DE1535781C - Einschützig gewebter Doppelflorteppich - Google Patents

Einschützig gewebter Doppelflorteppich

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DE1535781C
DE1535781C DE1535781C DE 1535781 C DE1535781 C DE 1535781C DE 1535781 C DE1535781 C DE 1535781C
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DE
Germany
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pile
fabric
double
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Jan Courtrai Sabbe (Belgien)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Societe Librex Anstalt
Original Assignee
Societe Librex Anstalt
Publication date

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Description

1 2
Die Erfindung bezieht sich auf einen einschützig einem Florfaden unterschlungen wird, an der
gewebten Doppelflorteppich. Farbwechselstelle der Schußfaden einen Doppelflor-
Bei Doppelflorteppichen, bei denen ein Flor- schenkel von nur einer Farbe trägt und eine gleichfaden für das Muster nicht benötigt wird, ist dieser mäßige Flordichte durch je zwei senkrecht nebenentweder in dem Grundgewebe eingearbeitet, oder er 5 einanderstehende Florschenkel über die ganze Geverläuft auf dem Rücken des Obergewebes oder des webelänge vorhanden ist.
Untergewebes, von wo er nach dem Weben entfernt Die Erfindung hat zunächst den Vorteil, daß ein wird. Dieser Arbeitsgang bewirkt ein Hineindrücken geringerer Abfall an Florfäden entsteht. Weiterhin des Flors, dessen Qualität darunter leidet. Außer- wird eine wesentlich kürzere Webzeit erreicht, da dem stehen bei diesen Teppichen die Florschenkel io jeder Anschlag des Webeblattes zwei Florschenkel in schief heraus und vermischen sich miteinander. Wenn jedem Gewebe ergibt. Dies hat eine geringere Abdie benachbarten Florschenkel verschiedene Farben nützung des Webstuhles für die gleiche Anzahl herhaben, werden dadurch die Umrisse der Muster un- gestellter Teppiche und eine Herabsetzung der Herscharf. ' Stellungskosten zur Folge. Vorteilhaft ist auch die
Zur Vermeidung dieser Nachteile hat man schon 15 Vereinfachung der Jacquardmaschine für die Herstelversucht, die Vermischung der verschieden gefärbten lung eines erfindungsgemäßen Teppichs. Bei der Her-Florschenkel zu vermeiden, allerdings um den Preis stellung von Doppelflorteppichen, bei denen z. B. einer komplizierteren, zusätzliche Schuß- und Kett- zwei Schußfäden je Florschenkelpaar vorhanden sind, fäden enthaltenden Bindung.. braucht man normalerweise mit der Jacquardma-
Bei einer bekannten Teppichbindung (französische 20 schine eine viermal so lange Zeit, um die zwei Flor-Patentschrift 847 425), die eine vielfältige Musterung schenkelreihen in beiden Grundgeweben herzustellen, ergibt, laufen, die Florfäden kurzzeitig um jeden wogegen man bei der Herstellung gemäß der Erfin-Schußfaden herum. Dies ist für die Florschenkelbil- dung nicht mehr als die halbe Zeit benötigt,
dung notwendig. Die Weiterführung der Florfäden Unter Bezugnahme auf die Zeichnungen werden totliegend in dem Gewebe wirkt sich aber nachteilig 25 zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung angegeben, auf die Flordichte aus, da in diesen Bereichen die Es zeigt .· - .' ,
Florschenkel auf die Seite gedrückt werden. Die Flor- Abb. 1 einen Schnitt durch .das Gewebe eines dichte wird bei diesem Gewebe außerdem noch da- Teppichs gemäß der Erfindung;
durch beeinträchtigt, daß der Florfaden nicht immer ■ Abb. 2 ein anderer Gewebeaufbau gemäß der Ereinen Doppelschenkel bildet. Eine weitere bekannte 30 findung in schematischer Darstellung, bei der. durch Bindung bei einem Doppelflorgewebe (belgische Pa- eine Spannkette im Grundgewebe ein Ripseffekt ertentschrift 537 883) führt die Florfäden beim Wechsel zeugt wird,
vom Obergewebe zum Untergewebe.zwischen diesen . Abb. 3 eine dritte Variante des Gewebeaufbaues
schräg zur nächsten Musterstelle. Hier laufen die gemäß der Erfindung in schematischer Darstellung,
Florfäden jedoch nicht um jeden Schußfaden herum. 35 A b b. 4 der übliche Gewebeaufbau eines einschüt-
Eine gute Flordichte kann somit nicht erzielt werden. zig gewebten Doppelflorteppichs.
Schließlich ist auch ein Florgewebe bekannt, bei Der Teppich gemäß .der Erfindung enthält zwei
dem die Florschenkel angenähert senkrecht ste- Schußfäden 1, die durch Bindeketten 2 gehalten sind,
hend eingebunden sind (französische Patentschrift Diese Bindeketten können im Obergewebe und Unter-
1084 571). Die zur Florbildung nicht benötigten 40 gewebe (A b b. 1 und 2) identisch sein oder sich im
Florfäden laufen hier auf dem Geweberücken ent- Obergewebe und Untergewebe voneinander (A b b. 3)
lang. Dabei geht bei jedem Durchgang zum Gewebe- unterscheiden. Sie können z.B. die Form eines
rücken ein Florschenkel für die Florbildung verloren. Flechtgewebes 2/2 (Abb. 1), eines Ripsgewebes 1/1
Nachteilig ist hierbei noch, daß diese Bindung eine (Abb. 2), eines einfachen Gewebes (nicht dargestellt)
erhöhte Mischfarbenbildung zeigt. Das Muster ver- 45 oder einen beliebigen anderen Gewebeaufbau haben,
liert dadurch an Klarheit. Bei dieser Bindung ist auch Die Florfäden 3, 4, die nach dem Trennen der
ungünstig, daß an den Stellen des Durchganger, des Doppelflorgewebe die Florschenkel 5 bilden, wechseln
Florfadens zum Geweberücken eine starke Verdich- zwischen Obergewebe und Untergewebe hin und her.
tung der Florschenkel eintritt, die gegenüber den · Dabei werden erfindüngsgemäß alle Schußfäden des
übrigen Florgebieten das Doppelte beträgt, wobei an 50 Obergewebes und des Untergewebes umschlungen,
diesen Stellen die Florfäden keine Doppelschenkel Die Florfäden, die nicht im Muster erscheinen sollen,
bilden. Ein bezüglich des Flors im Obergewebe .und flottieren im Innern der beiden Gewebe. Sie sind in
Untergewebe identisches Erzeugnis läßt sich mit die- den Abbildungen waagerecht verlaufend dargestellt,
ser Bindung nicht erzielen. : - Nach dem Schneiden werden die Gewebe gebürstet
Die Nachteile der vorgenannten bekannten Doppel- 55 und geschoren, wobei die waagerecht verlaufenden
florteppiche sollen mit der Erfindung behoben wer- Florfäden entfernt werden, so daß nur die Florscheri-
den. kel 5 erscheinen. Die im Innern verlaufenden Flor-
Die Aufgabe der Erfindung ist, die Herstellung fäden gehen also niemals um den Schußfaden 1
einschützig gewebter Doppelflorteppiche, bei denen herum.
die Florfäden hin- und herwechseln und die nicht 60 Im Gegensatz dazu laufen bei den üblichen Ge-
zur Musterbildung benötigten Florfäden zwischen weben (A b b. 4) die flottierenden Florfäden 7 und 8,
Obergewebe und Untergewebe flotticrend verlaufen, die entfernt werden sollen, z. B. um einen Schuß-
so vorzunehmen, daß zwei bezüglich des Flors iden- faden 9, der sehr gut auf dem Teppich sichtbar ist,
tische Teppiche entstehen, bei denen ein Farbwechsel heraus. Man sieht, daß bei einem Teppich gemäß der
zwischen jedem Schußfaden vorgenommen werden 65 Erfindung der das Muster bildende Faden zwischen
kann und die Mischfarbenbildung ausgeschaltet ist. Obergewebe und Untergewebe flottiert und dann in
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsge- das Obergewebe oder das Untergewebe zurückgeht,
maß dadurch, daß jeder Schußfaden immer nur von wobei erfindungsgemäß zwei Teilstücke voll ausge-
bildeter Florschenkel zwischen zwei Schußfäden senkrecht stehend eingebunden sind.
Mit dem Teppich nach der Erfindung sind die auch schon bei den bekannten Teppichen erzielten Effekte zu erzeugen, indem das Grundgewebe abgewandelt wird. Insbesondere kann die Kette verschiedene Formen annehmen, wie sie in A b b. 2 und 3 gezeigt sind. Ist eine Spannkette vorgesehen (A b b. 2), so verlaufen die Schußfäden abwechselnd auf beiden Seiten dieser Kette, und es wird ein Ripseffekt erhalten.
Die Teppiche gemäß der Erfindung werden auf einschützigen Jacquard-Webstühlen hergestellt, bei denen z.B. die aufeinanderfolgenden positiven und negativen Kartenblätter abwechselnd dem Obergewebe und dem Untergewebe zugeordnet sind, oder auch mit einem Jacquard-Webstuhl, bei dem dasselbe positive Kartenblatt für zwei aufeinanderfolgende Schußfäden verwendet wird, die jeweils zum Obergewebe und Untergewebe gehören, wobei aber die Messerkästen zwischen zwei Schüssen abwechselnd von der einen auf die andere Seite schwingen, wofür die Messerkästen in derselben Art erhöht sein sollen wie für die aufeinanderfolgenden positiven und negativen Kartenblätter. Diese Kartenblätter sind so gelocht, daß die Florfäden, die nicht im Muster erscheinen, zwischen Obergewebe und Untergewebe flottieren. Auf diese Weise wird bei jedem Schlag des Webstuhles ein Schußfaden eingetragen, um den ein Kettfaden herumgeführt ist, der nach dem Trennen der Gewebe zwei Florschenkel im Teppich ergibt. Die Erfindung ermöglicht es, die Farbe bei jedem Schußfaden eines Grundgewebes zu ändern und feinere Muster herzustellen als bisher üblich. Wenn Farbänderungen oft vorgenommen werden, bringt die Erfindung ganz wesentliche Erleichterungen. Die Florschenkel sind immer sehr dicht gewebt und können deshalb nicht schief herausragen. Auch die Vermischung der Farben ist dadurch gebannt, so daß in den Mustern sehr viele Einzelheiten dargestellt werden können. Schließlich haben Obergewebe und Untergewebe die gleiche Anzahl Florschenkel. Die entstehenden beiden Gewebe sind spiegelbildlich identisch und haben den gleichen Verkaufswert.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Einschützig gewebter Doppelflorteppich, bei dem die Florfäden zur Musterbildung zwischen Obergewebe und Untergewebe hin- und herwechseln und die nicht zur Musterbildung benötigten Florfäden zwischen Obergewebe und Untergewebe flottierend verlaufen, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Schußfaden (1) immer nur von einem Florfaden (3, 4) umschlungen wird, an der. Farbwechselstelle der Schußfaden (1) einen Doppelflorschenkel von nur einer Farbe trägt und eine gleichmäßige Flordichte durch je zwei senkrecht nebeneinanderstehende Florschenkel über die ganze Gewebelänge vorhanden ist.
2. Doppelflorteppich nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei unterschiedlicher Bindung der Grundgewebe der Flor des Obergewebes und der Flor des Untergewebes gleich sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

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