren dienendes Material sich befindet. Die Flüssigkeit fliefst
dann in das Gehäuse zurück, während das Salz zur Austrittsöffnung k heraufgehoben wird.
Die Bewegung des Becherwerkes, welche in einer auf einander folgenden Reihe von Stöfsen
besteht, wird herbeigeführt durch das Begegnen der Stücke/, welche an der Achse des Becherwerkes
in ungleichen Entfernungen festgemacht sind, und mit analogen Ansätzen q, welche an
dem Gehäuse des Becherwerkes sich befinden.
Die nicht gesättigten Laugen, welche in dem Gehäuse des Becherwerkes sich befinden, bewirken
zusammen mit dem aus der Dampfcondensation entstandenen Wasser eine erste
Waschung des Salzes. Der eigentliche Waschapparat besteht in einer Reihe von Vorrichtungen
von derselben Form, wie sie in Fig. 1 und 2 dargestellt sind, nur von kleineren Dimensionen,
in welchen Laugen, die bereits bei einer oder bei mehrmaligen vorhergehenden Waschungen
gedient haben," von unten gewärmt werden. Der letzte Apparat enthält" dann nur reines
Wasser. In diesen wird das Salz direct durch ein Rohr k geführt oder passirt früher einen
Abtropftrog, auf welche Weise dasselbe in kleinen Quantitäten auf einmal gewaschen wird
und an das entgegengesetzte Ende der Waschvorrichtung gelangt, von wo es dann entnommen
wird, um in einem anderen Raum durch ein neues System von Apparaten, wie sie
in den Fig. 1 und 2 dargestellt sind, zu passiren und schliefslich wieder in einem Abtropftrog
gesammelt zu werden.
, Diese ganze Arbeit kann durch Handarbeit ' geschehen.
Die Salpeterlaugen werden sodann durch das Rohr j des in Fig. 2 gezeichneten Apparates
oder aus dem Gehäuse des Becherwerkes, wie dasselbe für die in den Fig. i und 3 dargestellten
Vorrichtungen in der letzteren Figur gezeichnet ist, in halbcylindrische Gefäfse mit
doppelten Böden gebracht, in welchen man Dampf circuliren läfst und schliefslich kaltes
Wasser einführt, um den Niederschlag des Salpeters zu reguliren. ,
Um Dampf zu sparen und eventuell auch die Dampf benutzung ganz vermeiden zu können,
kann man die hierbei benutzten Gefäfse mit abnehmbaren Deckeln schliefsen, und ist aus diesem
Grunde statt der früher erwähnten rotirenden Vorrichtung zum Bewegen der Schaber/ (s. Fig. 1)
zuweilen eine andere (also oscillirende) Vorrichtung eher geboten. Der so gebildete, noch
warme Salpeter wird wieder in einen halbcylinderförmigen Trog geworfen, welcher eine
aus einer früheren Operation herrührende schwache Lösung enthält; hier kühlt das Product
ab und wird durch eines der angedeuteten Mittel in den Waschapparat gebracht.
Das Waschen des bereits gebildeten Salpeters geschieht" auf ganz dieselbe Weise wie bei dem
Rohmaterial, mit der einzigen Ausnahme, dafs hierbei eine Erwärmung nicht nothwendig ist.
Zuletzt wird das Product wieder in einen'Abtropftrog
gebracht und, wenn dasselbe noch weiter raffmirt werden soll, in Apparate, welche
analog den in den Fig. 1 und 3 gezeichneten sind. vBei dieser Operation braucht das in Fig. 1
gezeichnete Gefäfs nicht geneigt zu sein, und ist dabei eine oscillirende Bewegung der Welle a
vorzuziehen. Die Schaber können fest angebracht sein, dürfen jedoch die Wandungen
des Gefäfses nicht berühren. Das Gleiche gilt für den in Fig. 3 gezeichneten Apparat. Der
Abfiufs kann hier direct, auch ohne das Schöpfwerk oder Becherwerk bewirkt werden, das Abkühlen
und Waschen wird wieder wie vorerwähnt ausgeführt. . .
Beim Austritt des Salpeters aus dem Waschapparat wird derselbe wieder in einen Abtropftrog
geleitet, einer letzten Waschung unterzogen und von da in einen Trog geführt, dessen
Boden aus einer ganz ebenen und erwärmten Platte besteht. Eine Reihe von Rollen oder
Ringen und Schabern, die in einem Rahmen (s. Fig. 4, 4a-und 4b) befestigt sind, werden
durch den letzteren so bewegt, dafs sie sich heben und senken und dabei in horizontaler
Richtung vor- und rückwärts schreiten. Das aglomeratförmige Product wird dadurch zerdrückt,
die Platten abgeschabt und so der gebildete Salpeter gegen das entgegengesetzte Ende geschoben, wo er vollständig trocken anlangt.
Jede Rollenreihe besteht für sich aus einer Reihe von Cylindern und Rollen, die frei
um ihre Achse sich bewegen und derart eingerichtet sind, dafs jede sich besonders heben
kann, wenn sie über die ungleiche Masse
streichen. Für die erwähnten Waschapparate können auch statt der halbcylinderförmigen
trichterförmige Formen, wie sie in den Fig. 5, 5a und 5b gezeichnet, angewendet werden; die
in Fig. 3 gezeichneten Apparate können ebenfalls als Kühlapparate benutzt werden und wird
dann das gebildete Salz durch die bezeichneten Mittel aus der Mitte der Apparate entnommen.
Die beschriebenen Verfahren und Apparate, die hier speciell für die Salpeterfabrikation und
Reinigung genannt worden sind, können in allen Fabrikationszweigen angewendet werden,
wo man als Niederschlag erhaltenes Salz sammelt, oder wo Salze gewaschen zu werden brauchen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Fabrikation und Reinigung von Salpeter durch successives Auslösen des Salzes in kleinen Quantitäten unter Anwendung der in den Fig. 1 bis 5 gezeichneten Apparate.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE21177C true DE21177C (de) |
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ID=297879
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT21177D Active DE21177C (de) | Verfahren zur Herstellung und Reinigung des Salpeters |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE21177C (de) |
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0
- DE DENDAT21177D patent/DE21177C/de active Active
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