DE189481C - - Google Patents

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DE189481C
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DE
Germany
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base
ammonia
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primary
water
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C215/00Compounds containing amino and hydroxy groups bound to the same carbon skeleton
    • C07C215/02Compounds containing amino and hydroxy groups bound to the same carbon skeleton having hydroxy groups and amino groups bound to acyclic carbon atoms of the same carbon skeleton

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12 g. GRUPPE
Zusatz zum Patente 169746 vom 8. Oktober 1903.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. März 1905 ab. Längste Dauer: 7. Oktober 1918.
Durch Patent 169746 ist ein Verfahren zur Darstellung von Aminoalkoholen der Zusammensetzung :
C H . N^3
O Cl2 · 1 V^ „
R1-C-OH
(R1 = Alkyl oder Aryl oder Aralkyl; R2 desgleichen; R3 = Alkyl; R1 = Alkyl oder Wasserstoff) geschützt.
Demgegenüber betrifft das vorliegende Verfahren die Darstellung der primären Basen
C H2 - NH2
R.—C—OH
sowie von Körpern der Zusammensetzung:
NH'
CH2.C(-OH
CH2'C(~0H
die gleichzeitig mit den primären Basen entstehen.
(In beiden Formeln bedeutet: R1 Alkyl oder Aryl oder Aralkyl; R2 desgleichen.)
Diese Körper erhält man durch Einwirkung von Ammoniak auf Halogenhydrine der Zusammensetzung:
40
C H2 · Halogen
R1-C-OH,
I -R,
und zwar entsteht durch Inreaktiontreten ι Moleküls des Halogenhydrins mit 1 Molekül Ammoniak die primäre Base, während
2 Moleküle des Halogenhydrins mit 1 Molekül Ammoniak ein sekundäres Amin liefern.
In dieser Hinsicht unterscheiden sich Monomethylamin und Ammoniak von dem Dimethylamin, da aus diesem nur eine einzige tertiäre Base in fast theoretischer Menge erhalten wird.
Die von dem Ammoniak abgeleiteten primären Basen sowie die von dem Monomethylamin abstammenden sekundären Basen geben im Gegensatz zu den unter Verwendung von Dimethylamin erhältlichen tertiären Basen mit 2 Molekülen ' eines Säurechlorids oder -anhydrids Diacidylderivate, die in Wasser und verdünnten Säuren unlöslich sind.
Vom rein theoretischen Standpunkte aus könnten die primären Basen sich auch mit
3 Molekülen eines Säurechlbrids vereinigen, weil sie drei freie Wasserstoffatome enthalten; in Wirklichkeit aber entstehen die Triacidylderivate in sehr geringer Menge, so daß sie technisch nicht in Betracht kommen.
Die erhaltenen Basen sind in verschiedenen Richtungen technisch verwertbar:
1. können sie durch Aufnahme weiterer Alkylgruppen leicht in die technisch wertvollen Aminoalkohole des Hauptpatentes 169746 umgewandelt werden;
2. besitzen die Diacidyl- und andere Derivate der neuen Basen an sich therapeutisch wertvolle Eigenschaften. Beispielsweise wirken die Divalerylderivate schmerzlindernd (sedativ), wie andere Valeriansäureester. Außerdem aber besitzen sie antipyretische Eigenschaften.
Beispiele.
i. Darstellung des Aminodimethyläthylcarbinols
CH2-NH2
I
r· TJ r· - Π ff
CH3
und des Iminobisdimethyläthylcarbinols
CH2-C^-OH
NHi
C H2 · C— (
CH3
Diese beiden Basen werden gleichzeitig erhalten, wenn man das entsprechende Chlorhydrin (Methylchlormethyläthylcarbinol) mit überschüssigem Ammoniak in wäßriger oder alkoholischer Lösung behandelt.
200 g Chlorhydrin werden im Druckkessel mit ι kg einer konzentrierten Ammoniaklösung während eines Tages bei 125 ° erhitzt. Das überschüssige Ammoniak wird durch Sieden ausgetrieben und dann der Rückstand mit 20 prozentiger Salzsäure stark angesäuert.
Die saure Lösung wird nun im Vakuum bis auf ein geringes Volumen eingedampft. Nun extrahiert man die filtrierte Flüssigkeit mit etwas Äther, welcher alle nichtbasischen sekundären Produkte entfernt. Schließlich behandelt man die saure Flüssigkeit mit überschüssigem Ätznatron und sättigt sie mit trockenem Natriumcarbonat ab. Ein Teil der basischen Produkte trennt sich ab und der übrige Teil wird mittels Chloroforms ausgeschieden. Die chloroformhaltige Lösung, der man die ursprünglich ausgeschiedene Base hinzusetzt, wird jetzt mit etwas ausgeglühtem Natriumsulfat versetzt und dann verdampft. Alsdann wird der Rückstand im Vakuum fraktioniert.
. Eine erste Base destilliert bei 75 bis 8o° unter 30 mm Druck ab, dann steigt die vom Thermometer angezeigte Temperatur schnell und eine zweite Base destilliert bei 1450 unter 30 mm Druck ab. Der Rückstand ist nicht nennenswert.
Die primäre Base — Aminodimethyläthylcarbinol —, welche bei 75 bis 8o° zuerst abdestilliert, wird in einer Ausbeute von 80 g erhalten. Sie gibt ein kristallinisches, hygroskopisches Chlorhydrat, welches aus Aceton umkristallisiert werden kann. Hier liegt ein Unterschied vor hinsichtlich der sekundären Basen des Patentes 169746. Die freie Base ist viskos bezw. klebrig, ziemlich dickflüssig und in Wasser in allen Verhältnissen löslich. Ihr Divalerylderivat siedet bei 1900 unter 32 mm Druck. Das Produkt, ist kristallinisch und schmilzt, aus Petroläther umkristallisiert, bei 500. Das Dibromvalerylderivat schmilzt bei 740 und scheidet sich in feinen Nadeln aus einer Lösung in Petroläther ab.
Die, wie oben erwähnt, bei 145 ° abdestillierende sekundäre Base — Iminobisdimethyläthylcarbinol — ist sehr dickflüssig und in Wasser unlöslich. Ihr nicht hygroskopisches Chlorhydrat ist in Wasser wenig löslich und kristallisiert aus Aceton in breiten, einen Perlmutterglanz aufweisenden Blättchen aus, die bei 1440 schmelzen.
2. Darstellung des Aminodimethylisoamy lcarbinols
CH2-NH2
• C5Hn-C-OH
CH3
und Iminobisdimethylisoamylcarbinols
NH(
C H2 - C^
CH3
CH2-C(-OH
Diese beiden Körper werden gleichzeitig erhalten, wenn man auf Ammoniak das entsprechende Chlorhydrin (Methylchlormethylisoamylcarbinol) einwirken läßt.
Die Reaktion erfolgt genau wie im ersten Beispiele angegeben wurde. Der Prozentsatz der sich bildenden Basen ist ungefähr derselbe. Nachdem das überschüssige Ammoniak ausgetrieben und Salzsäure zugegeben worden ist, fällt das Chlorhvdrat der sekundären Base aus. Da dieses Chlorhydrat in Wasser wenig löslich ist, wird es zweckmäßig aus
dem Reaktionsgemisch ausgeschleudert und für sich mit Ätznatron behandelt. Darauf wird die Lösung mit Äther ausgezogen. Die ätherische Lösung wird, nach vorherigem Austrocknen mit ausgeglühtem Natriumsulfat, eingedampft und der Rückstand im Vakuum destilliert. Die sehr sirupöse Base, die bei 206 bis 207° unter 46 mm Druck abdestilliert, erstarrt bald zu einem festen Körper.
In der Mutterlauge, aus welcher die sekundäre Base als Chlorhydrat gefällt wurde, verbleibt die primäre Base, die in analoger Weise wie die sekundäre Base gewonnen wird. Sie siedet bei 125 ° unter 68 mm Druck. Ihr Chlorhydrat ist hygroskopisch und in Wasser leicht löslich.
Darstellung des Aminodimethylphenylcarbinols
CH2-NH2
C6H5-C-OH
CH3
und Iminobisdimethylphenylcarbinols
/66
CH2'C(-OH N H' 3
CH2-C-OH ^CH3
150 g Chlorhydrin
CH2-Cl
-C-OH
CH
werden im Druckkessel mit 1000 g einer gesättigten, auf eine Temperatur von o° abgekühlten alkoholischen Ammoniaklösung während eines Tages auf 125 ° erhitzt. Das überschüssige Ammoniak wird mit dem gesamten Alkohol abdestilliert. Der Rückstand wird mit Benzol behandelt, welches dem Reaktionsgemisch die neutralen Körper (Diphenylverbindungen) entzieht. Dann erfolgt eine Behandlung mit verdünnter Salzsäure, bis die Masse eine deutlich saure Reaktion annimmt. Ein in schönen Blättchen kristallisierendes festes Produkt scheidet sich aus. Dieses wird ausgeschleudert und alsdann mit Wasser und Äther ausgewaschen. Das Produkt erhält man in einer Menge von 60 g. Aus absolutem Alkohol umkristallisiert, erhält man das Produkt in Gestalt von wunderschönen Blättchen, die bei 228 bis 2290 schmelzen. Die Analyse gibt auf das Chlorhydrat der sekundären Base stimmende Zahlen. Die filtrierten sauren Mutterlaugen dieses Chlorhydrats werden mit Ätznatron gesättigt und dann mit Äther extrahiert. Die mit ausgeglühtem Natriumsulfat getrocknete ätherische Lösung wird abdestilliert und der Rückstand fraktioniert.
Die primäre Base, die in einer Ausbeute von 35 S erhalten wird, destilliert bei 175 ° unter 40 mm Druck ab. Die sekundäre Base siedet unter demselben Druck bei 258 °. Das Chlorhydrat der sekundären Base, welches in Wasser sehr wenig löslich ist, schmilzt, wie erwähnt, bei 228 bis 229°. Das Bromhydrat bildet umfangreiche Blättchen, das Jodhydrat Blättchen, die in kaltem Wasser fast unlöslich sind.

Claims (1)

  1. 80 Patent-An Spruch:
    Weitere Ausbildung des durch Patent 169746 geschützten Verfahrens, darin bestehend, daß man hier zwecks Darstellung von Aminoalkoholen der Zusammen-Setzung:
    CH-NH9
    R1-C-OH
    Ro
    und
    NH<
    CH2-Ci-OH
    CH2-C(-OH
    (R1 = Alkyl oder Aryl oder Aralkyl; R2 desgleichen) an Stelle der primären oder sekundären aliphatischen Amine Ammoniak auf Halogenhydrine der Zusammensetzung: CH2-Cl (J, Br)
    R,—C—OH
    einwirken läßt.
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