DE488773C - Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff

Info

Publication number
DE488773C
DE488773C DET30973D DET0030973D DE488773C DE 488773 C DE488773 C DE 488773C DE T30973 D DET30973 D DE T30973D DE T0030973 D DET0030973 D DE T0030973D DE 488773 C DE488773 C DE 488773C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
bleaching
bleach
tower
substance
mass
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DET30973D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Application granted granted Critical
Publication of DE488773C publication Critical patent/DE488773C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C9/00After-treatment of cellulose pulp, e.g. of wood pulp, or cotton linters ; Treatment of dilute or dewatered pulp or process improvement taking place after obtaining the raw cellulosic material and not provided for elsewhere
    • D21C9/10Bleaching ; Apparatus therefor
    • D21C9/1026Other features in bleaching processes

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

Den Gegenstand der Erfindung bildet das nachstehende Verfahren: Es wird ungebleichter Zellstoff, z. B. solcher, wie er nach, dem Verlassen des Zellstoffkadhers und derWaschvorrichtungen, erhalten wird, einem Eindickapparat, etwa einer Schneckenpresse, einer Schraubenpresse, einem Zellenfilter ο. dgl., zugeführt, indem er auf so hohe Stöffdichte (etwa 24 bis 40 <yb Trockengehalt) gebracht wird, daß er nach Vermischen mit Bleichlauge und Wasser noch eine Dicke behält, die etwa 10 bis 40 0/0 beträgt, also über der im Bleichholländer üblichen, etwa 6 bis 8 »Ό betragenden liegt. Das Vermischen mit ■ 15 Bleichlauge oder mit dieser und Wasser, ge- * gebenenfalls unter Zuführung von Wärme, geschieht in einem Misehapparat von beliebiger Form. Der so mit Bleichlauge gründlich vermischte Stoff verläßt den Mischapparat «o nach wenigen Sekunden und tritt mit 10 bis 30 0/0 Stoff dichte in den, eigentlichen Bleichapparat ein. Der Stoff stellt in dieser Form in der Regel eine krümelige Masse dar.
»5 Der Bleichapparat hat die Form eines Turmes. Der Stoff tritt oben ein und verläßt den Turm unten, wobei er sich, unter dem Einfluß der eigenen Schwere gleichmäßig fortbewegt, was durch, entsprechende Zufuhr und entsprechendes Ablassen des Stoffes geregelt wird. Eine durch, den Turm senkrecht führende hohle Welle dient zur Einführung von Luft oder anderen die Bleiche beschleunigenden Gasen, wie Kohlendioxyd, oder auch zur Einführung von gasförmigen Bleichmitteln, wie z. B. Chlorgas, falls eine Gasbleiche im Turm zur Anwendung kommen soll. Die eingeführte Luft hat überdies den Zweck, die bei der Bleiche entstehenden gasförmigen Reaktionsprodukte abzuführen. Auf der Welle sitzende hohle Arme mit Düsen ermöglichen die Verteilung der Luft oder der Gase in der Stoffmasse. Ein am oberen Ende der Welle nötigenfalls befestigter Verteiler sorgt für gleichmäßige Verteilung des Stoffes im Turm, und am unteren Ende befestigte Schaber erleichtern- das Abziehen der Stoffmasse.
In dem Augenblick, wo der Stoff den Turm verläßt, wird er mit Wasser auf t bis 2 "/0 verdünnt, dann unter Anwendung bekannter Apparate ausgewaschen und der sogenannten Entwässerungsmaschine zugeführt, die er als gebleichter Stoff in Pappenform verläßt.
Es ist zweckmäßig, den beschriebenen Bleichprozeß in zwei oder mehrere Stufen zu zerlegen und den Stoff zwischen je zwei Stufen auszuwaschen. Das Auswaschen hat den Zweck, die Bleichreaktionsprodukte zu entfernen. Diese würden, falls sie im Stoff ver-
blieben, bei der Nachbleiche aufs neue Bleichmittel verzehren und so den Bleichbedarf unnötig erhöhen.
Zur Durchführung der Stufenbleiche wird der beim Verlassen des Turmes verdünnte Stoff auf einer Eindicktrommel o. dgl. auf etwa ,8 o/o vorkonzentriert, dann, wiederum in einer Schneckenpresse o. dgl., auf 24 bis 40 0/0 gebracht, von neuem mit Bleichlauge und Wasser vermischt und dem zweiten Turm zugeführt, wo die Bleiche dann in derselben Weise, wie oben beschrieben, zu Ende geführt wird. Will man den Prozeß in drei oder vier •Stufen zerlegen, so verfährt man in derselben Weise, d.h. man bringt den aus dem Turm kommenden und dabei verdünnten, dann vorkonzentrierten Stoff wiederum auf hohe Konzentration, mischt ihn mit Bleicihlauge und Wasser, führt ihn dem nächsten Turm zu ao usf., bis er den gewünschten Bleichgrad erreicht hat und in dieser Form der Entwässerungsmaschine zugeleitet werden kann.
Es kann zweckmäßig sein, z. B. für das Bleichen von Zellstoff, der für bestimmte Paä5 piere geeignet sein soll, das Bleichen in der zweiten und dritten usw. Stufe in niedrigerer Stoffdichte als in der ersten vorzunehmen und in diesem Fall, besonders wenn man auf eine Stoffdichte von 8 0/0 und darunter zu gehen wünscht, die zweite oder die weiteren Stufen in einem Bleichholländer oder auch in anderen Gefäßen, wie z. B. Bleichkästen, vorzunehmen. In diesem Fall genügt es, den Stoff nach dem Verlassen des Turmes unter Verdünnung nur vorzukonzentrieren, wie dies oben beschrieben worden ist. Darauf wird er dem Bleichholländer oder den anderen Gefäßen zugeführt, wo die Bleiche beendet wird.
Auch der umgekehrte Weg, d. h. das Bleichen in niedrigerer Stoffkonzentration in der ersten und in höheren Stofrkonzemtrationen in der zweiten oder etwaigen weiteren Stufen, ist in dem beschriebenen System duichführ-♦5 bar. Zu diesem Zweck bringt man beispielsweise den Stoff auf ejne solche "Konzentration, daß er nach Vermischen mit Bleichlauge und Wasser nur etwa 15 bis 160/0 Trockengehalt besitzt und sich in dieser Konzentration durch den Turm bewegt. Mittels der zweiten Schneckenpresse oder einer ähnlichen Vorrichtung kann dann der Stoff wieder auf so hohe Dichte gebracht werden, daß er den zweiten Turm mit 10 bis 30 0/0 passiert. Im übrigen' ist die Arbeitsweise "wie beschrieben.
Verfahren, Zellstoff oder andere Faserstoffe in hoher Stofrkonzentration zu bleichen (worunter hier eine solche verstanden wird, die etwa 10 bis 30 o/o beträgt, also erheblich über der im Bleichholländer gewöhnlich verwendeten, etwa 6 bis 8 0/0' betragenden liegt), sind bereits vorgeschlagen worden. Ebenso ist es schon bekannt, dem Stoff bleichungsfördernde Gase, wie z. B. Luft, zuzuführen. Indessen gehen alle diese Verfahren von dem Gedanken aus, daß es notwendig sei, den zu bleichenden, in hoher Konzentration befindlichen Stoff im Turm oder in anderen für solches Bleichen geeigneten Behältern während des ganzen Bleichvorganges mit dem Bleichmittel energisch zu verrühren. Demgemäß verwenden diese Verfahren auch entsprechende mechanische Vorrichtungen, wie starke Rührarme, die an einer mit einer gewissen Geschwindigkeit rotierenden Welle sitzen, und ähnliche Vorrichtungen. Durch eine solche mechanische Bearbeitung wird aber der Zellstoff, wenn, sich die Masse in hoher Konzentration befindet, ganz erheblich geschädigt: Die Fasern werden verletzt, durch Reibung bilden sich aus den Faserbruchstücken kolloidale Massen (Zellstoifschleim), die für die Weiterbearbeitung des Zellstoffs zu Papier, Kunstseide oder anderen Produkten sehr unerwünscht und störend sind. Es kommt hinzu, daß trotz solcher mechanischen Bearbeitung des Stoffes keine gleichmäßige Verteilung des Bleichmittels erzielt wird. Im Gegenteil, ein ungleichmäßiger Stoff ist die Folge. Alles dies sind Nachteile, die sich nur bei Anwendung hoher Stoffkonzentration zeigen und nicht zu befürchten sind wenn der Stoff bei der üblichen niedrigen Konzentration gebleicht wird.
Demgegenüber vermeidet nun das neue Verfahren solche metiianische Bearbeitung des Stoffes während des Bleichvorganges. Vielmehr wird die Stoffmasse ohne Anwendung solcher Fördermittel unter dem Einfluß der eigenen Schwere durch stehende Bleichbehälter geführt, und die darin befindliche hohle Welle mit den seitlich damit verbundenen, mit Düsen versehenen Armen (an deren Stelle auch' an sich bekannte feststellende Luftzuführungsröhren treten könnten) dient lediglich zur Einführung der bleichungsfördernden gasförmigen Mittel. Der oben an der Welle befindliche Ausstreicher hat nur den Zweck, den Stoff beim Eintritt in den Turm zu vertp;len, und der am unteren Ende befindliche Abstreicher (Schaber) dient nur dem jleichmäßigen Ausbringen des Stoffes. Dementsprechend dreht sich auch die WeEe nur außerordentlich langsam. Es tritt also keine irgendwie mechanische Bearbeitung des Stoffes ein, und der Bleichvorgang vollzieht sich in der hohen Stofrkonzentration in: schallendster Weise. Durch dieses Wegfallen der mechanischen Durcharbeitung des Stoffes wird überdies erheblich an Kraft gespart gegenüber solchen Verfahren, die sich der mecha-
nischen Durcharbeitung während des Bleichens bedienen müssen.
Diese sehr schonende Behandlung des Stoffes im Bleichapparat wird u. a. dadurch ermöglicht, daß in an sich bekannter Weise die Vermischung des Stoffes mit der Bleichflüssigkeit nach außerhalb des Turmes, also des eigentlichen Bleichapparates, verlegt ist, erfindungsgemäß aber so, daß hierbei, unter
to Erwärmung des Stoffes, die gesamte Menge des erforderlichen Bleichmittels zugesetzt und in das Bleichgefäß selbst ein Bleichmittel nicht mehr eingeführt wird. Dies geschieht in dem beschriebenen Mischapparat, und da die Mischung hier in wenigen Sekunden vor sich geht, so erleidet der Stoff selbst in diesem Apparat, der eine energische Durcharbeitung mit Bleichlauge bezweckt, auch nur eine sehr geringe mechanisiche Beanspruchung.
so Erst mit der .Ausgestaltung des Bleichverfahrens in dieser Weise ist es möglich geworden, das Problem des Bleichens in hoher Stoffdichte, das an sich große Vorteile aufweist, praktisch in einem kontinuierlichen Ar-
»5 beitsgang durchzuführen.
Auf dieser Grundlage bedeutet auch das an sich bekannte Bleichen des Stoffes in zwei oder mehreren Stufen mit Zwischenwäsche, von denen erfindungsgemäß die eine oder die andere in niedrigerer StofFdichte und gegebenenfalls in einem Bleichbehälter gewöhnlicher Art (Holländer usw.) vorgenommen werden kann, einen technischen Fortschritt. Die Vorteile, die mit dem Bleichen in hoher Stoffkonzentration verbunden sind, werden unter diesen Umständen gleichsam verdoppelt.
Neben den schon erwähnten Vorteilen des Verfahrens ist noch hinzuweisen auf eine erhebliche Ersparnis an Bleichmitteln und an Raum zur Unterbringung der Anlage.
Der nach dem beschriebenen Verfahren gebleichte Zellstoff ist von ausgezeichneter BeschafFenheit. Er kann auf Papier oder Kunstseide oder andere Produkte verarbeitet werden, die Zellstoff oder andere Faserstoffe als Rohstoff verwenden, wie z. B. Nitrocellulose, plastische Massen aller Art, u. dgl.
Ausführungsformen einer gemäß der Erfindung eingerichteten Bleichanlage sind in den Zeichnungen veranschaulicht. In diesen stellt Abb. ι im Schaubild einen Hauptteil der Anlage dar. Abb. 2 zeigt schematisch die Gesamtanordnung, Abb. 3 eine geänderte Ausführungsform, Abb. 4 im senkrechten Schnitt eine geänderte Ausführungsfoim des in Abb. 1 veranschaulichten Teils der Anlage, und Abb. 5 eine Anlage mit der Vorrichtung nach Abb. 4.
Nachstehend sei zunächst an Hand eier Abb. 2 die Durchführung des Verfahrens bei Benutzung mehrerer Bleichtürmc beschrieben. Die zu behandelnde ungebleichte Masse wird durch das Rohr 1 in einen Eindickapparat 2 geleitet, der eine beliebige, zum Entwässern der Masse sich eignende Vorrichtung sein kann. Die Masse verbleibt hier bis zur Erlangung des gewünschten ;Dichtigkeitsgrades, z. B. ungefähr 35 0/0. Von dem Eindickapparat 2 aus wird die Masse einem turmartig ausgebildeten Gefäß 3 zugeleitet, das als Vorratsbehälter und /um Ausgleich der zu- und abgehenden Masse (Puffer, Reservoir) dient. Dieser Ausgleichsturm, der also zur ständigen und gleichförmigen Beschickung der dahinterliegenden Teile der Anlage dient, kann durch, andere ähnliche Apparate ersetzt werden. Er kann aber auch ganz wegfallen. In dem dargestellten· Ausführungsbeispiel ist die Ausbildung des Ausgleichsturm.es im allgemeinen dieselbe wie die der Bleichtürme, doch ist die Welle 45, die auch nicht hohl zu sein braucht wie die- Wellen der Bleichtürme 30, mit nur einem Abstreicharm 58 versehen.
Die in den Ausgleichsturm gelangende ungebleichte Masse wird durch den Abstreicharm 58 mit gleichbleibender Geschwindigkeit in den Mischapparat 5 gefördert. Dieser besteht zweckmäßig aus einer kegelförmigen Trommel mit einem Einlauf 6 am engeren und einem Auslauf 7 am weiteren Ende. Eine WeEe 10, die in geeigneten Lagern geführt und mit einer Riemenscheibe 11 versehen ist, trägt Schaufeln oder Rührstäbe 12, die um den Umfang herum verteilt sind.
Im Oberteil des Mischapparates 5 ist ein Bleichmitteleinlauf 8 vorgesehen. Der Bleichmitteleinlauf ist an einen Verteilungskasten 13 für das Bleichmittel angeschlossen, der über dem Mischer 5 angeordnet und mit einem Einlauf 14, einem Auslauf 15 und einem Überlauf 16 ausgerüstet ist. Der am Boden befindliche Einlauf ist durch ein Rohi 17 mit dem Bleichmittelbehälter verbunden. "105 An den Überlauf 16 schließt sich ein Ablauirohr 18 an und an den Auslauf 15 eine Rohr leitung 19, die zu einem Meßkasten 20 führt und mit einem Regelventil 21, versehen ist.
Der Meßkasten 20 ist eine an sich bekannte Einrichtung und dient dazu, der Rohrleitung 22 das Bleichmittel in genau abgemessenen Mengen zuzuführen. Diese Rohrleitung verbindet den Bleichmitteleinlauf 9 mit dem Mischer 5, so daß das Bleichmittel der Masse zugesetzt wird, wenn sie den Mischer erreicht. An die Wasserzuführung ist durch eine Rohi· leitung 24 ein Wasserverteilungskasten 23 mit _ Überlauf 25 angeschlossen, von dessen ande rem Ende eine Rohrleitung 26 zu einem Meßkasten 27 führt, diesen wieder mit dem Wassereinlauf 8 am Mischapparat S durch die Lei-
tung 28 verbindend, so daß das Wasser der Masse gleichmäßig zugeführt wird. Die Temperatur des Wassers wird den Erfordernissein entsprechend gewählt, also entweder kalt oder warui zugeführt, je nachdem -eine Abkühlung oder eine Erwärmung der Masse im Mischapparat notwendig ist. Aus dem Mischapparat, der, wie oben beschrieben, nur zur Vermischung des Stoffes mit Bleichmitteln (und Wasser) dient und in dem noch nicht gebleicht wird, gelangt der Stoff aus dem Mischerauslauf · durch einen Kanal 29 in den eigentlichen Bleichapparat, den Bleichturm 30. Dieser Bleichturm hat vorzugsweise kreisfÖrmigen Querschnitt, er kann aber auch andere Querschnittsformen haben, was von der Größe und der erwünschten Kapazität abhängt. Der Turm 30 hat einen Einlauf 31 am oberen Ende 32 und einen Auslauf 33 »ο am Boden des Trichters 34, von. wo aus die Rinne 35 zu einem kombinierten Wasch- und Eindickapparat 36 führt. Der Auslauf aus diesem Apparat 36 führt zu dem schmalen Ende 38 eines Mischapparates 37, der von ähnlicher. Ausführung ist wie der oben beschriebene. Dieser Mischapparat 37 ist durch eine Rinne 40 mit einem weiteren Bleichturm 41 verbunden, der seinerseits wieder an einen Wasch- und Eindickapparat 42 angeschlossen ist. Von diesem aus führt eine Rinne 43 über einen weiteren Mischapparat zu einem dritten Bleichturm 44, von dem aus eine Rinne zum Waschapparat und Aufbewahrungsbehälter führt.
Durch den mittleren Teil des Bleichturms geht eine entsprechend geführte senkrechte Welle 45, die von unten her durch die Zahnräder 47 und 48 angetrieben wird. Diese Welle ist hohl und hat einen oder mehrere Ausläufe für Luft oder andere Gase und ist am oberen Ende mit dem festen Rohr 49 durch eine Stopfbüchse 50 verbunden. Das Rohr 49 steht in Verbindung mit einem Be-"hälter 5 r, der in dem dargestellten Ausfüh-♦S rungsbeispiel zu einem Luftkompressor 52 führt.
Das Innere der verschiedenen Bleichtürme 30, 41 und 44 ist gleich, so daß die- Beschreibung eines Turmes genügt.
An der Welle 45 ist mittels eines fest angebrachten Ringes 54 ein Arm 55 vorgesehen, der hohl und zweckmäßig gebogen und mit kleinen Löchern auf -seiner .ganzen Länge versehen ist. Dieser Arm 55 dreht sich mit der Welle 45 und bewegt sich langsam durch die dichte Masse, wobei die Luft aus den Löchern heraus in die- Masse einströmt und sie durchdringt.
Da der Arm 5 5 an der Welle 45 zweckmäßig etwas unterhalb der Mitte des Turmes angebracht ist, wird eine gute Durchmischung der· ganzen darin befindlichen Masse mit Luft erzielt.
An der Welle 45 ist weiter durch den fest angebrachten Ring 57 ein Ausbreitarm 56 (Verteiler, Ausstreicher) angebracht, der sich in entgegengesetzter Richtung wie der Luftarm erstreckt. Dieser Ausbreitarm dient dazu, die Masse bei ihrem Eintritt in den Turm gleichmäßig zu verteilen, auf ähnliche Weise, wie man eine beliebige krümelige Masse mittels eines Handgerätes ausbreiten würde. Auch der Schaberarm 58 ist durch den fest mit der Welle 45 verbundenen Ring 59 auf dieser Welle angebracht. Er ist zweckmäßig gebogen und schabt die Masse von dem Trichterboden 34 ab, sie gleichzeitig in Bewegung gegen den zentralen Auslauf 33 und 3 S zu haltend.
Am Boden jedes Turmes ist gerade unter dem Trichterboden 'ein Spritzrohr 60 angebracht, das die Arbeit des Schaberarmes 58 beim Entfernen der Masse aus dem Bleichturm unterstützt.
Die gründlich mit Bleichmittel und Wasser durchmischte Masse strömt ständig in den Bleichturan nach, in demselben Verhältnis, in dem sie nach der Bleiche vom Schaber am Boden des Apparates herausgedrängt wird;, so daß der Turm immer in passender Höhe gefüllt ist.
Die hohle Weilers dient zur Zuführung der Luft' zum Arm 55, der sich etwas unterhalb der Mitte des Turmes befindet, also in ziemlicher Höhe über dem Boden. Wie schon oben bemerkt, dreht sich das Mundstück mit der Welle, so daß eine ständige Durchlüftung der Masse erreicht wird, d. h. die Masse wird während der ganzen Zeit, in der sie sich im Turm befindet, ständig von der Luft durch.-|oo strömt.
Die Masse befindet sich in ständiger Bewegung vom oberen Ende bis zum Boden des Turmes, doch ist die Bewegung langsam genug, um eine gute Wirkung von Bleichmittel und Luft zu gestatten. So gelangt die Masse schließlich zur Rinne 35 mit Ablauföffnung 33, durch die sie unter Mitwirkung von Heißwasser aus dem Spritzrohr 60 aus dem Turm herausbefördert wird.
Abb. 3 zeigt die Ausführung des Bleichvorganges in zwei Stufen, in der ersten Stufe mit hoher und in der zweiten mit niedrigerer Dichte. In dem gezeichneten Ausführungsbeispiel bezeichnet 1 den Zuführkanal für die ungebleichte Masse, der zu einem Eindickapparat 2 fuhrt, von wo sie zu einem Ausgleichsturm 3 und in einen Mischapparat 5 und von diesem in einen Bleichturm 30 gelangt, danach in einen Waschapparat 36 und schließlich zu dem Mischapparat 37. Bis hierher entspricht das Verfahren genau dem vor-
beschriebenen. Nun aber wird die teilweise gebleichte Masse, anstatt in einen zweiten Bleichturm zu gehen, in einen Apparat 7 5 von beliebiger Art gebracht, wie er zum S Bleichen mit niedrigerer Dichte= geeignet ist und der z.B. ein Bleichholländer sein kann, und hier fertiggebleicht.
In Abb. 4 und 5 sind Bleichtürme mit rechteckigem Querschnitt veranschaulicht.
ίο Hier ist das Luftzufuhrrohr mit einem Verteilungsrohr 61 verbunden, von dem aus Röhren 62 sich hinunter in den Turm 63 erstrecken. Diese Röhren sied gelocht, wie bei 64 ersichtlich ist, und bilden Arme zur Verteilung der Luft in der im Turm befindlichen Masse.
Die Masse, die vom Mischer kommt, wird im vierkantigen Turm gelüftet, und ihre Bewegung zu der Rinne 65 wird durch die
ao Spritzwirkung eines Rohres 66 aus sowie durch die umlaufenden Bodenroste 67 unterstützt. Die Masse wird erforderlichenfalls in den kombinierten Wasch- und Eindickapparat 69 geführt, der mit dem Mischer verbunden ist.
Dieser steht seinerseits wieder mit dem Turm 70 in Verbindung, der von ähnlicher Art wie der Turm 63 ist.
Es können sich noch beliebig viele der bier beschriebenen Apparate anschließen, und das Verfahren kann in seinen verschiedenen Stufen so oft wiederholt werden, bis ein befriedigendes Ergebnis erzielt worden ist.

Claims (5)

  1. Patentansprüche:
    i. Verfahren zum Bleichen von Zellstoff, bei dem der mit dem Bleichmittel gemischte Stoff in hoher Stoff dichte (10 bis 30 0/0) in fortlaufendem Arbeitsgang durch einen oder mehrere Bleichbehälter geführt und dabei der Einwirkung bleichungsfördernder Gase wie Luft ausgesetzt wird, wobei gegebenenfalls der Stoff nach dem Durchgang durch jeden Bleichbehälter durch Waschen vom Bleichmittel befreit, wieder eingedickt und mit frischem Bleichmittel gemischt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffmasse ohne Anwendung von Fördermitteln unter dem Einfluß der eigenen Schwere durch stehende Bleichbehälter geführt wird, die mit langsam um eine senkrechte Welle umlaufenden oder an sich bekannten feststehenden Luftzuführungsröhren versehen sind.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1 mit Zerlegung des Bleichvorganges in zwei oder mehrere Stufen, dadurch gekennzeichnet, daß außer der Bleichung gemäß Anspruch ι der Stoff in einer weiteren Stufe mit niedrigerer Stoff dichte und in einem Bleichgefäß gewöhnlicher Art (Holländer usw.) gebleicht wird.
  3. 3. Bleichturm zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in der senkrechten Achse sich nur sehr langsam drehende Welle nur mit einem oder wenigen, nicht zum Rühren, sondern zur Einführung von Luft oder anderen Gasen oder gasförmigen Bleichmitteln dienenden Armen besetzt ist.
  4. 4. Abänderung der Vorrichtung gemäß Anspruch 3 zur Ausführung des Verfahrens nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Bleichturm von annähernd quadratischem Querschnitt die beweglichen Gaszuleitungsaime durch stillstehende Gaszuleitungsorgane, z. B. durchlöcherte, senkrecht stehende Röhren, ersetzt sind.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 mit Beimischung des Bleichmittels vor Einführung des Stoffes in das Bleichgefäß, dadurch gekennzeichnet, daß hierbei unter Erwärmung des Stoffes die gesamte Menge des erforderlichen Bleichmittels zugesetzt und in das Bleichgefäß selbst ein Bleichmittel nicht mehr eingeführt wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
DET30973D 1924-12-06 1925-10-28 Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff Expired DE488773C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US754387A US1642978A (en) 1924-12-06 1924-12-06 Process for bleaching and like purposes

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE488773C true DE488773C (de) 1930-01-13

Family

ID=10242570

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DET30973D Expired DE488773C (de) 1924-12-06 1925-10-28 Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff

Country Status (4)

Country Link
US (1) US1642978A (de)
DE (1) DE488773C (de)
FR (1) FR699075A (de)
GB (1) GB264596A (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1043064B (de) * 1954-10-04 1958-11-06 Mo Och Domsjoe Ab Apparatur zum Bleichen von zellulosehaltigem, faserigem Material mit fluechtigen Bleichmitteln
DE975571C (de) * 1950-05-11 1962-01-25 Cellulose Dev Corp Ltd Verfahren zur einstufigen Chlorierung des Lignins von Zellstoffen in zwei Phasen

Families Citing this family (14)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3052592A (en) * 1958-10-15 1962-09-04 Bauer Bros Co Pulp bleaching
SE415581B (sv) * 1977-04-18 1980-10-13 Mo Och Domsjoe Ab Forfarande for perocidblekning av hogutbytesmassa
US4259150A (en) * 1978-12-18 1981-03-31 Kamyr Inc. Plural stage mixing and thickening oxygen bleaching process
US5472572A (en) * 1990-10-26 1995-12-05 Union Camp Patent Holding, Inc. Reactor for bleaching high consistency pulp with ozone
US5211811A (en) * 1989-02-15 1993-05-18 Union Camp Patent Holding, Inc. Process for high consistency oxygen delignification of alkaline treated pulp followed by ozone delignification
US5181989A (en) * 1990-10-26 1993-01-26 Union Camp Patent Holdings, Inc. Reactor for bleaching high consistency pulp with ozone
US5188708A (en) * 1989-02-15 1993-02-23 Union Camp Patent Holding, Inc. Process for high consistency oxygen delignification followed by ozone relignification
US5409570A (en) * 1989-02-15 1995-04-25 Union Camp Patent Holding, Inc. Process for ozone bleaching of oxygen delignified pulp while conveying the pulp through a reaction zone
US5164043A (en) * 1990-05-17 1992-11-17 Union Camp Patent Holding, Inc. Environmentally improved process for bleaching lignocellulosic materials with ozone
US5164044A (en) * 1990-05-17 1992-11-17 Union Camp Patent Holding, Inc. Environmentally improved process for bleaching lignocellulosic materials with ozone
US5520783A (en) * 1990-10-26 1996-05-28 Union Camp Patent Holding, Inc. Apparatus for bleaching high consistency pulp with ozone
US5174861A (en) * 1990-10-26 1992-12-29 Union Camp Patent Holdings, Inc. Method of bleaching high consistency pulp with ozone
ATE156539T1 (de) * 1991-05-24 1997-08-15 Union Camp Patent Holding Zweistufiger reaktor zum bleichen von zellstoff und verfahren zum bleichen mit ozon
US5554259A (en) * 1993-10-01 1996-09-10 Union Camp Patent Holdings, Inc. Reduction of salt scale precipitation by control of process stream Ph and salt concentration

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE975571C (de) * 1950-05-11 1962-01-25 Cellulose Dev Corp Ltd Verfahren zur einstufigen Chlorierung des Lignins von Zellstoffen in zwei Phasen
DE1043064B (de) * 1954-10-04 1958-11-06 Mo Och Domsjoe Ab Apparatur zum Bleichen von zellulosehaltigem, faserigem Material mit fluechtigen Bleichmitteln

Also Published As

Publication number Publication date
US1642978A (en) 1927-09-20
GB264596A (en) 1927-01-21
FR699075A (fr) 1931-02-10

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE488773C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff
DE2317402C3 (de) Verfahren zur Herstellung einer nicht-gewebten Fasermatte und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
DE1517193C2 (de) Kontinuierlich arbeitender Zellstoffkocher mit Beschickungsvorrichtung
DE627360C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff
DE2130930A1 (de) Vorrichtung zum entziehen von fluessigkeiten aus faserstoffen
DE3143895C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Beleimen von teilchenförmigem Gut in Form von Spänen, Fasern o.dgl.
DE2313626B2 (de) Vorrichtung zum kontinuierlichen Auflösen eines pulverförmigen Stoffes in einer Flüssigkeit
DE10349374A1 (de) Nassbehandlungsmaschine für strangförmiges Textilgut
DE1079442B (de) Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Gewinnung von Halbzellstoff aus lignocellulose-haltigen Rohstoffen
DE1411283A1 (de) Siebanordnung in zylindrischen Behaeltern fuer Zellstoffbrei
DE1767577A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Malzgewinnung
DE1029220B (de) Bleichturm fuer Papierstoff
DE3040998C2 (de) Verfahren und Einrichtung zum Aufbereiten von Altpapier
DE2751084C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Aufbereiten von Altpapier
DE602156C (de) Verfahren zum fortlaufenden Bleichen von Zellstoff
DE897798C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Ein- und Ausschleusen von Faserstoffen bei Druckunterschied, insbesondere fuer Stetigkocher
AT122478B (de) Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen von Zellstoff und anderen Faserstoffmassen.
DE69709114T2 (de) Verfahren und vorrichtung zur füllung eines papierbreibehälters
DE2528393C3 (de) Verfahren zur Behandlung von ZeIlstoffaserbrei und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
DE854319C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Dosieren von Flugasche
DE461220C (de) Trogmischer zur Herstellung von Moertel
AT142240B (de) Verfahren und Vorrichtung zum Bleichen und Reinigen von Zellstoff u. dgl.
AT142217B (de) Vorrichtung zur Belüftung von Flüssigkeiten, insbesondere von Würzen der Hefefabrikation.
DE745253C (de) Verfahren und Vorrichtung zum fortlaufenden Behandeln von Zellstoffaufschwemmungen
CH120268A (de) Verfahren und Anlage zum Bleichen von Fasergut.