DE190702C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C1/00—Chemical treatment prior to tanning
- C14C1/08—Deliming; Bating; Pickling; Degreasing
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 2Sa. GRUPPE
FRANCIS JAMES OAKES in NEW-YORK.
Verfahren zum Entkalken von Häuten. Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. November 1905 ab.
Für diese Anmeldung ist bei der Prüfung gemäß dem Unionsvertrage vom
20. März 1883
die Priorität
14. Dezember 1900 auf Gfund der Anmeldung in den Vereinigten Staaten von Amerika vom 12. Dezember 1904 anerkannt.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist einmal , das Entkalken der Häute zu beschleunigen
und so zu gestalten, daß die Häute weniger leiden als bisher, ferner, die die Gewebefasern bindende Substanz vollkommener
zu lösen, so daß die Häute sich besser glätten.
Das neue Verfahren, wodurch diese Vorteile erreicht werden, besteht darin, daß die
gekalkten Häute in einem in alkoholischer Gärung befindlichen Bade aus Wasser, Schwefel
und einem Kohlehydrat, und zwar vorzugsweise Glukose, behandelt werden. An Stelle
von Schwefel kann auch jede geeignete Schwefelverbindung benutzt werden.
Das Bad, in welches die Häute hineingelegt werden, wird annähernd in folgendem Verhältnis
bereitet: 1 1J2 kg Wasser auf 2 kg
Haut, ι bis 5 Prozent des Hautgewichts an Schwefel, d. h. '/2 bis 21^2 kg Schwefel auf
150 kg Wasser, und Glukose (Sirup) in derselben Menge wie Schwefel. Die Temperatur
des Bades muß auf etwa 38 ° C. gehalten werden, und die Häute müssen von Zeit zu
Zeit in dem Bade gewendet werden, damit sie der Wirkung des Bades gleichmäßig ausgesetzt
sind. Die Häute bleiben in dem Bade so lange, bis letzteres eine bleibende
saure Reaktion zeigt, was je nach der Dicke und besonderen Beschaffenheit der Häute
kürzere oder längere Zeit erfordert.
In jedem Falle nimmt aber die Entkalkung weniger Zeit in Anspruch, als ohne den Zusatz
von Schwefel.
Entsprechend der Beschaffenheit und der weiteren Bearbeitung der Häute können die
oben angegebenen Mengenverhältnisse natürlich geändert werden, was durch Versuche
leicht festgestellt werden kann.
Bei dem neuen Verfahren wird eine alkoholische Gärung der Kohlehydrate herbeigeführt,
wodurch Äthylalkohol gebildet wird, was für die erfolgreiche Durchführung des vorliegenden
Verfahrens wesentlich ist.
In einigen Fällen kann die alkoholische Gärung infolge von in dem Bad zufällig
enthaltener Fermente spontan eintreten, in den meisten Fällen wird jedoch dem Bade
ein entsprechender Gärungserreger, insbesondere Hefe in geringer Menge zugesetzt.
Nach dem Herausnehmen werden die Häute in der gewöhnlichen Weise mit Wasser gewaschen,
worauf sie nicht allein die Schwellung verloren haben, sondern auch von den ungewünschten Kalkresten befreit sind. Sie
sind ferner weder alkalisch noch sauer und können daher ohne weitere Behandlung gegerbt
werden.
Es ist nicht möglich, die vor sich gehenden Reaktionen genau zu erklären. An- «60
scheinend werden durch dieselben verschiedene Verbindungen gebildet, und zwar aus dem
Zucker namentlich Äthylalkohol und Kohlendioxyd, während aus dem Schwefel Schwefelwasserstoff
entsteht, der vielleicht auf den Alkohol und die übrigen Gärungsprodukte in der Weise wirkt, daß Merkaptane, Äthylsulfide
und Thiosäuren, z. B. Thioessigsäure, gebildet werden, welche ihrerseits auf den
Kalk wirken und auf diese Weise lösliche Kalksalze bilden, die leicht durch Diffusion
ίο aus den Häuten entfernt werden. Die Merkaptane und Thiosäuren sind aber nur
sehr schwach sauer und wirken daher nicht schädigend auf die Hautsubstanz, worin sie
sich von den Säuren, und zwar namentlich der Essigsäure sowie von den Schwefelverbindungen,
welche bei den bekannten Verfahren gebildet werden, unterscheiden. Der Überschuß an Merkaptan und den etwaigen
Schwefelverbindungen scheint auch als ein Lösemittel auf die die Gewebefasern der
Haut bindende Substanz zu wirken, wodurch das »Fallen« der Häute herbeigeführt wird.
Durch die durch den neuen Prozeß herbeigeführte alkoholische Gärung wird gegenüber
den bekannten Verfahren die Gefahr der Zerstörung der Hautsubstanz in großem Maße
vermindert, während andererseits die nicht gewünschten und schädlichen Substanzen aus
den Häuten entfernt werden.
Es scheint auch , daß zwischen dem Kalk und der Glukose eine geringe Reaktion stattfindet,
durch welche eine kleine Menge KaIksaccharat gebildet wird. Die Anwendung
von den bisher zum Reinigen der Häute verwendeten unangenehmen, schädlichen und teuren Exkrementen wird durch das neue
Verfahren völlig überflüssig gemacht.
Claims (2)
1. Verfahren zum Entkalken von Häuten, dadurch gekennzeichnet, daß die Häute in
einem Bade aus Schwefel und einem in alkoholischer Gärung befindlichen Kohlehydrat
geweicht werden.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Kohlehydrat vorzugsweise Glukose verwendet wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE190702C true DE190702C (de) |
Family
ID=454149
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT190702D Active DE190702C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE190702C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1988010317A1 (en) * | 1987-06-16 | 1988-12-29 | Aga Aktiebolag | Process for the treatment of hides |
| EP0554216A1 (de) * | 1992-01-28 | 1993-08-04 | Ciba-Geigy Ag | Verfahren zum Pickeln und Vorgerben von Hautblössen |
| EP0554217A1 (de) * | 1992-01-28 | 1993-08-04 | Ciba-Geigy Ag | Wässrige Zusammensetzung zum Vorgerben von Hautblössen |
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| US5360453A (en) * | 1992-01-28 | 1994-11-01 | Ciba-Geigy Corporation | Process for pickling and pretanning raw hides |
| US6251414B1 (en) | 1992-01-28 | 2001-06-26 | Tfl Ledertechnik Gmbh & Co. Kg | Aqueous formulation for pretanning raw hides |
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