DE15591C - Verfahren zur Nachahmung von Marmor, Holzmaser etc - Google Patents
Verfahren zur Nachahmung von Marmor, Holzmaser etcInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 8: Bleichen, Färben, Zeugdruck und Appretur.
Zweites Zusatz - Patent zu No. 1729 vom 7. November 1877.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. Februar 1881 ab.
Längste Dauer: 6. November 1892.
a) Verfahren zur Nachahmung von
Marmor.
Marmor.
Eine geeignete, glatt geschliffene Platte oder auch, zur Darstellung endloser Dessins, ein genau
runder Cylinder aus Stein von möglichst homogener Textur (Kalkstein, Marmorschiefer
und dergleichen) wird mit einer gleichmäfsigen Schicht Oelfarbe überzogen. Als Ersatz für
diese eignet sich auch Wachs oder ziemlich hart werdendes Fett und solche Stoffe, die in
Säure nicht löslich sind. In diese deckende Schicht wird dann mit einer Nadel oder dem
Stichel bis auf die Platte bezw. den Cylinder gehend und den Stein freilegend das gewünschte
Dessin einradirt oder gravirt.
Hierauf wird eine den Stein angreifende Säure, z. B. Salzsäure, aufgetragen, so dafs diese das
in der Deckschicht befindliche Dessin in den Stein einätzt, mehr und weniger tief, je nach
Bedürfnifs.
Nun wird die deckende Oelfarbe oder Wachsschicht entfernt und der Stein ganz gereinigt;
sodann wird er mit der Druckfarbe überzogen, und während diese noch nafs ist, dieselbe
ebenfalls wieder mit einem Streichmesser rein abgestrichen, so dafs nur die eingeätzten Vertiefungen,
welche das Bild wiedergeben, noch Farbe enthalten. Diese Farbe bezw. das Dessin wird sodann mittelst elastischer Walzen, welche
man über die Platte hinrollt, wieder aufgenommen und davon ab auf das zu bedruckende
und zu färbende Object übertragen.
Hat man statt auf eine ebene Platte auf einen Cylinder das Dessin eingeätzt, so wird
von diesem in ähnlicher Weise das Dessin abgenommen und auf das Object übertragen.
Es ist einleuchtend, dafs Platte oder Cylinder auch so behandelt werden können, dafs
das wiederzugebende Dessin erhaben erscheint; ebenso, dafs passende Metalle an Stelle von..
Stein benutzt werden könnten.
b) Verfahren zur Herstellung von Marmorirungen für Bücherschnitte und Buchbinderpapiere.
Eine Platte wird wieder, wie vorhin, mit Oelfarbe überzogen. Während diese aber noch
nafs ist, wird das Dessin eingetragen, um so die eigenthümlichen, allmälig sich verjüngenden
Formen zu geben und die ab- und zunehmenden, stärkeren und schwächeren Schattirungen
zu erhalten. Jetzt läfst man die Oelfarbe trocknen und behandelt dann die Platte mit
Säure u. s. w. in ganz gleicher Weise, wie vorhin beschrieben.
c) Verfahren zur Herstellung von Maser und zur Erzeugung unveränderlicher
Originalblöcke für Anstreicher.
Bekanntlich benutzen die Anstreicher zur Darstellung von naturähnlicher Maser auf Füllungen und dergleichen ein dazu geeignetes Brett aus stark porösem Holz. Dasselbe wird glatt gehobelt, mit Farbe überstrichen und,
Bekanntlich benutzen die Anstreicher zur Darstellung von naturähnlicher Maser auf Füllungen und dergleichen ein dazu geeignetes Brett aus stark porösem Holz. Dasselbe wird glatt gehobelt, mit Farbe überstrichen und,
während sie noch nafs ist, mit einem breiten Streichmesser abgestrichen. Die nun in den
Poren des Holzes, welche die Maserung bilden, zurückbleibende Farbe wird auf das anzustreichende
Object übertragen, indem man über das Originalbrett eine elastische Walze hinrollt
und so das Dessin abnimmt und mittelst derselben auf das Object aufträgt.
Der Nachtheil dieses Verfahrens ist, dafs ein Originalbrett oft nur wenige Tage zu gebrauchen
ist, weil es durch die Einflüsse der Witterung sich stetig wirft und keine ebene Fläche
behält.
Erfinder benutzt nun diese bekannte Methode zur Auftragung des Originals auf einen
überstrichenen Stein, welcher durch keine äufseren Einflüsse eine Formveränderung erleidet,
radirt oder gravirt diese Zeichnung in die Deckfarbe, wie unter a) für Marmor beschrieben,
behandelt mit Säure etc., wie oben. Der nun erhaltene Block wird in bekannter
Weise für Anstreicherzwecke oder auch zum Bedrucken von Papier etc. benutzt.
Von der lithographischen Radirmanier auf Stein unterscheidet sich das neue Verfahren
dadurch, dafs hier keine vorherige Behandlung des Steines mit Gummi und Phosphorsäure erforderlich
ist und dafs das Grundiren des Steines mit jeder deckenden Substanz geschehen kann, welche in Salzsäure unlöslich ist.
Von der lithographischen Gravirmethode ist das Verfahren verschieden dadurch, dafs das
Bild in den Stein eingeätzt wird, während es dort einfach durch Oelfarbe in die eingravirte
Zeichnung auf den Stein getragen wird; von beiden gemeinschaftlich noch durch die Uebertragung
des Dessins auf das Object mittelst der elastischen Walzen.
Die Vortheile des oben beschriebenen Verfahrens bestehen nach Angabe des Erfinders:
i. in leichter und billiger Herstellung der Dessins und Vervielfältigung derselben;
2. in Erzeugung feiner und scharf ausgeführter Originale und Copien;
3. in möglichst naturgetreuer Wiedergabe der Masergebilde und in der ■Unveränderlichkeit
der für diesen Zweck erzeugten Musterplatten oder Originalblöcke.
Claims (3)
1. Das Verfahren und dessen Anwendung,
Marmor und andere Dessins künstlich nachzuahmen und auf Papier und anderen
Stoffen zu vervielfältigen, nach welchem eine vorbereitete glattgeschliffene Platte oder
Cylinder mit einer in Säure nicht löslichen Schicht überzogen wird, in welche Deckschicht
das wiederzugebende Dessin mit einer Nadel oder dem Stichel eingravirt wird, so dafs das Material, aus dem die
Platte (der Cylinder) besteht, blofsgelegt wird und nun das Bild durch Behandlung mit Säure
eingeätzt werden kann, worauf die Entfernung der Deckschicht, Ueberstreichen mit
Farbe, welche in die Aetzungen eindringt, Abstreichen der überflüssigen erfolgt und
endlich Abheben des Dessins und Uebertragen desselben auf ein Object durch Anwendung
elastischer Walzen geschieht, welche erst über die Platte und dann über das Object gerollt werden.
2. Das Verfahren, Marmorirungen zu Tapeten, Bücherschnitten und Buntpapieren herzustellen
durch Behandlung der Platte mit nasser Farbe, in welche das Dessin direct eingetragen wird, während die Farbe noch
nafs ist, worauf, nachdem die Deckschicht getrocknet ist, Behandlung mit Säure etc.
erfolgt, wie unter 1. beschrieben.
3. Das Verfahren, Maser herzustellen durch Uebertragung eines Musterbrettes oder von
Hand einradirten Masergebildes auf eine mit einer unlöslichen Schicht überzogene Platte,
Eingraviren des Musters, Behandlung mit Säure etc., wie unter 1. angegeben.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US6435422B1 (en) | 1999-10-21 | 2002-08-20 | Mark Wutschik | Floating fountain |
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