DE602156C - Verfahren zum fortlaufenden Bleichen von Zellstoff - Google Patents
Verfahren zum fortlaufenden Bleichen von ZellstoffInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
4. SEPTEMBER 1934
4. SEPTEMBER 1934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
M 602156 KLASSE 55 c GRUPPE
Carl Busch Thorne in Hawkesbury, Ontario, Kanada
Verfahren zum fortlaufenden Bleichen von Zellstoff
Patentiert im Deutschen Reiche vom 7. Juli 1932 ab
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum fortlaufenden Bleichen von Zellstoff, insbesondere
Holzzellstoff, mittels vorzugsweise in Wasser gelöster, gasförmiger Bleichmittel in
zwei oder mehreren Stufen, von denen in bekannter Weise wenigstens eine bei niedriger
Stoffidichte stattfindet. Die Erfindung bezweckt eine wesentliche Ersparnis an Bleichmittel
einerseits und Schonung des Stoffes andererseits unter gleichzeitiger Verringerung
der Bleichdauer auf ein Mindestmaß. Erfindungsgemäß wird die Stufe der Bleichung
in niedriger Stoffdichte in zwei räumlich getrennten Behältern derart durchgeführt,
daß im ersten vergleichsweise kleinen Behälter lediglich die physikalische Absorption des
Bleichmittels am Stoff, im zweiten vergleichsweise großen Behälter der eigentliche chemische
Bleichvorgang in der Faser stattfindet. Beispielsweise leitet ~nan den verdünnten
Zellstoff gemischt mit Bleichmittel in
fortlaufendem Strom durch zwei Gefäße, von denen das erste zur physikalischen Absorption
bestimmte so eingerichtet ist, daß eine
ag der Beschaffenheit des Zellstoffes oder dessen
Verwendungszweck angepaßte Regelung der Absorptionszeit leicht bewirkt werden kann.
Aus diesem Behälter gelangt dann der Stoff in den folgenden Bleichbehälter, der so eingerichtet
ist, daß das Gut hier eine genau abgemessene, der Dauer des chemischen Bleichvorganges
entsprechende Zeit verbleibt.
Wesentlich beim neuen Verfahren ist, daß die beiden Vorgänge, nämlich die physikalische
Absorption des Bleichmittels aus dem die Fasern umgebenden Medium, lediglich im ersten Behälter stattfindet, und daß die mit
zur Erzielung des gewünschten Bleicheffektes gerade hinreichender Bleichmittelmenge beladenen
Fasern im darauffolgenden Bleich- 4<3
behälter nicht mehr Gelegenheit haben, sich mit weiteren Mengen Bleichmittel aus dem
umgebenden Medium zu beladen.
Zwecks Vermeidung einer Vermischung des mit Bleichmittel bereits beladenen Stoffes
mit dem frisch zuströmenden Gemisch wird ferner der Stoff im Absorptionsbehälter von
unten nach oben gleichmäßig gemischt hindurchgeführt.
Man kann die Behälter so ausführen, daß der Zellstoff während der Behandlung sich
in wesentlich senkrechtem Strom bewegt; es steht aber nichts im Wege, Behälter, bei
denen der Zellstoff sich in waagerechtem Strom hindurchibewegt oder rinnenartige Gefäße
mit Böden zu benutzen, die schief liegen, so daß der Stoff unter dem Einfluß der eigenen
Schwere hera/bfließt.
In der Zeichnung ist in senkrechtem Schnitt schematisch eine Vorrichtung gezeigt,
die beispielsweise zur Ausführung des Verfahrens der Erfindung verwendet werden kann. In der Zeichnung sind voll ausgezogene
Pfeile eingezeichnet, um anzudeuten, in
welcher Richtung der Zellstoff fließt, während mit gestrichelten Pfeilen die Bewegungsrichtung
der Gase angedeutet ist.
Das Bleichmittel, sei es Chlorgas oder Chlorwasser, wird in die Vorrichtung aus
dem Behälter ι eingeführt. Der Zellstoff, der gebleicht werden soll, tritt mit niedriger
Stoffdichte durch das Rohr 2 ein und fließt zusammen mit einer abgemessenen Menge
Chlorgas oder Chlorwasser in eine Mischvorrichtung 3, in welcher Zellstoff und Bleichmittel gut gemischt werden. 4 ist ein
Turm, in welchem oben ein vergleichsweiser kleiner Behälter 5 und unten ein vergleichsweise
großer Behälter 5' angeordnet ist. In dem Behälter 5 rotiert eine Rührvorrichtung 6
zu dem Zweck, die Fasern schwebend in der Flüssigkeit zu halten. Nahe dem Boden des
Turmes 4 ist ein Schaberarm 7 angeordnet. Dieser Arm rotiert sehr langsam und hat den
Zweck, den Zellstoff aus dem Turm zu entfernen. Dieser Schaberarm 7 wird mit einer
Welle 8, die von 9 aus angetrieben wird, in Bewegung gehalten.
Der Zellstoff, der in die Mischvorrichtung 3 eingeführt wird, hat, wie gesagt, eine
niedrige Stoffdichte, z. B. zwischen 3 und 6 °/0. Wenn der Stoff die Mischvorrichtung 3
verläßt, fließt er durch den Kanal 10 auf den Boden des Behälters 5, in welchem er nach
und nach aufsteigt, um schließlich in den Kanal 11 überzufließen, durch welchen er in
den unteren Behälter 5' des Turmes gelangt. Es ist wichtig, die Flüssigkeitshöhe in dem
Behälter 5 regeln zu können, um dadurch die Absorptionszeit der Beschaffenheit des Zellstoffes
anpassen zu können. Wie die Zeichnung zeigt, ist in dem abgebildeten Ausführungsbeispiel
als Regelungsvorrichtung ein Schieber 12 angeordnet, welcher mittels
Handrad 13 bewegt werden kann. Durch den
Behälter 5' sinkt dann der Stoff herab, verläßt
den Turm durch ein Ausflußrohr 14 und wird von einem Behälter 15 aufgenommen.
Es ist wünschenswert, die Flüssigkeitshöhe in dem Behälter 5' so konstant als möglich zu
halten. Zu diesem Zweck kann man beispielsweise ein Ventil 16 im Rohr 14 anordnen.
Dieses Ventil wird automatisch gesteuert mittels eines Schwimmers 17, der mit dem
Ventil 16 durch einen belasteten Arm 18 verbunden ist sowie mittels eines Kabels 19, das
über Räder 20 läuft.
Durch das Rohr 21 können Chemikalien, z. B. kaustische Alkalien, dem Stoff beigemischt
werden, wenn er den Behälter 5' verläßt.
Vor dem Behälter 15 wird der Stoff mittels
einer Pumpe 22 durch das Rohr 23 zu einer Waschvorrichtung und einem Verdicker 24
geführt, wo er gewaschen und auf eine Stoffdichte von ungefähr 15 °/o °der mehr eingedickt
wird. Von dieser Vorrichtung fällt er in eine Mischvorrichtung 25. In dieser
Mischvorrichtung wird aus einem Behälter 26 eingeführtes Bleichmittel mit dem Stoff
gut gemischt, ehe er in den Turm 27 gelangt, wo ein Bleichen bei hoher Stoff dichte durchgeführt
wird.
In dem Turm 27 bewegt sich der Stoff langsam zum Boden hin. Hier ist ein Schaberarm
28 angeordnet, welcher bewirkt, daß der Stoff gleichförmig nach der Ausflußöffnung
hin befördert wird. Es ist zweckmäßig, dabei Wasser zuzuführen, was durch
die Rohrleitung 29 geschehen kann. Der Stoff gelangt dann durch das Rohr 30 in den
Behälter 31. Von diesem Behälter wird der Stoff durch eine Pumpe 32 zur Waschvorrichtung
33 gefördert, um schließlich gegebenenfalls nochmals einer Bleichung in niedriger
Stoffdichte unterworfen zu werden. Mit 34 ist diese Anlage angedeutet.
Eine Schwierigkeit bei der Benutzung von Chlorgas als Bleichmittel bei fortlaufender
Bleiche bestand bisher darin, das Gas am Entweichen zu verhindern. Man sieht indessen,
daß der Behälter 5 einen ganz sicheren Verschluß für das Gas bildet. Es wird zwar etwas
Gas in den Türmen 4 und 27 frei, doch sind Rohre 35 und 36 angeordnet, durch welche die
entweichenden Gase mittels einer Saugpumpe 37 von den Türmen durch ein Absorptionssystem gesaugt werden. Die Gase treten am
Boden des Absorptionsturmes 38 ein. Dieser Turm hat einen durchlöcherten Boden 39 und
ist mit Berieselungskörpern, z. B. säurebeständigen, glasierten Ziegelsteinen, gefüllt. Oben
in dem Turm ist eine Wasserzuführungsvorrichtung 40 angeordnet. Die Gase steigen im
Turm 38 empor und werden vom herabrieselnden Wasser absorbiert. Die entstehende Chlorwasser
enthaltende Lösung fließt durch einen Wasserverschluß 41 in eine Kammer 42, aus
welcher sie mittels einer Pumpe 43 dem Berieseler4O zugeführt wird. Wenn diese Lösung
die gewünschte Konzentration aufweist, wird sie durch ein Rohr 44 irgendeiner Verwendung
in der Anlage zugeführt, z. B. dem Bleichmittelbehälter 26.
Es ist von Vorteil, als Absorptionswasser in Turm 38 Abwasser einzuleiten. Das so behandelte
Wasser wird auf diese Weise wieder nutzbar gemacht, indem sich das Chlorgas mit den schleimigen Bestandteilen des Abwassers
verbindet.
Bezüglich der Konstruktion der Vorrichtung ist ersichtlich, daß der Behälter 5 und
die damit verbundenen Teile nicht notwendigerweise in dem Türm 4 untergebracht zu
werden brauchen. Dieser Teil der Vorrichtung kann auch als eine gesonderte Konstruktion
ausgeführt werden, die an geeigneter Stelle untergebracht wird und mit dem Behälter 5'
in Verbindung steht.
Es ist ferner ersichtlich, daß die Stufen des Verfahrens, falls erwünscht, verändert werden
können, um sie den verschiedenen Arten von Zellstoff anzupassen, so z. B. kann die
Dickstoffbleiche die erste Stufe sein, worauf eine oder mehrere Stufen mit niedriger Stoffdichte
folgen; hierauf kann dann eine weitere Bleichung bei niedriger Stoffdichte folgen.
Auch andere Kombinationen der verschiedenen Stufen können gewählt werden unter Anwendung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum fortlaufenden Bleichen von Zellstoff mittels gelöster, gasförmiger Bleichmittel in zwei oder mehreren Stufen, von welchen wenigstens eine bei niedriger Stoffdichte stattfindet, dadurch gekennzeichnet, daß die Stufe der Bleichung bei niedriger Stoffdichte in zwei räumlich getrennten Behältern derart durchgeführt wird, daß im ersten vergleichsweise kleinen Behälter lediglich die physikalische Absorption des Bleichmittels am Stoff, im zweiten vergleichsweise großen Behälter der eigentliche chemische Bleich-Vorgang in der Faser stattfindet.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Vermeidung einer Vermischung des mit Bleichmittel beladenen Stoffes mit frisch zuströmendem-Gemisch der Stoff im Absorptionsbehälter von unten nach oben gleichmäßig gemischt hindurchgeführt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
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