DE19166C - Neuerungen an feuersicheren Theatervorhängen - Google Patents
Neuerungen an feuersicheren TheatervorhängenInfo
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- A62—LIFE-SAVING; FIRE-FIGHTING
- A62C—FIRE-FIGHTING
- A62C2/00—Fire prevention or containment
- A62C2/06—Physical fire-barriers
- A62C2/18—Sliding dampers
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- Curtains And Furnishings For Windows Or Doors (AREA)
Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 37: Hochbauwesen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Januar 1882 ab.
Das Niederlassen der 'schweren, feuersicheren Vorhänge, welche bei ausbrechenden Bühnenbränden
das Prosceniumsportal zu schliefsen und dadurch Bühne und Zuschauerraum von
einander zu trennen haben, erfolgt bis jetzt mittelst einer Reibungsbremse an der Auszugsvorrichtung des Vorhanges, und kann deshalb
nur von einem einzigen Platze, nämlich dem Standpunkt der Winde aus, bewirkt werden,
wobei die Einwirkung auf die letztere so lange zu dauern hat, bis der Vorhang gänzlich herabgelassen
ist.
Der Hauptzweck der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, das Niederlassen solcher
Vorhänge von verschiedenen Punkten der Bühne und des Zuschauerraumes aus, und zwar durch
blofses einmaliges Anziehen eines Handgriffes zu veranlassen und Vorsorge zu treffen, dafs
der infolge dessen ohne jedwede fernere Beihülfe sinkende Vorhang gegen das Ende seiner
Abwärtsbewegung genügend verzögert werde, damit er sich nicht mit heftigem Stofs auf die
Bühne aufsetzen kann. Gleichzeitig soll sich der Vorhang an seinen Rändern selbstthätig abdichten.
Der angegebene Zweck soll dadurch erreicht werden, dafs auf eine Getriebwelle der zum Heben
des Vorhanges dienenden Winde ein entsprechend grofser Windfang W, Fig. 1 und 2, entweder
fest oder lose aufgesetzt wird. Im ersteren Falle müssen sich die Flügel des Windfanges
um Gelenke umlegen lassen, damit der Windfang beim Heben des Vorhanges kein Hemmnifs
bilden kann; im letzteren Falle mufs durch irgend eine Sperrklinkenkupplung K, Fig. 1
und 2, der Windfang W so mit der Welle verbunden werden, dafs er beim Heben stehen
bleiben kann, während er beim Sinken des Vorhanges zur hemmenden Rückbewegung gezwungen
ist, dafs sonach mit der Rückdrehung des Windfanges zugleich das Sinken des Vorhanges
gehindert ist. Zur Sperrung des Windfanges dient entweder ein um eine Achse sich
drehender Fanghebel F mit Ueberfallgewicht, Fig. ι und 4, oder ein verschiebbarer Stift S,
Fig. 3, oder eine bewegliche Stütze T, Fig. 3, an die sich der Windfang,, welcher sich beim
Sinken des Vorhanges in der Richtung des Pfeiles, Fig. 1 und 3, dreht, anlegt.
Das Entfernen der Sperrvorrichtung hat das Sinken des Vorhanges zur Folge. Um dies
von verschiedenen Punkten der Bühne und des Zuschauerraumes zu ermöglichen, sind nach
denselben von der Sperrvorrichtung aus Drahtoder Kettenzüge (ähnlich Glockenzügen) geleitet.
In Fig. 6 und 7 ist die Anordnung solcher Züge, welche nach verschiedenen, sowohl
innerhalb der Bühne als im Zuschauerraum links und rechts gelegenen Punkten führen, angegeben;
der Draht A ist mit der Zugkette Z, Fig. ι, an der Winde selbst verbunden. Anziehen
in der Pfeilrichtung, Fig. 6 und 7, an irgend einem Zuge bewirkt das Auslösen der
Sperrung. Die Züge selbst sind nicht zugänglich, nur-das mit einem Handgriff versehene
Ende jedes Zuges kann erfafst werden, nachdem eine Glasscheibe, hinter welcher der Griff
liegt, zertrümmert wird.
Statt der Draht- oder Kettenzüge können auch elektrische Auslösungen zur. Anwendung
gelangen.
Der gröfste Theil des Vorhanggewichtes wird durch Gegengewichte G G, Fig. 5, ausbalancirt.
Zum Heben dienen die Drahtgurte DD,
Fig. S, welche sich über einander auf die Rolle R auflegen und die Gurte D1 , welche einerseits
auf die mit R verbundene Rolle R1, andererseits
auf die Trommel der Winde, Fig. 1, aufgewickelt sind. Beim Sinken des Vorhanges verringert
sich der. wirksame Durchmesser der Rolle R und der Windentrommel, während sich
der Durchmesser von R1 vergröfsert.
Dieser Aenderung in den Uebersetzungsverhältnissen entspricht eine Verzögerung der Abwärtsbewegung
des Vorhanges. Schliefslich sind die Gurte DD von R ganz abgewickelt, und
da ihre Befestigungspunkte auf R einander gegenüber liegen, so halten sich ihre Spannungen
das Gleichgewicht und der Vorhang bleibt schliefslich frei hängen, ohne dafs sich
seine Unterkante auf die Bühne selbst aufzusetzen braucht.
Als besondere Sicherheitsvorrichtung ist noch an der Winde eine selbstthätige Bandbremse
angebracht. Wenn beim Sinken des Vorhanges die Gurte D1, Fig. 1, sich von der Windentrommel
abwickeln, so nähert sich den letzteren die an dem Gurt anlaufende Laufrolle L, die
von einem Arm des mit einem Gewicht belasteten Bremshebels H getragen wird; dieser
sinkt und zieht das Bremsband B immer mehr und mehr an. Vor dem Aufwinden des Vorhanges
wird der Bremshebel gehoben und arretirt, der Arretirungsstift wird durch den freiwerdenden Windfang abgezogen.
Neben dem beweglichen Vorhang hinter der Prosceniumssofitte wird stets noch ein fester,
kurzer Vorhang angebracht (Sofitte). Wird diese Sofitte etwas schräg gelegt, Fig. 8, so legt sich
die Kopfleiste des Vorhanges V an dieselbe dicht an. Im letzten Theil der Abwärtsbewegung
des Vorhanges gelangen überdies Keilstücke, welche an seinen Rändern auf der Bühnenseite angebracht sind, gegen die an der
Prosceniumsmauer festgelagerten Rollen PP, Fig. 8. Dadurch wird der in einem Falz laufende
Vorhang nach vorn gedruckt und auch seitlich abgedichtet.
Claims (5)
1. Die Anwendung eines Windfanges (event. Ventilators) bei der Hebevorrichtung des
Vorhanges als selbstthätige Bremse.
2. Das Freimachen der Sperrvorrichtung des Windfanges durch Draht-, Seil- oder Kettenzüge
oder durch elektrische Auslösungen von verschiedenen Punkten der Bühne und des Zuschauerraumes.
3. Die Anwendung derDoppelzwischenrollei?./?,,
Fig. 5, und der selbsttätigen Bandbremse.
4. Das Schräglegen der feuersicheren Prosceniumssofitte.
5. Die Anbringung von Keilen und Rollen zum Andrücken des Vorhanges gegen beiderseits
angebrachte Schlagleisten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19166C true DE19166C (de) |
Family
ID=296000
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT19166D Active DE19166C (de) | Neuerungen an feuersicheren Theatervorhängen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19166C (de) |
-
0
- DE DENDAT19166D patent/DE19166C/de active Active
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