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Strickmaschine zum Herstellen eines Gestricks mit eingezogenen Noppen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Strickmaschine zum Herstellen eines Gestrickes
mit eingezogenen Noppen und gibt insbesondere ein Verfahren an, um ein Gestricke
bei seiner Herstellung mit einer Farbstreifung zu versehen, indem während des Strickvorgangs
in das Gestric eine vorherrschende Gruppe dunkler Fasern eingeführt und ohne Unterbrechung
des Strickvorgangs in dem Gestrickehellere Fasern verteilt werden, um eine strähnige
Musterung des fertigen Gestricks zu erreichen. Diese Gestricke können anschliessend
geschnitten und zu PerUcken verarbeitet werden, wie es in der USA-Patentschrift
5. 199 516 (10. August 1965) beschrieben ist.
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Die hauptsächliché Verbesserung, die die Erfindung gegenüber dem bekannten
Verfahren bietet, ist darin zu sehen, dass die Zuführung des Kammzugs und die Nadelsteuerung
in der Zone verbessert ist, wo der Kammzug, dessen Farbe von der der anderen Kammzug
der Maschine abweicht, abgenommen wird.
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er die-Strähnigkeit herbeiführende Kammzug wird hauptsächlich impulsartig
der Kardeneinrichtung durch eine selbstän--dig geregelte Zuführungseinrichtung zugeleitet,
die unabhängig von den anderen Kardeneinrichtungen arbeitet, welche die vorherrschende
Kammzugfarbe liefern, und unabhängig von dem Antrieb des Rundßtrickstuhls.
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Die Erfindung wird nachstehend genauer beschrieben und in den Patentansprüchen
definiert.
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Die Zeichnungen, in denen gleiche oder einander entsprechende Bauteile
mit den gleichen Bezugsseichen versehen sind, zeigen folgendes: Fig. 1 eine perspektivische
Ansicht einer Wildman-Jacquard-Maschine mit der veränderten Karden- und Nadelsteuerungsmechanik
nach der Erfindung; Fig. 2 eine Draufsicht auf eine Wildman-Jacquard-Maschine mit
normaler Kardenzuführung zu einer Wildman-Jacquard-Maschine, wobei die zweite Karde
erfindungsgemäss verändert iet; Fig. 9 eine perspektivische Ansicht der Eardenmechanik
in erfindungsgemässer Konstruktion; Fig. 4 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemässe
Bandfördereinrichtung für die Eammzugfuhrung; Fig. 5 einen Teil einer perspektivischen
Ansicht der Nadelsteuerung gemäß der Erfindung; Fig.$6 eine perspektivische Ansicht
des Nadel-Steuernockens und des zugehörigen Betätigungasolenoids gemäss der Erfindung;
Fig.
7 eine schematische Darstellung des Arbeitsablaufs an der strähnenbildenden Karde
und der*Nadelsteuerung; Fig, 8 ein Zeitdiagramm des Arbeitspiels gemäss Fig. 7;
Fig. 9 eine Photographie des erfindungsgemäss hergestellten Gestrickes, wenn nur
die Hardenzufuhrung erfindungsgemäss yerändert ist; Fig. 10 eine Photographie des
erfindungsgemäss hergestellten Gestrickes, wenn Kardenzuführung und Nadelsteuerung
erfindungsgemäss koordiniert sind, In den Zeichnungen ist eine übliche Wildman-Jacquard-Rundstrickmaschine
mit 10 bezeichnet; sie strickt einen Gestricke schlauch 11, in den gleichzeitig
mit der Maschenbildung Fasern eingestrickt sind, die nach einer Seite des Gestrickes
hervortreten; diese Fasern werden den Nadeln der Rundstrickmaschine durch ein Abnehmerband
12 zugeleitet, das die Fasern aus einem üblichen Kardenzylinder 13 herausnimmt.
Der Kardenzylinder 13 und das Abnehmerband 12 werden durch Ketten 14 und 15 angetrieben,
die ihrerseits in der üblichen bekannten Weise von der Rundstrickmaschine angetrieben
werden.
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Radial nach aussen springt von der Rundstrickmaschine 10 eine Tragplatte
16 vor, auf der ein Motor 17 steht, der über eine Kupplung 19 ein Untersetzungsgetriebe
18 antreibt. Vom Getriebeabgang her wird eine Welle 20 angetrieben, die eine Welle
21 in Drehung versetzt, die ihrerseits zwei Endlosförderbänder 22, 23 antreibt,
welche Fasern aus dem Kammzug A auf den Haupt-Kardenzylinder 13 übertragen.
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Der Motor 17 ist ein Dreiphasenmotor, der aus einer Versorgungsleitung
24 gespeist wird, in der eine Zeitsteuerungseinrichtung 25 liegt; von dort läuft
die Leitung 24 zum Netz.
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Die Zeitsteuerung ist als übliche Taktgebersteuerung ausgeführt, die
so eingestellt werden kann, dass sie einen Stromkreis eine bestimmte Zahl von Sekunden
während einer Minute schliesst; z. B. kann die von dem Taktgeber hervorgerufene
Steuerung den Stromschluss während 0,4 Sekunden innerhalb von 4,25 Sekunden bewirken.
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Bei erregtem Steuerkreis wird huber die Leitung 26, 24 dem Motor 17
Spannung zugeführt; der Motor 17 treibt das Getriebe 18 an, so dass die Kette 20
die Endlosförderer 22, ?3 bewegt, wodurch Fasern aus dem Kammzug A. auf die Nadeln.
des Kardenzylinders 13 gelangen; die Fasern werden auf das Abnahmeband 12 uebertragen
und dann den Nadeln der Rundstrickmaschine übergeben, wie es in der schon genannten
USA-Patentschrift 3.199,516 beschrieben ist.
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Die Karden 27, 29 (Fig. 2) führen einen Kammzug von dunkler Tönung
heran; die Fasern dieser Kammzüge werden an die Nadeln der Rundstrickmaschine abgegeben,
und da mehr als ein Kammzug mit dunkler Farbtönung vorgesehen ist, wird ein Gestricke
mit haarartiger Oberfläche in überwiegend dunkler Farbtönung hergestellt; die den
Gegenstand der Erfindung bildenden Karden 28 und 38 führen demgegenüber Fasern aus
dem Kammzug A heran, die heller getönt sind und die demnach ein Gestricke hervorrufen,
das Strähnen aus heller getönten Fasern eingeschaltet erhält, weil der Motor, der
die Endlosförderer 22, 23 antreibt, welche Fasern an die Karden 28 und 38 liefern,
intermittierend arbeitet. Die Karden, die gleichartige Fasern liefern, sind, wie
in Fig. 2 dargestellt, am Umfang einander gegenübergestellt.
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Aus den Fig. 2, 5 und 6 geht hervor, dass neben der obenbeschriebenen
impulshaften Zuführung von Kammzug zur strähnenbildenden Karde erfindungsgemäss
eine Steuerung der Nadeln vorgesehen ist, wozu ein Nocken 30 dient, der auf einer
hin und her gehenden Welle 31 festgekeilt ist, die in einer Lagerung
32
auf der Tragplatte 33 aufgenommen ist. Ein Hebelarm 34 bewegt die Welle 31 und damit
den Nocken 30 hin und her. Der Hebel 34 wird von einem Solenoid 35 betätigt, dessen
Anker 36 sich entsprechend der Erregung der Solenoidwirkung auf und ab bewegt. Aus
der Draufsicht in Fig. 2 ergibt sich, dass der Solenoid 35 auf der tragplatte 33
am, Maschinenumfang unmittelbar vor der strähnenbildenden Karde steht. Der Solenoid
liegt in einem elektrischen Kreis mit der Zeitsteuerung 25 (Leitung 37), und Fig.
7 zeigt, dass die zeitliche Steuerung der Impulse zu dem Solenoid 35 über die Steuerung
25 erfolgt, und zwar in der Weise, dass der Motor 17 so erregt wird, dass eine Zuführung
von strähnenbildenden Kammzugsfasern durch den Endlosförderer 22, 23 während einer
Periode von 0,4 Sec. erfolgt. Der Solenoid 35 wird dann erregt und hebt den Nocken
30 an, so dass ein Hindernis entsteht, welches die Nadelfüsse 36 die schräge Fläche
hinauftreibt, bevor die strähnenbildenden Fasern auf die Stricknadeln gegeben werden.
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Der Endlosförderer 22, 23, der die Fasern des Hauptnoppens von den
Karden 27 und 29 auf das Gestricke gibt, läuft mit einer Umfangsgeschwindigkeit
von 9,7 ft/min (2,95 m/min) bei einer Rundstrickmaschine, deren Nadelzylinder mit
19 oder 20 Umdrehungen pro Minute auf einem 23-Zoll-Zylinder (58,4 cm Durchmesser)
umläuft; dieser Förderer arbeitet kontinuierlich. Die Umfangsgeschwindigkeit des
Förderers für die Karde 28 oder 38 beträgt ungefähr 59 ft/min (18 m/min); da jeder
dieser Förderer aber nur 5,5 sec lang während jeder Minute durch den Motor 17 angetrieben
werden, macht ihre Förderleistung nur insgesamt 5,4 ft (1,65 m) aus im Vergleich
zu den 9,7 ft Je Minute (2,95 m je Minute) für die Karden 27 und 29. Das hat zur
Folge, dass das Gestricke ungefähr 36 %0 helle Fasern gegenüber 64 % dunklen Fasern
aufweist, wenn die Zeitsteuerung gemäss Fig. 8 angewandt wird. Wir betreiben die
Zeitsteuerzyklen ausser Phase gegenüber der Zeit
für einen Nadelzylinderumlauf.
Zum Beispiel läuft der Nadelzylinder mit 20 Umdrehungen pro Minute, d. h. eine Umdrehung
erfördert 3 Sekunden. Der Zeitsteuerzyklus für die Strähnenzuführung liegt entweder
bei etwa 4,4 sec oder bei etwa 2,4 sec, Bei einem Zeitsteuerzyklus von 3 sec wird
eine Folge horizontaler Streifen erzeugt, die einer über den anderen fallen. Wenn
andererseits eine Zeitgewählt wird, die nicht ein ganzzahliges Vielfaches oder einen
ganzzahligen Bruchteil der Umdrehungszahl des Nadelzylinders ausmacht, weisen die
Einschüsse eine mehr zufällige Verteilung auf. Nähert sich der Zeitsteuerzyklus
stark den 3 Sekunden, so ergibt sich eine sehr geringe Verschiebung der aufeinanderfolgenden
Einschüsse.
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Beim Anlaufen'der Maschine ergibt sich zweierlei: (1) Der Nadelzylinder
beginnt umzulaufen, der Strickvorgang beginnt an allen Fadeneinlaufstellen und die
die dunkleren Fasern führende Karde beginnt in üblicher Weise Fasern an die Nadeln
abzugeben. Auch die Abnahmeeinrichtung und der Hauptzylinder der Karde mit helleren
Fasern beginnt zu laufen; die Förderrollen, die den hellen, strähnenbildenden Kammzug
an die Karde fördern, werden von diesem Mechanismus nicht in Betrieb gesetzt. (2)
Die Zeitsteuerung 25 schaltet sich ein und setzt den Motor 17 in Bewegung, der die
Endlosförderer 22, 23 der strähnenbildenden Karde antreibt. Nach einem Betrieb von
nur 0,4 sec wird abgeschalt,et und bleibt 4 seo lang abgeschaltet.
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Eine zweite Zeitsteuerung in dem Zeitsteuerungskreis 25, die von der
ersten Zeitsteuerung indirekt angeregt wird, erregt einen Solenoid, der eine unmittelbar
vor der strähnenbildenden Karde liegende Nadelgruppe anhebt. Diese Nadeln werden
angehoben, nachdem der Endlosförderer 22, 23 die Zuführung der hellen, strähnenbildenden
Fasern zur Karde begonnen hat.
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Wir haben die Zeitateuermngen so abgestimmt, dass gerade dänn,
wenn
die Zuführungsrollen 22, 23 ihren kurzen Lauf von 0,4 sec Dauer geendet haben, der
Solenoid 35 erregt wird. Der Solenoid bleibt jedoch nur 0,4 sec lang erregt und
hebt nur etwa 45 Nadeln an. Die angehobenen Nadeln ergreifen die Fasern in der Abnehmereinrichtung,
und es wird ein Haufen aus.
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hellen, strähnenbildenden Fasern gebildet. Der Solenoid 35 wird erst
wieder erregt, wenn die erste Zeitsteuerung anläuft und ihrerseits die zweite Zeitsteuerung
einschaltet. Die Aufeinanderfolge der beschriebenen Schritte ist am deutlichsten
durch das Bild des Arbeitsspiels nach Fig. 7 dargestellt.
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Das verzögerte Relais, das die zweite Zeitsteuerung einschaltet, ist
erforderlich, um der zweiten Zeitsteuerung Strom zuzuführen, wenn die erste Zeitsteuerung
abschaltet. Dieses verzögerte Relais ist als pneumatisches Bauelement ausgeführt,
das so eingestellt ist, dass etwa eine Sekunde nach dem Abschalten des Erregerstroms
Strom geliefert wird. Die gestrichelte Linie zwischen "ENERGIE FÜR AUSGANGSLEITUNG
F2R VERZÖGERTES RELAIS" und "VERZÖGERTES RELAIS" zeigt die Anwesenheit einer Energie
an, Qie Strom liefert, so lange der pneumatische Schalter geschlossen bleibt.
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Der aus der Wildman-Jacquard-Maschine 10 herauskommende Gestrickeschlauch
11 wird dann aufgeschnitten und zu einem grossen Gestricke ausgebreitet, das dann
in Abschnitte zum Herstellen von Perücken zerschnitten wird, die strähnig erscheinen,
wie es bei menschlichem Haar vorkommt, in dem manche Locken vorzeitig ergraut sind
oder eine gegenüber der eigentlichen Haarfarbe abweichende Haarfarbe aufweisen.
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In den das Gestricke darstellenden Fig. 9 und 10 ist 40 die Rückseite
eines Gestrickes, das nach einem Merkmal der Erfindung gestrickt worden ist, wobei
nur eine intermittierende Kammzugzuführung erfolgt ist. In Fig. 9 wurden alle Nadeln
vor dem Eintreffen an der Karde angehoben. 41 bezeichnet den Gestrickeuntergrund,
und die horizontal laufenden Streifen 42 sind die strähnenbildenden Fasern. Die
Fasern 42 liegen in
der Flächenmitte dicht und laufennach den Seiten
der Flächenmitte hin aus.
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Werden nebeneinander die impulsartige Zuführung von Kammzug und gleichzeitiges
Anheben nur einer bestimmten Nadelgruppe vor dem Eintreffen an der Karde ausgeübt,
so entsteht ein schärfer konturiertes Gestricke 45 mit schärfer darin definierten
strähnenbildenden Fasern 46, in dem schärfer konzentrierte Bündel strähnenbildender
Fasern 47 liegen, die sich schärfer reihenweise über eine begrenzte Zahl von Maschen
erstrecken, wodurch ein Gestricke erzeugt wird, das besonders gut brauchbar für
die Herstellung von Strähnen aufweisenden Perücken ist.
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Das Gestricke nach Fig. 9 ist in Reihen und in Maschenrichtung über
eine grössere Fläche mit Noppen versehen und ähnelt einem gemischten Gestricke,
das nicht so sehr für die Herstellung von Perücken, sondern mehr für Bekleidungszwecke
geeignet ist, wie sich aus den obengenannten Patentschriften ergibt.
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Das Gestricke 45 stellt mit seinen scharf definierten Zonen 48 strähnig
angeordneter Fasern ein ausgezeichnetes Gestricke für Perücken dar, das dem Aussehen
natürlichen Frauenhaars, das vom Friseur sträbnig verfärbt worden ist, erheblich
näher kommt.
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Es sei darauf hingewiesen, dass, wie in der erwähnten usA,-Patentschrift
3.199.516 angegeben, das nach der obigen Beschreibung hergestellX Gestricke mit
dem Strähneneffekt auch für andere Artikel verwendet werden kann, etwa für Bärenfelldecken
und Bekleidungsmaterial, bei denen der Strähneneffekt verlangt wird.