DE134994C - - Google Patents

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DE134994C
DE134994C DENDAT134994D DE134994DA DE134994C DE 134994 C DE134994 C DE 134994C DE NDAT134994 D DENDAT134994 D DE NDAT134994D DE 134994D A DE134994D A DE 134994DA DE 134994 C DE134994 C DE 134994C
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    • HELECTRICITY
    • H04ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
    • H04LTRANSMISSION OF DIGITAL INFORMATION, e.g. TELEGRAPHIC COMMUNICATION
    • H04L15/00Apparatus or local circuits for transmitting or receiving dot-and-dash codes, e.g. Morse code
    • H04L15/24Apparatus or circuits at the receiving end
    • H04L15/28Code reproducing apparatus
    • H04L15/32Perforating recorders

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
  • Signal Processing (AREA)
  • Interface Circuits In Exchanges (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, durch welche auf der Empfangsstelle einer Telegraphenleitung ein zum Antreiben einer Typenschreibmaschine oder dergl. dienender gelochter Streifen hergestellt wird, sobald von der Sendestelle aus die den einzelnen Buchstaben u. s. w. entsprechenden Stromstöfse über die Linienleitung entsendet werden. Die Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus einem Lochelektromagneten und einem die Spatienbildung veranlassenden Elektromagneten zum Fortschalten des Streifens. Der Spatienmagnet führt den Streifen schrittweise vor, während der Lochmagnet den Streifen ein, zwei oder mehrere Male nach einander durchlocht. Diese Magnete werden wechselweise durch Stromänderungen beeinflufst, die in dem Ortsstromkreise der Empfangsstelle durch eine schwingende Zunge erzeugt werden, welche durch einen besonderen, von einem an der Empfangsstelle befindlichen Ortsstromkreis beeinflufsten Elektromagneten in Thätigkeit gesetzt wird, dessen Erregung durch die auf der Empfangsstelle ankommenden Linienstromstöfse regulirt wird.
Durch die Erzeugung der zur wechselweisen Erregung des Loch- und Spatienmagneten erforderlichen Stromänderungen in dem Ortsstromkreise der Empfangsstelle wird die Uebertragung dieser Stromä'nderungen durch die Linienleitung vermieden und hierdurch eine raschere Arbeitsweise der Lochvorrichtung ermöglicht. Um die den Loch- und Spatienmagneten wechselweise beeinflussende Zunge in Uebereinstimmung mit den auf der Empfangsstelle ankommenden Linienstromstöfsen schwingen zu lassen, sind sich verjüngende, nachgebende Begrenzungsanschläge angeordnet.. Letztere begrenzen den Schwingungsausschlag der Zunge und ändern dadurch deren Geschwindigkeit mit der Stromänderung in dem die Zunge antreibenden Elektromagneten, in dessen Stromkreis ein Relais eingeschaltet ist, welches bewirkt, dafs die Stromänderungen der Stromkreise des Loch- und Spatienmagneten genau in Schritt mit den Linienstromstöfsen bleiben.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt.
Fig. ι ist eine allgemeine Uebersichtsdarstellung, welche einen selbstthätigen Sender auf einer Senderstation, eine Hauptleitung und den Lochapparat für das Band auf einer Empfangsstation veranschaulicht;
Fig. 2 zeigt einen Abschnitt eines auf der Empfangsstation gelochten Streifens und unmittelbar darunter eine graphische Darstellung der zwecks Erzeugung der Lochungen dieses Abschnittes zusammenwirkenden Stromänderungen der Ortsstromkreise und der Linienleitung;
Fig. 3 zeigt dasselbe Bandstück mit einer vergleichenden graphischen Darstellung der durch die Wirkung der Ausgleichvorrichtung
beeinflufsten Stromänderungen der Ortsstromkreise im Vergleich mit den Stromstöfsen der Linienleitung;
Fig. 4 ist eine graphische Darstellung der Wirkung der Ausgleichvorrichtung;
Fig. 5 ist eine Oberansicht einer zweckmäfsigen Ausführungsform der Vorrichtung zur Erzeugung der Stromänderungen der Ortsstromkreise;
Fig. 6 ist eine Oberansicht der Lochvorrichtung der Empfangsstelle;
Fig. 7 ist eine Schnittdarstellung des Loch- und Spatienwerkes auf der Empfangsstelle.
Durch den Sender α werden Stromstöfse auf die Linienleitung 29 übertragen, welche die Relais r und / durchströmen und alsdann nach der Erde abgeleitet werden. Das Relais r beeinflufst das Ausgleichrelais e und das Lochrelais d mittelst der Ortsbatterie 33 und ihrer Stromkreisverbindungen 101, 99, 102, Spule von e, 103, Spule von d, 104 zur Batterie. c ist ein Stromunterbrecher, der aus der schwingenden Zunge 63 besteht, die in einem Halter 58 befestigt ist. Der Stromunterbrecher c wird durch einen Elektromagneten 60 angetrieben, der durch einen Ortsstrom erregt wird, welcher von der Batterie 30 ausgeht und über den Draht 79, Magnet 60, Draht 78, die Relaiszunge 77, Contact 96 oder 97, Draht 75 oder 76, 74, 73, Contactfeder 64, Contact 65, Zunge 63, 72, 71 und 70 zur Batterie 30 zurückfliefst. Die Zunge 63 schliefst und unterbricht ihren eigenen Stromkreis und ist unausgesetzt in bekannter Weise wirksam. Das Ausgleichrelais e besteht aus einem gewöhnlichen telegraphischen Relais, mit dem Unterschiede jedoch, dafs der hintere Anschlag 97 und der vordere Anschlag 96, zwischen welchen die Zunge 77 des Relais schwingt,- elektrisch verbunden sind, so dafs die Unterbrechung des Ortsstromkreises der Schwingungszunge nur während der Zeit des Uebertritts der Relaiszunge von einem Anschlag zum anderen erfolgt.
Die Lochvorrichtung b besteht aus einem Lochmagneten 44 (Fig. 1, 6 und 7) und einem Spatienmagneten 47. Der Lochmagnet bewegt mittelst des Ankers 43 und des bei 20 drehbaren Ankerhebels 42 einen Lochstempel 38, der mit dem Hebel 42 durch einen Drahtbügel 41 verbunden ist und in einem Führungsblock 39 über einer Matrize 40 auf- und abbewegt wird. Das Band g tritt zwischen Lochstempel und Matrize um das Zuführungsrad 51 herum aus dem Locher heraus. Das als Sternrad ausgebildete Zuführungsrad 51 wird durch das Sperrrad 50 auf der Spindel 21 und die bei 49 angelenkte Ankerhemmung 48 bewegt, welch letztere durch den Anker 53 des Magneten 47 in Thätigkeit gesetzt wird.' Der Spatienmagnet 47 wird bei Contact der Schwingungszunge 63 mit der Contactfeder 68 erregt. Diese Feder 68 und der Magnet 47 sind in einem Ortsstromkreise angeordnet, der von der Batterie 31 über die Drähte 80, 81 und 82, den Magneten 47, den Draht 83, die Contacte 45, 46, den Draht 85, die Contactfeder 68, die Zunge 63, den Draht 72, 71, 86 zur Batterie 31 führt. Der Lochmagnet 44 wird erregt, wenn die Zunge 63 die Contactfeder 66 berührt. Die Feder 66 und der Magnet 44 befinden sich in einem Ortsstromkreise, der von der Batterie 31 über die Drähte 80, 91, Magnet 44, Draht 92, die Contacte 54, 55, den Draht 93, die Relaiszunge 94, den Contact 98, Draht 95, Contactfeder 66, die Zunge 63, die Drähte 72, 71, 86 zur Batterie 31 führt. Es ist ersichtlich, dafs die Contacte 66 und 67 der Zunge nur dann wirksam werden können, wenn die Zunge 94 des Lochrelais d an dem vorderen Anschlag 98 sich befindet. Es regelt sonach das Relais d die Lochung.
Der Ortsstromkreis des Magneten 47 enthält Unterbrechungsstellen 45,46, welche unter dem Einflufs des Magneten 44 stehen, und der Ortsstromkreis des Magneten 44 hat Unterbrechungsstellen 54 und 55, welche der Wirkung des Magneten 47 unterstehen. Hierdurch wird verhindert, dafs der eine Magnet wirksam wird, ehe der andere zu wirken aufgehört hat. Diese Anordnung ist indessen nicht unbedingt für die regelrechte Arbeitsweise des Lochers erforderlich, da bei sorgfältiger Bedienung dieselbe Wirkung durch die Einstellung der Contactfedern 66, 68 erzielt werden kann. In diesem Falle werden die Contactstellen 45 und 46, sowie 54 und 55 ausgeschaltet, indem der Draht 83 und 84 und der Draht 92 mit 93 unmittelbar verbunden wird.
Das Schwingungsmafs der Zunge 63 ist in Uebereinstimmung mit den Stromänderungen in dem Stromkreis des Magneten 60 regelbar. Unter regelrechten Bedingungen veranlafst bei einem Elektromagneten, dessen Stromkreis durch Unterbrechungsstellen einer schwingenden Zunge beeinflufst wird, eine Stromsteigerung, die sich in einer vermehrten magnetischen Kraft äufsert, die Abnahme der Schwingungsgeschwindigkeit. Umgekehrt veranlafst eine Stromabnahme, die eine Abnahme der magnetischen Kraft zur Folge hat, eine Steigerung der Schwingungsgeschwindigkeit. Man kann dies den Foucault'schen Strömen zuschreiben, welche durch das magnetische Kraftfeld und die Bewegung der Zunge in diesem Felde erzeugt werden. Die beschriebene Wirkung äufsert sich in einer Dämpfung, ist indessen praktisch von keinem Nutzen als Vorrichtung zur Regelung für die Arbeit, welche: hier der Zunge zufällt, weil dieselbe aufserordentlich klein ist. Es ist nothwendig, Aenderungeh in der Geschwindigkeit dieser Zunge in weiterem
Umfange veranlassen zu können, und um dies zu erreichen, werden nach der Erfindung nahe dem freien Ende der Zunge 63 sich verjüngende, nachgebende Begrenzungsanschläge 61, 62 angeordnet, die ah festen Trägern oder Haltern 56, 57 (Fig. ι und 5) befestigt sind. Diese nachgebenden Anschläge fangen den Anschlag der Zunge auf jeder Seite ab und theilen derselben eine anfängliche Rückbewegung mit. Auf diese Weise kann die Schwingungsgeschwindigkeit der Zunge 63 in wesentlicher Uebereinstimmung mit den Stromzu- und -abnahmen in dem den Elektromagneten beeinflussenden Stromkreise geregelt werden. Bei der Erklärung der Wirkungsweise der Begrenzungsanschläge ist zu beachten, dafs das Schwingungsmafs der Zunge sich mit ihrer Länge, Masse und der Vertheilung dieser Masse ändert. Eine Stromzunahme in dem Elektromagneten 60 erhöht die Schwingungsweite, ohne die Geschwindigkeit über den bereits erwähnten gefingen elektromagnetischen Dämpfungseffect hinaus zu ändern. Die Kraft, welche der Zunge durch den Elektromagneten mitgetheilt wird, wird durch Luftwiderstand und Reibung vermindert. Eine Zunahme der antreibenden Kraft erzeugt eine entsprechende Zunahme der Widerstände. Es wird deshalb, während die Schwingungsweite vergröfsert wird, die Geschwindigkeit nicht erhöht; es kann indessen bei Anordnung fester Anschläge zur Begrenzung des Schwingungsausschlages die Kraft der Zunge nicht in der erwähnten Weise vermindert werden. Die Wirkung der Begrenzungsanschläge veranlafst mithin eine Zunahme der Schwingungsgeschwindigkeit. Bei starren Begrenzungsanschlägen wird ein Theil der Kraft, welche auf die Zunge übertragen wird, durch die Wärme vernichtet, die an den Aufschlagstellen erzeugt wird. Um diesen Verlust zu vermeiden und die Schwingurigsgeschwindigkeit rioch weiter zu erhöhen, wird die Kraft, welche an einem starren Contact verloren gehen würde, in den nachgebenden Vorrichtungen 61 und 62 aufgespeichert, die den Aufschlag der Zunge bufferartig abfangen und derselben eine anfängliche Rückbewegung mittheilen. Diese Anordnung macht aufserdem die Bewegung dieser Zunge gleich und regelmäfsig, indem sie sie von der Störung befreit, die dem Aufschlag bei einem starren Anschlag zuzuschreiben wäre, wodurch das normale Schwingungsmafs durch Erschütterungen gestört wird.
Es ist bekannt, dafs innerhalb der Elasticitätsgrenze eine Schraubenfeder in der Länge sich im arithmetischen Verhältnifs zu der sie ausdehnenden Kraft ändert, d. h. wenn eine Schraubenfeder sich um eine Längeneinheit bei einer Gewichtseinheit ausdehnt, so dehnt sie sich um zwei Längeneinheiten bei einem Gewicht von zwei Gewichtseinheiten aus u. s. f. Innerhalb gewisser Grenzen gilt dies auch bei einfachen Blatte oder Flachfedern von gleichmäfsiger Stärke, z. B. entsprechen die flachen, den Stofs der Zunge 63 gegen die Contactfedern 64., 66 und 68 in Fig. 1 und 5 regelnder! Federn 61 und 62 diesem Gesetz innerhalb bestimmter Bewegüngsgrenzen. Federn dieser Art ändern, gleichgültig, ob sie Zug- oder Druckbeanspruchung erfahren, die Schwingungsgeschwindigkeit einer von einem Elektromagneten angetriebenen Zunge nicht in einem merklichen Grade entsprechend den Wechseln oder Aenderungen der Stromstärke in dem Stromkreis des Elektromagneten. Wenn indessen die nachgebenden Begrenzungsanschläge mit Vorrichtungen versehen sind, um ihre Wirkung mehr nach einem geometrischen als nach einem arithmetischen Verhältnifs abzustufen, dann wird eine erhöhte Beeinflussung der Schwihgungsgeschwindigkeit der Zunge möglich, und zwar als Wirkung einer entsprechenden Aenderung der Stromstärke in dem Elektromagnetstromkreise. Mit arideren Worten, wenn die nachgebenden Begrenzungsanschläge so eingerichtet und angeordnet sind, dafs ihr Widerstand mit der Stofswirkung der Zunge rasch zunimmt, sind diese Widerstände praktisch für den Erfindungszweck verwendbar.
Arbeitsweise der Vorrichtung:
Es werde eine Uebertragungsgeschwindigkeit von 120 Worten in der Minute angenommen, eine Geschwindigkeit^ die nach der Erfindung leicht erreichbar ist. Da man nun gewöhnlich ein Wort im Durchschnitt zu fünf Buchstaben rechnet, und nach jedem Worte ein Zwischenraum von einem Buchstaben bleibt, so wäre jedes Wort gleich sechs Buchstabed anzunehmen, so dafs eine Geschwindigkeit von 120 Worten in der Minute der Uebertragüng von 720 Buchstaben pro Minute entsprechen würde. Jeder Buchstabe nimmt auf dem Sendestreifen j wie auf dem Aufnahmebande dieselbe Länge ein, welche zweckmäfsig 12^7 mm beträgt. Das Sendeband 34 (Fig. 1) wird somit, wenn es 120 Worte in der Minute übermittelt, mit einer Geschwindigkeit von 9,144 m pro Minute durch den Sender hindurchgeführt; In der Praxis wird ein von einem Motor mit gleichmäfsiger Geschwindigkeit angetriebener Wheatestone-Sender benutzt, um die nothwendigen Zeichen zu übermitteln, wobei ein gelochtes Wheatestone-Band verwendet wird, wie es in der amerikanischen Patentschrift 670964 beschrieben ist. Bei dem in Fig. 1 dargestellten selbsttätigen Sender α kommen die Gontactfedern 23 und 24 abwechselnd mit dem Metällrad 25 durch die Löcher in dem Papierstreifen 34 in Contact. Der Streifen 34
ist auf beiden Seiten wechselweise von Löchern durchbrochen, die eine, zwei, drei, vier oder fünf Einheiten lang sind, so dafs, wenn das Band 34 mit gleichmäfsiger Geschwindigkeit, bei dem angeführten Beispiel 9,144 m in jeder Minute, fortbewegt wird, abwechselnd positive und negative Stromstöfse von 1, 2, 3, 4 oder 5 Einheiten Dauer über die Hauptleitung durch das Relais r auf der Empfangsstelle geschickt werden. Nach der Darstellung in Fig. 1 ist r ein polarisirtes Relais. An Stelle dieses polarisirten Relais kann auch ein neutrales Relais Verwendung finden, in welchem Falle nur eine Batterie 27 oder 28 und eine Contactfeder 23 oder 24 (Fig. 1) gebraucht wird und nur eine Lochreihe im Sendebande 34 erforderlich ist. Jedoch ist es vorzuziehen, mit positiven und negativen Strömen und einem polarisirten Relais zu arbeiten, da bekanntlich die auf diese Weise gegebenen Zeichen schärfer sind und polarisirte Relais empfindlicher und schneller arbeiten als neutrale.
In Fig. 2, Linie 121, sind auf der Hauptleitung übermittelte Zeichen veranschaulicht, und zwar sind die positiven Stromstöfse durch dicke schwarze Striche dargestellt und die negativen durch die weifsen Räume zwischen denselben. Wie aus diesem Diagramm zu ersehen ist, sind nur die positiven Ströme zum Antriebe des Empfängers nöthig, während die Wirkung des negativen Stromes nur darin besteht, die Zeichen scharf abzugrenzen und das polarisirte Relais zu betreiben. Die Buchstaben des Alphabets werden durch verschiedene Combinationen von Stromstöfsen von i, 2, 3, 4 oder 5 Einheiten Dauer dargestellt, indem die Dauer der Stromstöfse in der Hauptleitung mit der Anzahl auf einander folgender Löcher im Empfängerbande g (Fig. 1) übereinstimmt. Dies ist aus Fig. 2 deutlich ersichtlich; die Anzahl auf einander folgender Löcher in der Reihe 132 des Bandes entspricht der Länge der in der Linie 121 gezeigten Hauptleitungszeichen.
Wenn das Uebertragungsband 34 (Fig. 1) mit einer Geschwindigkeit von 9,144 m pro Minute fortbewegt wird, entsprechend einer Geschwindigkeit von 120 Worten pro Minute, so wird die schwingende Zunge 63 so eingestellt, dafs sie etwa 61 vollständige Schwingungen pro Secunde macht, was einer Geschwindigkeit von 122 Worten in der Minute entsprechen würde. Die Zunge erhält mithin gegenüber den auf der Empfangsstelle ankommenden Linienstromstöfseri eine geringe Voreilung, welche jedoch durch die Wirkung des Ausgleichrelais r in später noch näher erläuterter Weise ausgeglichen wird. Bei jeder Schwingung kommt die Zunge 63 mit der Feder 68 (Fig. 1) in augenblickliche Berührung und schliefst dadurch den Ortsstromkreis des Spatienmagneten 47. Dieser Magnet zieht den Anker 53 an, der die Ankerhemmung und das Sperrrad 50 beeinflufst, welch letzteres durch die Welle 21 mit dem Sternrade 51 starr verbunden ist. Die Zähne des Sternrades greifen in die mittlere Lochreihe des Empfängerbandes und bewegen es auf diese Weise weiter. Die Zähnezahl des Sperrrades 50, sowie der Durchmesser des Sternrades sind so bemessen, dafs bei jeder Bewegung der Ankerhemmung 48 das Band g um ein Fünftel eines Buchstabenraumes fortgeführt wird. Dieses Mafs beträgt 2,54 mm, da die Länge eines Buchstabenraumes auf dem Uebertragungsbande wie auf dem Empfängerstreifen zweckmäfsig 12,7 mm beträgt. Die Zunge 63, die zweckdienlich aus Stahl hergestellt ist, wird in Schwingungen versetzt durch die Batterie 30 und den Magneten 60, der seinen eigenen Stromkreis bei 65 in bekannter Weise schliefst. Das Schwingungsmafs der Zunge wird durch Aenderung der Gröfse oder Stellung des Gewichtes 105 (Fig. 5) derart geregelt, dafs der Streifen g bei der vorher angegebenen Voreilung der Zunge 63 mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 9,2964 m in der Minute, d. h. entsprechend 122 Worten pro Minute bewegt werden würde. Das Aufnahmeband g würde dann annähernd 1 1J2 pCt. schneller kufen als das Sendeband 34. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, müssen jedoch die in der Zeile 121 dargestellten Zeichen, die auf der Hauptlinie übermittelt werden, auf der Empfangsstation mit einer solchen Geschwindigkeit anlangen, dafs sie mit der Geschwindigkeit des Empfängerbandes Schritt halten, sonst würden die Löcher 132 im Empfängerstreifen nicht an der für die Darstellung der verschiedenen Buchstaben erforderlichen Stelle ausgestanzt werden. Daher mufs das Aufnahmeband g mit einer Geschwindigkeit vorgeführt werden, die mit derjenigen der Hauptliniensignale, wie sie im Relais ankommen, genau im Einklang steht, d. h. die Zunge, welche die Geschwindigkeit des Aufnahmebandes g regelt, mufs unter Ausgleichung ihrer Voreilung . in genauer Uebereinstimmung mit der Geschwindigkeit der anlangenden Stromsignale schwingen. Es werde beispielsweise ein positiver Stromstofs von einer Einheit Dauer (Y60 einer Secunde bei einer Uebertragungsgeschwindigkeit von 120 Worten in der Minute) übertragen, und zwar von Batterie 28 (Fig. 1) mittelst Contactfeder 24 durch eine einzige Einheilslochung in dem Sendebande 34, durch das Metallrad 25, die Hauptleitung 29 und das Relais r zur Erde auf der Empfangsstation. Im Augenblicke, wo dieser Stromstofs beginnt, schwingt die Zunge des Relais r nach dem Contact 99 hinüber und schliefst dadurch den Stromkreis, welcher die Ortsrelais d und e erregt. Die Zunge 94 des
Relais d legt sich dann an den Contact 98. Sobald der Einheitsimpuls in der Hauptlinie aufhört, wird die Zunge 94 des Relais d durch ihre Feder zurückgezogen und die Verbindung mit 98 unterbrochen. Der Contact bei 98 wird somit zu Anfang und Ende eines jeden Stromstofses in der Hauptleitung geschlossen und geöffnet. Ist der positive Strom in der Hauptleitung von einer Einheit Dauer, so wird der Contact bei 98 während einer Zeiteinheit (Y60 Secunde bei 120 Worten pro Minute) geschlossen sein. Beträgt die Dauer des positiven Stromes in der Hauptleitung zwei Einheiten, so wird der Contact bei 98 während zweier Zeiteinheiten (1Z30 Secunde) geschlossen bleiben und so fort für positive Hauptliniensignale von drei, vier oder fünf Einheiten Dauer. Die negativen Ströme sind, wie schon gesagt, nur insofern wirksam, als sie die Zeichen schärfer begrenzen und die Zunge des Relais r bei Aufhören eines positiven Stromes zurückstofsen. Wie bereits bei der Beschreibung der Stromkreise erläutert wurde, wird der Lochmagnet 44 dadurch erregt, dafs die Contacte 66 und 67 durch die Thätigkeit der Zunge 63 verbunden werden, vorausgesetzt, dafs auch der Contact 98 des Relais d geschlossen ist. Kommt also ein positiver Stromstofs von einer Einheit Dauer über die Hauptlinie 29 an und schliefst die Zunge 94 des Relais d an den Contact 98 an, wenn die Zunge 63 nach der Spatiencontactfeder 68 hinübergeschwungen ist, so wird das Hauptlinieneinheitssignal nicht durch den Lochmagneten 44 aufgezeichnet. Um wirksam zu sein, mufs das eintreffende Zeichen den Contact 98 in demselben Augenblicke schliefsen, wo die Zunge 63 mit der Lochungscontactfeder 66 in Verbindung tritt, oder ein wenig vordem. Ein positives Hauptliniensignal von zwei Einheiten Dauer schliefst den Contact 98 auf zwei Zeiteinheiten, und innerhalb dieses Zeitraumes mufs die Zunge 63 zwei Schwingungen machen, wobei der Beginn des ersten Contactes der Zunge mit der Feder 66 und das Ende ihres zweiten Contactes thunlichst mit dem Beginn und dem Ende des Schliefsens des Contactes 98 zusammenfallen müssen, und so fort bei Zeichen von drei, vier oder fünf Einheiten Dauer. Damit die Dauer der Hauptliniensignale durch die entsprechende Anzahl von Lochungen im Aufnahmebande angemerkt werden kann, ist es daher wesentlich, dafs die Zunge 63 mit einem beträchtlichen Grade von Genauigkeit mit den Bewegungen der Zunge 94 des Relais d Schritt hält. Dies Ziel wird vermittelst der bereits beschriebenen nachgebenden Begrenzungsanschläge 61, 62 (Fig. 1) und der elektrisch verbundenen Contactstellen 96, 97 des Ausgleichrelais e erreicht. Bei jedem Stromwechsel in der Hauptleitung schwingt die Zunge 77 des Relais e vom Contact 96 nach 97 oder umgekehrt und öffnet während der Uebergangszeit für einen Augenblick den Stromkreis des Magneten 60, welcher die Zunge 63 treibt. Wenn die letztere genau in Uebereinstimmung mit der Geschwindigkeit der anlangenden Signale in der Hauptleitung schwingt, so wird sie bei 65 ihre Verbindung mit der Feder 64 augenblicksweise herstellen und darauf sofort unterbrechen zu derselben Zeit, wo die Zunge 77 das Relais e infolge ihres Hin- und Herganges zwischen den verbundenen Contacten 96 und 97 den Stromkreis für einen Augenblick unterbricht. Die beiden Contacte im Stromkreise des Magneten 60 werden auf diese Weise gleichzeitig geschlossen und unterbrochen, volle Schwingungsstromstöfse strömen durch den Magneten und die Zunge 63 wird mit ihrer regelrechten Geschwindigkeit in Schwingung erhalten. In der Praxis ist es unmöglich, die Zunge 63 so genau einzustellen, dafs sie auch nur einige Minuten lang mit der Geschwindigkeit der eintreffenden Zeichen im Einklang bleibt. Sie wird daher um ein bis zwei Procent schneller getrieben. Wenn die Geschwindigkeit der Uebertragung der Signale in der Linienleitung einer Anzahl von 120 Worten in der Minute entspricht, wird die Zunge 63 infolge der bereits erwähnten Voreilung mit einer Geschwindigkeit von 61 vollen Schwingungen in der Secunde, entsprechend 122 Worten in der Minute, hin- und herbewegt. Das Schliefsen und Oeffnen der beiden im Stromkreis des Magneten 60 liegenden Contacte, und zwar des vom Relais e beeinflufsten und des von der Zunge 63 geregelten, tritt nun nicht mehr gleichzeitig ein,, sondern in kürzeren oder längeren Zeitunterschieden. Infolge dessen öffnet bei Beginn und Ende eines jeden Signales die Zunge 77 des Relais e momentan den Stromkreis des Magneten 60, während die Zunge 63 in Contact mit der Feder 64 steht. Das Ergebnifs ist, dafs (je nach den gerade auf der Haupllinie übermittelten Buchstabenzeichen) stets durchschnittlich einer von je zwei auf einander folgenden Stromstöfsen im Stromkreis des Magneten 60 für ein längeres oder kürzeres Zeittheilchen gekürzt wird. Die Kraft, mit welcher der Magnet 60 die Zunge 63 antreibt, wird infolge der verminderten Wirksamkeit des theilweise gekürzten Stromstofses verringert und deshalb infolge der bereits erläuterten Wirkung der Begrenzungsanschläge 61, 62 die Schwingungsgeschwindigkeit der Zunge 63 entsprechend gemäfsigt. Der Erfolg ist die Herstellung eines dynamischen Gleichgewichtes zwischen der Voreilung der Zunge und der Geschwindigkeit der Hauptliniensignale durch das Ausgleichrelais e. Die Durchgangszeit der Zunge 77 des Relais e übt somit einen berichtigenden Einflufs. auf die Zunge .63 aus,
und dieser ist so schnell und wirksam, dafs die Zunge in weniger als zwei Secunden mit den Hauptlinienzeichen in Einklang gebracht wird. Dieses dynamische Gleichgewicht in dem Schwingungsmafs der Zange ist schnell dadurch zu erlangen, dafs die beiden Contacte 96 und 97 zusammengeschraubt werden, so dafs das Relais e seine Thäligkeit einstellt. Es treten alsdann dadurch, dafs die Zunge 63 ein oder zwei Procent schneller schwingt, als die Hauptliniensignale ankommen, in den Ortsstromkreisen Pulsirungen auf, welche daran zu erkennen sind, dafs in regelmäfsigen Abständen zwischen der Zunge 94 des Relais d und der Contactstelle 98 Funken überspringen. Die Schläge können durch Verschieben des Gewichts 105 auf der Zunge 63 verlängert oder verkürzt werden und verschwinden fast augenblicklich, sobald die Contacte 96, 97 des Relais e ein wenig von einander entfernt werden, so dafs die Relaiszunge wieder arbeiten kann. Indem man die Schläge beobachtet und die Contacte 96, 97 ein wenig ein- oder ausschraubt, kann man die Zunge 63 mit den Bewegungen der Zunge 94 des Relais d vollkommen in Uebereinstimmung erhalten. In der Praxis wird dieses Einstellen der Zunge 63 am besten dadurch gesichert, dafs man durch den Sender ein Bandstück führt, worin ein einzelner Buchstabe wiederholt gelocht worden ist. Auf diese Weise werden gleichförmige Zeichen übertragen und die Einstellung ist alsdann viel leichter. Da die Zunge in etwa zwei Secunden nach Beendigung einer von der Sendestelle α gegebenen telegraphischen Meldung aufser Schritt kommt, so mufs jedes neu in den Sender eingeführte Band mit einem oder zwei öfter wiederholten Buchstaben begonnen werden, z.B. »yr yryr yr yr yr«. Dies bringt die Zunge 63 in Schritt, unmittelbar bevor die Zeichen der eigentlichen Meldung auf der Empfangsstation eintreffen.
Aus Fig. 2 ist zu ersehen, wie nach Einstellung des Senders und des Empfängers die zur Uebersendung eines Wortes, z. B. PARIS, verwendeten Hauptliniensignale mit den auf der Empfangsstation erzeugten Ortsstromstöfsen zusammenwirken, um die erforderlichen Lochungen im Aufnahmebande herzustellen. Die Hauptliniensignale sind in 121 dargestellt. Die starken schwarzen Striche bedeuten Stromstöfse und die weifsen Zwischenräume entweder Stromstöfse entgegengesetzter Richtung oder stromlose Intervalle, je nachdem auf der Empfangsstation ein polarisirtes oder ein neutrales Relais in Anwendung ist. Wie ersichtlich, bestehen die Hauptliniensignale für den Buchstaben P (121, Fig. 2 und 3) aus einem Zwischenraum von einer Einheit Dauer, einem Stromstöfse von zwei Einheiten Dauer, einem Zwischenraum von einer Einheit Dauer und einem Slromstofs von einer Einheit Dauer. Diese Zeichen werden durch die Uebertragungsvorrichtung mit der festgesetzten Geschwindigkeit entsendet und beeinflussen bei ihrer Ankunft auf der Empfangsstation die durch die Federzunge 63 erzeugten Stromänderungen im Ortsstromkreise des Lochmagneten (Fig. 2, 119). Diese wechseln mit den in 120 dargestellten Spatienstromstöfsen ab. Der erste Theil des Hauptlinienzeichens für P besteht in einem negativen Strom oder stromlosen Zwischenraum von einer Einheit Dauer. Während dieser Zeit bleibt die Zunge des Relais r (Fig. >) auf dem hinteren Contact 100. Infolge dessen bleibt auch die Zunge des Relais d an ihrem hinteren Contact, und der Stromkreis des Lochmagneten 44 ist bei 98 unterbrochen. Daher wird Magnet 44, wenn die Zunge mit der Feder 66 Contact herstellt, nicht erregt. Da jedoch der Stromkreis des Spatienmagneten 47 geschlossen wird, jedesmal, wenn die Zunge 63 die Feder 68 berührt, so wird das Band um einen Bruchtheil eines Buchstabenraumes vorgeführt. Unmittelbar darauf tritt in der Hauptleitung ein positiver Strom von zwei Einheiten Dauer auf. Die Zunge des Relais r schwingt nach dem vorderen Contact 99 hinüber und schliefst so den Strom der Batterie 33, welche die beiden Ortsrelais d und e erregt. Die Tha'tigkeit des Relais e zwecks Regelung der Zunge 63 ist bereits erläutert worden. Sobald das Relais d wirksam wird, schliefst die Zunge 94 ihren vorderen Contact 98 für einen Zeitraum von zwei Einheiten Dauer; die Zunge 63 macht während dieser Zeit zwei vollständige Schwingungen und schliefst den Lochungsstromkreis zweimal durch den Lochmagneten 44. Abwechselnd mit diesen beiden Lochungsstromstöfsen wird der Spalienmagnet 47 zweimal durch die schwingende Zunge in Thätigkeit gesetzt. Daher werden nach einander zwei Löcher (132) in das Band gestanzt und dieses unmittelbar nach jeder Lochung um ein weiteres Stück vorgeführt. Dem positiven Stromstöfse von zwei Einheiten Dauer folgt ein negativer Stromstofs von einer Einheit Dauer. Infolge dessen bleibt der Lochungsstromstofs aus und es wird kein Loch in den Streifen geschlagen. Der Spatienstromstofs erfolgt indessen, so dafs das Aufnahmeband um ein entsprechendes Stück fortbewegt wird. Der hiernach auftretende positive Stromstofs von einer Einheit Dauer bewirkt wiederum eine Lochung des Bandes und sogleich wird dasselbe durch den Spatienortsstromstofs um einen Schritt weiter bewegt. Dies vervollständigt die fünf Schritte des Buchstabenraumes, von denen der zweite, dritte und fünfte gelocht worden sind. Die Aufzeichnung der übrigen Buchstaben des Wortes »PARIS« vollzieht sich genau in derselben Weise.
Da zwischen den Buchstaben kein Raum gelassen ist, so werden, wenn ein Buchstabe mit einem positiven Strom endet und der nächstfolgende mit einem solchen beginnt, beide Ströme in einander fliefsen und thatsächlich wird nur ein Stromstofs stattfinden, wie es z. B. bei den Zeichen P und A (Fig. 2) der Fall ist. Diese beiden Buchstaben erfordern demnach zu ihrer Uebertragung nur zwei Stromstöfse. Die durchschnittliche Anzahl der Stromstöfse pro Buchstabe beträgt bei diesem Verfahren 1,25 gegenüber etwa 2,59 bei dem von Morse. Wie aus Fig. 2 ersichtlich,, werden· die fünf Buchstaben von »PARIS« durch sieben Stromstöfse (121) übermittelt.
In Fig. 3 veranschaulicht die Linie 122 graphisch die Bewegungs- oder Uebergangszeit der Zunge 77 des Ausgleichrelais e gegenüber den Wechseln des Hauptlinienstromes bei 121 und gegenüber den Stromstöfsen des die Zunge 63 bewegenden Elektromagneten bei 123. Bei 125 sind die Arbeitsweise des Stromkreisunterbrechers 77 des Relais e und die Beziehungen seiner Bewegung zu den Stromstöfsen in dem Unterbrechermagnetstromkreise 126 veranschaulicht, wobei letzterer etwas verschoben oder aufser Uebereinstimmung mit Bezug auf die Hauptlinieristromstöfse bei 124 dargestellt ist.
In Fig. 4 ist bei 127 eine graphische Darstellung der Stromstöfse in dem Unterbrechermagnetstromkreise, und bei 128 sind Hauptlinienstromstöfse zur Lochung eines . Schriftzeichens η ohne Berücksichtigung der Wirkung des Ausgleichrelais dargestellt, so dafs die beiden Gruppen von Stromstöfsen nicht genau in Uebereinstimmung mit einander sind. Bei 129 ist die Wirkung des Ausgleichrelais e auf die Kürzung der Stromstöfse in dem Unterbrechermagnetstromkreise dargestellt und bei 130 sind die Wechsel des Hauptlinienstromes veranschaulicht. Bezüglich der Zeilen 129, 130 ist zu bemerken, dafs z. B. bei 131 bei einem auf der Empfangsstelle ankommenden Linienstromstofs die Bewegung der Relaiszunge 77 in Zusammenwirkung mit der folgenden Unterbrechung in dem Stromkreise auf den Verlauf des Stromstofses einwirkt, der durch Stromschlufs zwischen 64 und 65 in Fig. 1 erzeugt worden ist; dasselbe erfolgt bei Beendigung des Stromstofses 131. In Fig. 3 ist bei 121, 122 und 123 eine theoretisch vollständige Uebereinstimmung zwischen den Stromstöfsen 121 und 123 dargestellt, wobei die in der Linie 122 dargestellte Zeit der Ankerbewegung an dem Unterbrechungsintervall an den Punkten 64, 65 auftritt, die durch die Zunge 63 der Fig. ι der Zeichnung beeinflufst werden. Es erscheint sonach keine Störung bei den Stromstöfsen 123 des Unterbrechermagnetstromkreises. Die andere extreme Bedingung ist in den drei darunter befindlichen Linien 124, 125, 126 (Fig. 3) veranschaulicht, wo die beiden Arten von Stromstöfsen vollkommen aufser Uebereinstimmung sind und der Anker 77 den Stromkreis des Magneten 60 an oder etwa an der Mitte des Intervalles unterbricht, wenn 64, 65 (Fig. 1) geschlossen sind. Die graphische Darstellung (Fig. 3) ist, während sie diese extremen Verhältnisse zeigt, im Gegensatz zu der bei 129, 130 (Fig. 4) gezeigten Darstellung gesetzt, wo die ständige Bewegung des Stromkreisunterbrechers 77 einen ausreichenden, durch dünnere bezw. gestrichelte Linien dargestellten Theil von den Anfangsoder Endtheilen eines Unterbrechermagnetstromstofses abschneidet, um ein ständig dynamisches Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.
In Fig. ι ist eine besondere Ausführungsform der Ausgleichvorrichtung dargestellt, bei welcher die Batterie des Magneten 60 in zwei Theilen angeordnet ist, wobei 32 den zusätzlichen Theil (in punktirten Linien dargestellt) bezeichnet. Der Stromkreisunterbrecher 77 bewirkt die Kurzschliefsung des Batterietheiles 32, so dafs die Wirkung der Bewegung des Ankers 77 ist, den Kurzschlufs der Batterie 32 während der Bewegungszeit des Ankers zu unterbrechen. Der Motorstromkreis wird durch eine Stromzunahme in gleicher Weise geregelt, wie bei der zuerst beschriebenen Vorrichtung. Wenn die geänderte Anordnung Verwendung findet, bewirkt das Relais e eine Beschleunigung der Geschwindigkeit der Zunge 63, und es ist alsdann nöthig, den Sender α mit etwa 40 Stromstöfsen pro Secunde zu treiben, während die Zunge veranlafst wird, etwa 39 entsprechende Stromstöfse zu erzeugen.
In der Hauptlinie ist noch ein Relais f vorgesehen, welches die Spulen des Spatienmagneten 47 ausschaltet, wenn kein Strom für ein ausreichendes Intervall in dem Hauptlinienstromkreise vorhanden ist. Die Stromkreisverbindungen erstrecken sich von dem beweglichen Contact 88 über 87 nach dem Draht 84 auf einer Seite des Magneten 47 und von dem Contact 89 über 90 nach dem Draht 82 auf der entgegengesetzten Seite des Magneten 47. Die Wirkung dieses Relais ist, die Zuführung des Bandes am Ende der Sendung abzustellen. Die Bandzuführung kann indessen auch von Hand durch Oeffnung eines Schalters in dem Spatienmagnetstromkreise abgestellt werden. Die Mittelreihe der Zuführungslöcher in dem Bande wird durch eine geeignete Vorrichtung vorher hergestellt.
Zur Vermeidung von Funkenbildung ist nach der Darstellung jede Unterbrechungsstelle des Empfangsapparates durch eine Vorrichtung überbrückt, die aus einem geeigneten Condensator 35, der mit einer Widerstandsspule 36 hinter einander geschaltet ist, besteht.
Aus der Anordnung in Fig. ι geht hervor, dafs entweder Schliefsung oder Unterbrechung des Stromes zur Uebertragung der Zeichen über die Hauptlinie 29 benutzt werden kann, oder dafs Stromumkehrungen Verwendung finden können, wie dies bei dem Duplexbetriebe allgemein üblich ist.
So kann demgemäfs r (Fig. 1) entweder ein neutrales oder ein polarisirtes Relais sein. Die Hauptlinie 29 kann auch unmittelbar durch die Relais e und d geerdet werden und es können die Relais e und d entweder neutral oder polarisirt sein. Die in Fig. 1 dargestellte Anordnung ist besonders beim Duplex- oder Quadruplexbetriebe vortheilhaft anwendbar.

Claims (1)

  1. Patent-An Sprüche:
    ι . Vorrichtung zum Uebertragen telegraphischer Nachrichten durch einen von der Sendestelle aus gelochten Streifen, der auf der Empfangsstelle den Antrieb einer Typenschreibmaschine oder dergl. vermittelt, dadurch gekennzeichnet, dafs auf der Empfangsstelle zwei Elektromagnete, von welchen der eine (44) zum Antrieb eines Lochstempels (38) und der andere zur Bewegung eines Schaltwerkes (48,49, 50) dient, um das zu durchlochende Band (g) vorzuführen, wechselweise durch Ortsstromkreise erregt werden, deren Schliefsung bezw. Unterbrechung durch einen zwischen Stromschlufsstücken (68, 66) hin- und herschwingenden Stromunterbrecher (63) erfolgt, wobei der Contact (63, 66) nur wirksam ist, wenn die Zunge (94) eines Relais (d) an dem Contact (98) unter dem Einflüsse aus der Linienleitung (29) kommender Stromstöfse, die durch einen selbsttätigen telegraphischen Sender (a) übertragen werden, geschlossen ist.
    Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs derStromunterbrecher(63) eine Federzunge bildet, die am Ende jeder Schwingung gegen einen sich verjüngenden, nachgebenden Anschlag (61 oder 62) trifft, durch dessen Bufferwirkung das Mafs der Schwingungen entsprechend dem Strom geregelt wird, der wechselweise durch den Unterbrecherelektromagneten (60) fliefst.
    Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs in dem Ortsstromkreise des Unterbrecherelektromagneten (60), unter dessen Einflufs die Zunge (63) ihre Schwingungen ausführt, durch die Zunge (63) geregelte Unterbrechungsstellen (64, 65) und Unterbrechungsstellen (77, 96 , 97) liegen, welche durch ein Relais (e) geregelt werden, derart, dafs die wiederkehrenden Unterbrechungen des Stromkreises, die durch die Wirksamkeit des Relais (e) veranlafst werden, mehr oder weniger die elektrischen Stromstöfse beeinflussen, welche durch die wiederkehrenden Schliefsungen und Unterbrechungen an den Contacten (64, 65) veranlafst werden, so dafs das Schwingungsmafs der Zunge (63) durch Aenderung der Anziehungskraft des Elektromagneten (60) geregelt wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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