DE210643C - - Google Patents

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DE210643C
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aminophenol
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/32General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using oxidation dyes

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
. KLASSE Sm. GRUPPE
HENRI SCHMID in MÜLHAUSEN i.Els.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 5. Mai 1908 ab.
Das Oxydationsbraun aus Paraphenylendiamin, dessen Herstellung durch die Patentschrift 176062, Kl. 8, bekannt geworden ist, hat sich durch die Einfachheit seiner Anwendung, die Niedrigkeit seines Gestehungspreises, die leichte Reservierbarkeit und die große Seifenbeständigkeit rasch in der Zeugdruckerei eingebürgert.
Diese Vorzüge des nach dem genannten Verfahren erhältlichen, durch seine rötliche Nuance gekennzeichneten Paraminbräuns erweckten in der Praxis den Wunsch ein gelbstichiges Braun mit ähnlichen Eigenschaften zu besitzen.
Es wurde nun gefunden, daß sich mittels der Metaaminophenole das gesuchte Gelbbraun auf der Faser in ausgezeichneter Weise erzeugen läßt. Die Salze dieser Basen werden zu dem Behufe der Oxydation mit Alkalichlorat und Ferrocyankalium, wie sie beim Anilinschwarz üblich ist, unterworfen. Diese Reaktion ist in Verbindung mit m-Aminophenolen noch nie verwertet worden. Zwar existiert eine Angabe (Nölting-Lehne, Anilinschwarz, 1904, II. Aufl., S. 11), wonach m-Aminophenol, auf Mangansuperoxyd aufgefärbt, helles Bister ergibt, doch ließen sich naturgemäß hieraus keine Schlüsse auf das Verhalten dieser Base bei der Oxydation mit Chlorat und Blutlaugensalz ziehen.
Unterwirft man z. -B. salzsaures m-Aminophenol in Gegenwart von Natriumchlorat und gelbem Blutlaugensalz dem Dämpfen und behandelt in Art des Anilinschwarz weiter, d. h. chromt und wäscht, so erhält man eine Art Bronzeoliv. Auch diese Färbungen besitzen bereits einen praktischen Wert. Durch Seifen werden sie bräunlicher, mehr gegen Bronze hingezogen. Um jedoch bisterähnliche Töne zu erhalten, muß man nach dem Dämpfen und Chromen der Farbe eine nachdrückliche alkalische Behandlung vornehmen. Man führt die Ware durch lauwarme Abzugsbäder von Wasserglas, Borax, Soda u. dgl. und unterwirft sie hierauf dem Seifen, worauf ein Braun mit ausgesprochenem Gelbstich hervortritt.
An Stelle von m-Aminophenolen lassen sich auch andere m-Oxyaminoverbindungen verwenden, z. B. die m-Aminokresole usw.
Durch gleichzeitige Anwendung von z. B. p-Aminophenolen oder o-Aminophenolen lassen sich in allen Fällen verschiedenartige Nuancierungen erreichen.
Es ist anzunehmen, wie dies ja auch beim Anilinschwarz vorausgesetzt wird, daß, parallel mit der Oxydation der aromatischen Base, eine Bildung von Berlinerblau vor sich geht und daß das letztere den Farbton des Oxydationsproduktes modifiziert, sei es durch bloße Mischung, sei es, daß es damit eine metallorganische Verbindung eingeht, wie dies K er te sz seinerzeit -beim Anilindampf schwarz andeutete. Durch die alkalische Nachbehandlung würde die letztere bzw. das Cyaneisenblau zerstört, wobei das zurückbleibende Eisen-

Claims (2)

oxyd die Nuance des nunmehr reinen braunen Oxydationsproduktes unterstützt, sie echter und gelbstichiger macht. Begünstigt man die Blaubildung durch entsprechende Zusammensetzung der Farbe, d. h. Vergrößerung des Blutlaugensalzgehaltes und der Acidität, und verhindert man die Bildung von Eisenoxyd durch Waschen (nach dem Chromen) in kalkfreiem oder selbst angesäuertem Wasser, so erhält man ziemlich reine Grün- und Olivetöne. Diese lassen sich, wie das Braun, in Art des Prud'homme-Schwarz weiß und bunt reservieren und sind dort, wo Alkali- bzw. Seifenempfindlichkeit nicht in Betracht kommt, sehr gut einer praktischen Verwendung fähig, da ja in Prud'homme-Manier illuminierbare Grün und Olive in der Druckerei lange gesucht werden. Die relative, unerwartete Reinheit der erwähnten Grünnuancen weist jedenfalls auch auf den gelbstichigen Charakter des in ihnen enthaltenen Braunelerhentes hin. Das Metaaminophenolbraun kontrastiert sehr stark mit dem Paraminbraun und entspricht vollkommen jener Geschmacksrichtung, welche dem rötlichen, püceähnlichen Braun ein Gelbbraun vorzieht, so daß mit seiner Einführung einem wirklichen Bedürfnis der Praxis Rechnung getragen wird. Das neue Verfahren liefert selbst in hellen Tönen bis herab zum lichten Nankin brauchbare Nuancen und läßt sich daher auch in starken Koupierungen verwenden. Die Lichtechtheit und Seifenbeständigkeit der erzeugten Färbungen sind praktisch sehr gut. Ausführungsbeispiele. Klotzbad für Braun (mittel): 30 g m-Aminophenol, 30 ecm Salzsäure, 30 bis 40 g Ferrocyankalium, 25 g Natriumchlorat im Liter. Filtrieren. Klotzbad für Grün: 25 g m-Aminophenol, 50 bis 60 ecm Salzsäure, 60 g Ferrocyankalium, 25 g Natriumchlorat im Liter. Filtrieren. Man klotzt, trocknet in der Hot-flue und druckt eventuell auf den ungefärbten oder nur schwach gefärbten Grund Weiß- und Buntreserven. Dann dämpft man im kleinen Mather-Platt etwa 10 Minuten und chromt lauwarm mit Natriumbichromat. Für Grün wäscht man hierauf in schwach angesäuertem Wasser und trocknet; für Braun wäscht man in Wasser, zieht durch ein lauwarmes Bad von Natriumsilikat in einer Rollkufe, wäscht und seift. ' , Als Weißreserve kann z. B. dienen 400 g Gummilösung, 400 g Kaliumsulfit 45° Be., g Gummilösung,' 100 g Rongalit C, im ganzen 1000 g Druckpaste. Für Buntreserven auf Baumwolle druckt man die gewöhnlichen Albuminfarben, mit Alkalisulfit und -acetat versetzt, oder basische Farbstoffe in Verbindung mit Zinkweiß. Auf Seide und Halbseide genügt es, basische Farbstoffe in Gegenwart von Kaliumsulfit und Natriumacetat zu drucken. Statt m-Aminophenol lassen sich auch andere m - Aminooxy verbindungen verwenden, z. B. die Aminokresole (C H3: O H': NH2 = 1:2:4 °der !: 4: 2)- Letztere liefern gelbstichigere Nuancen als das m-Aminophenol. Pate nt-A ν SP rüche:
1. Verfahren zur Erzeugung von ätzbarem gelbstichigen Braun in der Färberei und Druckerei, dadurch gekennzeichnet, daß man Salze von m-Aminophenolen allein oder in Mischung mit o- oder p-Aminophenolen mittels Natriumchlorat und Ferrocyanverbindungen durch Dämpfen auf der Faser oxydiert, worauf nach Vervollständigung der Oxydation durch Hängen oder Chromieren mit alkalischen Bädern behandelt wird.
2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Erzielung von Grün- und Olivetönen bei der Oxydation von Salzen von m-Aminophenolen, allein oder in Mischung mit o- oder ρ-Aminophenolen, mehr Säure und mehr Ferrocyanalkali anwendet, als gemäß Anspruch 1 zur Erzielung von Braun notwendig ist, und nach Vervollständigung der Oxydation durch Hängen und Chromieren mit kalkfreiem oder angesäuertem Wasser behandelt.
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