DE210299C - - Google Patents

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DE210299C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D04BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
    • D04CBRAIDING OR MANUFACTURE OF LACE, INCLUDING BOBBIN-NET OR CARBONISED LACE; BRAIDING MACHINES; BRAID; LACE
    • D04C1/00Braid or lace, e.g. pillow-lace; Processes for the manufacture thereof
    • D04C1/02Braid or lace, e.g. pillow-lace; Processes for the manufacture thereof made from particular materials
    • D04C1/04Carbonised or like lace

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 210299 KLASSE 52 ö. GRUPPE
VICTOR HEROSE in KONSTANZ, Baden.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 31. März 1907 ab.
Bis jetzt wurde bei gewöhnlichen Stickereien, die mittels Fäden aus vegetabilischen Fasern auf Grundgeweben aus Baumwolle oder Leinwand ausgeführt wurden, das Grundgewebe längs der Festonränder oder an den Ajourstellen auf mechanischem Wege, z. B. durch Ausschneiden mit der Schere von Hand oder durch maschinelle Schneidvorrichtungen oder mit Hilfe der Bohrer einer Stickmaschine oder
ίο auch durch Wegbrennen entfernt. Diese Art, das Grundgewebe an den genannten Stellen zu entfernen, ist allerdings bei den Ätzstickereien bereits durch eine andere ersetzt. Bei diesen Stickereien nimmt man für das Grundgewebe und die Stickerei verschiedenartige Textilmaterialien, so daß das Material des Grundgewebes auf chemischem Wege weggeätzt werden kann, während das andere, die Stickerei bildende, bestehen bleibt. Bei den Ätzstickereien wird aber der Stickboden (Grundgewebe) überall, d. h. auch an den bestickten bzw. festonierten Stellen zerstört.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es nun, auch bei Stickereien, die mittels Fäden aus vegetabilischen Fasern auf Grundgeweben aus Baumwolle oder Leinwand ausgeführt worden sind, das chemische Wegätzen des Grundgewebes längs der Festonränder bzw. das chemische Ausätzen des Grundgewebes an den Ajourstellen zu ermöglichen, ohne jedoch wie bei der Ätzstickerei den gesamten Stickboden (Grundgewebe) an den bestickten bzw. festonierten Stellen zu zerstören.
Das neue Verfahren besteht in der Hauptsache darin, daß —■ vor oder nach dem Sticken — längs der von den Festons bzw. der Stickerei eingenommenen Stellen des entschlichteten Grundgewebes eine Lösung von neutralem chromsaurem Kali, welches gegen- , über dem Grundgewebe zunächst reaktionslos und in der Atmosphäre unveränderlich bleibt, aufgetragen wird, hierauf zu irgendeinem Zeitpunkte das bestickte Gewebe durch ein warmes, verdünntes Schwefelsäurebad«, genommen, um das chromsaure Kali zu zersetzen und das Grundgewebe an den betreffenden Stellen in Oxycellulose überzuführen, und unmittelbar nachher durch ein Wasserbad gezogen, um die Schwefelsäure nicht auf die Stickerei zur Einwirkung kommen zu lassen, und schließlich die stellenweise gebildete Oxycellulose des Grundgewebes durch die nachfolgende Bleichung des bestickten Gewebes oder, falls das Grundgewebe schon vorgebleicht ist, durch eine Behandlung desselben mit einer verdünnten Alkalilösung aufgelöst wird, um dadurch den Gewebestoff längs des Festons bzw. in den Ajourstellen weg- bzw. ausfallen zu lassen, ohne daß er an den festonierten bzw. bestickten Stellen zerstört oder angegriffen wird.
Die Imprägnierung des Grundgewebes mit der Lösung von neutralem chromsaurem Kali ist beispielsweise derart gedacht, daß die bis jetzt auf der Stickmaschine verwendeten Bohrer durch Kapillarröhren, die mit einer verdickten Lösung von neutralem chromsaurem Kali ge-
füllt sind, ersetzt werden. Jeweils, wenn auf der Stickmaschine das Muster fertig gestickt ist, werden die Kapillarröhren gleich den bisherigen Bohrern umgelegt und an die Stellen geführt, die durch die Flüssigkeit imprägniert werden sollen. Stehen die öffnungen der Kapillarröhren unmittelbar am gestickten Gewebe, so wird durch' einen Druck oder durch eine Pumpe oder durch irgendwelche andere Vorrichtung so viel Flüssigkeit aus den Kapillarröhren herausgepreßt, als zur Imprägnierung nötig ist.
Ähnlich wie mit der Kapillarröhre kann die Imprägnierung durch Druckstempel oder Pinsel stattfinden, jedoch mit dem Unterschied, daß die Druckstempel oder Pinsel durch Auftupfen auf einen mit der Imprägnierungsflüssigkeit getränkten Stoff mit der Flüssigkeit behaftet und auf das Gewebe leicht aufgedrückt werden.
Nachdem die Ware auf der Maschine fertig gestickt worden ist, wird sie, wenn die Lösung von neutralem chromsaurem Kali getrocknet ist, vom Stickrahmen abgenommen und durch 15° Be. starke, 96° C. warme Schwefelsäure ungefähr 12 Sekunden genommen, mit Wasser gut ausgewaschen und der Bleiche übergeben. Die alkalische Bleichkochung löst die gebildete Oxycellulose auf, und der Stoff an den Ajourstellen sowie der Stoff längs des Festons fällt weg.
Ebenso eignet sich das Verfahren in der entsprechenden Anwendungsweise für Handstickerei. Der Stoff wird gleichzeitig mit der Farbe, die die Stickerei markiert, und mit der Imprägnierungsflüssigkeit zum Ausätzen der Ajourstellen entweder mit dem Handmodell oder mit irgendeiner Druckmaschine bedruckt und getrocknet.. Der mit neutralem chromsaurem Kali imprägnierte Stoff, sei es Baumwolle oder Leinwand, kann an einem trockenen Orte unbegrenzte Zeit liegen bleiben, ohne irgendwelchen Schaden zu erleiden. Wenn der Stoff bestickt ist, wird er ebenfalls der oben beschriebenen Behandlung unterzogen.
Fig. ι der Zeichnung zeigt eine Vorrichtung, durch die Flüssigkeit bzw. Lösung in verdickter Form auf das im Stickrahmen einer Heilmann sehen Stickmaschine eingespannte Gewebe aufgetragen werden kann, und Fig. 2 und 3 zeigen gesondert eine der bei dieser Vorrichtung zur Anwendung gelangenden Kapillarröhren.
α bezeichnet das im Stickrahmen eingespannte Gewebe. An Stelle der Bohrer sind vor und hinter dem Gewebe α je auf einer wagerechten Welle b eine Reihe von Kapillarröhren c (Fig. i, 2 und 3), die von einem gemeinsamen Rohr d getragen werden, angeordnet. Das eine Ende eines jeden Rohres d steht durch einen biegsamen Schlauch mit einem höher gelegenen Vorratsbehälter in Verbindung, in welchem sich eine etwas verdickte Lösung von neutralem chromsaurem Kali befindet. Der erwähnte Schlauch ist mit einer Klemme versehen, welche, den Schlauch so festklemmen kann, daß sie den hydrostatischen Druck des höher gelegenen Behälters auf die Flüssigkeit in dem Rohre d aufzuheben bzw. zu unterbrechen vermag. ■
Normal, d. h. während des Stickens bzw. Festonierens, haben die Röhren c und d die in Vollstrichen angegebene Stellung, und die in d und c befindliche Flüssigkeit ist vom hydrostatischen Druck des höher gelegenen Vorratsbehälters entlastet, so daß keine Flüssigkeit aus den Röhren c herausläuft.
Soll nun von dieser Flüssigkeit auf das Gewebe einem Feston- oder Stickmuster entlang aufgetragen werden, so werden die Kapillarröhren c mit den Röhren d in die in der Zeichnung strichpunktiert angegebene Stellung heruntergeklappt, hierauf in bekannter Weise an den Stoff α herangerückt und durch Lockern der beiden auf die Verbindungsschläuche wirkenden Klemmen der hydrostatische Druck in den Röhren d hergestellt, so daß von der in den Röhren c befindlichen Flüssigkeit an den Stoff abgegeben wird, während der Stickrahmen in geeigneter Weise bewegt wird, um das Gewebe α längs des Stickmusters an den Ajourstellen, sowie längs des Festons mit der genannten Flüssigkeit zu imprägnieren, worauf wieder die auf die Verbindungsschläuche wirkenden Klemmen geschlossen werden, um den Druck in d aufzuheben.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Verfahren zum Wegätzen des Grundgewebes längs der Festonränder und zum Ausätzen der Ajourstellen bei Stickereien, deren Grundgewebe aus baumwollenen oder leinenen Stoffen besteht, dadurch gekennzeichnet, daß — vor oder nach dem Sticken — längs der von den Festons bzw. der Stickerei eingenommenen bzw. einzunehmenden Stellen des entschlichteten Stoffes eine Lösung von neutralem chromsaurem Kali aufgetragen wird, hierauf der . bestickte Stoff zuerst durch ein warmes Schwefelsäurebad genommen, um das chromsäure Kali zu zersetzen und den Stoff an den betreffenden Stellen in Oxycellulose umzuwandeln, nachher durch ein Wasserbad gezogen und schließlich die stellenweise gebildete Oxycellulose des Stoffes, welche durch die nachfolgende alkalische Bleichung oder, falls der Stoff schon vorgebleicht ist, bei einer Behandlung desselben mit einer verdünnten Alkalilösung aufgelöst wird, um dadurch den Gewebestoff längs des Festons und in den
    Ajourstellen aus- bzw. wegfallen zu lassen, ohne daß er an den festonierten bzw. bestickten Stellen zerstört oder angegriffen wird.
  2. 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, um die Lösung von neutralem chromsaurem Kali in verdicktem Zustande auf das im Rahmen einer Stickmaschine eingespannte Gewebe durch Kapillarröhren aufzubringen, dadurch gekennzeichnet, daß diese Kapillarröhren (c) einander gegenüber zu beiden Seiten des Stickrahmens angeordnet sind und daß jedes ihrer Speiserohre (d) mit einer Vorrichtung verbunden ist, welche die verdickte Kaliumchromatlösung nur zu der Zeit unter Druck stellt, zu der die in Arbeitsstellung gebrachten Kapillarröhren' von ihrer Flüssigkeit an das Gewebe abgeben sollen.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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