DE193199C - - Google Patents

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DE193199C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C11—ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11D—DETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D3/00—Other compounding ingredients of detergent compositions covered in group C11D1/00
    • C11D3/48—Medical, disinfecting agents, disinfecting, antibacterial, germicidal or antimicrobial compositions

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  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 3CU. GRUPPE
Dr. RUDOLF REISZ in CHARLOTTENBURG.
Zusatz zum Patente 154548 vom 26. Juni 1902.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 8. November 1903 ab. Längste Dauer: 25. Juni 1917.
Nach den Patenten 154548 und 157385 werden leicht resorbierbare medizinische Seifenpräparate erhalten, die Salizylsäure, Benzoesäure, leicht spaltbare Ester usw. ohne Zer-Setzung aufnehmen. Der gleiche Erfolg läßt sich auch durch ein abgeändertes Verfahren erreichen, das besonders den Vorzug besitzt, weit gleichmäßigere Produkte zu liefern. Es beruht darauf, daß Gemische von Fettsäuren und Kohlenwasserstoffen mit einer zur vollkommenen Sättigung der vorhandenen Menge Fettsäuren ungenügenden Menge einer Hydroxyd- oder Karbonatlauge eines fixen Alkalis behandelt werden, worauf dem entstandenen Seifengemisch das mit der Lauge zugesetzte und bei der Verseifung entstandene Wasser entzogen wird. Es entstehen dadurch saure Seifen, die in statu nascendi von dem gegenwärtigen Kohlenwasserstoff in solcher innigen Form aufgenommen werden, daß sie unter anderem eine klare Schmelzbarkeit besitzen. Sie vermögen reichliche Mengen medikamentöser Stoffe, wie Salizylsäure, leicht zerfallende Ester usw. aufzunehmen, ohne zersetzt zu werden.
Diese neuen Seifenkörper des Verfahrens unterscheiden sich wesentlich von den bisher in der Seifentechnik angewandten sauren oder angesäuerten Seifen sowie von den in Kohlen-Wasserstoffen gelösten sauren Ammoniakseifen. Die ersteren (vgl. Seifensieder-Zeitung 1902, zweite Hälfte, S. 894 Spalte 2, S. 912 Spalte i, 2) betreffen den Zusatz freier Fettsäuren zu Waschseifen, um dadurch die in wäßriger Lösung der Seife beim Waschen entstehenden basischen Seifen möglicherweise abzustumpfen, sie bezwecken aber nicht die innige Verbindung von Seifen mit einem Kohlenwasserstoff zur Erzielung einer neuen Salbengrundlage von den obigen neuen Eigenschäften. Das Gleiche gilt von den Verfahren, wie sie in den deutschen Patentschriften 89145, Kl. 23 und 87274, Kl. 8 und in der britischen Patentschrift 23995 v-J- J^94 beschrieben sind ; denn in den beiden erstgenannten Patentbe-Schreibungen wird ein wesentlicher Wassergehalt unmittelbar gefordert zur Gewinnung von Wasch- bzw. Textilseifen. Ob also die Seifenmischungen zu trocknen sind oder gar, wie im vorliegenden Falle, vollkommen von Wasser zu befreien sind, ist sehr erheblich. Außerdem liegt schon in der Anwendung von hochsiedenden konsistenten Kohlenwasserstoffen einerseits und dem Petroleum anderseits ein gewaltiger Unterschied. Nirgends in der Technik und noch viel weniger in der Medizin werden diese Stoffe als gleichartig angesehen; denn sie gelten ihrem Zweck undihrer Wirkung nach als grundverschiedene Körper. Nun aber geht aus diesen drei Patentschriften hervor, daß sie medizinische Präparate nicht zum Gegenstand haben. Das Verfahren der Erfindung enthält also drei gänzlich neuartige Kennzeichen: Wasserfrei-
heit, Anwendung hochsiedender konsistenter Kohlenwasserstoffe, völlig verschiedenartigen Verwendungszweck und Verwendungsweise. Das Gleiche gilt von den medizinischen Seifen Eichhoffs (vgl. Eichhoff, Über Seifen, 1889, S. 17, unter 3, S. 21, Abs. 3), dessen Verfahren ebenfalls die Beseitigung der ätzenden basischen Seifen in der wäßrigen Lösung der Seifen zu erreichen sucht. Auch die als Vasogene bekannt gewordenen Ammoniakseifen, die überschüssige Fettsäuren enthalten, kennzeichnen sich . als von denjenigen des vorliegenden Verfahrens verschiedene Produkte; denn es ist eine bekannte Tatsache, daß sie außerordentlich leicht zersetzlich sind und daß ihnen Salizylsäure nur in sehr beschränkten Mengen einverleibt werden kann. Dies geht unter anderem auch hervor aus: Pharmazeutische Zeitung, Jahrg. 1902, S. 1032 und 1903 S. 941 (Linogenum salicylicum); dort werden die sich ausscheidenden Zersetzungsprodukte (Ammoniumsalizylat) durch Zusätze von Äther, Alkohol o. dgl. in Lösung gehalten. Es zeigte sich, daß im Gegensatz zu dem sonst vielfach sehr ähnlichen Verhalten von Ammonium- und fixen Alkalisalzen bei den Verbindungen der vorliegenden Art zwischen diesen ein außerordentlich großer Unterschied besteht, wie auch in der Technik Ammoniak- und Alkaliseifen streng auseinander gehalten werden. Während die fettsauren Salze der fixen Alkalien durch Salizylsäure und andere Säuren gleicher Stärke bei Abwesenheit von Wasser nicht zersetzt werden, ist dies bei den Ammoniakseifen der Fall. Es hat sich sogar ergeben, daß möglichst neutrales Ammoniumoleinat eine so lose Verbindung ist, daß ζ. Β. schon dessen Gemisch mit neutraler Kaliölseife Ammoniak entwickelt. Ferner aber ist die Entfernung des Wassers aus Ammoniakseifen nicht möglich, da sie bei der dazu nötigen hohen Temperatur selbst zerfallen.
Die Wirkung der sauren Seife in den Produkten vorliegender Erfindung betätigt sich in zweierlei Weise. Zunächst ist deren überschüssige Fettsäure die Vermittlerin zwischen der neutralen Seife und dem Kohlenwasserstoff. Durch einen genügenden Uber-
schuß oder aber eine genügend starke Übersäuerung kann die Seife im Kohlenwasserstoff unmittelbar gelöst werden. Ferner aber tritt im vorliegenden' Falle als für Salbengrundlage wichtig hinzu, daß die in der sauren Seife enthaltene überschüssige Fettsäure die zersetzenden Eigenschaften anderer zugesetzter saurer medikamentöser .Körper weiter stark zurückhält und so die Zersetzung der Seife in vollkommenster Weise verhindert. Ist z. B. die Entwässerung eines nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Salbengrundkörpers aus einer übersäuerten Ölsäurekaliseife und A^aselin durch Erhitzen soweit geführt, daß sich die überschüssige ölsäure in ihr Anhydrid verwandelt hat, so wird z. B. hinzugesetzte Salizylsäure von dieser als Ester gelöst, indem an Stelle des Wassers Salizylsäure in die Struktur der Ölsäure eintritt. Über ähnliche Vorgänge befinden sich auch in der Literatur Angaben, z. B. zwischen Ölsäure und Kresol (vgl. Aufrecht, Pharm. Zeitung 1905', S. 538, 539). Der im vorliegenden Falle durch die Erhitzung erzielte Effekt ist also notwendigerweise demjenigen gemäß dem Verfahren des Patentes 154548 nicht gleichzustellen, da das Produkt infolge der Gegenwart übersäuerter Seife anders geartet ist.
Zwecks Ausführung .wird z. B. folgendermaßen verfahren: Eine verflüssigte Mischung aus je 100 Teilen Ölsäure und Vaselin wird mit 40 Teilen 33prozentiger Kalilauge nach ■ und nach versetzt und das entstandene Produkt so lange bis etwa 1300 C. erhitzt, bis alles Wasser entwichen ist. An Stelle dieser starken Hitze kann mit Vorteil eine Behandlung im Vakuum bei entsprechend niedriger Temperatur zur Anwendung gelangen.
Dieser Salbengxundlage werden nach längerem Stehen die gewünschten medikamentosen Stoffe, z. B. Salizylsäure,. Ester, zugesetzt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Abänderung des durch die Patente 154548 und 157385 geschützten Verfahrens zur Herstellung leicht resorbierbarer Salbenseifen mit Seifen zersetzenden Arzneimitteln, dadurch gekennzeichnet, daß Gemenge aus Vaselin, Paraffin oder ahnliehen hochsiedenden Kohlenwasserstoffen und Fettsäuren mittels zur Absättigung der Säuren nicht ausreichenden Mengen von Alkalilauge verseift werden, das Ganze dann durch Erhitzen völlig entwässert und darauf in geeigneter Weise mit dem medikamentösen Stoff versetzt wird.-
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