DE311546C - - Google Patents

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DE311546C
DE311546C DE1916311546D DE311546DA DE311546C DE 311546 C DE311546 C DE 311546C DE 1916311546 D DE1916311546 D DE 1916311546D DE 311546D A DE311546D A DE 311546DA DE 311546 C DE311546 C DE 311546C
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06BTREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
    • D06B5/00Forcing liquids, gases or vapours through textile materials to effect treatment, e.g. washing, dyeing, bleaching, sizing impregnating
    • DTEXTILES; PAPER
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    • D06BTREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
    • D06B2700/00Treating of textile materials, e.g. bleaching, dyeing, mercerising, impregnating, washing; Fulling of fabrics
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Description

KAISERLICHES
: PATENTAMT.
Die den Gegenstand der Erfindung bildende Bleichvorrichtung soll in der Hauptsache dazu dienen, Textilgut (Rohstoffe, Garne und Webstoffe) ohne Kochung mit Hilfe \on Sauerstoff intensiv zu bleichen, wobei Sanerstoffverluste nach Möglichkeit dadurch vermieden sind, daß der frei werdende aktive Sauerstoff aufgefangen und in die Sauerstoffflotte zurückgeleitet wird, um wieder zu deren Sättigung zu dienen. Bekanntlich verfliegt bei höherer Temperatur der aktive Sauerstoff aus der Flotte sehr schnell und gilt bei den bisherigen Verfahren als verloren. Das ist bei der neuen Vorrichtung ausgeschlossen. Der sich ausscheidende Sauerstoff wird gemäß der Erfindung durch den Kompressor wieder angesaugt und die Flotte in.einem.in den Kreislauf eingeschalteten Sättigungsgefäß erneut damit gesättigt.
ao Man verbraucht infolgedessen nur diejenige Menge aktiven Sauerstoffes, welche das Bleichgut verlangt, hat also keinen Verlust,, daher eine billigere Fabrikation, und die Bleichwirkung ist eine viel längere. Da außerdem in an sich bekannter Weise unter Druck gearbeitet wird, ist die Bleichkraft des aktiven Sauerstoffes eine viel höhere und dadurch die Bleichwirkung eine-überraschende. Schließlich ist die Vorrichtung so eingerichtet, däß sie in an sich bekannter Weise die Behandlung des Gutes und der Ware mit mehreren verschiedenen Flotten hintereinander erlaubt. Man kann chloren, säuren, mit Sauerstoff behandeln und zuletzt in Verbindung mit Seife nachbehandeln. In allen Fällen wird die Flotte aufs beste ausgenutzt und tadellose Bleichung ohne Kochung erreicht. Die Behandlungstemperatur braucht 8o° C nicht zu übersteigen. Leinengarn wird beispielsweise nach vorhergegangener Kochung mit 2prozentiger Sodalauge bis, zu 7V8- weiß aus der \rorrichtung herausgebracht. Die Behandlung ist in der Vorrichtung eine äußerst zarte, so daß auch feine Stoffe, insbesondere Gardinen, Spitzen und Verbandgaze in ihr 4S mit bestem Erfolg gebleicht werden können.
In der Zeichnung ist die Vorrichtung in den Fig. 1 bis 12 schematisch im Schnitt, teilweise in der Ansicht dargestellt, und zwar bei den verschiedenen Hahnstellungen, um die Arbeitsweise zu erläutern, während Fig. 13 eine Einzelheit im. Schnitt, und Fig. 14 das Filtrier- und Sättigungsgefäß mit Zubehör und den Rohr- und Pumpenanschlüssen in größerem Maßstabe zeigt.
Die Vorrichtung besteht aus dem Bleichkessel i, dem Sättigungs- und Filtriergefäß 2, dem Expansionsgefäß 3, einer Förderpumpe 4, einer Luftpumpe 5, den Flottenvorratsbehältern 6, 7 und 8 und den diese Teile verbindenden Rohrleitungen mit Hähnen zur Umsteuerung der Flottenläufe.
An die Saugleitung 9 der Pumpe 4 sind durch eine gemeinsame Leitung 10 die Saugleitungen 11, 12 und 13 der Flottenvorrats- behälter 6, 7 und 8 mit Hähnen 14, 15 und 16 durch eine Leitung 17 mit Hahn 18 der Bleichkessel 1 unten, durch eine Leitung 19 mit Hahn 20 das Expansionsgefäß 3 unten und durch eine von der Leitung 17 ausgehende Zwischenleitung 21 mit Hahn 22 sowie die Verbindungsleitung 23 das Filtriergefäß 2 unten ' angeschlossen. Die Verbindungsleitung 23 führt zur Ableitung 24, die vom Boden des Bleichkessels 1 ausgeht. An diese schließen sich die gemeinsame Rückleitung 25 für die
κίί
Flottenvorratsbehälter 6, 7 und 8 und die mit Hahn 26 versehene Abwasserleitung 27 nach dem Abwasserkanal 28 an. In die drei an die Rückleitung 25 angeschlossenen Rückleitungsrohre 29, .30 und 31 der Flotten vorratsbehälter 6, 7 und 8 sind Hähne 32, 33 und 34 eingeschaltet. Außerdem führt vom Boden des Bleichkessels eine aufsteigende Leitung 35 zu einer Leitung 36, die vom oberen Ende des Expansionsgefäßes 3 nach einer unmittelbaren Verbindüngsleitung 37 zwischen dem Bleichkessel 1 und dem Expansionsgefäß 3 führt. In die Leitung 35 ist vor dem Eintritt in die Leitung 36 und in diese vor dem Eintritt in die Leitung 37 je ein Hahn 38 bzw. 39 eingeschaltet. Die Verbindungsleitung 37 besitzt einen Hahn 40 z\vischen dem Expansionsgefäß 3 und der Einmündung der Leitung 36. Die Druckleitung 41 der Pumpe 4 ist an das Filtrier- und Sättigungsgefäß 2 angeschlossen und an die von diesem ausgehende Leitung 23 eine Leitung 42, die nach oben in den Bleichkessel führt. Dieser und das Expansionsgefäß 3 besitzen Wasseranschlüsse 43, 44 mit Hähnen 45 und 46 oben.
Der Kompressor 5 ist einerseits durch Leitung 47 mit Hähnen 48, 48' oben an das Expansionsgefäß 3, andererseits durch Leitung 49 mit Hähnen 50, 50' unten an das Filtrier- und Sättigungsgefäß 2 angeschlossen. Von der Leitung 49 zweigt vor dem Hahn 50 noch eine Leitung 51 mit Hahn 52 ab.
Das Expansionsgefäß 3 besitzt unten einen Dampfanschluß 53 mit Hahn 54. Das Expansionsgefäß 3 und der Bleichkessel 1 sind oben mit Lufthähnen 55 und 56 versehen. Druckmesser 57, 58 und 59 sind oben an das Expansionsgefäß 3; an die Verbindungsleitung 37 zwischen letzterer und dem Bleichkessel 1 und unten an diesen angeschlossen.
Der Bleichkessel 1 besitzt je nach der Qualität des Bleichgutes und der Größe des Kessels mehrere, beispielsweise drei Abteilungen, die mit herausnehmbaren, durchlässigen Böden 60, 61 und 62 versehen sind. Diese Böden sind des leichten Herausnehmens und Einsetzens wegen zweckmäßig dreiteilig und als Flottenverteiler ausgebildet. Einen Teil eines
- solchen zeigt Fig. 2 im Querschnitt. Er besteht aus einem Rost aus Stäben linsenförmigen Querschnittes, die etwa 2 mm Abstand voneinander haben. Auf ihnen ruht das Bchandlungsgut.
Diese Flottenausbreiter verhindern die BiI-dung von Kanälen im Gute gänzlich, indem sich die Flotte an den Rosten stößt und sich wieder ausbreitend über das darunter befindliche Bleichgut ergießt. Ferner ist, weil das Bleichgut von ihnen selbst getragen wird, ein Zusammendrücken des Gutes nach unten ausgeschlossen. Die Einmündungen der Rohrlei- : tungen 17, 24 und 35 im Boden des Bleichkessels ι sind mit einem gewölbten Siebboden 63 überdeckt.
Das Filtrier- und Sättigungsgefäß besitzt einen unteren weiteren und einen oberen engeren Teil. Ersterer ist durch eine senkrechte Scheidewand 64 in . zwei Abteilungen geteilt. Von diesen besitzt die an die Pumpen 4 und 5 angeschlossene ζλνεί Unterabteilungen 65 und 66, die durch ein Sieb 67 getrennt sind, während die andere Abteilung.durch zwei Siebboden 68 und 69 in drei Unterabteilungen 70, 71, 72 ' geteilt ist. Die oberen Unterabteilungen 66 und 72 sind durch ein Sieb 73 abgedeckt und 75-dadurch vom oberen engeren Raum des Filtrier- und Sättigungsgefäßes getrennt. In diesem befindet sich ein Schwimmerventil 74 unter dem die Gefäße 2 und 3 trennenden Boden 75. Das Schwimmerventil 74 schließt die Mündung eines Verbindungsrohres 76, welches andererseits unter dem Deckel des Expansionsgefäßes 3 mündet und einen Hahn 87 besitzt. An diesem ist ebenso wie am oberen Räume des Gefäßes 2 ein Wasserstandglas JJ, 78 angebracht. Die Unterabteilung 72 des Gefäßes 2 ist mit grober, die Unterabteilung 71 mit feiner Holzwolle gefüllt. Durch Mannlöcher 79, 80, 81 und 82 sind die Unterabteilungen 65, 66, Ji und 72 der Reinigung zugänglich. Die Kontrolle des Schwimmers im oberen Räume des Filtrier- und Sättigungsgefäßes geschieht durch ein Mannloch 92. Außerdem sind an den beiden Abteilungen unten Ablässe 83, 85 mit Hähnen 84, 86 \rorgesehen. Die Leitung 42 besitzt schließlich noch einen Hahn 88 unten, einen solchen 89 oben zwischen der Einmündung in den Bleichkessel und dem Wasseranschlüsse.
Mit der Vorrichtung lassen sich alle aus Pflanzenfasern bestehenden Webstoffe, ob leicht oder schwer, nach vorhergehender Entschlichtung fertig weiß bleichen, und zwar in , einem Grade, der bisher mit keiner Natronoder Kalkbleiche erreicht werden konnte. Die Bildung von Oxycellulose, Flecken, Verzerrungen durch übermäßige Behandlung sind avisgeschlossen. Die Bleichung wird dabei billiger als jede andere. Es lassen sich die \ verschiedenen notwendigen Behandlungen j hintereinander ohne Herausnehmen des Be- ! handlungsgutes vornehmen. Dadurch ist größte Schonung des Gutes neben Ersparnis von Arbeitskräften gewährleistet. Größte Schonung erfährt das Gut auch durch Wegfall der Kochung.
Angenommen, im Vorratsbehälter 6 "befinde sich die Chlorflotte, im Vorratsbehälter 7 die verdünnte Säureflotte und im Vorratsbehälter 8 die Sauerstoffflotte, dann gestaltet sich die Betriebweise der Vorrichtung wie folgt: Zuerst wird nach dem Schließen aller
Hähne und Füllung des Bleichkessels mit dem Gute oder der Ware mit1 Chlor unter Druck behandelt, was an sich nicht neu ist.
Es werden, wie Fig. ι zeigt, die Hähne 14, 22 und! 39 und die Lufthähne 55 und 56 geöffnet und mittels der Förderpumpe 4 die Chlorfiotte
, von unten nach oben durch.den Bleichkessel gedrückt. Die Flotte gelangt dabei durch Leitung 11, 9, die Pumpe 4, Leitung 41, das Filtrier- und Sättigungsgefäß 2, Leitung 23, 21, 17 in den Bleichkessel. Tritt die Chlorflotte aus dem Lufthahne 56 aus, so wird dieser geschlossen und weiter gepumpt, bis das Expansionsgefäß 3 gefüllt ist, dann ist auch die Luft aus dem Expansionsgefäß verdrängt, _ in welches die Flotte durch Leitung 36 übertritt. Dann werden der Hahn 14 und der Lufthahn 55 geschlossen und der Hahn 20 geöffnet (Fig. 2). Die Flotte läuft dann durch den Bleichkessel um, indem sie ihren Weg z. B. beim Laufe von unten nach oben durch den Bleichkessel, aus diesem durch die Leitungen 37, 36, das Expansionsgefäß 3·', Leitung 15 und 9 zur Pumpe 4 und von hier durch Leitung 41, das Sättigungs- und Filtriergefäß 2 und die Leitungen 23, 21 und 17 zum Bleichkessel zurücknimmt. .Das geschieht etwa 15 Minuten lang. Dann wird der Hahn 39 langsam geschlossen, bis der Druckmesser des Bleichkessels 2 Atm. anzeigt. Dann wird der Hahn 39 wieder langsam geöffnet, daß ein Druck von 2 Atm. gehalten wird. Dann werden die Hähne 48, 48' und 52 geöffnet (Fig. 3) und die Luftpumpe 5 angestellt. Nach 10 Minuten Laufenlassen, bis sich etliche Millimeter Vakuum bilden, währenddem die im Expansionsgefäß vorhandene Luft abgezogen wird, wird der Hahn 50' geöffnet und der Hahn 52 geschlossen (Fig. 4). Dadurch werden gemäß der Erfindung die aus der arbeitenden Flotte entweichenden Chlorgase in das Sättigungsgefäß gedrückt. Die Chlorflotte nimmt hier die frei gewordenen Chlorgase wieder auf, sich wieder damit sättigend. Sollten sich dennoch Gase nicht binden lassen, so steigen diese in den oberen Raum des Sättigungs- und Filtriergefäßes, während die Flotte weiter durch die Filtrierkammern nach dem Bleichkessel strömt. Die sich im oberen Räume des Sättigungs- und Filtriergefäßes sammelnden Gase drängen die Flotte daraus zurück, der Schwimmer fällt, das Ventil 74 öffnet sich, und die Gase treten durch Leitung 76 bei geöffnetem Hahn 87 in das Expansionsgefäß zurück. Nach einer Stunde werden die Pumpen abgestellt, die Hähne 39 und 22 geschlossen und diejenigen 38, 88 und 89 geöffnet (Fig. 5), und es werden wieder beide Pum- pen 4 und 5 laufen gelassen. Jetzt wird die Flotte mittels Pumpe 4 durch Leitung 41, das Sättigungs- und Filtriergefäß 2, Leitung 23, 42 oben in den Bleichkessel gedrückt, durchströmt diesen von oben nach unten und fließt durch Leitung 35, das Expansionsgefäß 3, Leitung 15 und 9 zurPumpe.4 zurück. Mit Hilfe des Hahnes 38 wird dabei wie vorher mit dem Hahn 39 der Druck im Bleichkessel auf 2 Atm. gehalten. Die Luftpumpe, saugt die aus der arbeitenden Flotte entweichenden Gase Avieder ab und führt sie der Flotte wie vorher wieder zu. Entstellt bei diesem Umlaufen der Flotte von oben nach unten oben höherer Druck als unten im Bleichkessel, was durch die Druckmesser 58, 59 beobachtet werden kann, so wird durch Öffnen des Hahnes 39 der Druck wieder ausgeglichen. Entsteht bei dem Umlauf der Flotte von unten nach oben im Bleichkessel unten höherer Druck, so erfolgt der Ausgleich durch entsprechendes Öffnen des Hahnes 38. Ist die Chlorung beendet, so werden die Pumpen abgestellt, alle Hähne geschlossen, darauf die Hähne 20 und 32 geöffnet (Fig. 6) und die Pumpe 4 angestellt. Diese drückt, die* Flotte aus dem Expansionsgefäß in den Vorratsbehälter zurück. Ist das Expansionsgefäß geleert, so wird der Hahn 20 geschlossen und der Hahn 18 geöffnet (Fig. 7), so daß jetzt die Pumpe 4 den Bleichkessel in den Vorratsbehälter entleert, ohne daß der Lufthahn 56 geöffnet wird, so daß keine Luft zutritt. Wenn der Bleichkessel leer ist, werden der Hahn 18 geschlossen, die Pumpe 4 stillgesetzt und Hahn 32 geschlossen. Im Bleichkessel ist nun Luftleere, demnach die Bildung von Ox)XeIIuIoSe und Flecken aus- ' geschlossen. Man öffnet nun die Hähne 89 und 45 und füllt den Bleichkessel mit Wasser, worauf man den Lufthahn 56 öffnet und wässert. Es werden auch die Hähne 89 und 43 (Fig. 8) geöffnet, um das Expansions- und das Sättigungs- und Filtriergefäß durchzuspülen. Das Wässern wird so lange fortgesetzt, bis das Wasser nicht mehr reagiert, d. h. Jodkaliumstärkepapier unverändert läßt. Ist das erreicht, so behandelt man mit einem leichten Säurebad nach, welches man aus der Säuregrube durch Öffnen der entsprechenden Hähne 15, 22 und 39 (Fig. 9) nach oben mit Hilfe der Pumpe 4 in den Bleichkessel zieht und nach Schließung des Hahnes 15 und Öffnen des Hahnes 20 1Za Stunde umlaufen läßt. Darauf leitet man durch entsprechende Hahnumstellung (Schließen der Hähne 20 und 39 und Öffnen der Hähne 18, 22, 33, 55 und 56, Fig. 10) die Säure in den Vorratsbehälter zurück und wässert wie vorher.
So kann man ohne vorheriges Kochen Färbwaren aller Art auf ein Weiß bringen, welches der gewöhnlichen Natronbleiche gleicht und zum Färben der hellsten Nuancen

Claims (2)

  1. brauchbar ist. Man behält ein volles, dickes Gewebe, weil das Kochen entfällt; der Glanz der Baumwolle bleibt natürlicher, und die aufgeweichten Noppen verschwinden.
    Zur Sauerstoffbleiche unter Druck wird das angesetzte Sauerstoffbad wie vorher die Chlor- und Säureflotte aus dem betreffenden Vorratsbehälter gezogen und von oben nach unten in den Bleichkessel gedrückt, genau
    ίο wie beim Chloren. Es ist nun statt des Hahnes 14 der Hahn 16 zu öffnen. Sonst ist die Hahnstellung wie in Fig. 1. Wenn aus dem Lufthahne 56 Flotte herauskommt, wird dieser geschlossen und die Hähne 55 und 39 werden geöffnet (Fig. 11), bis das Expansionsgefäß voll ist. Dann wird die Pumpe 4 abgestellt, die Hähne 39, 55 und 16 werden geschlossen und der Hahn 20 wird geöffnet (Fig. 12). Die Pumpe 4 saugt aus dem Expansionsgefäß in den Bleichkessel. ■ Wenn in diesem 2 Atm. Druck erreicht sind, wird Hahn 39 so geöffnet, daß der Druck stehen-
    ■ bleibt. Entsteht unten mehr Druck als oben, falls die Ware nicht durchlässig genug ist, so wird der Hahn 38 geöffnet, bis sich der Druck ausgeglichen hat. Dann wird der Dampfhahn 54 geöffnet und Dampf einströmen gelassen, bis 70 bis 8o° C erreicht sind. Nach etwa 3 Stunden, genau wie beim Chloren, wird umgesteuert und mit dem Hahn 38 gedrosselt. Wenn oben mehr. Druck entsteht als unten, wird der Hahn 39 geöffnet, bis der Druck ausgeglichen ist, damit das Gut nicht zusammengedrückt wird. Bei der hohen Temperatur entweicht sehr viel aktiver Sauerstoff, der sich oben im Expansionsgefäß sammelt, Von hier wird er wieder durch den Kompressor 5 abgesaugt und in das Sättigungsgefäß gedrückt, wo er von der schon etwa ausgenutzten Flotte wieder aufgenommen wird. Sollten sich Sauerstoffgase nicht in der Flotte binden lassen, so sammeln sie sich im oberen Räume des Sättigungsund Filtriergefäßes und werden in der bereits beschriebenen Weise durch das Schwimmerventil 74 von Zeit zu Zeit in das Expansionsgefäß 3 zurückgeleitet und wieder von neuem angesaugt und dem Sättigungsgefäß zugeführt. Nach 3 Stunden Umlauf der Flotte von oben nach unten wird dem Sauerstoffbade V2 Prozent Seife zugesetzt, und zwar langsam durch einen Stutzen ins Expansionsgefäß zulaufen gelassen. Die bis zu 1 g ausgenutzte aktive Sauerstoffflotte frischt sich durch die Seife wieder auf. Es wird mit dieser Scifen-Sauerstoffflotte 2 Stunden weiter behandelt, dann alles abgestellt. Die Flotte wird zum Imprägnieren und Entschlichten der Rohware verwendet uud das Bleichgut gewaschen, worauf es der weiteren Veredelung zugeführt wird.
    Bei indischer oder ägyptischer Baumwolle, ob lose, als Garn oder in Geweben (Gardinen, Stickereien), ist es notwendig, das Chloren und Behandeln mit Sauerstoff anzuwenden. Bei allen andern Baumwollen ist nur bei Farbwaren die erste, und bei Weißwaren die zweite Behandlung anzuwenden. Das Chloren empfiehlt sich nur für Farbware der Billigkeit wegen. Es kann jedoch auch gegebenenfalls die Sauerstoffbehandlung angewendet Werden. In keinem Falle ist ein Kochkessel nötig. Für buntweiße Artikel empfiehlt sich nur die Sauerstoffbehandlung bei Temperaturen von höchstens bis 6o° C.
    Das Chloren unter Druck und bei Luftleere hat den Zweck, die Noppen, welche schon zum Teil durch die Imprägnierung zersetzt sind, vollständig zu bleichen, so daß nicht im geringsten etwas von diesen sichtbar bleibt. Das Chlor wird mit Gewalt, ohne jedodi das Bleichgut zusammenzudrücken, in die Fasern eingedrückt, die sich darin aufhaltende Luft muß entweichen, und dadurch wird eine viel regelmäßigere und höhere Bleichwirkung als bei allen andern Vorrichtungen erreicht. Das entwichene Chlorgas Avird wieder angesaugt und der Flotte wieder zugeführt.
    Die beschriebene Sauerstoffbeharidlung erreicht dasjenige und noch mehr, was andere Bleichverfahren kaum mit Kochen erreicht haben.
    Die Siebe 73 im Sättigungsraume. des FiI-trier- und Sättigungsgefäßes brechen den Sprudel der eintretenden Flotte und zwingen auch die durch den Kompressor eingepreßten Gase, sich mit der Flotte innig zu mischen und sich zu binden, so daß die Flotte ganz ruhig und gesättigt in den Filtrierraum über- ■ tritt. Die Filter halten beim Chloren die schädlichen Kristalle zurück, um' ihren Zutritt zur Ware zu verhindern. Das gilt auch sonst noch für jede Verunreinigung, welche auf dem Bleichgut Fleckenbildung verursachen könnte. Aus der SauerstoffnOtte bleiben alle ungelösten Teile (Körnchen) des Natriumsuperoxydes in den Filtern zurück, welche bei Übertragung auf die Ware zerstörend wirken würden, sich aber in den Filtern nach und nach lösen.
    Oben im Bleichkessel befindet sich noch ein Spritzrohr, welches mit der Leitung 42 verbunden ist.
    Der Hahn 40 wird benutzt, falls ein Kreislauf der Flotte im offenen Kessel herbeigeführt werden soll.
    Ρλτεντ-An Sprüche:
    ι. Vorrichtung' zum Bleichen von Textilgut, deren Bleichbehälter unten durch einzeln absperrbare Leitungen mit raeh-
    reren Flottenvorratsbehältern (6, 7, 8) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Bleichkessel (1) unter Einschaltung eines Filtrier- und Sättigungsgefäßes (2) oben und unten mit der Förderpumpe (4) verbunden ist, an die auch ein Expansionsgefäß (3) angeschlossen ist, welches durch eine mittels Schwimmerventiles (74) im Filtrier- und Sättigungsgefäß (2) abgeschlossene Leitung (76) mit letzteren und dlurch einzeln absperrbare Leitungen (35, 36 und 37) ebenfalls unten und oben mit dem Bleichbehälter (1) in Verbindung steht, während eine Luftpumpe (5) einerseits an das Filtrier- und Sättigungsgefäß (2), andererseits an das Expansionsgefäß (3) angeschlossen ist, so daß die Pumpen (4 und 5) gemeinsam sowie jede für sich unmittelbar oder mittelbar d'prch die Gefäße (2 und 3) mit dein Bleichbehälter in Verbindung gebracht und dieser in an sich bekannter Weise an den einen oder anderen oder mehrere Vorratsbehälter anschließbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sättigungsund Filtriergefäß (2), im unteren Teil weiter als oben, Abteilungen oder Kammern (65, 66, 70, 71 und 72) besitzt, die, durch Siebboden getrennt und durch den oberen Raum des Gefäßes in Verbindung stehend, der Reihe nach durchströmt werden und von denen die letzten (71 und 72) mit Filtermaterial gefüllt sind.
    Hierzu 5 Blatt Zeichnungen.
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DE958914C (de) * 1951-08-15 1957-02-28 Pluria Ab Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen, zum Faerben oder sonstiger anderer Fluessigkeitsbehandlung von korn-, faden- oder faserfoermigem Material

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