DE488773C - Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von ZellstoffInfo
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Description
Den Gegenstand der Erfindung bildet das nachstehende Verfahren: Es wird ungebleichter
Zellstoff, z. B. solcher, wie er nach, dem Verlassen des Zellstoffkadhers und derWaschvorrichtungen,
erhalten wird, einem Eindickapparat, etwa einer Schneckenpresse, einer
Schraubenpresse, einem Zellenfilter ο. dgl., zugeführt, indem er auf so hohe Stöffdichte
(etwa 24 bis 40 <yb Trockengehalt) gebracht wird, daß er nach Vermischen mit Bleichlauge
und Wasser noch eine Dicke behält, die etwa 10 bis 40 0/0 beträgt, also über der
im Bleichholländer üblichen, etwa 6 bis 8 »Ό
betragenden liegt. Das Vermischen mit ■ 15 Bleichlauge oder mit dieser und Wasser, ge-
* gebenenfalls unter Zuführung von Wärme, geschieht
in einem Misehapparat von beliebiger Form. Der so mit Bleichlauge gründlich
vermischte Stoff verläßt den Mischapparat «o nach wenigen Sekunden und tritt mit 10
bis 30 0/0 Stoff dichte in den, eigentlichen
Bleichapparat ein. Der Stoff stellt in dieser Form in der Regel eine krümelige Masse
dar.
»5 Der Bleichapparat hat die Form eines
Turmes. Der Stoff tritt oben ein und verläßt den Turm unten, wobei er sich, unter
dem Einfluß der eigenen Schwere gleichmäßig fortbewegt, was durch, entsprechende
Zufuhr und entsprechendes Ablassen des Stoffes geregelt wird. Eine durch, den Turm
senkrecht führende hohle Welle dient zur Einführung von Luft oder anderen die Bleiche
beschleunigenden Gasen, wie Kohlendioxyd, oder auch zur Einführung von gasförmigen
Bleichmitteln, wie z. B. Chlorgas, falls eine Gasbleiche im Turm zur Anwendung kommen
soll. Die eingeführte Luft hat überdies den Zweck, die bei der Bleiche entstehenden gasförmigen
Reaktionsprodukte abzuführen. Auf der Welle sitzende hohle Arme mit Düsen ermöglichen
die Verteilung der Luft oder der Gase in der Stoffmasse. Ein am oberen Ende der Welle nötigenfalls befestigter Verteiler
sorgt für gleichmäßige Verteilung des Stoffes
im Turm, und am unteren Ende befestigte Schaber erleichtern- das Abziehen der Stoffmasse.
In dem Augenblick, wo der Stoff den Turm verläßt, wird er mit Wasser auf t bis 2 "/0
verdünnt, dann unter Anwendung bekannter Apparate ausgewaschen und der sogenannten
Entwässerungsmaschine zugeführt, die er als gebleichter Stoff in Pappenform verläßt.
Es ist zweckmäßig, den beschriebenen Bleichprozeß in zwei oder mehrere Stufen zu
zerlegen und den Stoff zwischen je zwei Stufen auszuwaschen. Das Auswaschen hat den
Zweck, die Bleichreaktionsprodukte zu entfernen. Diese würden, falls sie im Stoff ver-
blieben, bei der Nachbleiche aufs neue Bleichmittel verzehren und so den Bleichbedarf unnötig
erhöhen.
Zur Durchführung der Stufenbleiche wird der beim Verlassen des Turmes verdünnte
Stoff auf einer Eindicktrommel o. dgl. auf etwa ,8 o/o vorkonzentriert, dann, wiederum in
einer Schneckenpresse o. dgl., auf 24 bis 40 0/0 gebracht, von neuem mit Bleichlauge und
Wasser vermischt und dem zweiten Turm zugeführt, wo die Bleiche dann in derselben
Weise, wie oben beschrieben, zu Ende geführt wird. Will man den Prozeß in drei oder vier
•Stufen zerlegen, so verfährt man in derselben Weise, d.h. man bringt den aus dem Turm
kommenden und dabei verdünnten, dann vorkonzentrierten Stoff wiederum auf hohe Konzentration,
mischt ihn mit Bleicihlauge und Wasser, führt ihn dem nächsten Turm zu ao usf., bis er den gewünschten Bleichgrad erreicht
hat und in dieser Form der Entwässerungsmaschine zugeleitet werden kann.
Es kann zweckmäßig sein, z. B. für das
Bleichen von Zellstoff, der für bestimmte Paä5 piere geeignet sein soll, das Bleichen in der
zweiten und dritten usw. Stufe in niedrigerer Stoffdichte als in der ersten vorzunehmen
und in diesem Fall, besonders wenn man auf eine Stoffdichte von 8 0/0 und darunter
zu gehen wünscht, die zweite oder die weiteren Stufen in einem Bleichholländer oder
auch in anderen Gefäßen, wie z. B. Bleichkästen, vorzunehmen. In diesem Fall genügt
es, den Stoff nach dem Verlassen des Turmes unter Verdünnung nur vorzukonzentrieren, wie
dies oben beschrieben worden ist. Darauf wird er dem Bleichholländer oder den anderen
Gefäßen zugeführt, wo die Bleiche beendet wird.
Auch der umgekehrte Weg, d. h. das Bleichen in niedrigerer Stoffkonzentration in der
ersten und in höheren Stofrkonzemtrationen in der zweiten oder etwaigen weiteren Stufen,
ist in dem beschriebenen System duichführ-♦5 bar. Zu diesem Zweck bringt man beispielsweise
den Stoff auf ejne solche "Konzentration, daß er nach Vermischen mit Bleichlauge und
Wasser nur etwa 15 bis 160/0 Trockengehalt
besitzt und sich in dieser Konzentration durch den Turm bewegt. Mittels der zweiten
Schneckenpresse oder einer ähnlichen Vorrichtung kann dann der Stoff wieder auf so
hohe Dichte gebracht werden, daß er den zweiten Turm mit 10 bis 30 0/0 passiert. Im
übrigen' ist die Arbeitsweise "wie beschrieben.
Verfahren, Zellstoff oder andere Faserstoffe in hoher Stofrkonzentration zu bleichen
(worunter hier eine solche verstanden wird, die etwa 10 bis 30 o/o beträgt, also erheblich
über der im Bleichholländer gewöhnlich verwendeten, etwa 6 bis 8 0/0' betragenden liegt),
sind bereits vorgeschlagen worden. Ebenso ist es schon bekannt, dem Stoff bleichungsfördernde
Gase, wie z. B. Luft, zuzuführen. Indessen gehen alle diese Verfahren von dem Gedanken aus, daß es notwendig sei, den
zu bleichenden, in hoher Konzentration befindlichen Stoff im Turm oder in anderen für
solches Bleichen geeigneten Behältern während des ganzen Bleichvorganges mit dem
Bleichmittel energisch zu verrühren. Demgemäß verwenden diese Verfahren auch entsprechende
mechanische Vorrichtungen, wie starke Rührarme, die an einer mit einer gewissen Geschwindigkeit rotierenden Welle
sitzen, und ähnliche Vorrichtungen. Durch eine solche mechanische Bearbeitung wird
aber der Zellstoff, wenn, sich die Masse in hoher Konzentration befindet, ganz erheblich
geschädigt: Die Fasern werden verletzt, durch Reibung bilden sich aus den Faserbruchstücken
kolloidale Massen (Zellstoifschleim), die für die Weiterbearbeitung des
Zellstoffs zu Papier, Kunstseide oder anderen Produkten sehr unerwünscht und störend sind.
Es kommt hinzu, daß trotz solcher mechanischen Bearbeitung des Stoffes keine gleichmäßige
Verteilung des Bleichmittels erzielt wird. Im Gegenteil, ein ungleichmäßiger Stoff
ist die Folge. Alles dies sind Nachteile, die sich nur bei Anwendung hoher Stoffkonzentration
zeigen und nicht zu befürchten sind wenn der Stoff bei der üblichen niedrigen Konzentration gebleicht wird.
Demgegenüber vermeidet nun das neue Verfahren solche metiianische Bearbeitung
des Stoffes während des Bleichvorganges. Vielmehr wird die Stoffmasse ohne Anwendung
solcher Fördermittel unter dem Einfluß der eigenen Schwere durch stehende Bleichbehälter
geführt, und die darin befindliche hohle Welle mit den seitlich damit verbundenen,
mit Düsen versehenen Armen (an deren Stelle auch' an sich bekannte feststellende
Luftzuführungsröhren treten könnten) dient lediglich zur Einführung der bleichungsfördernden
gasförmigen Mittel. Der oben an der Welle befindliche Ausstreicher hat nur den Zweck, den Stoff beim Eintritt in den Turm
zu vertp;len, und der am unteren Ende befindliche Abstreicher (Schaber) dient nur dem
jleichmäßigen Ausbringen des Stoffes. Dementsprechend dreht sich auch die WeEe nur
außerordentlich langsam. Es tritt also keine irgendwie mechanische Bearbeitung des Stoffes
ein, und der Bleichvorgang vollzieht sich in der hohen Stofrkonzentration in: schallendster Weise. Durch dieses Wegfallen der mechanischen
Durcharbeitung des Stoffes wird überdies erheblich an Kraft gespart gegenüber solchen Verfahren, die sich der mecha-
nischen Durcharbeitung während des Bleichens
bedienen müssen.
Diese sehr schonende Behandlung des Stoffes im Bleichapparat wird u. a. dadurch ermöglicht,
daß in an sich bekannter Weise die Vermischung des Stoffes mit der Bleichflüssigkeit
nach außerhalb des Turmes, also des eigentlichen Bleichapparates, verlegt ist,
erfindungsgemäß aber so, daß hierbei, unter
to Erwärmung des Stoffes, die gesamte Menge des erforderlichen Bleichmittels zugesetzt und
in das Bleichgefäß selbst ein Bleichmittel nicht mehr eingeführt wird. Dies geschieht
in dem beschriebenen Mischapparat, und da die Mischung hier in wenigen Sekunden vor
sich geht, so erleidet der Stoff selbst in diesem Apparat, der eine energische Durcharbeitung
mit Bleichlauge bezweckt, auch nur eine sehr geringe mechanisiche Beanspruchung.
so Erst mit der .Ausgestaltung des Bleichverfahrens in dieser Weise ist es möglich
geworden, das Problem des Bleichens in hoher Stoffdichte, das an sich große Vorteile aufweist,
praktisch in einem kontinuierlichen Ar-
»5 beitsgang durchzuführen.
Auf dieser Grundlage bedeutet auch das an sich bekannte Bleichen des Stoffes in
zwei oder mehreren Stufen mit Zwischenwäsche, von denen erfindungsgemäß die eine
oder die andere in niedrigerer StofFdichte und gegebenenfalls in einem Bleichbehälter
gewöhnlicher Art (Holländer usw.) vorgenommen werden kann, einen technischen Fortschritt.
Die Vorteile, die mit dem Bleichen in hoher Stoffkonzentration verbunden sind,
werden unter diesen Umständen gleichsam verdoppelt.
Neben den schon erwähnten Vorteilen des Verfahrens ist noch hinzuweisen auf eine erhebliche
Ersparnis an Bleichmitteln und an Raum zur Unterbringung der Anlage.
Der nach dem beschriebenen Verfahren gebleichte Zellstoff ist von ausgezeichneter BeschafFenheit.
Er kann auf Papier oder Kunstseide oder andere Produkte verarbeitet werden,
die Zellstoff oder andere Faserstoffe als Rohstoff verwenden, wie z. B. Nitrocellulose,
plastische Massen aller Art, u. dgl.
Ausführungsformen einer gemäß der Erfindung eingerichteten Bleichanlage sind in den Zeichnungen veranschaulicht. In diesen stellt Abb. ι im Schaubild einen Hauptteil der Anlage dar. Abb. 2 zeigt schematisch die Gesamtanordnung, Abb. 3 eine geänderte Ausführungsform, Abb. 4 im senkrechten Schnitt eine geänderte Ausführungsfoim des in Abb. 1 veranschaulichten Teils der Anlage, und Abb. 5 eine Anlage mit der Vorrichtung nach Abb. 4.
Ausführungsformen einer gemäß der Erfindung eingerichteten Bleichanlage sind in den Zeichnungen veranschaulicht. In diesen stellt Abb. ι im Schaubild einen Hauptteil der Anlage dar. Abb. 2 zeigt schematisch die Gesamtanordnung, Abb. 3 eine geänderte Ausführungsform, Abb. 4 im senkrechten Schnitt eine geänderte Ausführungsfoim des in Abb. 1 veranschaulichten Teils der Anlage, und Abb. 5 eine Anlage mit der Vorrichtung nach Abb. 4.
Nachstehend sei zunächst an Hand eier Abb. 2 die Durchführung des Verfahrens bei
Benutzung mehrerer Bleichtürmc beschrieben. Die zu behandelnde ungebleichte Masse wird
durch das Rohr 1 in einen Eindickapparat 2 geleitet, der eine beliebige, zum Entwässern
der Masse sich eignende Vorrichtung sein kann. Die Masse verbleibt hier bis zur Erlangung
des gewünschten ;Dichtigkeitsgrades, z. B. ungefähr 35 0/0. Von dem Eindickapparat
2 aus wird die Masse einem turmartig ausgebildeten Gefäß 3 zugeleitet, das als Vorratsbehälter
und /um Ausgleich der zu- und abgehenden Masse (Puffer, Reservoir) dient.
Dieser Ausgleichsturm, der also zur ständigen und gleichförmigen Beschickung der
dahinterliegenden Teile der Anlage dient, kann durch, andere ähnliche Apparate ersetzt
werden. Er kann aber auch ganz wegfallen. In dem dargestellten· Ausführungsbeispiel ist
die Ausbildung des Ausgleichsturm.es im allgemeinen dieselbe wie die der Bleichtürme,
doch ist die Welle 45, die auch nicht hohl zu sein braucht wie die- Wellen der Bleichtürme
30, mit nur einem Abstreicharm 58 versehen.
Die in den Ausgleichsturm gelangende ungebleichte Masse wird durch den Abstreicharm
58 mit gleichbleibender Geschwindigkeit in den Mischapparat 5 gefördert. Dieser besteht
zweckmäßig aus einer kegelförmigen Trommel mit einem Einlauf 6 am engeren und einem Auslauf 7 am weiteren Ende. Eine
WeEe 10, die in geeigneten Lagern geführt und mit einer Riemenscheibe 11 versehen ist,
trägt Schaufeln oder Rührstäbe 12, die um den Umfang herum verteilt sind.
Im Oberteil des Mischapparates 5 ist ein Bleichmitteleinlauf 8 vorgesehen. Der Bleichmitteleinlauf
ist an einen Verteilungskasten 13 für das Bleichmittel angeschlossen, der
über dem Mischer 5 angeordnet und mit einem Einlauf 14, einem Auslauf 15 und
einem Überlauf 16 ausgerüstet ist. Der am Boden befindliche Einlauf ist durch ein Rohi
17 mit dem Bleichmittelbehälter verbunden. "105 An den Überlauf 16 schließt sich ein Ablauirohr
18 an und an den Auslauf 15 eine Rohr leitung 19, die zu einem Meßkasten 20 führt
und mit einem Regelventil 21, versehen ist.
Der Meßkasten 20 ist eine an sich bekannte Einrichtung und dient dazu, der Rohrleitung
22 das Bleichmittel in genau abgemessenen Mengen zuzuführen. Diese Rohrleitung verbindet
den Bleichmitteleinlauf 9 mit dem Mischer 5, so daß das Bleichmittel der Masse
zugesetzt wird, wenn sie den Mischer erreicht. An die Wasserzuführung ist durch eine Rohi·
leitung 24 ein Wasserverteilungskasten 23 mit _ Überlauf 25 angeschlossen, von dessen ande
rem Ende eine Rohrleitung 26 zu einem Meßkasten 27 führt, diesen wieder mit dem Wassereinlauf
8 am Mischapparat S durch die Lei-
tung 28 verbindend, so daß das Wasser der Masse gleichmäßig zugeführt wird. Die Temperatur
des Wassers wird den Erfordernissein entsprechend gewählt, also entweder kalt oder
warui zugeführt, je nachdem -eine Abkühlung
oder eine Erwärmung der Masse im Mischapparat notwendig ist. Aus dem Mischapparat,
der, wie oben beschrieben, nur zur Vermischung des Stoffes mit Bleichmitteln
(und Wasser) dient und in dem noch nicht gebleicht wird, gelangt der Stoff aus dem
Mischerauslauf · durch einen Kanal 29 in den eigentlichen Bleichapparat, den Bleichturm
30. Dieser Bleichturm hat vorzugsweise kreisfÖrmigen
Querschnitt, er kann aber auch andere Querschnittsformen haben, was von der Größe und der erwünschten Kapazität
abhängt. Der Turm 30 hat einen Einlauf 31 am oberen Ende 32 und einen Auslauf 33
»ο am Boden des Trichters 34, von. wo aus die
Rinne 35 zu einem kombinierten Wasch- und Eindickapparat 36 führt. Der Auslauf aus
diesem Apparat 36 führt zu dem schmalen Ende 38 eines Mischapparates 37, der von
ähnlicher. Ausführung ist wie der oben beschriebene.
Dieser Mischapparat 37 ist durch eine Rinne 40 mit einem weiteren Bleichturm 41 verbunden, der seinerseits wieder an einen
Wasch- und Eindickapparat 42 angeschlossen ist. Von diesem aus führt eine Rinne 43 über
einen weiteren Mischapparat zu einem dritten Bleichturm 44, von dem aus eine Rinne zum
Waschapparat und Aufbewahrungsbehälter führt.
Durch den mittleren Teil des Bleichturms geht eine entsprechend geführte senkrechte
Welle 45, die von unten her durch die Zahnräder 47 und 48 angetrieben wird. Diese
Welle ist hohl und hat einen oder mehrere Ausläufe für Luft oder andere Gase und ist
am oberen Ende mit dem festen Rohr 49 durch eine Stopfbüchse 50 verbunden. Das
Rohr 49 steht in Verbindung mit einem Be-"hälter 5 r, der in dem dargestellten Ausfüh-♦S
rungsbeispiel zu einem Luftkompressor 52 führt.
Das Innere der verschiedenen Bleichtürme 30, 41 und 44 ist gleich, so daß die- Beschreibung eines Turmes genügt.
An der Welle 45 ist mittels eines fest angebrachten Ringes 54 ein Arm 55 vorgesehen,
der hohl und zweckmäßig gebogen und mit kleinen Löchern auf -seiner .ganzen
Länge versehen ist. Dieser Arm 55 dreht sich mit der Welle 45 und bewegt sich langsam
durch die dichte Masse, wobei die Luft aus den Löchern heraus in die- Masse einströmt
und sie durchdringt.
Da der Arm 5 5 an der Welle 45 zweckmäßig
etwas unterhalb der Mitte des Turmes angebracht ist, wird eine gute Durchmischung
der· ganzen darin befindlichen Masse mit Luft erzielt.
An der Welle 45 ist weiter durch den fest angebrachten Ring 57 ein Ausbreitarm 56
(Verteiler, Ausstreicher) angebracht, der sich in entgegengesetzter Richtung wie der Luftarm erstreckt. Dieser Ausbreitarm dient dazu,
die Masse bei ihrem Eintritt in den Turm gleichmäßig zu verteilen, auf ähnliche Weise,
wie man eine beliebige krümelige Masse mittels eines Handgerätes ausbreiten würde.
Auch der Schaberarm 58 ist durch den fest mit der Welle 45 verbundenen Ring 59 auf
dieser Welle angebracht. Er ist zweckmäßig gebogen und schabt die Masse von dem
Trichterboden 34 ab, sie gleichzeitig in Bewegung gegen den zentralen Auslauf 33 und
3 S zu haltend.
Am Boden jedes Turmes ist gerade unter dem Trichterboden 'ein Spritzrohr 60 angebracht,
das die Arbeit des Schaberarmes 58 beim Entfernen der Masse aus dem Bleichturm
unterstützt.
Die gründlich mit Bleichmittel und Wasser durchmischte Masse strömt ständig in den
Bleichturan nach, in demselben Verhältnis, in dem sie nach der Bleiche vom Schaber am
Boden des Apparates herausgedrängt wird;, so daß der Turm immer in passender Höhe
gefüllt ist.
Die hohle Weilers dient zur Zuführung
der Luft' zum Arm 55, der sich etwas unterhalb der Mitte des Turmes befindet, also in
ziemlicher Höhe über dem Boden. Wie schon oben bemerkt, dreht sich das Mundstück mit
der Welle, so daß eine ständige Durchlüftung der Masse erreicht wird, d. h. die Masse wird
während der ganzen Zeit, in der sie sich im Turm befindet, ständig von der Luft durch.-|oo
strömt.
Die Masse befindet sich in ständiger Bewegung vom oberen Ende bis zum Boden des
Turmes, doch ist die Bewegung langsam genug, um eine gute Wirkung von Bleichmittel
und Luft zu gestatten. So gelangt die Masse schließlich zur Rinne 35 mit Ablauföffnung
33, durch die sie unter Mitwirkung von Heißwasser aus dem Spritzrohr 60 aus dem Turm
herausbefördert wird.
Abb. 3 zeigt die Ausführung des Bleichvorganges in zwei Stufen, in der ersten Stufe
mit hoher und in der zweiten mit niedrigerer Dichte. In dem gezeichneten Ausführungsbeispiel bezeichnet 1 den Zuführkanal für die
ungebleichte Masse, der zu einem Eindickapparat 2 fuhrt, von wo sie zu einem Ausgleichsturm
3 und in einen Mischapparat 5 und von diesem in einen Bleichturm 30 gelangt, danach in einen Waschapparat 36 und
schließlich zu dem Mischapparat 37. Bis hierher entspricht das Verfahren genau dem vor-
beschriebenen. Nun aber wird die teilweise gebleichte Masse, anstatt in einen zweiten
Bleichturm zu gehen, in einen Apparat 7 5 von beliebiger Art gebracht, wie er zum
S Bleichen mit niedrigerer Dichte= geeignet ist und der z.B. ein Bleichholländer sein kann,
und hier fertiggebleicht.
In Abb. 4 und 5 sind Bleichtürme mit rechteckigem Querschnitt veranschaulicht.
ίο Hier ist das Luftzufuhrrohr mit einem Verteilungsrohr
61 verbunden, von dem aus Röhren 62 sich hinunter in den Turm 63 erstrecken.
Diese Röhren sied gelocht, wie bei 64 ersichtlich ist, und bilden Arme zur
Verteilung der Luft in der im Turm befindlichen Masse.
Die Masse, die vom Mischer kommt, wird im vierkantigen Turm gelüftet, und ihre Bewegung zu der Rinne 65 wird durch die
ao Spritzwirkung eines Rohres 66 aus sowie durch die umlaufenden Bodenroste 67 unterstützt.
Die Masse wird erforderlichenfalls in den kombinierten Wasch- und Eindickapparat 69
geführt, der mit dem Mischer verbunden ist.
Dieser steht seinerseits wieder mit dem Turm 70 in Verbindung, der von ähnlicher Art wie
der Turm 63 ist.
Es können sich noch beliebig viele der bier beschriebenen Apparate anschließen, und das
Verfahren kann in seinen verschiedenen Stufen so oft wiederholt werden, bis ein befriedigendes
Ergebnis erzielt worden ist.
Claims (5)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Bleichen von Zellstoff, bei dem der mit dem Bleichmittel gemischte Stoff in hoher Stoff dichte (10 bis 30 0/0) in fortlaufendem Arbeitsgang durch einen oder mehrere Bleichbehälter geführt und dabei der Einwirkung bleichungsfördernder Gase wie Luft ausgesetzt wird, wobei gegebenenfalls der Stoff nach dem Durchgang durch jeden Bleichbehälter durch Waschen vom Bleichmittel befreit, wieder eingedickt und mit frischem Bleichmittel gemischt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffmasse ohne Anwendung von Fördermitteln unter dem Einfluß der eigenen Schwere durch stehende Bleichbehälter geführt wird, die mit langsam um eine senkrechte Welle umlaufenden oder an sich bekannten feststehenden Luftzuführungsröhren versehen sind.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1 mit Zerlegung des Bleichvorganges in zwei oder mehrere Stufen, dadurch gekennzeichnet, daß außer der Bleichung gemäß Anspruch ι der Stoff in einer weiteren Stufe mit niedrigerer Stoff dichte und in einem Bleichgefäß gewöhnlicher Art (Holländer usw.) gebleicht wird.
- 3. Bleichturm zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in der senkrechten Achse sich nur sehr langsam drehende Welle nur mit einem oder wenigen, nicht zum Rühren, sondern zur Einführung von Luft oder anderen Gasen oder gasförmigen Bleichmitteln dienenden Armen besetzt ist.
- 4. Abänderung der Vorrichtung gemäß Anspruch 3 zur Ausführung des Verfahrens nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Bleichturm von annähernd quadratischem Querschnitt die beweglichen Gaszuleitungsaime durch stillstehende Gaszuleitungsorgane, z. B. durchlöcherte, senkrecht stehende Röhren, ersetzt sind.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 mit Beimischung des Bleichmittels vor Einführung des Stoffes in das Bleichgefäß, dadurch gekennzeichnet, daß hierbei unter Erwärmung des Stoffes die gesamte Menge des erforderlichen Bleichmittels zugesetzt und in das Bleichgefäß selbst ein Bleichmittel nicht mehr eingeführt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US754387A US1642978A (en) | 1924-12-06 | 1924-12-06 | Process for bleaching and like purposes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE488773C true DE488773C (de) | 1930-01-13 |
Family
ID=10242570
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DET30973D Expired DE488773C (de) | 1924-12-06 | 1925-10-28 | Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US1642978A (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1043064B (de) * | 1954-10-04 | 1958-11-06 | Mo Och Domsjoe Ab | Apparatur zum Bleichen von zellulosehaltigem, faserigem Material mit fluechtigen Bleichmitteln |
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- 1925-12-02 FR FR699075D patent/FR699075A/fr not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| US1642978A (en) | 1927-09-20 |
| GB264596A (en) | 1927-01-21 |
| FR699075A (fr) | 1931-02-10 |
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