DE188340C - - Google Patents

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DE188340C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L89/00Compositions of proteins; Compositions of derivatives thereof

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)

Description

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I ("'ii-
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Ve 188340 KLASSE 39 δ. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. Februar 1904 ab.
Gegenüber den bekannten Verfahren, Kleber oder kleberhaltige Verbindungen mit Formaldehyd zu behandeln, besteht das Verfahren vorliegender Erfindung darin, daß solche chemischen Verbindungen des Klebers mit Formaldehyd behandelt werden sollen, bei denen man nicht mehr von kleberhaltigem Material sprechen kann, weil alle die Eigenschaften verloren gegangen sind, welche die charakteristischen Merkmale des Klebers oder kleberhaltigen Materials bilden. Zu diesen gehören chemische Verbindungen des Klebers mit Metallsalzen, mit Gerbsäure, Pikrinsäure bezw. solchen Fällungsreagenzien des Klebers, welche eine chemische \^erbindung mit diesem ergeben. Hierdurch wird stets ein anderer Stoff gebildet, welchem die charakteristischen Eigenschaften des Klebers oder des kleberhaltigen Materiales verloren gegangen sind, so daß man diese Stoffe nicht mehr als kleberhaltiges Material ansehen kann.
Das vorliegende Verfahren dient in erster Linie zur Erzeugung plastischer, homogener, gegen mechanische und chemische Angriffe widerstandsfähiger Massen. Diese Widerstandsfähigkeit ist gegenüber den nach dem Verfahren der Patentschrift 121437 herstellbaren Massen eine erheblich größere, insbesondere aber ist die Quellbarkeit der neuen Massen in Wasser wesentlich vermindert. Zwar ist die Darstellung von nicht quellbaren Formaldehyd-Wismut-Eiweißverbindungen bereits Gegenstand des Patentes 150201, indessen handelt es sich dort lediglich um tierisches Albumin sowie um die Erzeugung eines Pulvers für medizinische Zwecke, nicht, 40
wie hier, um plastische Massen und dergl., wobei ausschließlich die zumeist als billige Abfallstoffe zugänglichen Kleberarten Verwendung finden.
Gegenüber den ohne Formaldehyd aus Kleber und Fällungsreagenzien allein erzielbaren Massen bietet die Hinzufügung von Formaldehyd das eigenartige Ergebnis, daß infolge des Formaldehydzusatzes die Massen durch einen Gelatinierungsvorgang zu homogenen, fest zusammenhängenden Substanzen eintrocknen, während sie sonst mehr oder minder bröckelig, wenn nicht gar pulverig, beim Trocknen werden.
Für den vorliegenden Zweck sind die verschiedenen Klebersorten mit annähernd gleichem Erfolge verwendbar, wobei unter der Bezeichnung Kleber die Eiweißstoffe der Pflanzensamen verstanden werden. Als Beispiel seien angeführt der gewöhnliche Weizenkleber, welcher durch Auswaschen des Mehles mit Wasser dargestellt werden kann und das bekannte Nebenprodukt bei der Weizenstärkefabrikation bildet, der Reiskleber, welcher (bei der Reisstärkefabrikation als Nebenprodukt gewonnen) durch Behandlung des zerkleinerten Reises mit schwacher Alkalilauge in gelöster Form erhalten wird, wobei die sich nicht lösende Stärke zurückbleibt und durch Absetzenlassen oder Ausschleudern gewonnen wird, der Kleber des Rizinussamens oder der Lupinen (auch als Conglutin bezeichnet), welcher in gelöster Form durch Auflösen des Samenmehles in Alkalilaugen oder in angesäuertem Wasser erhalten wird. Um die nach dem vorliegenden Verfahren
erhältlichen Massen zu gewinnen, müssen die jeweils verwendeten Klebersorten zunächst in Lösung gebracht sein, wobei als Lösungsmittel sowohl Alkalien als Säuren, beim Weizenkleber auch verdünnter Alkohol, dienen können. In diese Lösungen wird dann eine Schwermetallsalzlösung (z. B. Alaun) oder eine Lösung von Pikrinsäure, Gerbsäui^e, Chromsäure gebracht, wobei die Verbindung dieser
ίο Stoffe mit den Kleberbestandteilen sich in Form dichter Flocken zusammenballen.. Diese werden ausgewaschen, abgepreßt und der Einwirkung von Formaldehyd ausgesetzt, wodurch sie nach einigen Stunden gelatinoide Beschaffenheit erlangen. Nach dem Eintrocknen ergeben sich aus allen Klebersorten fest zusammenhängende, unlösliche, nicht spröde Massen von annähernd gleichen Eigenschaften, welche mit mechanischen Werkzeugen beliebig bearbeitet werden können und sich als Ersatz für Horn, Hartgummi u. dgl. verwenden lassen.
Man löst z. B. 1 kg Weizenkleber in 3 1 Wasser, welches mit 30 g Weinsteinsäure angesäuert ist, auf. In diese Lösung gießt man von einer konzentrierten Alaunlösung so lange hinzu, als noch ein Niederschlag entsteht. Der Niederschlag wird abfiltriert, abgepreßt, mit 2 Prozent einer (/(.oprozentigen) Formaldehydlösung vermengt und dann in Formen — eventuell unter Anwendung von Druck ■—■ dem Trocknen überlassen. Es ergibt sich eine Masse von den obengenannten Eigenschaften. Man kann die Fällung auch mit Pikrinsäurelösung vornehmen oder an Stelle des Weizenklebers Reiskleber oder Lupinenkleber (letztgenannte am besten in alkalischer Lösung) mit wesentlich dem gleichen Resultat verwenden. ■ ■ .· ·
Je nach dem erstrebten Zwecke kann man den Aldehyd auf die ausgefällte Verbindung nach erfolgter Trocknung oder auf die z. B. durch Alkaliüberschuß wieder in Lösung gebrachte Verbindung einwirken lassen. Letztere kann entweder aufs neue ausgefällt oder zur Eintrocknung gebracht werden. Man bringt z. B. Reiskleber oder das Conglutin des Rizinussamens in alkalische Lösung. Durch Eintragen einer Kupfersalzlösung bringt man eine Fällung hervor. Die gefällte Masse wird abgepreßt, der Einwirkung von Formaldehyd ausgesetzt und mit oder ohne Anwendung mechanischen Druckes mit oder ohne Zusatz von Füllstoffen, ölen, Glyzerin u. dgl. entwässert und getrocknet, oder die gefällte Masse wird nach erfolgtem Auswaschen mittels Alkaliüberschusses wieder in Lösung gebracht, mit Formaldehyd versetzt und getrocknet. An Stelle des Reisklebers kann man auch Weizenkleber — am besten in saurer oder alkoholischer Lösung —· verwenden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Bearbeitung von Kleberverbindungen, darin bestehend, daß man die im Wasser unlöslichen, mit chemischen Fällungsmitteln erhältlichen Verbindungen des Klebers oder kleberhaltigen Materiales mit Formaldehyd behandelt.
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