DE20691C - Neuerungen im Schwarzfärben von loser Baumwolle - Google Patents

Neuerungen im Schwarzfärben von loser Baumwolle

Info

Publication number
DE20691C
DE20691C DENDAT20691D DE20691DA DE20691C DE 20691 C DE20691 C DE 20691C DE NDAT20691 D DENDAT20691 D DE NDAT20691D DE 20691D A DE20691D A DE 20691DA DE 20691 C DE20691 C DE 20691C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cotton
black
vessel
bath
iron
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT20691D
Other languages
English (en)
Original Assignee
G. JAGENBURG in Rydboholm
Publication of DE20691C publication Critical patent/DE20691C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P1/00General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
    • D06P1/34General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using natural dyestuffs

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 8: Bleichen, Färben, Zeugdruck und Appretur.
Patentirt im Deutschen Reiche vom l. Juli 1882 ab.
Nach [ dem gegenwärtig gebräuchlichen Verfahren, lose Baumwolle schwarz zu färben, wird die Baumwolle zuerst mit Blauholzlösung behandelt, welche mit Kupfervitriol oder anderen Metallsalzen versetzt war. Nach dem Trocknen der so imprägnirten Baumwolle wird in einer mit Kreide versetzten Eisenvitriollösung die .schwarze Farbe auf der Baumwolle entwickelt. Auf diese Weise ist es aber nicht möglich, ein walk- und waschechtes Schwarz zu erzeugen, und zwar aus folgenden Gründen:
Infolge des Zusatzes von Metallsalzen zur Blauholzlösung bildet sich in letzterer ein unlöslicher Niederschlag von Hämatoxylinkupfer. bezw. von Verbindungen des Hämatoxylins mit anderen den angewendeten Salzen entsprechenden Metallen, der die Faser einhüllt; dieser Niederschlag wird wohl durch das Eisenbad schwarz gefärbt, ist aber nicht auf der Faser fixirt, sondern er löst sich beim Walken und Waschen ab.
Würde man den Zusatz von Kupfervitriol oder Metallsalzen einfach fortlassen, so würde beim Entwickeln im Eisenbade der gröfste Theil der gebildeten Farbe sich von der Faser ablösen, da die Verbindung des Hämatoxylins mit dem Eisen auf der Faser nicht haftet.
Um ein absolut walk- und waschechtes Schwarz zu erzeugen, fixirt nun. der Erfinder das Hämatoxilin vor dem Entwickeln im Metallbade durch Dämpfen der getrockneten, im Blauholzbade behandelten Baumwolle und entwickelt die Farbe im kalten Bade unter Benuztung der Luftleere zu dem Zweck, das Ablösen des Farbstoffes von der Faser im Bade selbst zu verhindern.
Auf diese Weise ist es möglich geworden, ein absolut walk-, wasch- und lichtechtes Schwarz auf loser Baumwolle, sei es im rohen Zustande, sei es als Band oder Vliefs, billig zu erzeugen.
Das Verfahren besteht nun, wie schon angedeutet, darin, dafs man die zu färbende lose Baumwolle, nachdem sie mit einer genügend concentrirten Blauholzlösung, der man, wenn die gewünschte Nuance des Schwarzes es erfordert, einen Zusatz von Quercitron, Gelbholz, Kreuzbeerenabsud, Catechu oder Anilinfarben etc. beigeben kann, imprägnirt und, nachdem sie getrocknet ist, der Einwirkung von Wasserdampf aussetzt, . wodurch der Farbstoff genügend befestigt wird, um in dem nachher zur Anwendung kommenden Entwickelungsbad, sei es Eisen-, Kupfer-, Chrom-, Zink-, Mangan oder Vanadiumsalz , ohne den bei den gebräuchlichen Färbverfahren unvermeidlichen Farbstoffverlust, ein durchaus echtes und schönes Schwarz zu bilden.
Das Dämpfen kann in gewöhnlichen Dampfkästen, sowie sie in der Kattundruckerei gebräuchlich, oder überhaupt in jedem geeigneten Gefäfs vorgenommen werden.
Das Imprägniren mit Blauholzlösung und namentlich das· spätere Behandeln mit Beizoder Entwickelungsfiüssigkeit geschieht am zweckmäfsigsten in einem Vacuumapparat, wie ein solcher auf der beiliegenden Zeichnung dargestellt ist. Fig. ι ist ein Verticalschnitt des Apparates; Fig. 2 eine Ansicht desselben; Fig. 3 zeigt den Boden des Imprägnirkessels, von unten gesehen. Der aus Eisen- oder Kupferblech oder auch aus Gufseisen hergestellte, um Zapfen i1 drehbare Kesselt mufs genügend stark sein, um einen äufseren Ueberdruck von einer Atmosphäre zu widerstehen, und wird durch einen Deckel B geschlossen, der mit einem Dom h, Lufthahn J, Wasserstandszeiger Z und Manometer K versehen ist. Der Deckel wird durch einen Ring in, der in den Rand / eingelegt ist, abgedichtet.
In dem gufseisernen Boden C sind Kanäle χ angebracht, welche von der Mitte nach den Seitenwandungen des Kessels laufen. Diese Kanäle stehen mit den in das Innere des Kessels ragenden und mit einer oder mehreren Reihen kleiner Löcher versehenen Röhren/ in Verbindung. In der Mitte des Bodens ist ebenfalls ein Rohr/1 angeordnet, in welches mehrere Reihen kleiner Löcher gebohrt sind; dieses Rohr kann beim Umdrehen des Kessels entfernt werden, da es mit seinem unteren, konischen Ende lose in die ebenfalls konische Oeffnung q eingesetzt ist.
Die Röhren p und p1 dienen zum gleichmäfsigen Vertheilen der im Reservoir D enthaltenen und durch den Schlauch;' beim Oeffnen des Hahns η in den Kessel einströmenden Blauholz- oder Entwickelungsflüssigkeit.
Die Anzahl und Dimensionen der Röhren//1 müssen je nach der Gröfse des Apparates variiren. Diese Röhren sind auf der Zeichnung in verticaler Lage angeordnet, sie können aber auch horizontal angeordnet werden, oder es kann auch eine doppelte Wandung benutzt und die innere Wandung in zweckmäfsiger Art durchlöchert werden.
Der Siebboden verhindert, dafs beim Oeffnen des Ablafshahnes o, Fig. 3, die im Kessel befindliche Baumwolle hinabfliefst. Mittelst des um die Zapfen u drehbaren Krahnes E kann man durch Drücken auf den Hebel ν den Deckel B des Apparats aufheben und durch Drehen des Krahnes um die Zapfen u nach der Seite entfernen.
Vom Dom h geht ein Schlauch;)' aus, welcher mit einer Luftpumpe oder einem Strahlapparat in Verbindung steht.
Der Kessel A ruht mit seinem Zapfen cl in den Böcken d und kann durch Drehen mittelst des Handrades g und durch Schneckenrad« und Schraube/ behufs Entleerung umgedreht werden.
Das Reservoir D des Imprägnirungsapparates wird mit 2 bis 40 B. starker Blauholzlösung, welcher, wenn die gewünschte Nuance des Schwarzes es erfordert, etwas Quercitron, Gelbholz, Kreuzbeerenabsud, Catechu oder Anilinfarben etc. beigefügt wird, angefüllt, der Vacuumkessel A mit zu färbender Baumwolle beschickt, der Deckel B dicht aufgelegt und die Luft durch den Schlauch y mittelst einer Luftpumpe oder sonstigen geeigneten Einrichtung aus dem Kessel A entfernt. Wenn das Manometer K angiebt, dafs das Vacuum nahezn erreicht ist, wird durch Oeffnen des Hahnes η die Blauholzflotte in den Kessel A eingelassen und, wenn der Kessel mit Flotte gefüllt ist, der Hahn η geschlossen und durch Oeffnen des Hahnes J der Luft der Eintritt in den Apparat gestattet.
Hierauf wird der Deckel durch Herunterdrücken des Hebels υ und Drehen des Krahnes E entfernt, der gröfste Theil der im Kessel befindlichen Flotte durch Hahn 0 in das Reservoir D abgelassen und die im Kessel befindliche Baumwolle durch Umdrehen des Apparates in die in Fig 2. dargestellte Lage auf das unter dem Apparat befindliche Gitter G gebracht, so dafs die Flotte wieder in das Reservoir D zurückgelangt.
Das so imprägnirte Material wird in einer Centrifugalmaschine oder Presse von überschüssiger Flotte befreit und getrocknet. Nach dem Trocknen wird die Baumwolle '/, bis 1 Stunde bei J/4 Atmosphäre Ueberdruck in einem gewöhnlichen Dampfkasten gedämpft. (Wenn beim Dämpfen ein höherer Dampfdruck angewendet wird, kann die Zeit des Dämpfens bedeutend reducirt werden.)
Nach dem Dämpfen kommt die Baumwolle wieder in den Vacuumapparat und wird dieselbe nun genau so, wie beim Blauholzimprägniren beschrieben, mit einer der vorgenannten Entwickelungsflüssigkeiten behandelt, z. B. holzsaures Eisen von 20B. Endlich wird die Baumwolle gewaschen und, wie üblich, appretirt und getrocknet.
Durch den Umstand, dafs das beim Waschen der fertig gefärbten Baumwolle benutzte Spülwasser keine Spur von schwarzen Niederschlägen zeigt oder schwarz gefärbt erscheint, geht hervor, dafs sämmtlicher zur Anwendung kommende Farbestoff auf der Faser fixirt ist und keine Verluste entstanden sind.

Claims (1)

  1. Patent-AnSpruch:
    Das beschriebene Verfahren zum Schwarzfärben loser Baumwolle, bestehend in der Behandlung der Baumwolle im Blauholzbade mit oder ohne Zusatz der erwähnten Nüancirungsmittel, Trocknen der so behandelten Baumwolle, Dämpfen der getrockneten Baumwolle behufs. Fixirung des Hämatoxylins auf der Faser und Entwickeln des Farbstoffes im kalten Bade, bestehend aus einer Lösung von Eisen-, Kupfer-, Chrom-, Zink-, Mangan- oder Vanadiumsalzen unter Anwendung der Luftleere in Verbindung mit dem zur Ausführung dieses Verfahrens dienenden Apparat, bestehend aus dem drehbaren Imprägnirkessel A mit den in demselben angeordneten perforirten Vertheilungsröhren, Kanälen oder doppelten Wandungen, zum Zweck, die Flüssigkeit gleichmäfsig zu vertheilen, abnehmbarem Deckel oder Mannloch, Siebboden, sowie Oeffnungen zum Ein- und Auslassen der Imprägnirfiüssigkeit und zur Verbindung des Kessels mit einer Luftpumpe.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT20691D Neuerungen im Schwarzfärben von loser Baumwolle Active DE20691C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE20691C true DE20691C (de)

Family

ID=297421

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT20691D Active DE20691C (de) Neuerungen im Schwarzfärben von loser Baumwolle

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE20691C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4923377A (en) * 1987-09-11 1990-05-08 Cavalleri Robert J Self-machining seal ring leakage prevention assembly for rotary vane device

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4923377A (en) * 1987-09-11 1990-05-08 Cavalleri Robert J Self-machining seal ring leakage prevention assembly for rotary vane device

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2359974A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur diskontinuierlichen behandlung von textilen wickelkoerpern in extrem kurzen flottenverhaeltnissen
DE822538C (de) Vorrichtung zum Nassbehandeln von Textilgut
DE20691C (de) Neuerungen im Schwarzfärben von loser Baumwolle
DE541562C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Mercerisieren von Baumwollfasern
DE663793C (de) Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Holz, insbesondere aus harzreichen Hoelzern, durch stufenweises Kochen des Holzes unter Druck
DE283533C (de)
DE448982C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Kochen, Baeuchen, Bleichen, Daempfen usw. von Textilgut mit kreisender Flotte
DE311546C (de)
DE79531C (de)
DE473608C (de) Vorrichtung zum Nassbehandeln, insbesondere zum Faerben von Hutstumpen
DE206401C (de)
DE560938C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Faerben oder Praeparieren von Kettfaeden beim Schlichten
DE410106C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Textilgut mittels Sauerstoff- oder Ozonflotte
DE869733C (de) Verfahren zur Herstellung von Polstermaterial aus Hartfasern, wie Kokos u. dgl.
DE278608C (de)
DE52591C (de) Verfahren zur Erzielung walkfarbiger Hatfilze von Pelzhaaren durch Anwendung von Farbbeizen
DE296034C (de)
DE2559247C3 (de) Verfahren zum Färben von Textilfasern
DE72768C (de) Apparat zum Behandeln von Fasermaterial mit Flotten
DE108225C (de)
DE575421C (de) Vorrichtung zum Nassbehandeln von Textilgut
DE747184C (de) Verfahren zur Wiedergewinnung der in den Ablaugen von Sulfitzellstoffkochern enthaltenen SO-Gase
DE444120C (de) Kessel zum Kochen, Faerben und Daempfen von Geweben und losem Textilgut
DE14666C (de) Apparat zum Färben von Geweben, deren Kette aus Baumwolle und deren Einschufs aus Wolle besteht
DE324657C (de) Waschmaschine mit Stampfglocke