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Die zur Lüftung dienende Luft oder anderes hiefür geeignetes Gas wird bei diesem Verfahren in die Masse verteilt und zur Durchführung einer verhältnismässig hohen Schicht der Masse gebracht.
Wenn dies Verdahren in Zellstoffabriken verwendet werden soll, wird man zweckmässig wie folgt arbeiten :
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der Waschvorrichtungen erhalten wird, einem Eindiekapparat, etwa einer Schneckenpresse. einer Schraubenpresse, einem Zellefilter od. dgl. zugeführt, in dem er auf so hohe Stoffdiehte (etwa 3540" 0 Trockengehalt) gebracht wird, dass er nach Vermischen mit Bleiehlauge und Wasser noch eine Dichte behält, die erheblich über der im Bleichholländer üblichen, etwa 8 o betragenden liegt. Das Vermischen mit Bleichlauge oder mit dieser und Wasser geschieht in einem Mischapparat von beliebiger Form.
Der so mit Bleichlauge gründlich vermischte Stoff verlässt den Misehapparat nach wenigen Sekunden und tritt mit 10-25% Stoffdiehte in den eigentlichen Bleiehapparat ein. Der Stoff stellt in dieser Form eine krümelige Masse dar.
Der Bleichapparat hat die Form eines Turms. Der Stoff tritt oben ein und verlässt den Turm
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die Verteilung der Luft oder der Gase in der Stoffmasse. Ein am Ende der Welle befestigter Verteiler sorgt für geleichmässige Verteilung des Stoffes im Turm. und ein am unteren Ende befestigter Schaber erleichtert das Abziehen der Stoffmasse.
In dem Augenblick, wo der Stoff den Turm verlässt, wird er mit Wasser auf 1-2% verdünnt, dann unter Anwendung bekannter Apparate ausgewaschen und der sogenannten Entwässerungsmaschine
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und sich in dieser Konzentration durch den Turm bewegt. Mittels der zweiten Sehneckenpresse oder einer ähnlichen Vorrichtung kann dann der Stoff wieder auf so hohe Dichte gebracht werden, dass er
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Verfahren, Zellstoff oder andere Faserstoffe in hoher Stoffkonzeutration zu bleichen (worunter hier eine solche verstanden wird. die erheblich ber der im Bleiehholländer gewöhnlich verwendeten, etwa 6-8So betragenden, liegt) sind bereits vorgeschlagen worden.
Indessen gehen alle diese Verfahren von dem Gedanken aus, dass es notwendig sei, den zu bleichenden, in hoher Konzentration befindlichen Stoff im Turm oder in ändern für solches Bleichen geeigneten Behälter während des ganzen Bleichvorganges mit dem Bleichmittel energisch zu verrühren. Demgemäss verwenden diese Verfahren auch entsprechende mechanische Vorrichtungen, wie i-tarke Rührfmne. die a, n einer mit einer gewissen Geschwindigkeit rotierenden Welle sitzen, und ähnliche Vorrichtungen. Durch eine solche mechanische Bearbeitung
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Die Fasern werden verletzt, durch Reibung bilden sich aus den Faserbruchstücken kolloidale Massen (Zellstoffschleim), die für die Weiterbearbeitung des Zellstoffes zu Papier, Kunstseide oder andern Produkten sehr unerwünscht und störend sind. Es kommt hinzu, dass trotz solcher mechanischen Bearbeitung
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mässiger Stoff ist die Folge. Alles dies sind Nachteile, die sich nur bei Anwendung hoher Stoffkonzentration zeigen, und nicht zu befürchten sind. wenn der Stoff bei der üblichen niedrigeren Konzentration gebleicht wird.
Demgegenüber vermeidet nun das neue Verfahren solche mechanische Bearbeitung des Stoffes während des Bleichvorganges. Die hohle Welle mit den seitlich damit verbundenen, mit Düsen versehenen Armen dient, wie beschrieben, lediglieh zur Einführung von Luft usw. Der oben an der Welle befindliche Ausstreicher hat den Zweck, den Stoff beim Eintritt in den Turm zu verteilen, und der am unteren Ende befindliche Abstreicher (Schaber) dient dem gleichmässigen. Ausbringen des Stoffes. Dementsprechend dreht sich auch die Welle nur ausserordentlich langsam. Es tritt also keine irgendwie mechanische Bearbeitung des Stoffes ein. und der Bleichvorgang vollzieht sich in der hohen Stoffkonzentration in schonendster Weise.
Durch dieses Wegfallen der mechanischen Durcharbeitung des Stoffes wird überdies erheblich an Kraft gespart gegenüber solchen Verfahren, die sich der mechanischen
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Stunden im Turm vollzieht. mit der Bleichlauge innig vermischt worden ist. Dies geschieht in dem beschriebenen Misehapparat. und da die Mischung hier in wenigen Sekunden vor sich geht, so erleidet der Stoff selbst in diesem Apparat, der eine energische Durcharbeitung mit Bleichlauge bezweckt, auch nur eine sehr geringe mechanische Beanspruchung.
Bei der beschriebenen Behandlung wird die Luft, wie ersichtlich, von der Einfiihrungsstelle durch eine hohe Schicht von Faerstoffmasse strömen und in dieser verteilt werden. Es kann hiedurch mittels einer verhältnismässig geringen Gasmenge wirksame Lüftung erreicht werden. Bei älteren Bleichverfahren, die unter Mitverwendung von Luft durchgeführt werden, handelt es sich entweder darum. eine dünnflüssige Masse mittels eines Luftstromes in Bewegung zu halten oder nur darum, die Luft gegen die Oberfläche der Fasermasse zu blasen. Diese bekannten Verfahren sind somit von dem Vorliegenden wesentlich verschieden.
Erst mit der Ausgestaltung des Bleichverfahrens gemäss vorliegender Erfindung ist es möglich geworden, das Problem des Bleichen in hoher Stoffdichte, das an sich grosse Vorteile aufweist, praktisch in einem kontinuierlichen Arbeitsgang durchzuführen.
Auf dieser Grundlage bedeutet auch das Bleichen des Stoffes in zwei oder mehreren Stufen, von
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Fortschritt. Die Vorteile, die mit dem Bleichen in hoher Stoffkonzentration verbunden sind. werden unter diesen Umständen gleichsam verdoppelt.
Neben den schon erwähnten Vorteilen des Verfahrens ist noch hinzuweisen auf eine erhebliche Ersparnis an Bleichmitteln und an Raum zur Unterbringung der Anlage.
Der nach dem beschriebenen Verfahren gebleicht Zellstoff ist von ausgezeiehneter Beschaffenheit. Er kann auf Papier oder Kunstseide oder andere Produkte verarbeitet werden, die Zellstoff oder
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rechten Schnitt eine geänderte Ausführungsform des in Fig. 1 veranschaulichten Teiles der Anlage und Fig. 5 eine Anlage mit der Vorrichtung nach Fig. 4.
Nachstehend sei zunächst an Hand der Fig. 2 die Durchführu] g des Verfahrens bei Benutzung
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einen Eindickapparat. 3 geleitet, der eine beliebige, zum Entwässern der Masse sich eignende Vorrichtung sein kann. Die Masse verbleibt hier bis zur Erlangung des gewünschten Diehtigkeitsgrades, z. B. ungefähr 35%. Von dem Eindiekapparat 2 aus wird die Masse einem turmartig ausgebildeten Gefäss 3 zugeleitet, das als Vorratsbehälter und zum Ausgleich der zu-und abgehenden Masse (Puffer. Reservoir) dient.
Dieser ,,Ausglelehsturm" der also zur ständigen und gleichförmigen Beschickung der dahinter liegenden Teile der Anlage dient, kann durch andere ähnliche Apparate ersetzt werden. Es kann aber auch ganz wegfallen. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Ausbildung des ,,Ausgleichsturms" im allge-
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gleichbleibender Geschwindigkeit in den Misehapparat 5 gefördert. Dieser besteht zweckmässig aus einer kegelförmigen Trommel mit einem Einlauf 6 am engeren und einem Auslauf 7 am weiteren Ende. Eine Welle 10, die in geeigneten Lagern geführt und mit einer Riemenscheibe 11 versehen ist, trägt Schaufeln oder Rührstäbe 12, die um den Umfang herum verteilt sind.
Im Oberteil des Mischapparates o sind ein Bleichmitteleinlauf 9 und ein Wassereinlauf 8 vor- gesehen. Der Bleichmitteleinlauf ist an einen Verteilungskasten 13 für das Bleichmittel angeschlossen. der über dem Mischer J angeordnet und mit einem Einlauf 14, einem Auslauf 1. 5 und einem Überlauf 16
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leitung 19, die zu einem Messkasten 20 führt und mit einem Regelventil 21 versehen ist.
Der 1Iesskasten 20 ist eine an sich bekannte Einrichtung und dient dazu, der Rohrleitung 22 das Bleichmittel in genau abgemessenen Mengen zuzuführen. Diese Rohrleitung verbindet den Bleichmitteleinlauf 9 mit dem Mischer 5, so dass das Bleichmittel der Masse zugesetzt wird, wenn sie den Mischer erreicht. An die Wasserzuführung ist durch eine Rohrleitung 24 ein Wasserverteilungskasten 23 mit Überlauf 2J angeschlossen, von dessen anderem Ende eine Rohrleitung 26 zu einem 1Iesskasten 27 führt. diesen wieder mit dem Wassereinlauf 8 am Mischapparat 5 durch die Leitung 20 verbindend, so dass das Wasser der Masse gleichmässig zugeführt wird. Die Temperatur des Wassers wird den Erfordernissen
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Am Boden jeden Turmes ist gerade unter dem Trichterboden ein Spritzrohr 50 angebracht, das die Arbeit des Schaberarmes 58 beim Entfernen der Masse aus dem Bleichturm unterstützt.
Die gründlich mit Bleichmittel und Wasser durchmischte Masse strömt ständig in den Bleichturm nach, in demselben Verhältnis, in dem sie nach der Bleiche vom Schaber am Boden des Apparates herausgedrängt wird, so dass der Turm in passender Höhe gefüllt ist.
Die hohle Welle 45 dient zur Zuführung der Luft zum Mundstück 53, das sich etwas unterhalb der Mitte des Turmes befindet, also in ziemlicher Höhe über dem Boden. Wenn der Bleichturm eine Höhe von beispielsweise etwa 7 m hat, wird also die über der Luftzuführungsstelle liegende Stoffschicht eine Höhe von über 3 m haben. Wie schon bemerkt, dreht sich das Mundstüek mit der Welle, so dass eine ständige Durchlüftung der Masse erreicht wird, d. h. die Masse wird während der ganzen Zeit, in der sie sich im Turm befindet, ständig von der Luft durchströmt.
Die Masse befindet sich in ständiger Bewegung vom oberen Ende bis zum Boden des Turmes, doch ist die Bewegung langsam genug, um eine gute Wirkung von Bleichmittel und Luft zu gestatten.
So gelangt die Masse schliesslich zur Rinne 35 mit Auslauföffnung 33, durch die sie unter Mitwirkung von Heisswasser aus dem Spritzrohr 60 aus dem Turm herausbefördert wird.
Fig. 3 zeigt die Ausführung des Bleichvorganges in zwei Stufen, in der ersten Stufe mit hoher und in der zweiten mit niedrigerer Dichte. In dem gezeichneten Ausführungsbeispiel bezeichnet 1 den Zufuhrkanal für die ungebleichte Masse, der zu einem Eindickapparat 2 führt, von wo sie zu einem "Ausgleichsturm" 3 und in einen Mischapparat 5 und von diesem in einen Bleichturm 30 gelangt, danach in einen Waschapparat 36 und schliesslich zu dem Mischapparat 37. Bis hieher entspricht das Verfahren genau dem vorbeschriebenen. Nun aber wird die teilweise gebleicht Masse, anstatt in einen zweiten Bleichturm zu gehen, in einen Apparat 75 von beliebiger Art gebracht, wie er zum Bleichen mit niedrigerer Dichte geeignet ist, und der z. B. ein Bleichholländer sein kann, und hier fertig gebleicht.
In Fig. 4 und 5 sind Bleichtürme mit rechtwinkligem Querschnitt und mit stillstehenden Luftzuleitungsrohren veranschaulicht. Hier ist das Luftzufuhrrohr mit einem Verteilungsrohr 61 verbunden, von dem aus Röhren 62 sich hinunter in den Turm 63 erstrecken. Diese Röhren sind gelocht wie bei 64 ersichtlich ist, und bilden Mundstücks zur seitlichen Verteilung der Luft in der im Turm befindlichen Masse.
Die Masse, die vom Mischer kommt, wird im vierkantigen Turm gelüftet, und ihre Bewegung zu der Rinne 65 wird durch die Spritzwirkung vom Mundstück 66 aus sowie durch die umlaufenden Bodenroste 67 unterstützt. Die Masse wird erforderlichenfalls in den kombinierten Wasch-und Eindiekapparat 69 geführt, der mit dem Mischer verbunden ist. Dieser steht seinerseits wieder mit dem Turm 70 in Verbindung, der von ähnlicher Art wie der Turm 63 ist.
Es können sich noch beliebig viele der hier beschriebenen Apparate anschliessen, und das Verfahren kann in seinen verschiedenen Stufen so oft wiederholt werden, bis ein befriedigendes Ergebnis erzielt worden ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Bleichen von Zellstoff oder ähnlichen Faserstoffen, bei welchem die mit Bleichmittel versetzte Faserstoffmasse in konzentriertem, nicht dünnflüssigem Zustand der Einwirkung von Luft oder ähnlich wirkendem Gas ausgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserstoffmasse, welche über 8%, aber vorzugsweise etwa 18-25% Faserstoff enthält, ohne Umrührung durch einen turmähnlichen Bleichraum bewegt wird, indem das zur Verwendung kommende, das Bleichen befördernde Gas hiebei in die Masse eingeleitet wird und durch eine verhältnismässig hohe Schicht der Masse getrieben wird.