DE210326C - - Google Patents
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- DE210326C DE210326C DE1906210326D DE210326DA DE210326C DE 210326 C DE210326 C DE 210326C DE 1906210326 D DE1906210326 D DE 1906210326D DE 210326D A DE210326D A DE 210326DA DE 210326 C DE210326 C DE 210326C
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- phospham
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-
- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01K—ELECTRIC INCANDESCENT LAMPS
- H01K3/00—Apparatus or processes adapted to the manufacture, installing, removal, or maintenance of incandescent lamps or parts thereof
- H01K3/02—Manufacture of incandescent bodies
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Manufacturing & Machinery (AREA)
- Glass Compositions (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 210326 KLASSE 21/. GRUPPE
in BERLIN.
Bei der Herstellung von Glühlampenfäden aus Metallverbindungen wird danach gestrebt,
den fertigen Faden möglichst kohlenstofffrei zu erhalten, weil bekanntlich schon geringe
im Faden enthaltene Kohlenstoffmengen die Festigkeit und Brauchbarkeit desselben stark
beeinträchtigen. Nach den meisten für diesen Zweck ersonnenen Verfahren ist aber fabrikmäßig
schwer zu.arbeiten, auch gestatten dieselben kaum, den im Faden enthaltenen
Kohlenstoff vollständig zu beseitigen, ohne daß die zu diesem Zwecke angewendeten Mittel
zugleich auch das Metall, aus welchem der Faden gebildet wird, angreifen.
Die vorliegende Erfindung dagegen gestattet, in einer fabrikmäßig durchführbaren Weise
auch die letzten im Faden befindlichen Kohlenstoffreste in einer solchen Weise zu beseitigen,
daß das Metall des Fadens dabei nicht leidet.
Die Erfindung besteht darin, daß die Entkohlung des Fadens mittels Stickstoffs bzw.
stickstoffhaltiger Gase bewirkt wird, die im Vakuum durch Erhitzung von wasserstoffstickstoffhaltigen
Phosphorverbindungen bzw. deren Oxy- und Sulfoverbindungen, wie z. B. Phospham, Phosphamide und Phosphaminsäuren
bzw. deren Sulfoverbindungen (Phosphorsulfoimidoamid, Phosphorsulfotriamid), gegebenenfalls
mit einem Zusatz von Phosphor erzeugt werden.
Von diesen Stoffen ist für den vorliegenden Zweck praktisch vornehmlich das Phospham
— P N2H — von Bedeutung. Denn der in
demselben enthaltene Stickstoff wird im Vakuum schon bei verhältnismäßig niedriger
Temperatur aus seiner Verbindung abgeschieden und bildet im freien Zustande mit der
Kohle Cyan oder andere ähnliche oder auch oxydierte Cyanverbindungen.
Der gleichzeitig frei gewordene Phosphor aber ist befähigt, den noch vorhandenen Sauerstoff
zu binden bzw. seine reduzierende Wirkung auf gegebenenfalls noch im Faden vorhandene
metalloxydische Verunreinigungen auszuüben. Auch etwas roter Phosphor kann dem Phospham zugesetzt werden, namentlich
in solchen Fällen, in denen vermutet werden darf, daß oxydische Verunreinigungen in verhältnismäßig
beträchtlicher Menge im Faden vorhanden sind.
Nachstehend sind einige Ausführungsbeispiele über die im vorstehenden Sinne durchgeführte
Verwendung des Phosphams angegeben.
Dem Metallpulver, aus welchem nach einem der in Frage kommenden Verfahren die zum
Spritzen der Glühlampenfäden dienende Paste hergestellt wird, werden einige Prozent Phospham
beigemengt, und es wird dann in der an sich bekannten Weise eine auf das sorgfältigste
verriebene Paste bereitet. Der Zuschlag an Phospham richtet sich hierbei nach der Art des verwandten Bindemittels. Je
mehr Kohlenstoff dasselbe enthält, um so größer wird der Zuschlag an Phospham gewählt.
Der Kohlenstoffgehalt in der fertigen Paste beträgt beispielsweise etwa 4 Prozent,
falls Teer als Bindemittel verwendet wird.
Die Wirkung des Phosphams geht hier unmittelbar im Faden vor sich, wenn derselbe
im Vakuum geglüht wird. Es hinterbleibt derselbe dann absolut kohlenstofffrei, auch ist
seine Festigkeit durch das Verfahren in keiner Weise schädlich beeinflußt worden.
(2. Auflage, ausgegeben am 14. Juli igog.)
Eine andere Ausführungsform des Verfahrens bezweckt, den in dem Phospham enthaltenen
Stickstoff außerhalb des Fadens freizumachen und ihn von außen auf denselben einwirken
zu lassen. Es wird zweckmäßig dabei so verfahren, daß in einem geeigneten Ofen, in welchem
die Fäden in Gegenwart des Phosphams sich befinden und geglüht werden sollen, zunächst
ein möglichst vollkommenes Vakuum.1
ίο erzeugt wird. Darauf erwärmt man den Ofen
bis etwa 1300, um das Wasser und die bis dahin erhaltenen Zersetzungsprodukte zu entfernen.
Danach werden die Hähne zur Pumpe geschlossen, und der Ofen wird nunmehr langsam
auf 800 bis iooo0 erwärmt. Dabei wird das Phospham zerlegt, und die entstehenden
gasförmigen Stoffe stehen unter einem Druck von einigen Millimetern Quecksilbersäule, der
abhängig ist von der Menge des verwendeten Phosphams. Diese hinwiederum wird nach
dem Bindemittel, welches zur Herstellung der Paste verwendet wurde, gewählt. War das
Bindemittel stark kohlenstoffhaltig, dann wird eine entsprechend große Menge des Phosphams
verwendet und die Hitzeeinwirkung entsprechend verlängert. Auch die nach diesem Verfahren behandelten Fäden erweisen sich als
vollkommen kohlenstofffrei und fest.
An Stelle obigen Verfahrens kann auch die Behandlung in dem bekannten Rezipienten, in
welchem die Rohfäden geglüht werden, oder in der Glasbirne der Glühlampe treten.
Im Rezipienten werden die Fäden, die vorher mit Phospham überstäubt oder sonstwie
überzogen worden sind, zu welchem Zwecke feines Phosphampulver in ein Aufschlemmmittel
gebracht und auf den Faden abgestrichen werden kann, geglüht, wobei die Abspaltung
des Stickstoffs erfolgt. Das Phospham kann aber auch beispielsweise auf einen neutralen
Hilfskörper in unmittelbare Nähe des Fadens gebracht und dort entweder direkt durch besondere
Erwärmung oder indirekt durch die von dem Faden ausgehende Wärme verdampft werden. Im Falle der neutrale Hilfskörper
aus Metall besteht, kann die Anordnung so getroffen werden, daß derselbe einen Teil des
Stromkreises zum Faden bildet. Man wählt dann den Durchmesser des Hilfskörpers derartig,
daß derselbe bei der hellsten Weißglut des Fadens nur dunkel glüht, so daß das
Phospham zur vollen Wirkung kommt.
Soll der in die Lampe bereits eingesetzte Faden nach vorliegender Erfindung entkohlt
werden, dann verfährt man zweckmäßig in der folgenden Weise:
Man schlemmt feines Phosphampulver am besten in Alkohol auf und trägt dasselbe vor
dem Einschmelzen der Fäden auf dieselben auf. An Stelle dessen kann auch die Phosphammasse
an den Zuleitungen, Stützen, Haltern usw. aufgebracht werden. Nachdem dann die Lampe auf die Luftpumpe gebracht und
vollkommen luftleer gemacht ist, wird der Verbindungshahn zwischen Lampe und Luftpumpe
geschlossen und die Lampe durch Stromgabe einige Zeit zum Glühen gebracht. Dadurch wird das Phospham oder dessen vorstehend
genannte Ersatzmittel, wo dieselben auch in der Lampe sich befinden mögen, zur
Verdampfung gebracht, so daß es die geschilderte Wirkung auszuüben vermag.
Schließlich sei bemerkt, daß das Phospham ■ auch in diesem Falle außerhalb der Lampe in
einem Raum erwärmt werden könnte, der mit der Lampe in Verbindung gebracht werden
kann. Selbstverständlich muß die Anordnung so getroffen werden, daß auch in diesem Fall .
die in der Lampe herrschende Luftleere nicht verschlechtert wird.
In allen den besprochenen Fällen· können an Stelle der genannten Phosphorverbindungen
auch die den daraus bei der Erwärmung im Vakuum entstehenden Zersetzungsprodukten
entsprechenden Gasmischungen verwendet werden.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Glühlampenfäden, denen der darin enthaltene
Kohlenstoff nachträglich entzogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Entkohlung
des Fadens mittels Stickstoffs bzw. stickstoffhaltiger Gase bewirkt wird, die im Vakuum durch Erhitzung von
wasserstoff-stickstoffhaltigen Phosphorverbindungen oder deren Oxy- bzw. Sulfoverbindungen
gewonnen werden.
2. Ausführungsform des im Anspruch 1 genannten Verfahrens, dadurch gekennzeichnet,
daß Phospham entweder zur unmittelbaren Herstellung des Rohfadens verwendet oder mittelbar in Form seiner
im Vakuum durch Erwärmung gewonnenen Zersetzungsprodukte zur Einwirkung auf den Faden gelangt.
3. Ausführungsform des im Anspruch 1 genannten Verfahrens, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gefäß, in welchem der Faden im Beisein von Phospham o. dgl. entkohlt werden soll, zunächst vollkommen luftleer
gemacht und dann bis etwa 1300 erwärmt wird, worauf die Verbindung mit der Luftpumpe
geschlossen und das Gefäß langsam bis auf 800 bis iooo0 erwärmt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT46373D AT46373B (de) | 1906-06-19 | 1909-02-03 | Verfahren zur Herstellung von Glühlampenfäden. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE210326C true DE210326C (de) |
Family
ID=472228
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1906210326D Expired - Lifetime DE210326C (de) | 1906-06-19 | 1906-06-19 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE210326C (de) |
-
1906
- 1906-06-19 DE DE1906210326D patent/DE210326C/de not_active Expired - Lifetime
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